Hausgeburt - Erfahrungsberichte

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Kommentare

  • Bon mit meinem ersten Kind schwanger (ET wäre heute) und hab eine Hausggeburt in Erwägung gezogen, mich aber dagegen entschieden weil wirken einer Wohnung wohnen und es mir unangenehm gewesen wäre wenn mich jemand hört bzw. Ich die Umgebungsgeräusche meiner Nachbarn versuchen muss auszublenden.

    Habe mich aber für eine Geburt im Geburtshaus entschieden was einer Hausgeburt meiner Ansicht nach sehr nahe kommt.
    Für mich ist die Entscheidung so gefallen weil ich mein Kind so selbstbestimmt und entspannt wie möglich zur Welt bringen möchte. Nur mein Mann, eine Hebamme und ich. Mehr wird es nichr braucheb und ich freue mich schon sehr auf die Geburt! Eine Geburt ist nix wofür man eine Arzt braucht (meiner Meinung nach) sondern etwas natürliches was jede Frau ohne medizinische Hilfe kann.

    Sollten wir beim nächsten Kind bereits in unseren eigenen 4 Wänden Leben, kommt dieses Kind mit Sicherheit zu Hause zur Welt.
  • melly210melly210

    887

    bearbeitet 2. 08. 2018, 09:58
    Mir wäre eine Hausgeburt definitiv zu riskant ! Es gibt in Leben der meisten Frauen und Kinder keine riskantere Situation als die Geburt. Operationen sind standardisiert, jeder Handgriff geplant und zigfach geübt. Geburten sind unvorhersehbar, und wenn was ist muß sehr schnell reagiert werden.

    Es stimmt nur bedingt, daß Hausgeburten genau so sicher sind wie eine Entbindung im Spital. Es kommt nicht öfter zu Problemen. ABER. Wenn es zu Problemen kommt ist die Wahrscheinlichkeit, daß das Kind stirbt oder eine Behinderung zurückbehält deutlich höher.

    Das aus 2 Gründen: erstens ist die Versorgung ganz klar langsamer als wenn das Ärzteteam schon im Nebenzimmer einsatzbereit ist. Bis man im KH ist, bis man erklärt hat was Sache ist etc vergeht einfach viel Zeit. Wenn da schon Sauerstoffmangel besteht oder die Herztöne abfallen zählt jede Sekunde.

    2. ist die Patientin oft nicht im Spital gemeldet/vorgestellt und dh das Ärzteteam dort weiß nicht oder nicht gut über Vorerkrankungen, etwaige Medikamente bescheid. Auch wird bei Hausgeburten tendentiell viel länger zugewartet bis interveniert wird als das im Spital der Fall wäre. Dh die Situation ist dann oft schon sehr brenzlig und die Ärzte arbeiten unter großem Zeitdruck mit einer Patientin über die sie nicht viel wissen. Da passieren wesentlich eher Kunstfehler als wenn da rechtzeitig gehandelt wird und alles in Ruhe abläuft. Gynäkologen auf den Geburtsstationen sagen oft, daß ihnen vor abgebrochenen Hausgeburten absolut graut.

    Also ambulante Geburt mit privater Hebamme ja, aber Hausgeburt definitiv nein für mich.
    saaivonni7sista2002susemädchenmama16VillacherinHase_89SusiEV
  • @Norea hast du nicht sowas gesucht?

    Ich selbst habe bei allen drei Kindern zu Hause entbunden (bei zwei von drei wären wir auch niemals bis ins Krankenhaus gekommen).
    Aber der Reihe nach:
    Ich selbst bin zu Hause geboren und meine Schwester auch. Für mich stand immer schon fest, ich entbinde nicht im Krankenhaus. Die sehen mich niemals dort. Mein Mann war anfangs sehr gegen eine Hausgeburt, aus den selben Gründen, die man hier eigentlich überall ließt. Unsicher, unhygienisch, rückständig,... Nachdem er nicht derjenige ist, der das Kind aus sich herauspressen muss, hat er da auch wenig bis garkein Mitspracherecht (wir hatten auch selbe Diskussion über Menstruationstassen und waschbar Binden). Im Nachhinein änderte er seine Meinung und meinte, die Hausgeburt sei mit eines der besten Dinge zu denen ich ihn je gezwungen habe.


    1. Schwangerschaft:
    Alter der Mutter zarte zwanzig, beste gesundheitliche Verfassung, komplikationslose Schwangerschaft
    Rund in der 27. Schwangerschaftswoche habe ich meine Hebamme zum ersten Mal persönlich kennen gelernt. Es hat sofort gefunkt und es war klar, die Sache passt. Da ich keine Schwangerschaftsratgeber und solches Zeug lese, war ich recht wenig verunsichert und hatte keine Angst vor der Geburt (Unwissenheit ist ein Segen). Mit der Hebamme gemeinsam bin ich den Ablauf der Geburt durch gegangen. Wann ist die Hebamme zu rufen und was macht sie so während der Geburt. Im Laufe der folgenden Wochen kam sie immer wieder zu Voruntersuchungen vorbei. Zuerst so zirka einmal im Monat, gegen Ende der Schwangerschaft auch etwas öfter. Dabei wird nach den Herztönen des Babys gehört, der Harn untersucht, der Blutdruck gemessen, die Kindeslage ertastet und anfallende Wehwehchen besprochen.
    Der Tag des errechneten Geburtstermines kam und ging. Bei einer Hausgeburt darf man bis zu 14 Tage über den Termin gehen und das war auch gut so. Die Hebamme schlug mir eine Menge Maßnahmen zur sanften Geburtseinleitung vor. Ich habe mich für einen Wehentee ab Tag acht entschieden. Der bestand darin jeden Tag einen Liter Apfelsaft mit Zimt, Ingwer, Nelken und solchem Zeug aufzukochen. Ich bezweifle, dass er hilft, aber er schmeckt zumindest gut. Es ist mittlerweile Tag zwölf nach dem ET und es hat sich noch nichts getan. Die Hebamme bleibt weiterhin ruhig. Gegen zehn am Abend ist ein merkwürdiges Ziehen zu spüren. ich schreibe der Hebamme eine SMS "bitte früh schlafen gehen, ich habe eventuell Wehen." Ein gewisses Maß an Unruhe kommt auf, ich kann nicht einschlafen und setze mich vor den Fernseher (was war das Programm an dem Abend mies). Gegen Elf Uhr platzt die Fruchtblase. Anruf an die Hebamme; was jetzt? Die Hebamme beruhigt. Kein Grund zur Sorge. Ich soll mich entspannen und warten bis die Wehen stärker werden. Wenn sie in einer Heftigkeit kommen, dass das Reden schwer fällt, dann sollen wir wieder anrufen, dann schaut sie mal vorbei. Ob ich in die Badewanne gehen darf, weil das Tröpfeln nervt? Klar doch.
    Ich gehe also in die Badewanne, ein etwas nervöser Mann schwirrt durchs Haus, wir machen Witze. Rund eine viertel Stunde sind die Wehen schon echt stark und heftig. Das Sprechen fällt wirklich schwer, wir rufen die Hebamme an. Aus der Badewanne raus und doch aufs Sofa. Der Mann wird noch nervöser. Die Presswehen setzen ein, von der Hebamme noch keine Spur. Frau flucht wie ein Wiener Taxifahrer und presst, Mann rennt panisch durchs Haus im Zwiespalt zwischen Duftlichter suchen (seine im Vorhinein ausgesuchte Arbeit, man(n) will sich ja ans Protokoll halten)und den Anweisungen der pressenden Frau Folge zu Leisten (Hohl Handtücher! Aua, eine Wehe, lass mich nicht alleine! Geh nachschauen, ob die Hebamme schon kommt!).
    Endlich kommt die Hebamme. Ich meine nur, "zum Glück, der Kopf ist schon fast da." Die Hebamme etwas ungläubig, geht ans untere Ende, schaut mal. "Der Kopf ist ja wirklich schon fast da. Sie hat tolle Haare. Einmal noch pressen, dann haben wir es." Es waren zwei, drei Mal mehr als einmal pressen, aber kurz darauf, um 0:12, war unsere Emma da.
    Uberwältigt vor Freude wurde uns die Kleine (sie kam wie Superman mit der Hand voraus) gegeben und auf meine Brust gelegt. Dort konnten wir sie streicheln und bewundern und sie beobachten, wie sie nach meiner Brustwarze suchte. Noch während die Nabelschnur auspulsierte, haben wir mit den Großeltern telephoniert um ihnen die frohe Botschaft zu verkünden. Nach einiger Zeit durfte der Papa dann die Nabelschnur durchtrennen, die Kleine wurde gemessen und gewogen, durfte dann mit Papa kuscheln während ich auf der Toilette war und mich abgewaschen habe.
    Geburtsdauer 2,5 Stunden, keine Verletzungen


    2. Schwangerschaft:
    Alter der Mutter 22 Jahre, beste gesundheitliche Verfassung bis auf Kreislaufbeschwerden und starke Senkwehen komplikationslose Schwangerschaft
    Als ich mit dem zweiten Kind schwanger wurde, habe ich "meiner Hebamme" gleich in der zwölften Woche geschrieben, ihr die frohe Botschaft verkündet. Sie gratulierte mir herzlich, sagte aber, sie gehe demnächst selbst in den Mutterschutz und könne daher nicht bei meiner Geburt dabei sein. Sie empfahl mir aber eine ihrer Kolleginnen. Was für ein Rückschlag, mit ihr hatte ich eigentlich fix gerechnet. Leichte Verunsicherung. Die neue Hebamme angeschrieben und einen Kennenlerntermin ausgemacht. Zum Glück war sie mir auch sehr sympathisch und alles war okay. Das Prozedere in der Schwangerschaft verlief eigentlich gleich wie in der ersten Schwangerschaft. einen Unterschied gab es aber. Sie bat jedoch um eine Anmeldung im Krankenhaus, damit diese im Fall der Fälle alle Unterlagen haben. Zwar nicht glücklich mit der Wahl, aber ich würde ja so oder so nicht hingehen, entschieden wir uns für das Krankenhaus in Wr. Neustadt, da die vermutlich bei Komplikationen am besten helfen könnten. ich war also dort zur Anmeldung. Lange Gänge, abweisende Räume, gestresstes, nicht grüßendes Personal. Ich wurde an das CTG angeschlossen und dort für die nächsten eineinhalb Stunden vergessen. Irgendwann kam dann doch wieder jemand vorbei, kurzer Blick auf die aufgezeichneten Werte, kein Wort dazu, keine Entschuldigung nur "Sie können jetzt zum Ultraschall". Die Ärztin dort war auch alles andere als einfühlsam. Positiv kann man sagen, nach zwei Minuten war sie fertig. Das war also meine Erfahrung mit der gynäkologischen Station im Krankenhaus und sie hat mich sehr in meinem Weg bestärkt.
    Wieder zu Hause, wurde mit der Hebamme ein Fahrplan für Silvester ausgemacht. ich versprach bis neun Uhr einen Bericht abzuliefern, wie es aussieht. Oh Wunder, es blieb alles ruhig.
    Zwölfter Jänner, rund vier Uhr morgens. Knack, Flusch. Blase geplatzt. Mit einem Handtuch ausgerüstet setzte ich mich mal aufs Sofa. Wehen waren da irgendwie keine. Gegen sechs rief ich bei der Hebamme an, die mitsamt Schülerin vorbei kam. Die beiden Hebammen und mein Mann sahen mir eine Zeit lang beim Putzen zu, Wehen kamen aber keine. Gegen sieben rief ich meine Mama an, dass sie bitte die Große hohlen kommen sollte. Die Hebamme und die Schülerin fuhren wieder nach Hause, denn so spannend ist es auch nicht, wenn ich die Küche sauber mache. Gegen halb neun war meine Mama da und wir haben ihr die große ins Auto gesetzt. Bisher keine einzige Wehe. Noch ein Bussi und Türe zu. Es war halb neun. In dem Moment, wo ich die Autotüre schließe und meine Mama weg fährt, kommt die erste Wehe. Die nächste halbe Stunde habe ich Wehen veratmet. Gegen neun Uhr hatten wir einen Abstand von zwei bis drei Minuten und wir riefen die Hebamme wieder an. Sie und die Schülerin waren rund zehn Minuten später da. Ich faltete Wäsche, mein Mann kochte Tee. Die Hebamme und die Schülerin saßen am Tisch und paluderten während mein Mann und ich am Sofa noch ein wenig kuschelten. Irgendwann wurden die Wehen echt heftig und ich war nicht mehr ganz so fröhlich. Nach zwei drei dieser Wehen meinte ich, es geht jetzt los. Diesmal wollte ich nicht am rücken liegend entbinden, das war doch recht unangenehm, sondern lieber vor dem Sofa hocken. Wir haben dort also ein paar Kissen aufgelegt und die Unterlage darüber gebreitet. Mein Mann saß im Schneidersitz auf dem Sofa und hielt meine Hände während ich unseren Sohn gebar. Die Schülerin saß etwas abseits, schaute zu und reichte der Hebamme ab und an irgendwas, sie hat mich aber nicht weiter gestört. Um 11:09 war unser Merlin dann bei uns. Auch er wurde mir auf die Brust gelegt und durfte erst mal in aller Ruhe ankommen, ehe die Nabelschnur durchtrennt wurde und das Messen und Wiegen anfing. Gegen halb eins waren die Hebammen dann weg und wir kuschelten zu dritt am Sofa.
    Meine Geburt dürfte übrigens so inspirierend gewesen sein, dass die Hebammenschülerin etwas über ein Jahr ihr eigenes Kind zu Hause zur Welt brachte.
    Geburtsdauer ab der ersten Wehe 2,5 Stunden, keine Verletzungen


    3. Schwangerschaft
    Alter der Mutter 23, beste Gesundheit, komplikationslose Schwangerschaft, lediglich Probleme mit Übelkeit und dem Kreislauf, gegen Ende sehr beschwerlich
    Als ich eine Woche vor Weihnachten meinen Schwangerschaftstest machte, war meine Hebamme (die von der ersten Geburt) die aller erste, der ich die frohe Botschaft verkündete. Da ich keine Ahnung hatte, wie weit ich eigentlich war (ich habe Zyklen von bis zu 90 Tagen und habe nur aufgrund der anhalten Übelkeit und dem drängen von Freundinnen überhaupt einen Test gemacht) habe ich mir einen Termin beim Frauenarzt ausgemacht und kam auch ein paar Tage später gleich dran. Dort die Ernüchterung. Der Arzt schallte und schallte und konnte nichts finden. Wirklich Garnichts. Weil es doch zwei Tage vor Weihnachten war, und er scheinbar Mitleid mit mir hatte, schickte er mich ins Labor zur Blutuntersuchung. Tränenüberströmt rief ich meinen Mann an, der bisher nichts wusste, weil ich ihm mit einem Bild zu Weihnachten überraschen wollte und erzählte ihm alles. Am nächsten Tag in der Früh ins Labor zur Blutabnahme und dann gewartet, bis der Arzt sich zu Mittag meldete. Er ist extra am 23. Dezember länger in der Praxis geblieben um mir zu sagen, dass ich ein bisschen schwanger bin. Viel zu früh um etwas zu erkennen am Ultraschall, aber schwanger. Weihnachten war also gerettet.
    Der weitere Verlauf er Schwangerschaft war dann völlig normal. Alle Test und Untersuchungen ohne auffälligen Befund, nur mein viel zu niedriger Blutdruck und die Übelkeit machten mir zu schaffen. Einen Teil der schlimmsten Zeit der Übelkeit übertauchten wir bei einem Urlaub in Thailand. Dort war ich abgelenkt und es war meistens nicht ganz so schlimm. Zu Hause überkam mich dafür die Übelkeit wieder. Eine Schwangerschaft mit zwei sehr kleinen Kindern zu Hause ist kein Spaziergang. Der Sommer kam und der Sommer 2017 war ein extrem heißer Sommer. Ich war mehr oder weniger ausgeknockt. Verließ ich bei der Hitze das Haus, machte mein Kreislauf meistens nicht lange mit. Von den Wassereilagerungen ganz zu schweigen. Sehnsüchtig wartete ich auf die Geburt. Es gab auch immer wieder Anzeichen, dass es früher losgehen könnte. Wehen über ein paar Stunden, schön regelmäßig, auch mit dem Badewannentest nicht weg zu bekommen. Wir zitterten dem, ich glaube vierten August, drei Wochen vor dem Errechneten Termin entgegen ab dem ich zu Hause entbinden konnte und nicht mehr ins Krankenhaus müsste. Jeder Tag ein bangen ob ich es eh noch so weit schaffe. Endlich kam "der Tag" und große Erleichterung machte sich breit. Mein Mann war mir den Kindern auf einem Ausflug und ich lag zu Hause am Sofa. Plötzlich fängt es an, Durchfall, Schleimpfropf geht ab, ein komisches, unruhiges Gefühl kommt auf. Leichte Wehen setzen ein. ich beordere meinen Mann nach Hause, bringe die Kinder bei Verwandten unter, rufe die Hebamme an. Alles ist bereit. Nach ein paar Stunden hören die Wehen wieder völlig auf. Ich bin am Ende. Die Hebamme bietet mir an, nach dem Muttermund zu schauen (bisher hat den in meinem Leben noch keiner angesehen). Sie führt ihre Hand ein, tastet. Muttermund vier bis fünf Zentimeter auf. Das klingt doch gut. Nachdem sich nichts tut, beschießen wir zu Bett zu gehen. die Hebamme schläft im Kinderzimmer. Da sich am nächsten Tag in der Früh noch immer nichts tut, fährt die Hebamme wieder nach Hause. Ab diesem Tag habe ich jede nacht 1,5 Stunden "Wehen". Es tut sich aber nichts. Ob ich dusche, Treppensteige, nichts tue oder sonst was. Die Wehen halten 1,5 Stunden an und verschwinden dann wieder. Drei Wochen vergehen, der errechnete Termin ist erreicht. Langsam werden alle im Umfeld nervös und die Frage kommt auf, was, wenn das Baby nach Ablauf der zwei Wochen Frist nicht von selbst kommt? Muss ich dann ins Krankenhaus zur Einleitung? Das will ich auf keinen Fall. ich will keine Einleitung! Die Hebamme beruhigt mich erst einmal. Das sei noch nie passiert, das eines in den zwei Wochen nach Termin nicht gekommen sein. Falls doch, müsse ich am Tag 15 ins Krankenhaus zur Untersuchung. Dort müsse dann geschaut werden, wie es dem Kind geht und wie die Versorgung ist. Dann können wir weiter sehen. Wenn alles in Ordnung wäre, könnten wir darüber sprechen, ob wir noch ein bisschen zuwarten können. Aber so weit würde es bestimmt nicht kommen. Sie musste noch nie eine Frau deshalb ins Krankenhaus schicken. Alle Babys seien igendwann mal gekommen. Ob es mich beruhigt hat? Nicht wirklich. Aber es hat mir etwas Druck und Unsicherheit genommen. ich musste nicht unbedingt mit Einleitung im Krankenhaus entbinden.
    Auch hier, der Termin kam und ging, nichts tat sich außer die obligatorischen Wehen in der Nacht. Ab Tag acht trank ich wieder meinen Wehen Tee. Tag zwölf abends, ein Freitag, brachten wir die Kinder zu meinen Eltern. dieses Wochenende müsse das Baby kommen, zur Not mit Wehencocktail und ähnlichem. Ohne viel Hoffnung ging ich ins Bett. Schlafen konnte ich seit Wochen ohnehin nicht mehr. Um 1:46 kam die erste Wehe. Schmerzhaft, aber ich rechnete damit, dass sie ohnehin wieder vergehen würden. Um 2:10 kam mein Mann ins Bett. ich Schnaufte immer wieder beim Wehen veratmen. Mein Mann frage, was los sei. ich meinte, mal wieder wehen. Er sagte dann, wenn ich die so veratmen muss, dann soll ich jetzt die Hebamme anrufen, sie soll sofort kommen. Nachdem er nicht locker ließ, rief ich halt an und meinte, es sind mal wieder Wehen da. Sie tun zwar weh, aber es ist ein Abstand von zirka sieben Minuten, es ist also nicht eilig. nachdem mein Mann jetzt Alarm geschlagen hatte und die Hebamme im Laufe der nächsten halben, dreiviertel Stunden kommen würde, stand ich halt auf. Die Wehen wurden heftiger. Um kurz nach halb drei kamen die Wehen in 1-2 Minuten abstand und waren wirklich heftig. Ich rief die Hebamme an und meinte, Sie hat vielleicht doch nicht mehr so viel Zeit wie ich gedacht habe, sie soll bitte, bitte ganz schnell kommen. Sie meinte daraufhin, sie wusste schon, dass es ernst ist und hat gleich das Blaulicht montiert, sie ist gleich da.
    Ich lief im Wohnzimmer auf und ab, stützte mich alle Meter an der Wand ab um Wehen zu veratmen, mittlerweile wohl auch schon leichte Presswehen. Um zehn vor drei war die Hebamme dann da. Wir breiteten die Unterlage auf und um 3:03 war unser Oskar da. Der Müll der bei der ganzen Geburt angefallen war: zwei Unterlagen, ein paar Handschuhe und die Plazenta (also nichts mit riesen Blutbad und Unmengen an Müll, was man manchmal so in Horrorstorrys über Hausgeburten von nicht Hausgeburtmüttern hört). Ich kuschelte mich aufs Sofa und der Kleine lag auf meiner Brust. Irgendwann wurde er wohl abgenabelt, gemessen und gewogen. Ich war einfach nur erleichtert, dass er endlich da war.

    Geburtsdauer: 1 Stunde 15 Minuten, leichter Dammriss (musste nicht genäht werden) Rippenprellung von der Schnellen Geburt mit meinem großen Kind (52cm 4,21kg)


    Im Nachhinein kann ich sagen, ich habe absolut die richtige Entscheidung getroffen und bereue sie keine Sekunde lang. Zwei meiner drei Schwangerschaften wären im Krankenhaus eingeleitet worden ohne medizinische Indikation, einfach nur, weil sie zu lange dauerten. Bei der großen war die Plazenta ein bisschen verkalkt, beim kleinen Minimal. ich habe mich keinen Moment der Schwangerschaften oder der Geburt schlecht aufgehoben oder unzureichend behandelt gefühlt.
    bei der ersten Geburt hatten wir lediglich ein Problem. Ich bin Rhesus negativ und mein Gynäkologe hat sich geweigert das Rezept für die Spritze nach der Geburt auszustellen ohne Blutgruppennachweis des Kindes. Da man für diese Spitze aber nur 72h Zeit hat, gab es dann einen etwas unfreundlichen Anruf meiner Hebamme und die Sache war plötzlich kein Problem mehr, auch in den Folgeschwangerschaften (und oh wunder, alle Kinder sind rehsus positiv). bei Kind eins waren wir dann zum Blutabnehmen im Krankenhaus (haben denen bei der Anmeldung unsere Dringlichkeit geschildert). Sage und schreibe eine Woche später konnten sie uns das Ergebnis der Blutuntersuchung mitteilen (ein Schnelltest). Für Geburt zwei und drei waren wir vorbereitet. Die Hebammen holten aus dem Labor Röhrchen und es wurde gleich bei der Geburt Blut aus der Nabelschnur entnommen. Das Ergebnis war jeweils nach ein paar Stunden problemlos da.
    Auch mein Mann ist mittlerweile wehementer verfechter von Hausgeburten obwohl er am Anfang so dagegen war. Manchmal muss man sich einfach nur auf Dinge einlassen.
    In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen angenehmen Tag und verzeiht mir den super langen Text. ;)
    MorganacieloKaffeelöffelLittle_shekiki01703Stieglitzdelphia680nurse_90VillacherinAsunaund 3 andere.
  • Hallo!
    Da hier nach Erfahrungen mit Hausgeburten gefragt wird, stelle ich hier nochmal den Beitrag mit meinem Geburtsbericht ein, den ich heute auch schon in einen anderen Thread des Geburtsforums verfasst habe.

    Ich bin aktuell in der 22. SSW und hoffe und vertraue auf eine weitere (wahrscheinlich letzte) Hausgeburt... <3
    LG!


    Obwohl wir anfangs eine Geburt im Geburtshaus geplant hatten, wuchs im Laufe der Schwangerschaft in mir der Wunsch nach einer Hausgeburt.

    Schon beim ersten Anamnesegespräch mit unserer Hebamme im Geburtshaus meinte diese, dass alles darauf hindeutete, dass mir (wieder) eine schnelle Geburt bevorstand.
    (Kurzer Exkurs: Mein erster Sohn L. wurde 2000 in einer unkomplizierten Krankenhausgeburt geboren. Die Geburt verlief ziemlich rasch (erstes Ziepen um 19.00 Uhr, erste "ernstzunehmende" Wehe um 20.30, geboren wurde er dann um 23.55) und intensiv, gleichzeitig war ich sehr ruhig und in einem sehr förderlichen Fokus tiefenentspannt. Bis zum Schluss bin ich zwischen den Wehen einfach weggedöst und konnte so jedes Mal wieder Energie für die nächste Wehe sammeln.)

    Die Vorstellung, mich dann bei der bevorstehenden Geburt (womöglich zur Hauptverkehrszeit) mit Wehen quer durch die Stadt auf den Weg zum Geburtshaus machen zu müssen - und das vielleicht auch noch alleine mit Sack und Pack in einem Taxi, falls mein Mann bei der Arbeit war - war für mich sehr irritierend und verursachte mir ziemliches Unbehagen. Es widerstrebte mir auch, ganz kurzfristig meinen Großsohn (16) und unseren Hund alleine in der Wohnung zurücklassen zu müssen, weil ich ja auch nicht wusste, wie lange wir letztendlich alle wegbleiben würden...

    Wenn ich zuhause entbinden würde, könnten gegebenenfalls alle eine Sternfahrt zu mir machen und ich würde die ganze Zeit in meiner sicheren Höhle, in der ich mich wohl fühle und alles habe was ich brauche, bleiben können. Am selben und auch in den darauffolgenden Tagen könnte zudem in der Familie alles wie gewohnt weiterlaufen.

    Ich war überzeugt, dass ich mich so auch besser auf die Geburt einlassen und mich ganz auf mich/uns konzentrieren könnte, wenn möglichst viel "wie immer" wäre und ich mein Zuhause nicht verlassen müsste.

    Mit fortschreitender Schwangerschaft reifte so also der Entschluss, diese Geburt zu Hause anzustreben, vorausgesetzt natürlich, es spräche nichts dagegen und würde sich auch in der Situation gut für uns anfühlen. So bereiteten wir alles in Absprache mit unserer Hebamme vor.

    Am 25.4.2017 (37+5) ging ich vormittags zum dritten Mal zur geburtsvorbereitenden Akupunktur ins Geburtshaus. Ich hatte bis auf das lästige Sodbrennen, das ich schon aus der ersten Schwangerschaft 16 Jahre zuvor nur zu gut kannte, und etwas Wasser in den Beinen glücklicherweise keinerlei ernstliche Beschwerden.

    Meine Hebamme M. hat die Akupunktur gemacht und wollte im Anschluss daran bei mir auch gleich den aktuellen Status erheben.
    Ich war darüber sehr erfreut, denn bei der letzten Untersuchung beim FA in der Woche davor war entgegen meiner Erwartung kein Check in diese Richtung gemacht worden. (Diesbezüglich wurde diese Schwangerschaft ganz anders "überwacht" als noch meine erste, bei der das Ertasten des Muttermundes dauernd auf den Programm stand, so zumindest meine subjektive Erinnerung.)

    Ich lag also auf dem Bett und sie tastete und meinte "Sehr gut, das Köpfchen dichtet schon ab." Ich freute mich und während sie nochmals mit etwas mehr Nachdruck tastete kam plötzlich ein überraschtes "Oh!" nach. Und: "Der Muttermund ist außerdem schon 3 cm offen." Da war die Freude meinerseits gleich noch größer, denn damit hatte ich gar nicht gerechnet und hey, "jeder Zentimeter zählt!", wenngleich M. auch sofort relativierte, dass dieser Befund nichts darüber aussagen würde, wann die Geburt letztendlich losgehen würde. Bevor ich mich auf den Weg nach Hause machte, warnte mich M. noch einmal eindringlich, ich solle mich sofort bei ihr melden, sobald es bei mir - wenn auch mit unregelmäßigen Wehen - losginge, und ihr so eine Chance geben, noch rechtzeitig zu uns zu kommen.

    Da meine Schwester gleichzeitig mit mir schwanger war und sie knapp drei Wochen vor mir den errechneten Geburtstermin hatte und schon sehnsüchtig auf den Beginn der Geburt wartete, hatte ich mir noch gar keine Gedanken in Richtung Geburt gemacht. Ich war überzeugt, dafür hätte ich noch genügend Zeit, wenn meine Schwester ihr Kind erst einmal geboren hätte..

    Naja, Kinder halten sich nicht unbedingt an errechnete  Geburtstermine und so wachte ich bereits am nächsten Morgen (37+6) um 7 Uhr mit leichten, für mich zuerst nicht zuordenbaren, Bauchschmerzen auf und musste auf die Toilette - aha, Durchfall, Bauchzwicken... Ich dachte mir noch nichts dabei... Eine Verstimmung, Bauchkrämpfe, irgend sowas. Die Schmerzen ließen ein paar Augeblicke später wieder nach.

    Vielleicht auch Übungswehen?  - Meine Schwester hatte einige Tage zuvor muttermundunwirksame Wehen gehabt, die aber dann wieder vergingen, so dachte ich, dass es bei mir vielleicht ähnlich sei... ich hatte ja noch sooo viel Zeit! ^^

    Dann bemerkte ich, dass ich beim Abtupfen leichte Blutspuren auf dem Toilettenpapier hinterließ. Außerdem nässte ich tröpfchenweise nach - und es war kein Urin...
    Ich merkte, dass ich wieder leichte Schmerzen bekam, die dann wieder vergingen und so dämmerte es mir langsam... An Schlaf war jetzt nicht mehr zu denken und ich wanderte durch die Wohnung, schickte meinen Großen (16) in die Schule. Da ich ihn nicht in Aufruhr versetzen wollte, sagte ich ihm nichts.

    Dann ging ich in das zukünftige Kinderzimmer und setzte mich auf den Gymnastikball und hängte mich ein wenig in den vorbereiteten Sling, um ein wenig abzuwarten und zu sehen, wie sich die ziehenden Schmerzen weiterentwickeln würden.
    Ich hatte ab 7:04 die Wehen mitnotiert und sie kamen schön regelmäßig, die Abstände dazwischen verkürzten sich zunehmend und sie wurden auch immer stärker...

    Um 8:15 läutete der Wecker meines Mannes und er bemerkte, dass ich nicht im Bett war und fragte ob alles ok sei bei mir. Ich ging zu ihm ins Schlafzimmer und berichtete ihm von den Neuigkeiten. Er meinte, ich solle gleich die Hebamme anrufen, aber ich war mir noch immer nicht sicher - was, wenn es doch nicht losginge und ich sie umsonst durch die Stadt hetzte? Mir war klar, dass alles darauf hindeutete, aber ich konnte einfach nicht glauben, dass es schon so weit sein sollte! Ich schickte meinen Mann unter die Dusche, damit er dann mal mit dem Hund die Morgenrunde gehen konnte.

    Die nächste Wehe im Bett, als mein Mann duschen war, war dann schon richtig heftig, aber gut zu veratmen und veranlasste mich dazu, meine Hebamme doch umgehend anzurufen und ihr die aktuelle Lage zu schildern. Das war um 8:27. Sie meinte, sie mache sich sofort auf den Weg und ich sagte ihr, dass ich aber nicht sicher bin, und sie nicht bös sein soll, wenn es dann doch nicht losgeht. Sie lachte und meinte, ich solle mir keine Sorgen machen, das Baby hätte sich definitiv auf den Weg gemacht und käme sicher noch am selben Tag! Wir legten auf und ich freute mich sehr über ihre zuversichtlichen Worte.

    Ich wollte duschen solange mein Mann noch in der Wohnung war und stieg gleich nach ihm in die Badewanne und brauste mich schnell runter. Mit einem neuen Badetuch zwischen die Beine geklemmt zog ich mir ein bequemes Jersey-Strickkleid und warme Wollsocken an.

    Meinen Mann schickte ich dann zur Gassirunde mit unserem Hund während ich mich derweil wieder auf die Gymnastikball-Sling-Kombi im Kinderzimmer setzte und auf seine Rückkehr und die Ankunft von M. wartete.

    Um 9:10 Uhr kam mein Mann schließlich gemeinsam  mit M. zur Wohnungstür herein. Ich hatte gerade eine Wehenpause und ging ihr - noch immer das Badetuch zwischen den Beinen - entgegen, um sie zu begrüßen. Ich sah ihr an, wie erleichtert sie war, mich so zu sehen.

    Die beiden hatten sich vor der Haustür getroffen und die Hebamme konnte nicht verstehen, wie mein Mann jetzt noch so seelenruhig mit dem Hund spazieren gehen konnte, während dieser sich wunderte, warum die Hebamme so gestresst war und ihn derart antrieb, sich nach Hause zu beeilen. XD

    M. und ich gingen miteinander zurück ins Kinderzimmer, sie wollte sich einen Überblick verschaffen und mich untersuchen. Ich legte mich auf den Hochflorteppich in den Polsterberg gelehnt - ich hatte eine weiche saubere Decke und ein Badetuch untergelegt - und das Ergebnis der Untersuchung wenige Augenblicke später war höchst erfreulich: Der Muttermund war bereits 8 cm offen und auch die Herztöne waren sehr gut.

    Mein Mann war zu diesem Zeitpunkt gerade in der Küche, um unseren Hund zu füttern und für sich und M. Kaffee zu machen. Er - und ich auch - war darauf eingestellt, dass es noch einige Stunden dauern würde, bis unser Kind zur Welt käme. Es war 9:27, als mein Mann - während er den Kaffee machte - seinem Chef ein SMS schickte, dass er heute wohl nicht mehr käme.

    Ich blieb nach der Untersuchung gleich am Boden liegen. M. fragte, ob ich vielleicht in die Badewanne wollte oder sonst einen Wunsch hätte. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ich mich noch viel bewegen konnte und wollte, also bereitete M. den Platz für die Geburt mit einer Unterlage vor. Die Wehen kamen nun in immer kürzeren Abständen und wurden schon sehr beißend. M. nickte mir aufmunternd zu und atmete mit mir. Ich arbeitete intensiv daran locker zu lassen und konzentrierte mich stoisch auf meine Atmung, "übertauchte" so eine Wehe nach der anderen und freute mich über die Entspannung und kurze Gespräche in den Wehenpausen.

    Mein Mann hatte unseren Hund inzwischen mittels Kinderschutzgitter im Wohnzimmer gelassen (unsere Hebamme hat Angst oder zumindest Respekt vor Hunden), von wo aus dieser das Geschehen beoachtete und gelegentlich sehnsüchtige Seufzer in unsere Richtung schickte.

    Mein Mann kam also mit dem Kaffee und der Spiegelreflexkamera ins Zimmer und staunte nicht schlecht, als er hörte, dass die Geburt schon so weit fortgeschritten war. Er setzte sich zu meiner linken auf den Boden und wir machten noch ein Selfie gemeinsam mit M. - da war es gerade 9:40 Uhr. Er kam tatsächlich keine Sekunde zu früh, denn schon ging es los. M. hatte schon zuvor angekündigt, dass ich wohl bald das Gefühl bekommen könnte, pressen zu wollen und so kam es:

    Während der nächste Wehe, die noch "normal" begonnen hatte, machte sich der Drang zu pressen bemerkbar und M. hielt mich an diese zu veratmen und noch nicht zu pressen.
    Sie verging und schon wenig später mit der nächsten Wehe kam dann der unbändige Drang mitzupressen auf und M. gab mir das OK dazu. Ich schob an und spürte erst gar nicht, dass ich dabei ordentlich was weiterbrachte. Die Wehe begann langsam nachzulassen und M. munterte mich auf ruhig noch etwas weiter zu pressen und dabei die Beine weit zu öffnen, um so Platz für das Baby zu machen.

    Gerade in dem Moment, als der Kopf langsam heraustrat und ich von der Art und Intensität des Dehnungsschmerzes überrascht wurde, sah ich zu C. und unsere Blicke trafen sich. (Im Nu war ich erinnert an meine erste Geburt 16 Jahre zuvor!) Dieser eine Moment als wir uns in die Augen schauten hat sich bei uns beiden gleichermaßen in Gedächtnis eingebrannt. Innerhalb dieser einen Wehe wurde das Köpfchen geboren! Das war um 9:45.

    Ich konnte, wollte es fast nicht glauben und bat C. es für mich zu fotografieren. Wie gut, dass er die Spiegelreflexkamera schon vorbereitet und mit ins Zimmer gebracht hatte, es wäre keine Zeit mehr gewesen, sie zu holen. (Ich bin überhaupt sehr froh darüber, die Fotos zu haben, denn alles ging so schnell. Diese Bilddokumente sind eine wunderbare und einzigartige Erinnerung für uns und waren sehr hilfreich für mich/uns, diese schnelle Geburt im Nachhinein zu realisieren.)

    Nur kurz danach kam die nächste Wehe und unser Sohn wurde geboren. M. legte ihn mir, ganz weiß vor Käseschmiere, auf den Bauch und deckte ihn mit einem weichen dunkelroten Badetuch zu. Der Kleine meckerte ein wenig, machte aber schon nach einigen Momenten einen viel entspannteren Eindruck - dieser Wesenszug sollte sich noch als typisch für ihn herausstellen... <3

    Die Nabelschnur war um seine Füße geschlungen, er hatte sich richtig darin verheddert - dadurch spannte die Nabelschnur unangenehm an meiner Scheide. Ich entwirrte den Nabelschnursalat und danach bestaunten wir erstmals in Ruhe unser Kind. M. ließ die Nabelschnur auspulsieren bevor sie sie abklemmte und C. sie durchschneiden durfte.

    20 Minuten nach der Geburt kam auch die Plazenta, die sehr außergewöhnlich beschaffen war: Einerseits war es eine zweigeteilte Plazenta (placenta bipartita) und außderdem ging die Nabelschnur vom Rand der Plazenta ab (battledore placenta). (Wir haben sie gut verpackt und eingefroren - etwas mehr als ein halbes Jahr später habe ich Acryl-Abdrucke von ihr gemacht und sie anschließend zu den Wurzeln des (Geburts-)Nussbaumes unseres Sohnes eingegraben.)

    Um 10:07 bekam mein Mann eine Antwort per SMS, in der der Chef antwortete und uns Glück für die Geburt wünschte! ;-)
    Nachdem M. unseren kleinen C. gemessen und gewogen hatte (54 cm und 3.300 g, KU 35 cm), legte sie ihm eine Windel an und schlug ihn in ein frisches dunkelrotes Badetuch.
    Danach half sie mir in ein Netzhöschen samt Einlagen und geleitete uns gemeinsam zum ersten Kuscheln in unser Bett, wo ich ihn dann etwas später auch das erste Mal anlegte.

    Als wir zu dritt selig im Bett lagen, räumte M. den Ort des Geschehens im Kinderzimmer auf.
    Es war nur sehr wenig zu tun, da wir letztendlich nur zwei oder drei Inkontinenzunterlagen benötigt hatten.
    Wir waren alle drei begeistert und witzelten darüber, wie "sauber" wir gearbeitet hatten.

    Die ganze Zeit hatte im Kinderzimmer im Hintergrund der Radio leise gespielt und dann um spielte es Grönemeyer und M. stellte das Radio laut: "Gebt den Kindern das Kommando!" Das war für uns ein sehr rührender und stimmiger Moment.

    Zum Abschluss gab es dann noch ein kleines Gläschen Sekt, mit dem wir auf unseren kleinen C. anstießen. Danach verließ uns M. für diesen Tag...

    Es waren rührende Augenblicke, als unser Hund endlich das neue Familienmitglied kennenlernen durfte.
    Er hatte im Wohnzimmer gegen das Gitter gedrückt ausgeharrt und in regelmäßigen Abständen ganz leise, aber herzerweichend geseufzt und gewinselt.

    Als mein Sohn nach Hause kam staunte auch er nicht schlecht und wir lagen nachmittags alle miteinander glückselig im (Familien-)Bett...

    Was waren unsere Familien überrascht, als mein Mann sie anrief und ihnen ein erstes Foto von uns schickte!

    Meine Schwester hat schließlich 3 Tage nach mir entbunden.
    AdminStieglitzdelphia680_Anna_Asunamamimakathi0816SunshineGirlweißröckchen
  • Ach herrlich so schöne Berichte zu lesen :x ich freu mich schon sehr und hoffe, dass es hier ebenfalls so zugeht :x
  • cielocielo

    126

    bearbeitet 2. Januar, 09:44
    Hallo,
    Nach langem Überlegen möchte ich meinen Geburtsbericht meiner Hausgeburt als Erstgebärende mit euch teilen.

    Bereits am Abend beim Schlafengehen spürte ich ein Ziehen im Unterbauch und im Rücken. Da ich bereits seit drei Tagen Übungswehen hatte und die sich komplett anders angefühlt haben, wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass das Wehen sein könnten.
    Ich ging schlafen, sogar recht spät so gegen ein Uhr. Gegen zwei und gegen drei wurde ich jeweils wach von den Bauschmerzen und ging aber- wie ich es von den letzten Wochen gewohnt war- aufs WC und legte mich wieder hin. Ich wunderte mich noch wieso ich Durchfall hatte. Um vier Uhr wachte ich dann erneut auf und hatte so heftige Schmerzen im Bauch das ich nicht mehr liegen bleiben konnte. Unruhig setzte ich mich ins Wohnzimmer und überlegte ob das wohl Wehen sein könnten. Irgendwie hatte ich aber gar keine große Lust jetzt Wehen zu haben und beschloss noch ein wenig zu schlafen. Tja, das klappte natürlich nicht mehr wirklich, denn ich konnte gar nicht mehr liegen bleiben. Laut Wehenzähler-App kamen die Wehen bereits alle 3 bis 5 Minuten, dauerten jeweils aber nicht ganz eine Minute. Deshalb machte ich mir keine allzu großen Hoffnungen, dass es jetzt wirklich losgehen würde.
    Nach einer Std. (also gegen fünf) weckte ich dann doch meinen Freund und sagte ich würde mal in die Badewanne gehen um zu schauen wie sich die Wehen dann entwickeln würden, er könne aber ruhig noch liegen bleiben, wir haben keinen Stress. In der Badewanne ging es dann plötzlich sehr zackig voran und meine Erinnerungen sind recht verschwommen. Die Wehen wurden stärker und intensiver, ich konnte aber sehr gut mit den Hypnobirthing Visualisierungen und Atemtechniken arbeiten, schmerzfrei war das Ganze aber natürlich nicht, aber das war auch gar nicht mein Ziel. Ich war mir nun sicher, dass die Geburt losging also riefen wir die Hebamme an.
    In der Zwischenzeit ging es gut voran, meine Fruchtblase platzte, ich übergab mich und musste einige Male aufs WC.
    Ca. eine Std. später (ca. um 7) war die Hebamme dann da (mein Freund muss ziemlich entspannt gewirkt haben am Telefon). Ich versuchte nach meinem MuMU zu tasten und stellte mit Ernüchterung fest, dass ich erst 2 cm offen war. Ich war gleich mal ziemlich frustriert und teilte meiner Hebamme mit dass es bisher schon SO intensiv war, dass ich keine Ahnung hätte wie ich das jetzt noch so lange aushalten solle. Sie tastete auch nach meinen MuMu und stellte fest, dass ich schon 8-9cm offen war. Ups, bin wohl doch nicht so qualifiziert dafür. Kaum hatte sie das gesagt, bekam ich auch schon Presswehen. Alle waren sich sicher, dass es nun gleich geschafft sein müsste aber tja.
    Irgendwann nach 2 Std Presswehen und etlichen Stellungen tastete sie erneut und meinte: „Hm es kann sein dass dein Kleiner als Sternengucker liegt“. Na super dachte ich mir, aber immerhin erklärte das wieso es gar so schleppend voran ging. Nach 3 Std. und vielen Positionen und Zimmern, wollte ich nur mehr liegen (obwohl das eigentlich nie mein Plan war). Die Wehen wurden nochmal intensiver und ich konnte die Wehenpausen gar nicht mehr zum „entspannen“ oder Kräfte tanken nutzen, sondern der Dehnungsschmerz war so heftig, dass ich wirklich mehrmals sagte, dass ich nicht mehr kann (& ich jetzt gehe und alle hier das bitte allein machen können- haha, ja genau).
    Endlich war mein Zwerg dann aber da, er lag tatsächlich als Sternengucker. Als er mir dann auf die Brust gelegt wurde, war ich der glücklichste Mensch auf der Welt. Wir ließen ohne Stress die Nabelschnur auspulsieren, die Nachgeburt kam erst recht spät bei mir, und wir schnitten die Nabelschnur durch. Geburtsverletzungen hatte ich keine. Insgesamt dauerte die Geburt 6 ½ Std.

    Fazit: Trotz 3 ½ Std. Presswehen, die mich wirklich an meine körperlichen Grenzen (und darüber hinaus) gebracht haben bin so froh, dass wir eine Hausgeburt hatten, denn in einer für mich stressigen KH-Atmosphäre weiß ich nicht wies gelaufen wäre, da ich ja auch am Ende ein paar Mal gesagt habe, dass ich nicht mehr kann. Ich wurde super durch meinen Freund und die Hebamme unterstützt. Ich kann Hypnobirthin echt empfehlen mir hat es geholfen, dass ich einen Plan hatte was ich unter der Geburt tun kann um es nicht einfach nur aushalten zu müssen, aber dass man dadurch eine schmerzfreie Geburt haben kann, halte ich für eine Illusion. Ich möchte mit meinem Bericht Frauen, die eine Hausgeburt überlegen, Mut machen.
    123EmmaVajuKaffeelöffelweißröckchen
  • Ich finds toll, dass so viele von euch so wunderschöne Erfahrungen mit der Hausgeburt gemacht haben. Ich selbst bin da aber ganz bei @melly210. Mir wäre das Risiko zu gross. Ich habe mich sogar beides mal für eine Klinik mit angeschlossener Neonatologie entschieden. Eine Bekannte hat ihre Älteste per Hausgeburt entbunden. Leider ist da nicht alles so gut abgelaufen. Das Kind hatte das Glück, dass der Vater Anästhesist ist. Der musste dann mit seinem Neugeborenen bebeutelnd mit Rettung und entgegenkommenden Notarzt in die Klinik. Man muss natürlich sagen, dass diese Sachen Raritäten sind und in den meisten Fällen alles ganz gut abläuft. Ich denke man sollte sich nur einem gewissen Risiko gewiß sein, bevor man sich selbst für eine Hausgeburt entscheidet. Wenn man für sich entscheidet, dass man das tragen kann steht nichts dagegen.
    melly210
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