Hallo ihr Lieben,
mein Mann und ich machen uns Sorgen.
Unser Kind hat im Oktober im Kindergarten begonnen (zu dem Zeitpunkt war er 2 Jahre, 10 Monate alt). Die Eingewöhnung lief super problemlos. Er hat schnell gefallen gefunden und nach ein paar Wochen hatten wir unsere Wunschbetreuungszeit von 09:00-14:30 erreicht. Er hat dort gespielt und auch gut gegessen. Teilweise wollte er nicht nachhause als wir ihn abholen wollten.
Dann gab es einen Bruch. Vermutung: durch Personalwechsel oder Gruppenwechsel oder einen heftigen Sturz, den er dort hatte.
Es änderte sich schlagartig alles. Er wollte in der Früh nicht gehen und es gab viele Tränen. Auch vor Ort war der Abschied schwierig. Dass nicht immer die selben Personen da waren (Krankheit, Urlaub) erschwerte die Situation in der Früh. Aufgrund der Situation hatten wir die Betreuungszeit seit ca einem Monat von 09:15-12:30 gekürzt. Irgendwann begann unser Kind einzufordern, dass es nur auf der Couch (in der Gruppe) sitzen und warten möchte bis es abgeholt wird. Wir haben natürlich einfach "okay" gesagt, aber waren schon etwas verwundert. Ab diesem Moment gab es eigentlich keine Tränen mehr. Solange er dort sitzen durfte bzw. entscheiden durfte, dass er auf der Couch bleiben will.
Es gab ein tolles Entwicklungsgespräch mit dem Pädagogen und später auch mit der Leitung. Uns wurde versichert, dass er einfach mehr Zeit brauche und es nicht unüblich ist. Es gäbe nunmal Kinder, die lieber passiv teilnehmen und zuerst mal zusehen und die Situation analysieren und verstehen wollen. Zuhause singt er Kindergarten Lieder und wirkt nicht so als ob er es dort "hassen" würde. Gerne geht er trotzdem irgendwie nicht. Es ist so als würde er nunmal kooperieren, weil er keine Wahl hat. Das pädagogische Personal meint wir sollen die Couch als Ressource sehen und dass es sozusagen sein Safe Space ist.. Trotzdem macht es uns irgendwie traurig, dass er nicht Teil der Gruppe ist und nur dort alleine sitzt.
Dazu kommen unzählige Infekte, die natürlich dafür gesorgt haben, dass er sehr unregelmäßig dort war.
Wir haben nun nach den Weihnachtsferien wieder gestartet und alles läuft ohne Tränen oder großen Protest. Er fordert allerdings immer ein, dass er auf der Couch warten will bis er abgeholt wird. Wenn er abgeholt wird sitzt er auch immer nur dort. Laut Pädagogen spielt er kaum und will auch nicht essen. Am Anfang hat er dort das Mittagessen und auch die Jause genüsslich gegessen und saß sogar immer als letzter dort.
Zuhause erzählt er ganz normal wer aller dort war. Ich habe nicht den Eindruck, dass es für ihn ein negatives Erlebnis ist. Auch die Pädagogen meinen er wirkt auf der Couch nicht angespannt oder gestresst, sondern beobachtet einfach nur...
Trotzdem machen wir uns irgendwie Sorgen
Kommentare
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Für euren Sohn scheint die Couch auch eine Bewältigungsstrategie zu sein, die ihm ein gewisses Maß an Sicherheit und Kontrolle gibt. Da habt ihr meiner Meinung nach genau richtig gehandelt, indem ihr sein Verhalten zugelassen und nicht problematisiert habt.
Könnte es sein, dass eurem Sohn beim Essen zu viel los ist? Weil er ja seine Komfortzone verlassen und sich aktiv am Geschehen beteiligen müsste ... also ich kann gut nachvollziehen, dass er sich da einfach noch nicht sicher genug ist.
Dass er daheim Lieder singt und vom Kindergarten erzählt, ist auf jeden Fall ein positives Zeichen
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Vielleicht braucht er eben wirklich einfach nur länger, das ist ja auch ok. Jeder hat sein Tempo.
Ist ja in der schule auch so, einige brauchen auch wesentlich länger um dort „anzukommen“.
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Er kam bereits mit 1 Jahr 10 Monate in die Kleinkindgruppe (es ist ein offener Kindergarten, die Kleinen unter 3 haben allerdings einen Raum für sich - können aber auch jederzeit in alle anderen Bereiche gehen).
Die Eingewöhnung war in Ordnung, es gab aber immer wieder Tränen beim verabschieden. Als ich dann weg war hat er sich jedoch immer schnell beruhigt aber richtig teilgenommen am Geschehen hat er nie. Auch bei ihm hieß es immer es gibt Kinder die schauen lieber zu und beobachten. Wenn er gespielt hat dann lieber für sich und immer im "geschützten Raum". Es war schlimm für ihn wenn es da Abweichungen gab. Er hat sich auch immer schwer getan wenn ZU viele Kinder direkt um ihn herum waren.
Ich hab mir sooo Sorgen gemacht dass vielleicht irgendwas nicht stimmt oder das er unglücklich ist. Ich war wirklich sehr lange immer traurig darüber dass er - in meinen Augen - keinen Spaß oder Freude hat.
Letztes Jahr nach den Sommerferien hat sich das dann schlagartig geändert, und mein Sohn war zu dem Zeitpunkt schon über 3,5 Jahre. Also hat diese "Phase" bei ihm fast 2 Jahre angedauert 🙈 glaub bei meinem Sohn liegt es wirklich daran weil er sehr, sehr sensibel und teils auch introvertiert ist. Rückwirkend betrachtet glaube ich nicht dass er je unglücklich war, es ist einfach seine Art.
Vielleicht braucht er wirklich noch ein wenig um richtig anzukommen 😊
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Sind diese drei Sachen alle zeitnah tatsächlich passiert? Was war das genau mit dem Sturz? Wenn er vorher problemlos hingegangen ist, würde ich hier wirklich noch mal genauer nachhaken wollen. Er scheint zumindest nun ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis zu haben, das sich auf die Kita bezieht. Ich würde, glaube ich, da sogar eher noch mit einer externen Fachperson (Kinderpsychotherapeutin) mal drüber sprechen als einfach nur abzuwarten. Hat er ein Kuscheltier/Puppe/Schnuffeltuch oder irgendein Objekt, das ihm Sicherheit gibt? Vielleicht mag er das zur Verstärkung mitnehmen?
Was machen denn die Pädagog*innen, lassen die ihn da einfach hocken? 😬 (Meist gibts ja keine Extrawürste, weil eben der Betreuungsschlüssel es nicht erlaubt..)
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Danke für deine Antwort! Es tut gut eine ähnliche Erfahrung aus einer anderen Perspektive zu hören.
Wegen dem Essen: ich glaube eher nicht, denn in den ersten Wochen hat er dort sehr, sehr gerne gegessen. Es könnte vielleicht auch an der Autonomiephase liegen bzw. daran, dass es ihm gerade sehr wichtig ist selbst zu bestimmen. Das Gute ist es hört sich nie so an als wäre da viel Schwere dabei. Er sagt in der Früh schon "Ich will nicht dort essen" und während er es sagt wirkt es eigentlich nicht gestresst oder so..
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Echt? Von einem Tag auf den anderen? Spannend!
Der Pädagoge hat mir heute morgen erst erzählt, dass unser Kind gestern zwar viel auf der Couch war aber zwischendurch immer wieder Memory und Puzzle gespielt hat.. ich hab mich darüber sehr gefreut 🥰 und ja du hast recht. Jeder Mensch (und besonders die Kleinen haben ein unterschiedliches Tempo. Wir bemühen und auch keinen Druck zu machen, aber Sorgen macht man sich halt trotzdem...
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Also das Team geht sehr liebevoll damit um. Sie üben keinen Druck aus und gleichzeitig bieten sie Spiel und Essen an. Der Pädagoge berichtet mir auch fast täglich wie es gelaufen ist
Sie hatten damals einen Gruppenwechsel, weil die Größeren auf Auslug gingen und sie die Gruppen zusammenlegen mussten. Das war meinem natürlich gar nicht recht. In der Gruppe ist er dann scheinbar beim rumlaufen gestürzt und hat sich dabei mit den Zähnen die Lippe recht heftig aufgeschlagen. Er konnte deswegen auch eine Zeit lang nicht ordentlich essen und das hat ihn doch sehr mitgenommen.
Als damals seine starke Verhaltensänderung kam war ja mein erster Gedanke bzw meine erste Angst, dass irgendjemand aus der anderen Gruppe dort gemein zu ihm war (von den Betreuerinnen).. Ich weiß es nicht und es lässt sich natürlich auch nicht "nachforschen". Es kann aber auch sein, dass der Sturz alleine gereicht hat und die Tatsache, dass niemand seiner engsten Vertrauenspersonen da war als es ihm schlecht ging...
Bei uns in der Gruppe passt mit den Pädagoginnen auf jeden Fall alles und das sieht und merkt man auch. Die Leitung schaut immer wieder durch die Gruppen und ist da auch sehr aufmerksam - das gibt mir auch ein gutes Gefühl.
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Ich denke, wenn ihr mit der Einrichtung und den Pädagoginnen/Betreuerinnen ein gutes Gefühl habt und euer Sohn (mal mehr mal weniger) gern geht, dann passt das auch. So kleine Kinder brauchen einfach ihr Zeit, das hab ich gelernt. Die 3- oder 4- jährigen tun sich da einfach schon leichter.
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Wie gehen sie bei euch damit um? Sagt er selber, wenn er muss oder fragen sie die Kinder durch bzw setzen sie präventiv mal aufs Klo? Das wird ja auch überall anders gehandhabt. Wie alt ist eurer?
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Als unserer begonnen hat (diesen Oktober) habe ich ihm am Anfang eine Windelpant angezogen, weil ich Sorge hatte er möchte vielleicht nicht gehen bzw braucht Zeit sich an sein neues Umfeld zu gewöhnen. Die Pants sind ja auch eigentlich gut anwendbar, vor allem, wenn das Kind ja trotzdem aufs WC geht.
Die pädagogische Assistentin war total überrascht und wusste wegen der Windel nicht, dass er schon rein ist. Sie hatten ihn sogar gewickelt - obwohl das seit Sommer niemand mehr gemacht hat
Als ich sie angesprochen habe meinte das sei eine schlecht Idee ihm eine Windel zu geben wenn er keine mehr braucht, weil es das Kind verwirrt. Wir haben sie dann weggelassen. (Das war im 1. Monat glaube ich..)
Unserer trägt seit Sommer keine Mehr und ist im Dez 3 Jahre alt geworden. Die paar Mal wo es Unfälle gab, hätte auch daheim sein können, weil es halt manchmal bei Ablenkung doch noch passieren kann.
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Das glaub ich dir
Aber es könnte ja auch sein, dass die Windel eine Übergangslösung sein kann, die ihn (und euch) entlastet und er dann vielleicht doch Stück für Stück Vertrauen gewinnt und es dann irgendwann schafft? Daheim trägt er gar keine mehr nehm ich an.
Oder vielleicht sein eigenes Töpfchen dort aufs WC stellen? Kann er benennen warum es ihm schwer fällt?
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Wir hatten das auch mit dem verneinen und nachher anmachen und haben es auch jetzt noch manchmal. Das Alter ist wirklich nicht einfach.
Unserer ist auch grad stark in seiner Nein-Phase und es gab eine Zeit da hat er auch immer Nein gesagt, wenn es ums Klo gehen ging. Jetzt gehts wieder besser. Ich denke das ist leider ein Teil der Autonomiephase und sie wollen einfach selbst über ihren Körper bestimmen.
Mittlerweile meldet er sich relativ verlässlich, wenn er muss (auch, wenns mit dem Timing noch bisschen hapert). Manchmal muss ich aber auch Überzeugungsarbeit leisten, wenn ich beim Abholen nochmal mit ihm gehen will etc.
Es ist lästig, aber ich befürchte es ist "normal" und geht hoffentlich auch wieder vorbei.
Dass das aber über soviele Stunden im Kiga natürlich total belastend ist steht außer Frage. Was haben die Pädagogen denn vorgeschlagen? Wieso erzählen sie nicht wie er reagiert bzw führen kein ordentliches Gespräch mit euch? Vielleicht kannst du um ein Elterngespräch bzw Entwicklungsgespräch bitten? Wenn da gar nichts kommt würde ich dann den Schritt zur Kiga Leitung machen und dort mal nachfragen, welche Handlungsmöglichkeiten es gibt, aber so lassen würde ich es auch nicht wollen..
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Was sagt denn dein Kind dazu? Wie ist es denn für dein Kind, dass es immer wieder in die Hose geht? In dem Alter kann man ja schon gut nachfragen. Will er denn lieber eine Windel im Kiga? Dann würd ich ihn auf jeden Fall lassen. Mit dem Ziel, dass sie z.B. im Herbst nach den Sommerferien weggelassen wird und der ganz klaren Abmachung, dass Klogehen trotzdem nicht ignoriert wird von den Betreuerinnen! Aber so nimmst du Druck raus.
Vielleicht will er mit einer bestimmten Betreuerin aufs Klo gehen?
Für's erste würde ich mir als Ziel setzen: Beim Abholen mit dir aufs Klo gehen. Mit allen Mitteln (außer Druck/Gewalt..). Dort ein Buch vorlesen. Ein Lied auf Youtube am Handy schauen. Was auch immer. Hauptsache, das Klogehen dort mit *dir*, einer vertrauten Person, wird etabliert! Nach und nach das "Lockmittel" reduzieren/weglassen. Sodass es ganz selbstverständlich wird, vor dem Heimfahren mit dir aufs Klo zu gehen.
Dann hast du schon einen Schritt geschafft. Auch am besten vorher besprechen: Es geht oft ins Auto, ich glaube dir dass du nicht musst, ich möchte trotzdem, dass du dich einmal hinsetzt, ich lese dir ein Buch vor, du sitzt und wir warten ob was kommt.