Abort - wie ging es dem Partner dabei?

kekksiikekksii

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bearbeitet 24. Mai, 22:25 in Schwangerschaft
Sind hier vielleicht Frauen, die mir sagen können wie ihre Männer mit einer Fehlgeburt umgegangen sind?

Kommentare

  • Also generell gibt es schon die grundmeinung, dass Männer anders trauern als Frauen. Was ja sehr oft zu Zoff führt in der Beziehung.

    Bei uns war das definitiv der Fall. Mein Mann konnte es nicht verstehen wie ich einfach nur in der Ecke vom Sofa gelegen bin und geweint hab, traurig war und eben nichts getan hab.
    Er hat sich dafür bei einer FG ein 2000 teile puzzle geschnappt und das gemacht und dabei eine Schnulze nach der anderen gehört.
    Beim nächsten mal hat er angefangen etwas aus Holz zu bauen oder stundenlang Klavier gespielt. Seine Hände mussten beschäftigt sein.
    Ich hab mir damit recht schwer getan. Am liebsten wäre es mir gewesen wenn er einfach stundenlang neben mir gewesen wäre und mich im Arm gehalten hätte. Für ihn eine unerträgliche Vorstellung.
  • Ich muss gestehen dass wir nicht sehr viel darüber geredet haben. Wir haben mehrmals Fehlgeburt gehabt. Mit 23/27 haben wir begonnen zu versuchen. Als unser Sohn geboren wurde waren wir schon 38/42. Vor drei Jahren habe ich beim Umzug eine Kiste ausgepackt und habe viele Briefe gefunden. Dann hat mein Mann mir gesagt, dass er für jedes Kind Briefe schreibt. Zum Geburtstag, zu Weihnachten, oder wenn er an sie denkt. Ich habe so lange geweint als ich das gehört habe. Er hat meine Hand gehalten und mich umarmt. Ja, bei jeder Fehlgeburt sind wir traurig. Ich arbeite viel und versuche mich abzulenken. Ich weiß natürlich auch, dass es ihn sehr schmerzt. An dem Abend haben wir jeden Brief aufgemacht und vorgelesen. Wir haben geweint und gelacht. Ab den nächsten haben wir eigentlich nicht mehr über die Fehlgeburten geredet. Wir sind erleichtert und über unser Unglück einigermaßen hinweg.
  • Die letzte Fehlgeburt hatte ich Ende Februar. Ich bin heute noch nicht darüber hinweg, die Trauer kommt wellenartig, aber das kenn ich schon von den vorherigen.. mein Mann hat es ebenfalls noch nicht verkraftet. In der ersten Zeit hat er versucht stark zu sein für mich, er war für mich da, aber er hat nicht mit mir gesprochen. Dann kam Phase zwei, der Alkohol und die Streits. Es war so schlimm, dass wir kurz vor der Auflösung unserer Verlobung standen. Ich glaube die Summe aller Fehlgeburten ist für ihn das schlimmste. Wir beide fühlen uns wie Versager. Aber es muss weitergehen. Für unseren Sohn.
    Vor dem Schlafengehen hat er eine Zeit lang Kerzen angezündet für jedes Sternchen. Jetzt brennt nur noch eine Kerze, diese steht aber für alle gemeinsam. Die Kerze kauft immer mein Mann und er zündet sie immer alleine an. Das ist sein Ritual.
    So wie ich auf den Friedhof gehe, Blumen ans Grab bringe und dort sitze und verweile.
    Ich denke, er braucht noch ein wenig Zeit, bis er darüber hinweg ist. Das merke ich auch im Kinderwunsch. Tagsüber sagt er, das nächste Kind kann sich eh noch Zeit lassen, passt ja eh grad nichts. Nachts oder wenn er was getrunken hat sagt er, wie sehr er sich ein Baby wünscht und dass es diesmal sicher funktioniert und er bereit ist 🙈
  • Mein Mann ist an dem Tag heim gekommen und die erste Frage die er feststellt hat war "was gibt es zu essen?"
    Er hat nicht einmal gefragt wie es mir geht oder sonst je über unser Sternchen gesprochen. Für ihm existiert es nicht.
    Er hat ein einziges mal gesagt, es war ja noch nicht mal irgendwas...also für ihn gibt es dieses Kind einfach nicht.
  • ich hatte gsd noch nicht den Fall eines Abort aber wie ich schwanger wurde hat mein freund auch die erste Zeit gesagt er fänds nicht tragisch wenn das kleine jetzt doch keinen herzschlag hat oder es vorzeitig abgeht weil das is ja noch nix, er hat auch die trauer eines befreundeten paares nicht nachvollziehen können die ihr baby im 5. verloren weil es nicht überlebensfähig war, ich habs ihm damals versucht zu erklären aber man hat gemerkt das kommt nicht an, mittlerweile hat sich diese einstellung komplett geändert und ich weiß auch warum (und ich glaub das trifft auf sehr viele männer zu) grad am anfang bekommen männer nichts von der ss mit, man is für sie noch immer die frau wie eh und je, sie bekommen nicht wirklich schnell eine Bindung zum ungeborenen, sie haben auch keine Vorstellung von dem Hormonchaos in uns und wie schnell mutter natur dafür sorgt dass wir eine bindung zum ungeborenen aufbauen, und haben oft keine Vorstelltung davon wie schnell das eig geht und es ned ewig nur ein Zellhaufen is, mein freund war damals in der 12. ssw ganz erstaunt dass der kleine scho aussieht wie ein richtiges baby und herumstrampelt und sich bewegt, seitdem hat er seine Einstellung komplett geändert und meinte letztens er fänds sehr schlimm wenn wir das Baby verlieren würden und war auch ur erschüttert als eine bekannte von ihm ihr Baby in der 10. ssw verloren hatte (wo er damals immer meinte die ersten 3 monate sind doch sowieso noch nix)

    ich glaub männer die zum ersten mal mit diesem Thema konfrontiert werden und noch keine Kinder haben, haben da echt oft keine vorstellung davon wie schnell da schon ein richtiger mensch in uns heranwächst und dass es nicht erst dann ein richtiges Leben is wenn man hochschwanger im 9. monat is
  • Für mich ist es momentan sehr schwierig alles, ich hatte eine Fehlgeburt, der Vater vom Kekks meinte auch es war ja noch nicht viel .. usw ... ich war mit ihn nie zusammen es war was einmaliges wo er dann als ich schwanger wurde mehr haben wollte für das Kind!
    Die letzten Tage gehts mir aber nicht gut mit der Fehlgeburt... ich trauere wieder sehr viel .. weis aber nicht ob ich mich melden soll bei ihn ... er meinte zwar er ist da für mich, aber ob er es tatsächlich ist, keine Ahnung!! ...
  • Mein Mann ging bei der jetzigen Fehlgeburt anders damit um als bei unserer ersten Fehlgeburt vor 4 Jahren. Damals war es unsere erste Schwangerschaft und er wusste nicht genau, wie er mit meiner Trauer umgehen soll und mich trösten kann. Er war für mich da, ja, aber für ihn war das Thema schneller erledigt. Wir haben damals noch mehrmals gemeinsam eine Kerze angezündet und so an unser Sternchen gedacht, aber für ihn war das Thema einfach schneller erledigt. Er konnte besser mit dem Verlust umgehen als ich. Bei der jetzigen Fehlgeburt ist es etwas anders, da er mehr für mich da ist, aber auch jetzt merke ich, dass er einfach besser damit umgehen kann als ich. Aber es ist auch okay so, denn so ist jeder Mensch anders und trauert eben auch anders und in unterschiedlichem Tempo. Er ist dennoch immer für mich da und nimmt mich in den Arm, wenns mir mal nicht gut geht, hört mir zu... ich muss aber ehrlich sagen, dass ich dieses Mal auch anders trauere als bei der ersten Fehlgeburt. Klar, ich bin traurig und es ist noch immer ein Auf und Ab, aber ich habe dieses Mal nicht das Gefühl, dass eine Welt zusammenbricht und das sehe ich schon als Fortschritt. 😌
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