Schädelasymmetrie und Schiefhals (zu?) spät diagnostiziert

gidget84gidget84

120

bearbeitet 4. August, 00:27 in Gesundheit & Pflege
Liebe Mamis, da ich beim Googeln zu dem Thema Kopfverformungen, Schiefhals (Torticollis) etc. immer nur Beiträge von Müttern von Säuglingen finde, die bereits mit wenigen Monaten in Therapie kamen, wende ich mich an euch, in der Hoffnung einen Erfahrungsbericht über die Behandlung von Schädel- bzw. Haltungsasymmetrien im "forgeschrittenen" Baby Alter (also nach dem 12. Monat zu finden). Meine Tochter ist jetzt übrigens 13 1/2 Monate alt...

Hier unsere Geschichte:
Da uns bisher kein Arzt darauf aufmerksam gemacht hat und es mein erstes Kind ist, habe ich bei meiner Tochter erst mit zirka 10/11 Monaten gemerkt, dass eine Gesichtsasymmetrie besteht (die rechte Gesichtshälfte wirkt größer, vor allem die Backe). Ich dachte zuerst das kommt vom Zahnen und hab mir keine weiteren Gedanken gemacht.

Nach langem Forschen & Suchen, habe ich dann einen Orthopäden aufgesucht, der mir geraten hat ihren Schädel vermessen zu lassen. Da war sie zirka 11 Monate alt. Dort kam eine leichte Asymmetrie von 5,3 mm heraus (bis 3,5mm gilt als "normal"). Der Orthopäde meinte dann zu mir es besteht überhaupt keine Indikation für einen Helm, den würde erst bei einer Asymmetrie von ca. 12 mm verschreiben, oder wenn zB die Ohren versetzt sind. Er meinte, es würde sich sehr wahrscheinlich noch verwachsen, das Gesicht wächst länger als der Schädel.. Dann war ich zunächst mal beruhigt und habe nichts weiter unternommen.

Nun gut, nach einiger Zeit ist mir die Problematik wieder vermehrt aufgefallen und auch eine mögliche Schiefhaltung des Kopfes (sie neigt ihn oft nach links und schaut dabei nach rechts), die ich bisher eigentlich ausgeschlossen hatte. War bei der Kinderärztin, der fiel die Asymmetrie ebenfalls auf und hat mir eine Überweisung zur Physio gegeben. Gut, dass wir dort waren, denn die Physiotherapeutin hat all meine Vermutungen bestätigt, die Schiefhaltung fiel ihr auch schon auf frühen Fotos von ihr auf, als sie erst ein paar Monate alt war. Sie belastet die rechte Seite mehr (steht auf dem linken Fuß eher wackelig) und ihre Muskulatur ist auch rechts wesentlich stärker ausgeprägt als links.

Ich war einerseits froh endlich eine Diagnose bzw. einen Grund für diese Asymmetrie zu bekommen und andererseits total schockiert, dass mir diese Dinge nicht schon viel früher aufgefallen sind. Ich mache mir jetzt natürlich totale Vorwürfe deswegen... die Physiotherapeutin hat jedoch gemeint, das kommt oft vor dass die Eltern die "Fehler" der Kinder nicht sehen und das ist total normal. Zu meiner "Verteidigung" muss ich auch sagen, dass sich die Gesichtsasymmetrie erst mit der Zeit entwickelt bzw. verstärkt hat, in älteren Fotos fällt sie gar nicht bis wenig auf.

Wie auch immer, das Problem ist da und meine Tochter scheinbar schon sehr "alt" für diverse Therapien. Helmtherapie kann man in dem fortgeschrittenen Alter scheinbar komplett vergessen, es bleiben also gezielte Übungen um diese Imbalance wieder auszugleichen. Mir wurde von der Therapeutin "Vojta" empfohlen, was wir nun versuchen möchten. Die Erfolgschancen hängen jedoch stark davon ab, wie sehr dass Kind da mitmacht und man darf sich natürlich keine Wunder erwarten... Osteophatie kann man auch ergänzend probieren wurde mir gesagt.

Auch wenn ich natürlich alles unternehmen werde, um die Situation zu verbessern, bin ich schon ziemlich deprimiert.... Ich finde leider nirgends Gleichgesinnte oder Erfahrungsberichte von Mütter mit "älteren" Babies und habe das Gefühl total versagt zu haben, da scheinbar alle anderen Babies bereits im Säuglingsalter therapiert wurden. Überall steht, so "früh wie möglich" mit den Therapien zu beginnen und auf ältere Babies oder Kleinkinder wird eigentlich gar nicht eingegangen. Nun habe ich natürlich die Angst, dass die Asymmetrie im Gesicht erhalten bleibt... Sie ist natürlich trotzdem perfekt für mich und einem Fremden würde das wahrscheinlich überhaupt nicht auffallen, aber wenn man es weiß - sieht man's.

Irgendjemand der mir da weiterhelfen kann? (schluchz....)

PS: Sorry für den langen Text!!

Kommentare

  • Leider kann ich dir in deiner aktuellen Situation nicht helfen, da meine Tochter zwar auch 13,5 Monate alt ist, wir die Helmtherapie aber bereits mit mit 4 Monaten begonnen und mit 7 Monaten beendet haben. Allerdings glaube ich dass deine Angaben nicht ganz korrekt sind :-) meine Tochter hatte mit 12 Wochen eine Assymetrie von 2mm und es wurde von einer starken Kopfverformung gesprochen, daher auch der Helm. Aber mach dir bitte keine Vorwürfe!!! Meine Tochter hatte auch eine Gesichtsverformung welche uns selbst gar nicht so aufgefallen ist. Wenn man das Kind jeden Tag sieht, fällt es einem einfach nicht so auf. Unser Glück war nur, dass wir einen sehr aufmerksamen Kinderarzt hatten, der gleich eingeschritten ist. Alles Gute für euch :-)
  • Von wo bist du denn?
    In Wien wurde uns als Koryphäe auf diesem Gebiet von unserer Kinderärztin Dr. Ulrich Scheibl empfohlen. Im Oktober haben wir erst Termin, und da sehen wir mal was raus kommt. Bei uns ist die rechte Stirn ein wenig rausragend, lt. Kinderärztin nur eine optische Geschichte aber sicher ist sicher.
  • gidget84gidget84

    120

    bearbeitet 4. August, 10:47
    Vielen Dank für eure Antworten!

    @milow123 Sorry ich hatte mich wahrscheinlich falsch ausgedrückt, der Wert von 5,3 ist kein Millimeter Wert, sondern dieser sogenannte "CVAI", ein Berechnungswert. In der Erklärung steht, bis 3,5 ist es normal und bis 12 eine milde/moderate Asymmetrie.
    Die anderen Werte (Ohren ect) waren im Normalbereich. Lt. dem hatte sie eben nur eine ganze milde Asymmetrie. Habe die Werte dann nochmal von einem anderen Facharzt (Kinderorthopäden) beurteilen lassen, der meinte alles gut - keine Therapie notwendig :(
    Darf ich fragen, ob deine Tochter auch eine Haltungsasymmetrie hatte? Schiefhals... etc? Oder einfach nur eine lagebedingte Verformung? Wie hat sich ihr Gesicht entwickelt? 2mm kommt mir extrem wenig vor, bist du sicher dass es nicht 2cm waren? Weil 2mm sieht man de facto nicht...

    @ClautschF Ich bin aus Wien! :) Zu Dr. Scheibl wollte ich ursprünglich, hatte dann aber in der Orthomanufaktur einen früheren Termin bekommen, diese wurde mir auch vom Orthopäden empfohlen, weil er meinte es gibt andere Stellen, wo de facto jedes Kind einen Helm bekommt ob nötig oder nicht. Wurden dort von Herrn Grasl betreut und hatte einen sehr guten Eindruck. Jetzt im Nachhinein würde ich ihren Kopf zur Sicherheit auch noch wo anders vermessen lassen... Habe auch gesehen, dass Dr. Scheibl erst im Oktober Termine hat, das finde ich halt viel zu spät wenn tatsächlich Handlungsbedarf entsteht. Kann dir ans Herz legen parallel in der Orthomanufaktur anzurufen und am Telefon um einen Termin zu betteln ;) Dr. Scheibl hat außerdem zwei Praxen - du könntest es auch in der Schumangasse probieren. Wie alt ist denn dein Kind wenn ich fragen darf?


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  • @gidget84 Ich bin selbst Physiotherapeutin und bald Osteopathin und würde dir gerne eine sehr gute auf Kinder spezialisierte Osteopathin empfehlen: Priska Wikus im 19. Bezirk (osteopathie-p.at). Ich war selbst mit meiner Tochter bei ihr, allerdings aus anderer Indikation, und sie hat uns sehr geholfen. Meiner Meinung nach ist gerade bei Schiefhals und Gesichtsasymmetrie eine Osteopathie das Richtige. Mit Vojta habe ich persönlich keine guten Erfahrungen gemacht. Du kannst mir bei Fragen auch gerne eine Nachricht schreiben.
    Und mach dir bitte keine Vorwürfe, dass du die Asymmetrie nicht eher entdeckt hast. Das wäre die Aufgabe der Kinderärzte und nicht deine!
  • Hallo, zu der Gesichtsverformung kann ich nichts sagen, aber daß es ja scheinbar die ganze Muskulatur auf der linken Seite betrifft, das würde ich diagnostisch genauer abklären lassen. Entweder per Überweisung vom Kinderarzt über die öffentlichen Stellen dh ZEF (Zentrum für Entwicklungsförderung) oder VKKJ, oder sonst privat zb in der Praxis Schumanngasse. Kann auch sein daß sie da was neurologisches hat, und deshalb das Gesicht so ungleich wirkt.
  • gidget84gidget84

    120

    bearbeitet 4. August, 12:42
    @Nussbaum Vielen Dank für den Tipp, bin tatsächlich gerade auf der Suche nach einer guten Osteophatin, die auf Kinder spezialisiert ist. Werde mich dort gleich mal melden :) Und ja, bei Vojta scheinen die Meinungen der Physiotherapeuten und Patienten stark auseinander zu gehen. Da meine Tochter bereits 13 Monate ist, bleiben scheinbar nicht mehr allzuviele Optionen übrig ... :( Aber die Osteophatie möchte ich auf jeden Fall versuchen!

    @melly210 Eine neurologische Abklärung kann sicher nicht schaden (auch wenn das etwas beängstigend klingt...), es deutet bisher aber eher auf eine Schiefhaltung durch "Lieblingsseite" hin, die schon während der Schwangerschaft entstanden sind. Das Gesicht ansich ist ja symmetrisch, also es hängt kein Mundwinkel herab oder ähnliches. Es ist hauptsächlich eine Backe größer und das eine Auge wirkt weiter geöffnet. Die Muskulatur ist rechts stärker, weil das scheinbar ihre Lieblingsseite ist. Aber trotzdem, werde beim Kinderarzt auf jeden Fall mal nachfragen, denn wirklich beurteilen kann man das erst wenn mal alle Untersuchungen gemacht hat..
  • Hallo,
    Meine Tochter hat bereits bei der Geburt schiefhals und Gesichtsasymetrie diagnostiziert bekommen.
    Wir machen seit Beginn an physio und sie ist jetzt 11 Monate.
    Zur Asymmetrie können andere sicher mehr sagen aber den Schiefhals bekommt ihr mit konsequenter Physio sicher weg. Kathrin Mattes ist mir empfohlen worden. (Wohnen im Burgenland und fahren deshalb nach hartberg).
    Osteopathie hat bei uns nichts gebracht, aber das ist ja bei jedem etwas anderes.
    Viel Erfolg!
  • @gidget84 ich wäre unsicher ob das mit einer Lieblingsseite erklärbar ist. Persönliche Meinung: nein. Bin aber "nur" Molekularbiologin, keine Neurologin.
    Normal sollte sich denke ich die Muskelentwicklung spätestens angleichen wenn die Kinder einmal mit krabbeln und Co anfangen, da werden ja beide Seiten gebraucht. Auch mit Schiefhals.

    Mein Sohn hat neben seiner Wahrnehmungsstörung und motorischen Dyspraxie übrigens auch noch eine Muskelhypotonie, dh schwache Muskelspannung. Allerdings beidseitig, dh symmetrisch. Er hat ewig lange und sehr intensiv gesabbert. Jetzt ist er 7. Wenn er aufgeregt oder sehr müde ist, sabbert er mitunter immer noch, ganz deutlich spricht er auch nicht. Aber sonst merkt man jetzt nicht mehr viel.

  • Dr Scheibl schiebt im Notfsll immer ein. Man kann ruhig anrufen oder per Mail schreiben wenn keine online Termine verfügbar sind.
    Er betreut uns Neuroortopädisch, seit 8 Jahren. Meine Tochter liebt ihn. 😉
    Nie mehr würd ich woanders hingehen.

    Physio ist auch sehr wichtig und in jedem alter hilfreich.
    Bei vojta bitte nicht aufs Kind schieben: abhänging ob das Kind mitmacht....ähhh abhängig von der Therapeutin ob sie es schaft das Kind richtig zu animieren. Eine Therapie ist immer nur so gut wie der Therapeut.
    melly210
  • @gidget84 Grosses Sorry, ich hab mich vertan. Es waren 2cm! Die Verformung war wirklich massiv bei ihr. Sie hatte eine lagerungsbedingte Schädelasymmetrie und davon auch die Gesichtsverformung. Aber keinen Schiefhals. Bei ihr hat die Helmtherapie super geholfen. Es hat sich zu 100% alles ausgeglichen. Man merkt nichts mehr bei ihr. Alles Gute euch.
  • @gidget84
    Ich gebe dir voll Recht, wenn tatsächlich handlunsbedarf besteht, wäre Oktober viel zu spät, da die Kinderärztin aber von keinen neurologischen Problemen spricht, hoffe ich wirklich dass es sich mit der Zeit von alleine ausgleichen wird. Meine Tochter ist heute genau 8 Monate und korrigiere 6,5 Monate.
  • melly210 schrieb: »
    @gidget84 ich wäre unsicher ob das mit einer Lieblingsseite erklärbar ist. Persönliche Meinung: nein. Bin aber "nur" Molekularbiologin, keine Neurologin.
    Normal sollte sich denke ich die Muskelentwicklung spätestens angleichen wenn die Kinder einmal mit krabbeln und Co anfangen, da werden ja beide Seiten gebraucht. Auch mit Schiefhals.

    Mein Sohn hat neben seiner Wahrnehmungsstörung und motorischen Dyspraxie übrigens auch noch eine Muskelhypotonie, dh schwache Muskelspannung. Allerdings beidseitig, dh symmetrisch. Er hat ewig lange und sehr intensiv gesabbert. Jetzt ist er 7. Wenn er aufgeregt oder sehr müde ist, sabbert er mitunter immer noch, ganz deutlich spricht er auch nicht. Aber sonst merkt man jetzt nicht mehr viel.

    @melly210 Die Physiotherapeutin meinte dass sich die Haltungsasymmetrie bzw. Schiefhals ohne Behandlung nicht ausgleichen wird. Aber gut, sie verdient damit natürlich auch Geld ;) Richtig krabbeln tut meine Tochter erst seit ca. 2 Monaten und frei gehen kann sie noch nicht, kann natürlich sein, dass das nochmal helfen würde.

    Ich kenne mich leider mit Wahrnehmungsstörungen oder motorischer Dyspraxie nicht aus, daher kann ich dazu nicht viel sagen. Aber meine Tochter hat bis auf die Haltungsasymmetrie (Kopf schief neigen und eine Seite mehr belasten) keine weiteren Auffälligkeiten. Die sonstige motorische und kognitive Entwicklung ist sehr gut, wurde uns von der Physiotherapeuten gesagt. Aber natürlich kann ich ein neurologisches Problem nicht komplett ausschließen, ich werde das beim nächsten Arztbesuch auf jeden Fall mal ansprechen!
    melly210
  • @milow123 Ah ok dachte mir schon fast, du hast 2 cm gemeint! ;) Da war wirklich eine Indikation für einen Helm da, das hätte ich an deiner Stelle auf jeden Fall auch gemacht. Freut mich jedenfalls total, dass die Helmtherapie bei euch so gut funktioniert hat! Das ist halt echt der Vorteil wenn die Kopfverformung stark ist, so erkennt man das wenigstens früh genug und kann behandeln!
  • @Nasty Danke, ich werde dort auf jeden Fall nochmal anrufen und sagen dass es recht dringend wäre! Ich habe auch viel gutes von Dr. Scheibl gehört.
    Ich glaube Vojta muss man einfach ausprobieren, viele verteufeln es, andere schwören darauf. Kommt sicher in erster Linie auf die Therapeutin an, wie sie mit dem Kind umgeht und es motivieren kann :)
    Nasty
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