Was ist mit Baby/Kleinkind los?

bearbeitet 17. September, 05:30 in Entwicklung & Erziehung
Ich bin langsam ein wenig ratlos und frage mich, ob andere due Situation kennen.

Meine Tochter wird nächste Woche 1 und sie war nie einfach. Sehr auf mich bezogen, und raunzt sehr sehr viel. Sie hat auch ein gewisses Organ und kreischt oft so schrill, dass ich schon öfter gefragt wurde, wie ich das aushalte, weil das in den Ohren schmerzt. Das Kreischen ist aus Frust oder um Aufmerksamkeit zu erlangen.

Seit einigen Wochen (2-3 Monate, vielleicht auch schon länger) ist es so, dass sie bei anderen Bezugspersonen (Papa, Oma) in meiner Abwesenheit gar nicht raunzt, gut drauf und lustig ist. Doch sobald ich heim komme oder da bin wird ständig geraunzt und sie ist unzufrieden. Ich höre dann oft ‚was hat sie denn, bis jetzt war alles super‘. Manchmal passiert das auch wenn sie zb meine Stimme am Telefon hört. Wir reden hier von 1-2 Stunden Trennungen, länger war ich noch nie weg.

Besonders deutlich zeigt sich das Verhalten derzeit im Urlaub. Wenn wir alle 4 (Inkl großem Bruder, fast 3) bei Tisch sitzen kreischt sie und verlangt ständige Aufmerksamkeit. Wenn mein Mann dann mit ihr weggeht ist sie der reinste Engel. Erst dachten wir, dass die Restaurantsituation sie vielleicht überfordert. Aber mein Mann kann mit ihr sogar zur Bar gehen, etwas trinken, und sie sitzt im buggy und lächelt und zeigt. Kaum wieder bei Tisch (sitzen eh immer in einer ruhigen Ecke im Freien) wird wieder gemeckert.

Was mir auch auffällt ist, dass sie sehr eifersüchtig ist. Wenn ich den großen Bruder zB tröste krabbelt sie immer schnell zu uns und möchte dazwischen gehen, beginnt dann auch zu weinen.

Sie ist generell ein Baby das sehr viel braucht und auch bekommt. Sie bekommt unglaublich viel Nähe, körperkontakt und Aufmerksamkeit von Anfang an und es ist sehr schwer für mich den Spagat zwischen beiden Kindern zu schaffen. Die beiden mögen sich auch sehr und spielen schön und kuscheln viel. Der Alltag ist eigentlich schon eingegroovt und läuft. Ich hab halt gelernt mit dem raunzen zu leben, schaue immer was sie braucht aber zeige ihr eben auch, dass manchmal auch ihr Bruder dran ist. Sie ist eh immer überall dabei.

Aber warum meckert sie immer bei mir und was soll ich tun? Ich bin mit meinem Rat echt am Ende.

Mein Mann denkt, dass ich einfach alles für sie bin und sie eben ständig meine 100%Igel Aufmerksamkeit möchte, aber das geht eben nicht mit einem großen Bruder, und sie kennt es ja auch nur so.

Sie ist gesund, altersgerecht entwickelt, mobil und sonst eine wirklich lustige und liebe Maus. Sie ist eine sehr gute Schläferin (schläft nachts 12 Stunden durch oder 1x wach) und isst brav (wenn auch derzeit eine Phase mit mehr Milch als essen). Das Verhalten zieht sich durch, unabhängig von Schüben oder Zähnen, aber natürlich gibt es gute und schlechte Tage.

Weiß jemand Rat? Wann wird es besser?

Im übrigen ist es oft besser wenn wir wo zu Besuch sind. Am schlimmsten ist es tatsächlich zuhause wenn ich mit beiden Kindern allein bin.

Kommentare

  • @Kaffeelöffel hast du Input dazu? 😊
  • Ich würde mal sagen, dass du ihre Bezugsperson Nr. 1 bist und sie bei dir alles abladen kann. Ev. wird es besser, wenn sie sich verbal ausdrücken kann…das kann schon ungemein helfen. Unser Sohn ist übrigens ähnlich…wenn mein Mann da ist (seine Bezugsperson Nr. 1) weint er viel viel viel mehr, ist viel unzufriedener etc. 😌 Alles Liebe!
    kea
  • Da hat @Talia56 denke ich Recht! Du bist ihre Bindungsperson und man kennts ja von sich selbst auch, dass man seinen Kummer und seine Sorgen eher bei denen "auslässt" bei denen man sich am sichersten und geborgensten fühlt.
    Ich arbeite schon lange mit Kindern mit Bindungsproblemen aber das ist meiner Meinung nach kein Problem über das du besorgt sein musst. Ich hatte auch ein Mädel in meiner Klasse die ganz besonders bei mir ihre "Suderphasen" hatte. Das kann man aber schon fast als Kompliment wahrnehmen, da sich der Mensch so wohl fühlt bei einem selbst, dass er bereit ist sein Herz auszuschütten. Das kann dann auch mit sehr viel Frust und Weinen oder auch Aggressionsausbrüchen verbunden sein. Deine Maus raunzt dich dann halt voll! Das ist ihre Art ihr Herz auszuschütten. Vielleicht hilft es dir es besser zu verstehen wenn du dich in die Bindungstheorie einliest. Mir ist damals in der Ausbildung bei einigen Dingen ein Licht aufgegangen!
    Viel Kraft weiterhin!
  • bearbeitet 17. September, 08:49
    Vielen Dank!

    @dali ich kenne mich eh ein wenig mit Bindungstheorie aus, und ich weiß das mit dem abladen etc. Aber durchgehend? Es ist jetzt hier im Urlaub so dass ich nicht mal 1 Minute in Ruhe essen kann. Wenn ich weggehe weint sie kurz, dann ist sie ruhig und happy. Kaum bin ich wieder am Tisch geht das Geraunze los. Durchgehend! Man muss ihr ständig irgendwas geben damit sie kurz abgelenkt ist, selbst auf meinem Schoß ist sie dann unzufrieden.
    Ich kann es ja ein wenig ertragen aber ständig raunzen, was macht sie so unglücklich? 🥺

    Mal ganz abgesehen davon dass auch ihr Bruder Bedürfnisse hat, er ist auch noch klein und kann auch nicht immer hinten an stehen. Auch für ihn bin ich Nummer 1, er zeigt es halt so, dass er an mir hängt wenn der Papa da isr, und nur ich alles machen darf/soll.

    Ich bin echt schon langsam am Ende meiner Kräfte. Wenn msn nur tut und macht, und für einen selbst nix bleibt, und dann noch dieses permanente raunzen.
  • Hi! Fühl dich gedrückt- bei uns ist es sehr ähnlich - meine Tochter ist aber bereits über 2… ich denke einfach wir haben Kinder die sich besonders „anpassen und kooperativ“
    sind bei anderen und sich bei der Bindungsperson Nr. 1 sicher fühlen und da alles rauslassen. Meine Tochter ist auch bei Oma & Krippe ein Sonnenschein macht alles mit - weint & raunzt nicht - sobald ich sie abhole - Mealtdown. Ich hadere auch oft damit - bei uns hilft nur am Nachmittag 1000% Aufmerksamkeit auf sie, gefühlt unendliche Rollenspiele..aber ich habe auch nur 1 Kind.
  • Ich wollte sie erst ab 2 in die Krippe geben, bin aber am überlegen ob es nicht Vlt mit 1,5 für sie mehr Sinn macht… wenn sie bei mir so unglücklich ist.

    Mein Sohn beginnt nächste Woche den Kindergarten, dann hat sie mich wenigstens am Vormittag exklusiv für sich. Vielleicht wird es ja dann besser.
  • @mydreamcametrue ich glaube nicht, dass sie bei dir unglücklich ist. Es kommt dir wohl so vor, aber wie schon geschrieben, ich denke, dass sie bei dir einfach alles rauslassen kann.
  • Ich glaube auch nicht, dass sie unglücklich ist sondern eher überreizt. Vielleicht ist ihr schnell mal was zu viel und das lässt sie dann bei dir aus. Auch das "etwas geben" istn vielleicht schon viel für sie.

    Das mit dem Mealtdown kenne ich selber. Wenn sie mal für ein paar Stunden bei Oma ist ist sie auch immer "goldig" wie sie sagt und kaum ist sie bei mir krieg ich Mal alles ab an Geheule und Geschluchze.
  • Hm, ich kenne die Momente, wo ein Kind alles rauslässt, weil die Vertrauensperson Nr.1 präsent ist, und auch, dass Kinder dort das gefühlt "mühsamste" Verhalten raushängen lassen, weil sie sich sicher fühlen. Aber ich kenne es nicht 24/7, sondern dass sich fröhliche Phasen mit Jammerphasen abwechseln. Natürlich gibt es Zeiten, wo das eine überwiegt, aber Dauergeraunze, immer?

    Evtl steckt da doch noch was anderes dahinter. Zumindest würd ich es jetzt nicht mit "ist normal, da müssen wir alle durch" abtun. Ich sage das nicht, um dir Sorgen zu machen @mydreamcametrue und schon gar nicht, damit du glaubst dass du etwas schlecht gemacht hast. Sondern, dass das eine extra belastende Situation ist und dass es kein Wunder ist, falls du dich überlastet, ausgelaugt und mit den Nerven am Ende fühlst.

    Ich hoffe, ihr findet eine Lösung bzw das ändert sich bald von selbst.

    Bei uns war es eine Zeit lang (bzw ist noch immer) so, dass mein Sohn extrem eifersüchtig war auf meine Aufmerksamkeit. Dauergeraunzte, sobald außer mir noch jemand anderer im Raum war und vor allem, wenn ich mit dieser Person auch noch interagieren wollte.
    Ist sie auch so, wenn ihr zwei allein seid?

  • bearbeitet 17. September, 13:37
    @Murmel wenn wir alleine sind ist es nicht so, da ist die glücklich und zufrieden. Sind wir halt selten 😅

    Sie hat immer Phasen wo sie dann auch selbst spielt, entdeckt, lacht… und dann gefühlt aus dem nichts schlägt es um, die Stimmung kippt und sie sucht mich und raunzt. Oftmals wenn nix passiert ist, manchmal wenn ich den Raum verlasse, manchmal wenn der Bruder sie leicht berührt (im vorbeigehen streift).

    Und diese Stimmungsschwankungen wechseln sich halt den ganzen Tag lang ab, manchmal wenige Minuten.

    Glücklich ist sie auf meinem Arm (am liebsten durchgehend), beim spazieren im buggy, in der Badewanne, am Spielplatz wenn sie zb im Sand sitzen und zuschauen kann oder wenn wir bei Freunden vom Großen sind wo sie dabei sitzen und den Kindern zusehen kann. Sie versichert sich aber immer ob ich eh anwesend bin an fremden Orten.
  • bearbeitet 17. September, 13:43
    Das lustige ist: sie schläft im eigenen Zimmer, im eigenen Bett, alleine. Oft durch und wenn nicht dann ruft sie halt aber ist überhaupt nicht ängstlich oder so. Nach dem Mittagsschlaf sitzt sie im Gitterbett und wartet und grinst. Also Verlustangst kann ich mir nicht vorstellen…

    Sie jammert auch viel weil sie essen möchte was ich am Teller hab, spuckt es dann aber aus.

    Und was es nun natürlich auch gibt seit sie mobil ist, ist der Streit ums Spielzeug 🙈

    Sie sagt auch ständig ‚meme‘ (für mama) und will zB meine Hand halten wenn ich neben ihr sitze. Oder krabbelt mir nach und ruft.
    Der Große wird grad sauber und wir laufen oft aufs Klo, wenn sie dann hinterher kommt sind wir oft schon fertig, da merke ich den Frust weil sie nicht schnell genug dabei sein kann. Da schreit sie und beeilt sich.

    Aber ich denk mir oft: bitte sei doch einfach mal zufrieden 😅

    Vom Großen kenne ich nur eine kurze Jammerphase bevor er mobil wurde. Sowie kurzes fremdeln.

    Sie fremdelt fast durchgehend seit 3-4 Monaten, mal mehr, mal weniger.
  • tweety85tweety85

    1,728

    bearbeitet 17. September, 14:17
    @mydreamcametrue

    Kommt mir sehr bekannt vor. Meine Kleine war genau so in dem Alter. Total anhänglich und auf mich bezogen, wollte ständig von mir gehoppert werden und überall hin mit. Konnte nicht mal alleine aufs Klo gehen oder duschen. Der Papa war da auch nicht recht. Nachts wachte sie auch ständig auf und wehe ich lag da nicht neben ihr. Ich weiß wie anstrengend das ist, vor allem wenn man daneben noch ein Kleinkind hat.
    Sie macht gerade einen riesigen Wachstumsschub durch und steht wahrscheinlich kurz vor den ersten Schritten und neuer Selbstständigkeit, das macht ihr auch Angst und da braucht sie ihre Hauptbezugsperson Nr 1 und das bist du! ;)

    Es ist auch kein Zeichen, dass sie sich nicht wohl fühlt bei dir wenn sie quängelig ist. Jetzt im Urlaub ist halt alles neu und da gehen wahrscheinlich komplett die Nerven bri ihr durch. Laut Montessori haben Kinder in dieser Phase ja einen extremes Bedürfnis nach Ordnung und Gleichmäßigkeit, da reicht schon eine kleine Veränderung (umgestelltes Möbelstück, neues Parfüm, was auch immer) und das Kind ist außer sich und will wieder die alte Ordnung hergestellt haben (lies mal das Buch "Kinder sind anders" von Maria Montessori da gibt es tolle Beispiele!)

    Es liegt auf jeden Fall nicht an dir!

    Sie jetzt (deswegen)in Fremdbetreuung zu geben könnte ihren Zustand eventuell nur verschlimmern.

    Wobei ich auch verstehe wenn du mal ein paar Stunden für dich brauchst. Dieses schrille Schreien kenne ich auch sehr gut.und halte es schlecht aus.
    Ich hatte sie dann halt wirklich viel bei mir in der Trage und bin da irgendwie durch. Mit 1,5 wurde es viel,vielbesser und jetzt ist sie sogar mehr auf den Papa fixiert😏

    Und wenn sie bei Oma etc braver ist und wie eine Engel und bei dir wieder der Terror ausbricht, dann zeigt das einfach, dass sie sich bei dir ihren sicheren Hafen hat und überall anders halt nicht so. Mein älterer Sohn war nach dem Kindergarten immer extrem anstrengend deswegen.
    schorsch07
  • bearbeitet 17. September, 14:37
    @tweety danke! Tut gut das zu lesen ❤️ Am allermeisten freut es mich, dass deine nun ein Papakind ist. Mein großer ist schon ein totales mamakind und ich hätte es mir für meinen sehr engagierten und anwesenden Mann gewünscht, dass eines der Kinder ihn bevorzugt. Es schlaucht schon sehr von allen so extrem gebraucht zu werden.

    Wenn dann würde sie eh erst in 6 Monaten in fremdbetreuung, früher bring ich nicht übers Herz.

    Das Buch werd ich mal lesen. Hatte daran noch gar nicht gedacht. Ich denke aber allgemein dass der Urlaub (Türkei, all inclusive) einfach zu früh für meine Kinder war. Der Große ist vom Trubel auch wie hypnotisiert und jetzt wegen der Klimaanlage auch noch krank 🙈 nächstes Jahr machen wir definitiv was anderes 😅
  • tweety85tweety85

    1,728

    bearbeitet 17. September, 16:23
    Das wird bei euch bestimmt auch so kommen.
    Normalerweise ist diese Phase (laut Freud🥸) zwischen dem 3. bis 6. Lebensjahr, wenn das andere Geschlecht bevorzugt wird. Bei uns fing es halt schon früher an. Sie ist total verliebt in meinen Mann und will jetzt auch immer mit ihm einschlafen oder gehoppert werdrn und wenn er ihr die Haare kämmt oder die Nägel schneidet ist sie voll brav😇. Ich brauch nur den Kamm in der Hand halten und sie schreit los und läuft weg.
    Hab immer daran gedacht, je mehr sie jetzt meine Nähe bekommt umso leichter fällt ihr dann dieser Loslös Prozess. Aber das gibst du ihr ja eh alles. Halt noch durch und in einem halben Jahr passt es dann sicher mit der Frrmdbetreuung.

    Genießt trotzdem noch den Urlaub 🤗 drn perfekten Zeitpunkt mit Kindern auf Urlaub fahren gibt es wahrscheinlich eh nicht.
  • @mydreamcametrue Mein Sohn hatte auch so eine Phase mit ca eineinhalb, wo er beim Papa superhappy war und kaum war ich da, hieß es: "Er jammert erst, seit du da bist!"
    War schwer zu nehmen und hat mich ziemlich genervt, vor allem, wenn mein Mann dachte, ich würde ihn verwöhnen und deshalb würde er mir auf der Nase herumtanzen. Die Phase ist vorbeigegangen. Das wünsch ich dir auch. 🍀
  • @mydreamcametrue Hi ☺️
    Also ich glaub,dass hier zwei Dinge zusammenkommen.
    1. Das, was schon von vielen angesprochen wurde, dass du einfach ihre Nummer 1 bist. Das ist mit Sicherheit sehr anstrengend und geht an die Substanz. Da kannst du eh nur schauen, dass du deine eigenen Kraftreserven immer wieder gut auffüllst, damit du nicht komplett ausbrennst für die beiden.
    2. Wenn die Kinder Babys sind, ist es völlig normal, dass wir uns immer prompt um ihre Bedürfnisse kümmern. Kinder unter einem Jahr kennen halt auch nur (Grund)Bedürfnisse. Mit etwas über einem Jahr, kommen dann aber halt langsam auch wünsche dazu. Bestes Beispiel: Kind quengelt, weil du ein Eis isst. Aber nicht, weil es super hungrig ist,sondern weil es auch unbedingt ein Eis haben will (weil es schon die Erfahrung gemacht hat, dass Eis super schmeckt,...). Das heißt, Kinder fangen dann an eigene Erfahrungen zu machen und Situationen damit zu verknüpfen. Es dauert aber natürlich noch lange, bis sie soweit sind sich auch entsprechend ausdrucken zu können. Das heißt aber für uns als Eltern, dass wir langsam anfangen müssen zwischen Wünschen und Bedürfnissen zu unterscheiden. Deine Tochter ist es vermutlich gewöhnt, eben weil sie auch ein anspruchsvolles Baby war, dass sie kurz ihren Unmut äußert und Mama ihr zur Hilfe eilt. Was bei Baby natürlich sinnvoll und zur ist, kann dann aber eben irgendwann zum Verhängnis werden. Ich meine damit nicht, dass sie dich manipuliert oder "absichtlich" weint um dich um den Finger zu wickeln. Ich meine damit nur, dass das die einzige Schlussfolgerungen für sie ist: ich quengle - Mama kommt. Und JETZT ist der entscheidende Moment um langsam zu sagen: du kannst auch Mal warten.
    Du hast erwähnt, dass der große Bruder ein sehr einfaches Baby war und vielleicht im Gemüt her auch immernoch sehr genügsam ist (bei uns ist es ja umgekehrt. Die Große ist anspruchsvoll, der Kleine ist halt vom Temperament her halt eher genügsam). Vermutlich war es dir bisher auch immer gut möglich dich viel mit ihr zu beschäftigen.
    Ich würde dir daher zu folgendem raten: anstatt versuchen sie abzulenken wenn sie quengelt,probier es Mal damit ihr die Situation einfach zu beschreiben. "Mh, du möchtest jetzt so gern auf meinen Arm. Ich esse gerade. Warte, bis ich fertig bin, dann nehme ich dich gern hoch. Ja, ich kann sehen wie schwer es ist zu warten. Du sagst "nein Mama! Ich ei jetzt auf deinen Arm." Ich höre dich".

    Versteh mich jetzt nicht falsch: es geht nicht darum, ihr deine Nähe zu verwehren oder Bedürfnisse zu ignorieren sondern eher darum, zu erkennen wann es sich um einen Wunsch und wann um ein Bedürfnis handelt.
    Grob gesagt: meine Tochter war auch immer die Prinzessin. Dann kam der kleine Bruder und sie musste halt lernen zu warten. Du kannst ihr das Geschenk machen, ihr das alles beizubringen ohne sie dabei vom Thron stoßen zu müssen. Sie ist frustriert und das darf sie sein. Sie wird in ihrem Leben noch über viele Dinge frustriert sein. Du kannst sie dabei nur begleiten.

    Wie immer, ist das nur mein Eindruck. Bitte korrigiere mich, wenn ich auf dem Holzweg bin!
    Leni220619mydreamcametruewinnie
  • @Kaffeelöffel das ist ein sehr guter Punkt und ich denke du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Denn oft kreischt sie zornig, ohne offensichtlichen Grund, und lächelt dann wenn man sich ihr zuwendet. Ich versuche schon nicht immer hin zu eilen sondern ihr meine Nähe verbal mitzuteilen ‚ich komme gleich‘ etc.

    Aber ich sag euch, dieses Gequengel zermürbt mich mittlerweile wirklich sehr. Ich muss dringend einen Ausgleich für mich finden denn langsam fühl ich mich nur noch ausgebrannt und möchte nur mehr schlafen sobald die 2 im Bett sind.

    Danke auf jeden Fall euch allen für den Input! Das tut wirklich alles sehr gut zu lesen dass ich hier nicht komplett versage.
  • @mydreamcametrue fühl dich umarmt. Ich kann nur sagen, dass ich (wie ich dich hier kennen gelernt habe) den Eindruck habe, dass du sehr gerade heraus und sehr klar in deinen Ansagen bist. Und diese Klarheit wird dir sicher auch in der Vergangenheit, bei der Erziehung deines Sohnes viel geholfen haben. Und genauso wird es auch bei deiner Tochter sein. Erschwerend kommt halt auch noch hinzu, dass es das letzte Baby ist und man sich als Mama natürlich erstmal damit abfinden muss. Auch das ist ein Prozess.

    Und ich wollte noch darauf hinweisen (nur der Vollständigkeit halber) dass "gleich" für kleine Kinder ein sehr abstraktes Wort ist. Besser ist, wenn du genau beschreibst was du noch erledigst und was danach passiert. Z.B. "Ich höre dich. Ich schenke deinem Bruder ein Glas Wasser ein und danach spiele ich weiter mit dir."
    Und bei uns hat es viel geholfen, als die Kinder noch sehr klein waren und kaum Worte hatten wenn ich versucht habe die Sätze zu sagen, die sie sagen würden wenn sie könnten. "Du sagst -Nein Mama. Ich will nicht Zähne putzen. Das mag ich nicht. - Und es sieht so aus, als würdest du dich gerade sehr ärgern." Ich weiß nicht warum aber die Kinder fanden es irgendwie beschwichtigend, wenn ich versucht habe ihren ärgern in Worte zu fassen.

    Du hast schon so viel geschafft. Wenn du daran zurück denkst, wie unheimlich anstrengend das erste Jahr mit den beiden war (ich kann das SO gut nachvollziehen) und wo du jetzt bist, kannst du dir auch mal getrost auf die Schulter klopfen und dir sagen, wie gut du das alles machst!
    winnie
  • @Kaffeelöffel danke ❤️ Und ja, sie wird nächste Woche 1, dieses ‚kein Baby mehr‘ macht mich auch grad ein wenig emo 🥺

    Das mit den Sätzen sagen ist eine super Idee. Das werd ich mal ausprobieren.
    Und mit dem ‚gleich‘ hast du auch recht, da werd ich mal drauf achten.
  • Hi, wir hatten ein ähnliches Problem mit unserer Tochter. Bei mir allein war sie oft sehr raunzig und anstrengend, hat wegen jeder Kleinigkeit herumgezickt und auf mir geklebt. Bei den Großeltern oder wenn Besuch da war, war sie total brav.
    Es ist schlagartig besser geworden als ich sie mit 14 Monaten untertags abgestillt habe. Ich hab wie du sie nur ganz selten alleine gelassen und konnte dann einfach psychisch nicht mehr.
    Mein Mann hat mir dann den Freiraum ermöglicht und 3 Tage hat sie ab Vormittag bis Abend mit ihm gemeinsam was unternommen bzw. war sie bei den Großeltern. Zu seiner Überraschung hat sie nie geweint (er kannte ihre Launen von zuhause). Ich hab die Tage auch eine Auszeit für mich gebrauch. Zu unserem Erstaunen hat sie auch plötzlich gut gegessen und danach hat sie nicht mehr nach der Brust verlangt. Seitdem ist sie viel ausgeglichener und ganz süß zu mir! Bei meiner Tochter war es offenbar wirklich das Stillen der Grund. Wobei ich sie in der Nacht noch Stille wenn sie aufwacht.

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