Wer kann mir sagen, ob ein Manuskript gut ist, habt ihr Erfahrungen?

Ich spiele schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken, ein Manuskript nicht nur für mich und für meine Lieben liegen zu lassen, sondern es auch jemandem zu zeigen, der mal ehrlich draufschaut. Mir geht es freilich nicht um Perfektion oder Verlagstauglichkeit auf Knopfdruck, sondern viel eher um die Frage: Trägt der Text, bleibt man als Leser dran, ergibt das Ganze Sinn?

Wobei es meines Erachtens noch nicht komplett und zeigbar ist. Ich schreibe nun mal anders, fragmentierter, primär abends vor dem Schlafengehen, manchmal sehr konzentriert, und viel zu oft mit halbem Kopf. Genau deshalb bin ich unsicher, ob das, was sich für mich bereits einigermaßen stimmig anfühlt, auch für andere funktioniert.

Mich würde daher interessieren, ob hier jemand Erfahrungen damit hat, sich eine Einschätzung zu holen, ob ein Manuskript ‚was draufhat‘. Und wenn ja: Wie habt ihr das gemacht, was hat euch wirklich weitergebracht – und was eher verwirrt? Und ebenfalls ganz wichtig: Ab welchem Punkt habt ihr euch getraut, jemand Fremden draufschauen zu lassen?

Kommentare

  • Ich hab vor ca. 10 Jahren intensiv an einem Buch gearbeitet. Damals gab es eine Plattform online wo man Bücher veröffentlichen konnte die der LYX Verlag betrieben hat, vermutlich um neue Bücher zu finden für den Verlag. Entdeckt wurde ich dadurch nicht, aber ich hab eine Gruppe von Jung-AutorInnen kennengelernt und da hat sich dann durchaus einiges an Fachwissen zusammengefunden. Wir haben Manuskripte gegengelesen und zusammen auch 2 Kurzgeschichtenbände im Selfpublishing rausgebracht.
    Ich würd empfehlen zu schauen was für Plattformen es derzeit gibt uns sich ggf. mit anderen AutorInnen auszutauschen.
    Ich hab die Erfahrung gemacht, dass es nichts bringt Freunden oder Bekannnten das geschriebene zu zeigen, da kommen so gut wie nie ernstgemeinte Ratschläge, manchmal nicht mal echtes Interesse. Aus Angst Gefühle zu verletzen.
    Es gibt auch immer wieder wo Schreibkurse oder so ähnliches wo man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann. Würd es in die Richtung versuchen.
  • Du kannst das Buch zunächst an Freunde und Verwandte weitergeben, damit sie es probelesen. Beim Feedback sollte man allerdings unterscheiden und am besten von Anfang an klar sagen, dass ehrliche Kritik ausdrücklich erwünscht ist. Freunde und Familie neigen oft dazu, zu schonend zu urteilen.
    Eine weitere Möglichkeit ist, einzelne Kapitel oder Auszüge in Literaturforen zu veröffentlichen. Dort bekommt man in der Regel reichlich Rückmeldungen. Der Ton ist dort meist deutlich direkter, und es wird eher schonungslos kritisiert. Auch hier ist es wichtig, die einzelnen Anmerkungen sorgfältig zu prüfen und abzuwägen.
    Zusätzlich kann man online gezielt nach Beta-Lesern suchen. Gerade in sozialen Medien gibt es viele Menschen, die das sehr gerne übernehmen. Alternativ könnte man auch einen erfahrenen Autor bitten, einen Blick auf das Manuskript zu werfen.
    Ebenso lohnt es sich, nach Lesetreffs oder Buchclubs Ausschau zu halten. Dort finden sich oft Interessierte, die bereit sind, ein Buch probeweise zu lesen.
    Manche Verlage, etwa der Novum Verlag, bieten zudem kostenlose Manuskriptbewertungen an, bei denen man ebenfalls eine Einschätzung zur Qualität erhält.
    Eine weitere Option ist die Teilnahme an Schreibwettbewerben, sofern Genre und Thema passen.
    Nicht zuletzt kann man auch direkt einen Lektor beauftragen – dessen Unterstützung wird man früher oder später ohnehin benötigen.
  • Kimiko schrieb: »
    Ich würd empfehlen zu schauen was für Plattformen es derzeit gibt uns sich ggf. mit anderen AutorInnen auszutauschen.
    Ich hab die Erfahrung gemacht, dass es nichts bringt Freunden oder Bekannnten das geschriebene zu zeigen, da kommen so gut wie nie ernstgemeinte Ratschläge, manchmal nicht mal echtes Interesse. Aus Angst Gefühle zu verletzen.
    Es gibt auch immer wieder wo Schreibkurse oder so ähnliches wo man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann. Würd es in die Richtung versuchen.
    Vielen Dank für deine Eindrücke und ja, das deckt sich stark mit meinem Gefühl. Gerade Freunde lesen irgendwie doch verständlicherweise oft „für einen selbst“ mit, und eben nicht für den Text, und das hilft nur bedingt weiter. Dieses Gegeneinanderlesen unter Leuten, die selbst schreiben, klingt dagegen nach einer ganz anderen Qualität, weil man vermute ich mal von Haus auf auf Struktur, Rhythmus, Brüche achtet – und üblicherweise nicht auf Schonung. Plattformen oder lose Gruppen wirken da auch meines Erachtens ehrlicher als alles im privaten Umfeld. Mich würde aber interessieren: Wann habt ihr gemerkt, dass und wenn ein Feedback Substanz hat und nicht nur Geschmack ist? Und gab es bei dir einen Moment, wo du wusstest: Jetzt trägt dieser eine Text, auch wenn er noch roh ist?
  • bearbeitet 20. Januar, 16:39
    Sorry, doppelt gespeichetr...
  • Callaise schrieb: »
    Du kannst das Buch zunächst an Freunde und Verwandte weitergeben, damit sie es probelesen. Beim Feedback sollte man allerdings unterscheiden und am besten von Anfang an klar sagen, dass ehrliche Kritik ausdrücklich erwünscht ist. Freunde und Familie neigen oft dazu, zu schonend zu urteilen.
    Eine weitere Möglichkeit ist, einzelne Kapitel oder Auszüge in Literaturforen zu veröffentlichen. Dort bekommt man in der Regel reichlich Rückmeldungen. Der Ton ist dort meist deutlich direkter, und es wird eher schonungslos kritisiert. Auch hier ist es wichtig, die einzelnen Anmerkungen sorgfältig zu prüfen und abzuwägen.
    Zusätzlich kann man online gezielt nach Beta-Lesern suchen. Gerade in sozialen Medien gibt es viele Menschen, die das sehr gerne übernehmen. Alternativ könnte man auch einen erfahrenen Autor bitten, einen Blick auf das Manuskript zu werfen.

    OK danke du scheinst dich ebenfalls gut mit dem Ganzen auszukennen… und ja, das ist genau der Punkt, an dem ich ehrlich gesagt innerlich immer ein bisschen stocke. Freunde und Familie können natürlich lesen, aber sie lesen selten so, wie es fremde Leser tun würden – sie kennen mich zu git, und würden Lücken automatisch füllen. Auch wenn’s vermutlich manchmal zwickt geht es in Literaturforen oder offene Runden ehrlicher zu. Was ich aber spannend finde: Woran merke ich dann für mich selbst, dass mich die Kritik weiterführt und nicht nur lauter wird? Ich nehme mal an, dass du aus Erfahrung sprichst, also gab es bei dir Rückmeldungen, die erst wehgetan haben und später genau richtig waren? Und wie ergeht es dir damit, wenn Einschätzungen völlig auseinandergehen?
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