Ich hab während der Ausbildung eine Arbeit über ADHS geschrieben und schließe mich an: Es ist erstens zu früh, etwas zu sagen - da würde ich mir frühestens im Einschulalter Gedanken machen - und zweitens geht's euch sicher besser, wenn es erst mal kein "Label" gibt.
Außerdem heißt hyperaktiv ja auch nur "über-aktiv", wenn man nicht gleich an die Diagnose denkt. In dem Fall wäre mein Kleiner zum Beispiel hyper-hungrig. 😄
Die meisten Leute verwenden Ausdrücke wie ADHS oder Hyperaktivität ganz leger im Alltag, als wüssten sie darüber Bescheid. Das tun aber die wenigsten.
Vielleicht hilft es bei blöden Kommentaren, wenn du mal zurücksagst, dass ADHS im Alter deiner Tochter nicht mal diagnostiziert werden könnte, selbst wenn sie sich nur in Saltos fortbewegen würde. Weil die Über-Aktivität eben in der Natur des Kleinkinds liegt, auch wenn es natürlich lebhaftere und ruhigere gibt. 😉
Falls es dich aber interessiert:
Sehr hohe Aktivität heißt nicht automatisch ADHS. Es geht auch um fehlende Konzentration (Aufmerksamkeitsdefizit) und hohe Impulsivität bzw. fehlende Impulskontrolle, und auch das nicht bei jedem Typ. Es ist wirklich komplizierter als einfach nur zu sagen: Das Kind ist laut und aktiv, das hat sicher ADHS.
Für die Diagnose ist es außerdem nötig, dass das eigene Verhalten das eigene Leben einschränkt und schwieriger macht, indem diese Kinder sehr oft anecken, aber teilweise nichts verändern können. Da deine Kleine vermutlich quietschfidel über den Spielplatz rennt und sich schreiend ihres Lebens erfreut, gibt es wohl kaum eine Einschränkung - außer natürlich für DICH, wenn sie hibbelig ist und ständig redet und das für die Mama ganz schön anstrengend sein kann. 😄