Kinder werden nicht so wie man es ihnen sagt, sondern wie man es ihnen vorlebt.
Ich hatte selber eine Essstörung und ich denke nach wie vor ein problematisches Essverhalten.
Aber seit unsere Kleine isst, hab ich mich intensiv damit auseinandergesetzt und bemühe mich unheimlich auch mein Essverhalten grade zu rücken.
Ich war gefühlt mein Leben lang auf Diät, Sportexzesse, Frustfressen, Stressessen, nebenbei essen, 1000 verbotene Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel … also alles was ich nicht meiner Tochter weitergeben will.
Ich hab mich sehr damit beschäftigt wo das her kommt … und das kommt aus meiner Kinderheit … ich bin unheimlich liebevoll aufgewachsen, aber punkto Essen wurde viel falsch gemacht. Und eine Mutter die immer unzufrieden mit ihrem Gewicht war und alle möglichen Diäten ausprobiert hat. Aufessen bis das Teller leer ist, Essen als Belohnung, Essen als Beruhigung - all das will ich nicht.
Und drum führt für mich kein Weg vorbei, auch selber dass Essverhalten zu leben dass man sich für die Kinder wünscht.
Wenn ich zB dauernd am Tisch sitze und sage ich esse nix weil ich zu dick bin - wird sich das einprägen. Wenn ich jede Süßigkeit kommentieren wie ungesund und furchtbar wird sich auch das einprägen. Wenn ich tagelang die Kohlsuppe runterwürge, ist das halt auch nix was das Kind positiv in Erinnerung behält. Wenn ich gestresst nach der Arbeit zur Naschlade renne, leb ich das auch vor.
Ich esse auch mal nix am Tisch - dann sage ich aber dass ich halt grad echt keinen Hunger habe - kommt ja bei den Kids auch mal vor dass sie keinen Hunger haben und da zwinge ich auch nicht zum Essen - also mich auch nicht.
Also zusammengefasst - ich glaub man muss sein eigenes Essverhalten unter die Lupe nehmen und überlegen was man den Kindern vermitteln will.
@fraudachs … ich geb dir recht … es kann sich da sicher was ändern … aber ich denke, desto mehr Thema man das Essen oder Nicht-Essen macht, desto mehr wird’s Thema.
Und ich will keinem Kind nie sagen, dass irgendein Essen dick macht oder ihr sonst ein schlechtes Gewissen machen. Und ich glaub schon wenn man jeden Tag rationiert oder verbietet, wird süßes mehr Thema. Ich verteufle keinen Zucker und auch kein Fett - die Dosis macht das Gift.
Ich bin generell eine die nicht ewig diskutiert - wenn ich finde es war genug Schoki oder auch Obst - dann ist das so. Wird erklärt und dann halt der Frust begleitet. Oder eine Alternative gegeben.
Und zwecks Supermarkt - ich kaufe aus Prinzip viele Lebensmittel oder Süßigkeiten nicht. Da kann sie jammern was sie will - das kommt auch jetzt vor wenn sie irgendwelchen Saftflaschen mit Hunden drauf sieht. Da hilft nur aushalten und begleiten. Und mir ist auch egal ob andere Kinder Dreh und Drink, Milchschnitten und Co kriegen - ich kauf das nicht und somit gibts das nicht zuhause. Letztens wollte sie auch Trauben im Geschäft - hab ich auch nicht gekauft weil aus Weitweitweg. Hab da einfach gewisse Prinzipien.
Ewig hat man das eh nicht in der Hand, aber meine Aufgabe als Mutter ist es einen Grundstein für vernünftige Ernährung zu setzen.
Ahhh und was ich voll oft mache - überbackenes Toastbrot oder Brötchen - ZB Belag aus Schinken, Käse, Sauerrahm, Mais, Paprika - Ketchup aufs Brot, Belag drauf und ab in den Airfryer - geht superschnell. Mit Thunfisch ist’s auch lecker
Ich beschäftige mich viel mit dem Thema Ernährung und Lebensmitteln - auch weil ich selber jahrelang eine Essstörung hatte und ich meiner Tochter einen unbeschwerten Zugang zum Essen wünsche.
Ich fand das Buch Dein Kind isst besser als du denkst toll und wende viel davon an. Also wir leben nicht strikt das Confidius Prinzip an, aber schon im Großen und Ganzen.
Unsere Kleine ist erst 2 und kennt halt Sachen wie Gummibärchen und Smarties ZB nicht. Das ist somit bei uns kein Thema - noch nicht.
Ich stelle grundsätzlich ihre Auswahl für die Mahlzeiten und Snacks zusammen und sie kann dann bestimmen was und wieviel davon ist. Mal stürzt sie sich aufs Gemüse - mal will sie nur Nudeln. Aktuell will sie seit Tagen fast nur Joghurt und Früchte. Aber ich bin da mittlerweile echt entspannt. Sie holt sich was sie braucht - davon bin ich überzeugt.
Eis gibts bei uns auch, aber das limitier ich schon etwas - das gibts nur draußen wenn die Sonne scheint. Da mach ich dann auch immer eine Obstplatte dazu - und es kommt vor dass sie dann das Eis nur ein paar mal schleckt und dann nur Obst isst.
Schoki kennt sie auch … darf sie auch wenn sie danach fragt. Kommt aber nur alle paar Tage mal vor. Da nimmt sie sich dann halt ein paar Naps und isst aber nie alle.
Ich wette auch die Lebensmittel nicht in gut und schlecht - manche sind halt was besonders und die gibts wie zB Kuchen zu speziellen Gelegenheiten.
Bei uns steht das süße auch nicht rum - somit ist es aus den Augen aus dem Sinn.
Bei Oma gibts immer süßes - da sind wir aber so selten dass ich das recht entspannt sehe. Da isst sie dann manchmal viel - manchmal wenig. Aber ich mach da kein Thema draus.
Ich lobe nie wenn sie Gemüse isst und belohne nie mit Süßem.
Das ist unser Zugang zu dem Prinzip und für uns passt das gut 😊
Ui das Thema ist wirklich komplex und es gibt da so viele Aspekte und pauschal ist halt echt schwierig zu be- bzw. verurteilen.
Vegan gibts viel Klumpat zu kaufen dass auch nicht gesund bzw klimafreundlich ist. Fleisch aus Massentierhaltung auch furchtbar. Gemüse voller Pestizide, auch schrecklich.
Das ist ein Thema da kann ewig drüber diskutiert werden, da gibt keine ultimative Wahrheit.
Zwecks Gesundheit, da gibts Millionen teils widersprüchlicher Studien und sowieso dauernd neue Empfehlungen.
Auch den Körper hören, schauen woher die Lebensmittel kommen, industriell verarbeitete Lebensmittel meiden, aufs Tierwohl und aufs Menschenwohl schauen und alles halt mit Hirn und Herz
@Kaffeelöffel Ich stimme dir in vielen Dingen zu - und ich denke dass ganz viele Veganer zB viel klimafreundlicher auch in anderen Bereichen leben!
Ich finde nur dass man „Fleischfresser“ nicht pauschal verurteilen und als Klimasünder hinstellen soll und das wird leider oft gemacht!
PS: Bei jedem Billa ums Eck gibts mittlerweile Bio - vlt nicht so toll wie vom Bauern nebenan aber 1000 Mal besser als Billigfleisch vom Discounter 😊
@Dani2511 Massentierhaltung und Monokulturen sind für mich beides verwerflich und jeder kann das ändern! Und ja man kann Fleisch vom Bauern kaufen - ist halt teurer, aber dann gibts das halt seltener. Und ja, es wird viel zu viel Fleisch gegessen - weils saubillig ist und soviel auf die Haltung pfeifen.
Essen mit Hausverstand - dann würden sich so viele Probleme lösen.