Frage an Eltern schwer kranker Kinder

Das kleine Kind einer lieben Freundin von mir hat eine sehr beängstigende, furchtbare Diagnose bekommen und befindet sich gerade in der Akutphase der Behandlung im Krankenhaus.

Wir wohnen recht weit auseinander und wir sind bis jetzt eher wöchtenlich in Kontakt, auch weil sie natürlich für Telefonate/Nachrichten und lange Updates jetzt absolut keinen Kopf hat. Ich würde ihr gern mehr helfen und sie unterstützen, aber ich möchte sie gleichzeitig auch nicht mit mehr Nachrichten, Nachfragen etc. nerven. Um ehrlich zu sein finde ich es grad sehr schwer, da einen Mittelweg rauszufinden.

Liebe Eltern von schwer kranken Kindern: Was hätte euch damals in der Akutphase geholfen? Und was danach? Was hättet ihr gerne gehört/gehabt? Was war euch zu viel oder zu wenig oder auf was hättet ihr eher verzichtet?

Kommentare

  • @Bunumu in unserem Umfeld kam es kürzlich zu einem Schicksalsschlag den Familienvater betreffend.

    Wir haben deklariert, dass wir uns sehr über Updates freuen, aber nicht ständig fragen werden (um nicht lästig zu sein). Zudem haben wir mehrfach Unterstützung angeboten.

    Wir sind Nachbarn, daher gehen Kleinigkeiten recht niederschwellig. Gebäck an die Tür hängen, anbieten die Hecke zu schneiden, beim Wochenendeinkauf etwas mitnehmen, mal etwas vorgekochtes zum Einfrieren vorbeinringen... aber die Möglichkeiten sind begrenzt, abnehmen kann man das Schicksal nämlich nicht.

    Du kannst fragen was sie braucht, dich regelmäßig melden, ihr aber sagen dass sie nicht immer reagieren/antworten/abheben muss. Vielleicht per Post ein Verpflegungspaket zukommen lassen mit hochwertigem leckeren haltbaren Zeug oder einen Gutschein für Lieferando versenden.

    So richtig "helfen" ist über die Distanz schwer. Aber du kannst signalisieren, dass du da bist und das ist bestimmt viel Wert.

    Meistens sind solche Diagnosen/Schicksalsschläge ein Marathon und kein Sprint. Es hilft also kein betroffener Aktionismus zu Beginn, sondern Beständigkeit.

    Alles Gute für die Familie!
  • Ich hab auch so eine Geschichte (schwer krankes Kleinkind) im erweiterten Freundeskreis. Die betroffenen Mama sagt, sie kann aktuell keine Telefonate führen, sie will keinen treffen, sie will nicht über Belangloses reden usw.
    Der Kontakt ist komplett ad Acta gelegt. Sie wohnt 1 Stunde entfernt, da wusst ich bisher auch nicht, was ich machen könnte…

    Vielleicht kann ich mir hier auch was mitnehmen 💝
  • @awa ja genau das war auch mein Ansatz - ich melde mich regelmäßig (wenn auch mit größeren Abständen), hab aber immer wieder dazugeschrieben, dass sie die Nachrichten auch gern unbeantwortet lassen kann und ich da zu nichts drängen möchte. Auch Hilfe hab ich immer wieder angeboten. Durch die Entfernung sind halt so kleine, niederschwellige Hilfen wie bei dir (Gebäck vorbeibringen, um Haus und Garten kümmern usw) leider nicht gut möglich.
    Hab auch schon dran gedacht, ihr und ihrem Kind Kleinigkeiten wie gezielte Spielsachen, Knabbereien und dergleichen, worüber sie sich freuen würden, zuzuschicken. Sie wohnen nur grade glaub ich nicht in ihrer Wohnung, sondern näher am Spital. Und ich weiß leider auch nicht ganz genau, welche Spielsachen ich da grade für den kleinen Zwerg mitschicken kann - das erschwert das zusätzlich. Weil haargenau ausfragen will ich sie dazu auch nicht.

    Aber du hast eh Recht, es ist ein Marathon, kein Sprint.


    @Mohnblume88
    Ja da einen guten Weg finden, ist echt schwer :( Vielleicht melden sich ja noch ein paar.

    Ich will halt nicht, dass sie glaubt, ich vermeide sie und das Thema einfach oder dass es mich nicht interessiert oder mir nicht nahe geht. Aber dauernd nerven, wenn kein Kontakt gewünscht wird grade, ist halt auch doof.
  • Also ich hatte in meiner Familie den Fall das meine Nichte leider schwer krank wurde. Meine Schwester hatte es denke ich, am meisten geholfen wenn man sie einfach auch zu anderen Themen abgeholt hat. Also nicht immer nur über die Krankheit gesprochen hat sondern auch über andere Dinge. Wir haben natürlich auch immer alle unsere Hilfe angeboten im Alltag. Aber ich denke am meistens geholfen hat einfach nur das ab und zu „normal“ fühlen und nicht „nur“ Mama von einem kranken Kind sein. Wenn meine Schwester über die Krankheit reden wollte dann hat sie gesprochen, oder geweint, oder gelacht.

    Also Menschen die sowas durch machen, sprechen wenn sie sprechen möchten. Aber ich glaub was die meistens eher nicht wollen ist Mitleid. Mitgefühl natürlich aber gerade als Freundin glaub ich möchte man dann gerne auch mal sich vielleicht nur kurz aus dem Alltag raus holen wollen
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