ich wollte mal nach euren Erfahrungen fragen, weil ich mir gerade viele Gedanken um meine Tochter mache (3 Jahre und 4 Monate).
Sie spricht noch nicht richtig, hat aber in letzter Zeit angefangen, einzelne Wörter nachzusprechen (z. B. „hallo“, „bitte“, „anziehen“) und versteht auch schon mehr.
Logo und Ergo gehen wir jede Woche.
Neu ist, dass sie jetzt winkt und auch mit dem Finger zeigt,
Sie ist sehr aktiv, immer in Bewegung, hört oft nicht zu und hält Blickkontakt eher kurz. Wenn sie etwas möchte, zeigt sie es nicht immer gezielt, sondern steht davor, hüpft oder macht Laute.
Wir haben einen Termin im SPZ und ich mache mir ehrlich gesagt Sorgen in Richtung Autismus, auch wenn ich gleichzeitig Entwicklung sehe.
Gibt es hier Eltern, deren Kinder ähnlich waren? Wie hat sich das bei euch entwickelt?
Hat wer erfahrung mit spz
Kommentare
11,490
Meine Jungs sind jetzt 8Jahre alt. Mein Autist ist mit 11 Monaten frei gegangen, hält Blickkontakt und hat mit 18 Monaten in vollständigen Sätzen gesprochen. Er war in allem früher dran als der Durchschnitt oder sein Zwillingsbruder. Der Bruder hat eine Sprachdyspraxie, er hatte auch mit 3 schon Logo. Er redet jetzt zwar viel, aber nach wie vor unverständlich. ADHS haben beide. Heißt, das Konzentration oder "still sitzen"schwer fallen. Einer kann's gut kontrollieren, sich also anpassen, der andere weniger.
Fehlender Blickkontakt ist nicht immer gleich im Spektrum zu suchen und kann auch auf fehlende Konzentration hindeuten, vielleicht ist es ihr zu langweilig den anderen anzuschauen, wenn so viel Interessantes um sie herum ist.
Es kann eine kleine Verzögerung sein oder eben tatsächlich eine Diagnose.
Vielleicht zur Beruhigung, meine Kinder gehen in ganz normale Schulen mit ganz normalem Lehrplan, haben Freunde und sind "normal". (Ich darf das so sagen, meine Tochter ist Rollstuhlfahrerin mit Extras " ich kenn also auch die andere Seite, mit sichtbaren Beeinträchtigen) Das Leben ist deshalb nicht zu Ende. Nur vielleicht manchmal anstrengender.
Macht mal eine Entwicklungsdiagnostik, dann kann man Therapien besser einsetzen. Ergo ist prinzipiell nie verkehrt. Logo hilfreich bei schlechter Aussprache. Für nonverbale Kinder (was deine ja nicht ist, wenn sie spricht) gibt es andere Ansätze. Zum Beispiel GuK (Gebärden unterstützte Kommunikation, eigentlich für Gehörlose Kinder entwickelt)
Hörtest habt ihr vermutlich schon gemacht, falls nicht nachholen. In Wien empfehle ich das St. Anna. Hno Ärzte machen nur oberflächliche Tests. Manchmal wird zwar gehört, aber bestimmte Tonlagen oder die Richtung kann nicht wahrgenommen werden.
Lange Rede, kurzer Sinn: zuerst gut abklären, dann Sorgen machen (wenn's sein muss), sammeln, Kraft tanken und loslegen um Kind und Euch als Familie zu helfen, ggf neu zu finden, annehmen ist der erste Schritt zum Ziel.
Alles Gute !
Im besten Fall ist es nur eine kleine Entwicklungsverzögerung