[Expertenchat] - Kinderwunschbehandlungen mit Dr. Roman Pavlik

AdminAdmin

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bearbeitet 15. 11. 2021, 12:10 in Kinderwunsch & Babynamen
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Hallo alle,

Ein unerfüllter Kinderwunsch wirft viele Fragen auf. Warum klappt es nicht? Welche Möglichkeiten gibt es, der Natur auf die Sprünge zu helfen? Wir dürfen euch daher einen neuen Expertenchat im BabyForum in Kooperation mit TFP Fertility anbieten, der sich mit dem Thema Kinderwunsch(behandlungen) auseinandersetzt.
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🧑🏻‍⚕️ Dr. med. Roman Pavlik

Als Experte wird euch diesmal Dr. Roman Pavlik zur Seite stehen. Er ist Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit dem Schwerpunkt Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. Der erfahrene Kinderwunschmediziner leitete unter anderem das Zentrum für Endokrinologie und Reproduktionsmedizin der Universitätsfrauenklinik Würzburg und war zudem als stv. Leiter des dortigen Endometriosezentrums tätig. Dr. Pavlik ist seit 2020 ärztlicher Leiter der TFP Kinderwunschklinik in Wels.

Du hast die Gelegenheit, Dr. Pavlik allgemeine Fragen zum Thema unerfüllten Kinderwunsch sowie aus folgenden Bereichen stellen:
  • Reproduktionsmedizin (z.B. In-vitro Fertilisation, natürliche IVF, Low-Medication Behandlungen)
  • Behandlung von Endometriose
  • Reproduktionschirurgie

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ℹ️ Über TFP Fertility

TFP Kinderwunsch ist seit 35 Jahren einer der führenden Anbieter von Kinderwunschbehandlungen und -dienstleistungen in Europa. Die Gruppe betreibt derzeit Kliniken in u.a. Großbritannien, Deutschland sowie Österreich und bietet eine breite Palette an individuellen Therapien. TFP Kinderwunsch versammelt über 300 renommierte Spezialisten und kombiniert neuartige Forschung und individuelle Betreuung, um Menschen bei der Familiengründung zu helfen. In Österreich findest du TFP Kinderwunschzentren in Wien, Wels und Klagenfurt.


➡️ Mehr erfahren unter:
tfp-fertility.com

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Disclaimer: TFP Fertility unterstützen uns bei diesem Expertenchat im Rahmen einer finanziellen Zusammenarbeit. Wir sagen "Danke!", denn es hilft uns beim Ausbau und Betrieb des BabyForums.

Wir hoffen, dass dieser #Expertenchat für den/die eine/n oder andere/n hilfreich ist!

Liebe Grüße,
Admin
getaggt:
NastyAlbe

Kommentare

  • Liebe Nutzer hier im Forum,

    Ich freue mich all eure Fragen rund um das Thema Kinderwunsch in den kommenden Wochen zu beantworten.

    Lieben Gruß,
    Roman Pavlik
    Juvina
  • Was für ein tolles Angebot!
    Mein Mann und ich haben Anfang Oktober mit einer IVF gestartet, nachdem wir seit fast 4 Jahren ohne Verhütung vergeblich auf eine Schwangerschaft gewartet haben.

    Wir hatten am 2.11. Entnahme und am 5.11. Transfer mit einer Eizelle. Das heißt wir hängen gerade in der Warteschleife und sind halb wahnsinnig vor Aufregung 🙈😄

    Ich habe somit gerade keine wirkliche Frage, aber finde es großartig, dass es dieses Angebot gibt. Das hätte mir zu einem früheren Zeitpunkt bestimmt sehr geholfen.

    PS: eine Frage hätte ich vielleicht doch: am Donnerstag habe ich Bluttest. Wie sinnvoll bzw. zielführend ist es, morgen oder übermorgen schon einen Urintest zu machen? Wie wahrscheinlich wird da bereits ein richtiges Ergebnis angezeigt?
    Und müsste ich einen speziellen Schwangerschaftstest nehmen? (Bzgl Sensibilität?)

    Liebe Grüße ☺
  • Sehr geehrter Herr Dr. Pavlik!

    Welche Erfahrungen haben Sie gemacht bezüglich Granocyte und Intralipidinfusionen im selben Behandlungszyklus?

    Ich bin 37 Jahre alt, Kinderwunsch seit 2014. Z.n. Frühabort (Spontanschwangerschaft) 2015.
    1. ICSI 7/17 ohne Transfer wegen OHSS Grad 2.
    Kryotransfer 8/17 SET negativ
    Kryotransfer 8/18 SET negativ
    Kryotransfer 9/18 DET negativ
    2. ICSI 9/20 SET negativ
    Kryotransfer 2/21 DET positiv mit missed Abort in der 10. SSW

    Wegen fehlenden Kir-Genen hatten wir bei den letzten beiden Versuchen Granocyte. Wegen den zwei Fehlgeburten und dem rez. Implantationsversagen wurde mir von meiner Klinik vorm nächsten Versuch PID empfohlen. Haben wir gemacht, von 10 Embryonen sind zwei euploide übrig geblieben.
    Außerdem wurde mir Intralipidinfusionen empfohlen. Zwei hatte ich schon im letzten Zyklus, die dritte ist am Transfertag geplant und dann jede Woche bis zum Test und dazu eben Granocyte.

    So und jetzt war ich an ZT 10 beim 1. Ultraschall (Kryotransfer im natürlichen Zyklus) und hatte einen neuen Arzt, der die Idee Granocyte und Intralipidinfusionen gleichzeitig zu verabreichen als kompletten Humbug abgetan hat. Das wäre kontraproduktiv weil die Granocyte die Wirkung der Infusion aufheben würde oder so?

    Habe in einschlägigen Foren im Internet gesucht und immer wieder gelesen, dass das gemeinsame Verabreichen schon möglich ist und auch erfolgreich sein kann.

    Wie sehen Sie das?
    Haben Sie Erfahrungen dazu?

    Ich bedanke mich bereits im Voraus für Ihre Mühe.
  • mirami schrieb: »
    Was für ein tolles Angebot!
    Mein Mann und ich haben Anfang Oktober mit einer IVF gestartet, nachdem wir seit fast 4 Jahren ohne Verhütung vergeblich auf eine Schwangerschaft gewartet haben.

    Wir hatten am 2.11. Entnahme und am 5.11. Transfer mit einer Eizelle. Das heißt wir hängen gerade in der Warteschleife und sind halb wahnsinnig vor Aufregung 🙈😄

    Ich habe somit gerade keine wirkliche Frage, aber finde es großartig, dass es dieses Angebot gibt. Das hätte mir zu einem früheren Zeitpunkt bestimmt sehr geholfen.

    PS: eine Frage hätte ich vielleicht doch: am Donnerstag habe ich Bluttest. Wie sinnvoll bzw. zielführend ist es, morgen oder übermorgen schon einen Urintest zu machen? Wie wahrscheinlich wird da bereits ein richtiges Ergebnis angezeigt?
    Und müsste ich einen speziellen Schwangerschaftstest nehmen? (Bzgl Sensibilität?)

    Liebe Grüße ☺

    Hallo Miriam,
    Diese Frage führt in der Tat leider immer wieder in der täglichen Praxis zu Problemen.

    Die Empfindlichkeit eines Schwangerschaftstests wird üblicherweise auf der Verpackung mit mIU/ml angegeben. Je niedriger dieser Wert desto empfindlicher der Test. Viele der „empfindlichen“ Schwangerschaftstests können das Schwangerschaftshormon im Urin ca. vier Tage vor dem Einsetzten der Periode nachweisen. Im Rahmen der Kinderwunschbehandlung trifft dies ca. 12-14 Tage nach dem Auslösen des Eisprungs zu.

    Trotz dieser modernen Tests empfehle ich jedoch nicht den Test zu früh durchzuführen. Bei einem zu früh durchgeführten Test kann das Ergebnis falsch negativ ausfallen, obwohl sie schwanger sind. Dies führt häufig zu einer unklaren Situation, Enttäuschungen und im schlimmsten Fall auch zum vorzeigten Absetzten der verordneten Medikamente.

    Aus diesem Grund würde ich empfehlen – auch wenn ich weiß, dass es den meisten Frauen schwerfällt – auf das Ergebnis des Bluttests zu warten.

    Viele Grüße und v.a. viel Erfolg!!

    Dr. Roman Pavlik
  • AlbeAlbe

    35

    bearbeitet 16. 11. 2021, 19:36
    Sehr geehrter Herr Dr. Pavlik!

    Ich hatte bereits das große Glück, durch eine ICSI-Behandlung gleich beim ersten Versuch schwanger geworden zu sein. Notwendig war die Behandlung, weil die Morphologie der Spermien (wahrscheinlich verursacht durch eine Varikozele) eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege sehr unwahrscheinlich gemacht hätte.

    Meine Tochter ist nun fast 8 Monate alt, ich stille nur noch teilweise und habe bereits wieder meine Periode. Da wir uns noch ein zweites Kind wünschen, würde ich aufgrund meines Alters (38) gerne möglichst bald mit einem Kryo-Versuch starten.

    Kann ich damit erst beginnen, wenn mein Zyklus wieder regelmäßig ist? Ab wie vielen Monaten gilt ein Zyklus denn als "regelmäßig"? Müsste ich meine Tochter vor der Behandlung schon voll abgestillt haben?

    Vielen Dank im Voraus!
  • Sehr geehrter Dr. Pavlik!

    Ich hatte im September meine erste IVF, die vorerst auch geklappt hatte, aber dann wurde in der 8 SSW ein Windei diagnostiziert.

    Ich hatte dieses Wochenende meinen medikamentösen Abbruch.
    Ich habe nun einige Fragen die mir im Kopf umschwirren

    1.) Kann man gleich nach der Abbruchblutung starten oder ist es üblich eine Regelblutung abzuwarten?

    2.) Ich habe Angst vor dem nächsten Transfer, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass es sich gleich nochmal einnistet (die Ärztin meinte es ist ein gutes Zeichen, dass meine Gebärmutter es gleich aufgenommen hat) bzw. wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines nochmaligen Windei´s?

    3.) Wie oben erwähnt hatte ich am Freitag die Abbruchblutung, nun sind die Blutungen schon sehr leicht, ab wann darf man wieder Geschlechtsverkehr haben?
  • Lavazza1984 schrieb: »
    Sehr geehrter Herr Dr. Pavlik!

    Welche Erfahrungen haben Sie gemacht bezüglich Granocyte und Intralipidinfusionen im selben Behandlungszyklus?

    Ich bin 37 Jahre alt, Kinderwunsch seit 2014. Z.n. Frühabort (Spontanschwangerschaft) 2015.
    1. ICSI 7/17 ohne Transfer wegen OHSS Grad 2.
    Kryotransfer 8/17 SET negativ
    Kryotransfer 8/18 SET negativ
    Kryotransfer 9/18 DET negativ
    2. ICSI 9/20 SET negativ
    Kryotransfer 2/21 DET positiv mit missed Abort in der 10. SSW

    Wegen fehlenden Kir-Genen hatten wir bei den letzten beiden Versuchen Granocyte. Wegen den zwei Fehlgeburten und dem rez. Implantationsversagen wurde mir von meiner Klinik vorm nächsten Versuch PID empfohlen. Haben wir gemacht, von 10 Embryonen sind zwei euploide übrig geblieben.
    Außerdem wurde mir Intralipidinfusionen empfohlen. Zwei hatte ich schon im letzten Zyklus, die dritte ist am Transfertag geplant und dann jede Woche bis zum Test und dazu eben Granocyte.

    So und jetzt war ich an ZT 10 beim 1. Ultraschall (Kryotransfer im natürlichen Zyklus) und hatte einen neuen Arzt, der die Idee Granocyte und Intralipidinfusionen gleichzeitig zu verabreichen als kompletten Humbug abgetan hat. Das wäre kontraproduktiv weil die Granocyte die Wirkung der Infusion aufheben würde oder so?

    Habe in einschlägigen Foren im Internet gesucht und immer wieder gelesen, dass das gemeinsame Verabreichen schon möglich ist und auch erfolgreich sein kann.

    Wie sehen Sie das?
    Haben Sie Erfahrungen dazu?

    Ich bedanke mich bereits im Voraus für Ihre Mühe.

    Hallo frau Lavazza19842,

    Diese Frage ist leider nicht einfach zu beantworten.

    Als behandelnde Ärzte stehen wir immer zwischen dem Dilemma auf der einen Seite Patientinnen eine Therapie-Option anbieten zu wollen und auf der anderen Seite die wissenschaftliche Kenntnis und Leitlinien in diesem Kontext nicht zu ignorieren.

    Allein ihre Vorgeschichte macht es schwer sich auf konkrete wissenschaftliche Erkenntnis zu beziehen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert das Vorkommen von 3 aufeinanderfolgenden Abort als „wiederholte Spontanaborte“. Da die deutsch/österreichische Leitlinie diese Definition heranzieht, sollten entsprechende Therapieoptionen – auch wenn dies für die einzelne Patientin sehr schwierig nachzuvollziehen ist - erst nach dem 3. Abort empfohlen werden.

    Zu dem Punkt rezidivierendes Implantationsversagen schaut die Lage derzeit noch sehr unbefriedigend aus. Leider steht uns noch keine einheitliche und v.a. sinnvolle Definition des rezidivierenden Implantationsversagens zur Verfügung, auf die sich vergangen, aber v.a. auch zukünftige Studien beziehen könnten.

    Somit ist nicht verwunderlich, dass viele Fragen im Zusammenhang mit einer Granocyte oder Intralipid Therapie (Dosierung, Dauer der Behandlung usw.) derzeit nicht eindeutig geklärt sind. Eine entsprechende Gabe dieser Präparate sollte nach Vorgaben der bestehenden Leitlinie nur unter Studienbedingen erfolgen.

    Es gibt sicherlich gute Gründe die eine oder andere Therapie in Erwägung zu ziehen. Da die Datenlage uns derzeit keine eindeutige Empfehlung liefern kann, bleibt dies eine individuelle Entscheidung zwischen Ihnen und Ihrem behandelnden Arzt. Aufgrund dieser unklaren Situation würde ich dringend empfehlen auch die Nebenwirkungen dieser Behandlungsformen klar mit Ihrem Arzt zu besprechen. Denn im Zweifel müssen sie - bei einer nicht nachgewiesen Wirksamkeit der Therapie - mit diesen umgehen.
    Aus diesen Gründen wäre ich v.a. mit einer Kombinationstherapie derzeit sehr zurückhaltend.

    Viele Grüße und viel Erfolg für Ihre weiter Behandlung!

    Dr. Roman Pavlik
    Lavazza1984
  • Hallo Herr Dr. Pavlik

    Nach Jahrerlanger Kinderwunschbehandlung, hat es sich herrausgestellt, bei der Immunulogischen Untersuchung, dass meine TH1 Zellen erhöht sind und ich das IG Vena brauche.
    Das IG Vena mussten wir selbst zahlen, ich brauchte die Infusionen bis zur 32SSW, also sehr kostenspielig, abgesehen davon was uns die vorherigen Untersuchungen gekostet haben.
    Zu meiner Frage, sehen sie die Möglichkeit, dass die Krankenkassen irgendwann die Kosten für das IG Vena übernehmen?
    Bei uns wurde es damals abgelehnt mit der Begründung, dass es nicht Wissenschaflich erwiesen ist, dass die Infusionen helfen.

  • Albe schrieb: »
    Sehr geehrter Herr Dr. Pavlik!

    Ich hatte bereits das große Glück, durch eine ICSI-Behandlung gleich beim ersten Versuch schwanger geworden zu sein. Notwendig war die Behandlung, weil die Morphologie der Spermien (wahrscheinlich verursacht durch eine Varikozele) eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege sehr unwahrscheinlich gemacht hätte.

    Meine Tochter ist nun fast 8 Monate alt, ich stille nur noch teilweise und habe bereits wieder meine Periode. Da wir uns noch ein zweites Kind wünschen, würde ich aufgrund meines Alters (38) gerne möglichst bald mit einem Kryo-Versuch starten.

    Kann ich damit erst beginnen, wenn mein Zyklus wieder regelmäßig ist? Ab wie vielen Monaten gilt ein Zyklus denn als "regelmäßig"? Müsste ich meine Tochter vor der Behandlung schon voll abgestillt haben?

    Vielen Dank im Voraus!

    Guten Tag Frau Albe,

    freut mich das die Behandlung geklappt hat! Herzlichen Glückwunsch!

    Im Allgemeinen raten wir unseren Patientinnen 1 bis 2 Monate vor einer geplanten Kinderwunschbehandlung abzustillen. Allerdings ist dies nicht zwingend notwendig.

    Es ist möglich auch in der Stillphase eine Schwangerschaft herbeizuführen. Jedoch können hier Faktoren wie z.B. ein erhöhter Prolaktin-Spiegel die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung ggf. reduzieren. Auch die Entscheidung, ob eine medikamentöse Vorbehandlung notwendig ist, sollte mitberücksichtigt werden. Zahlreiche Medikamente können hierbei über die Muttermilch auf ihr Kind weitergegeben werden.

    Zu Ihren Fragen:
    Kann ich damit erst beginnen, wenn mein Zyklus wieder regelmäßig ist? Nein. Sie können auch mit einer Behandlung unabhängig vom Zyklus beginnen. Jedoch wird es dann notwendig sein Medikamente einzusetzen, die wie oben beschrieben ggf. über die Muttermilch auf ihr Kind übertragen werden können. Hier würde empfehle sich mit ihrem behandelnden Kinderwunschzentrum in Verbringung zu setzten, um die unterschiedlichen Behandlungsoptionen zu besprechen.

    Ab wie vielen Monaten gilt ein Zyklus denn als "regelmäßig"? Wenn die Periode 2-3 Monate in folge wieder in einem gewohnten Rhythmus kommt.

    Müsste ich meine Tochter vor der Behandlung schon voll abgestillt haben? Dies ist nicht zwingend notwendig. Auch hier rate ich vorab sich mit ihrem Kinderwunschzentrum in Verbindung zu setzten.

    Viele Grüße und alles Gute für den weiteren Versuch!

    Dr. Roman Pavlik
  • annam schrieb: »
    Sehr geehrter Dr. Pavlik!

    Ich hatte im September meine erste IVF, die vorerst auch geklappt hatte, aber dann wurde in der 8 SSW ein Windei diagnostiziert.

    Ich hatte dieses Wochenende meinen medikamentösen Abbruch.
    Ich habe nun einige Fragen die mir im Kopf umschwirren

    1.) Kann man gleich nach der Abbruchblutung starten oder ist es üblich eine Regelblutung abzuwarten?

    2.) Ich habe Angst vor dem nächsten Transfer, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass es sich gleich nochmal einnistet (die Ärztin meinte es ist ein gutes Zeichen, dass meine Gebärmutter es gleich aufgenommen hat) bzw. wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines nochmaligen Windei´s?

    3.) Wie oben erwähnt hatte ich am Freitag die Abbruchblutung, nun sind die Blutungen schon sehr leicht, ab wann darf man wieder Geschlechtsverkehr haben?

    Hallo Frau Annam,

    Zur Ihren Fragen:

    1) Im allgemein empfehlen wir vor nach einem Abort 2 bis 3 Monatsblutungen abzuwarten.

    2) Ihre behandelnde Ärztin hat sicherlich damit recht, dass die stattgefunden Einnistung grundsätzlich positiv zu bewerten ist. Allerdings ist dies keine Garantie dafür, dass der nächste Versuch funktionieren wird. Die genauen Ursachen für die Entstehung des Windeies konnten bisher noch nicht geklärt werden. Man geht davon aus, dass unter anderem Abweichungen der Chromosomen, genetisch bedingte Schäden, Vergiftungen oder Krankheiten hierfür verantwortlich sind. Bei durchschnittlich jeder 20. Einnistung kommt es zu diesem Problem. Das Wiederholungsrisiko hängt demnach davon ab, welche Ursache bei Ihnen zugrunde liegt. Da die Ursache häufig nicht bestimmt werden kann, ist eine realistische Abschätzung schwierig zu treffen.

    3) Solange eine Blutung nach der Fehlgeburt noch andauert, ist das Infektionsrisiko leicht erhöht. In dieser Zeit empfehlen wir auf ungeschützten Geschlechtsverkehr zu verzichten. Sobald die Blutungen aufgehört haben spricht nichts – zumindest aus Sicht des o.g. Infektionsrisikos –gegen ungeschützten Geschlechtsverkehr.

    Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Erfolg für Ihre weiteren Behandlungen.

    Viele Grüße
    Dr. Roman Pavlik
    annam
  • _mimi_ schrieb: »
    Hallo Herr Dr. Pavlik

    Nach Jahrerlanger Kinderwunschbehandlung, hat es sich herrausgestellt, bei der Immunulogischen Untersuchung, dass meine TH1 Zellen erhöht sind und ich das IG Vena brauche.
    Das IG Vena mussten wir selbst zahlen, ich brauchte die Infusionen bis zur 32SSW, also sehr kostenspielig, abgesehen davon was uns die vorherigen Untersuchungen gekostet haben.
    Zu meiner Frage, sehen sie die Möglichkeit, dass die Krankenkassen irgendwann die Kosten für das IG Vena übernehmen?
    Bei uns wurde es damals abgelehnt mit der Begründung, dass es nicht Wissenschaflich erwiesen ist, dass die Infusionen helfen.

    Hallo Frau _mimi

    Leider ist es nicht zu erwarten, dass die Krankenkassen die Behandlungskosten für IG Vena in absehbarer Zeit übernehmen werden. Dennoch rate ich immer sich bzgl. einer möglichen Kostenübernahme mit der Krankenkasse vor einer entsprechenden Behandlung – wie in ihrem Fall - in Verbindung zu setzten.

    Viele Grüße

    Dr. Roman Pavlik
  • Sehr geehrter Herr Dr Pavlik,
    nach 2,5 Jahren Kinderwunsch und der 3. Frauenärztin wurde bei einer Bauchspiegelung leichte Endometriose und ein nicht ganz durchlässiger Eileiter diagnostiziert. Somit entschieden wir uns Anfang 2021 für eine Kinderwunschbehandlung.
    In insgesamt 3 Versuchen habe ich 59 Eier produziert und nur einen Transfer am 3. Tag und einen Blastozysten-Transfer am 5. Tag gehabt (es blieben nie Eizellen für eine Kryo übrig). Auch wenn es keinen "Namen" für mein Problem gibt, ist es offensichtlich dass ich Probleme mit meinen Eizellen habe. Die wenigsten sind reif und dann bleiben sie in der Entwicklung stehen.
    Die Ärzte in der Klinik können uns laut deren Meinung nicht mehr recht helfen. Meine Frage daher, kennen Sie ähnliche Fälle wie den meinigen und wenn ja, gibt es etwas, das schlussendlich geholfen hat?

    Vielen Dank für Ihre Meinung!
  • Hallo Herr Dr. Pavlik,

    bei mir wurden leicht erhöhte Killerzellen bei der Biopsie der Gebärmutterschleimhaut festgestellt. Die Untersuchung wurde am falschen Zyklustag gemacht. Genau am Tag des Eisprungs. Ist es korrekt, dass die Killerzellen dann hoch gerechnet werden müssen?

    Mein Befund der immunologischen Tagesklinik war in Ordnung. Mir wurde für die erhöhten Killerzellen igVena vorgeschlagen. Warum gibt man in diesem Fall igVena und nicht Intralipid? Von den Kosten her ist das ein enormer Unterschied 🤔

    Ich werde in 2 Monaten leider schon 40. Mein AMH Wert im April war 1,60 und jetzt nach 2 ICSI leider nur noch 0,50 🥺 ich war sehr schockiert wie schnell der Wert sinkt. Gibt es hier überhaupt noch eine realistische Chance es mit noch einer ICSI zu versuchen?

    Vielen Dank für Ihre Antwort!

    Liebe Grüße
  • Sehr geehrter Herr Dr Pavlik!

    Ich leide unter PCO und nehme Gesdine, Metformin und Duphaston.
    Nach dem Clomifen bei mir keine Wirkung gezeigt hat, wurde mir Letrozol und Estrofem verschrieben, aber wirken diese 2 Präparate nicht „gegen“ einander, da Letrozol als Aromatasehemmer die Umwandlung von Testosteron und Androstendion in Östrogen verhindern soll?

    Könnte bei den folgenden Werten eventuell auch late onsite AGS vorliegen neben PCO? Mein Blutbefund wurde am 5.ZT erstellt:
    17- Hydroxy Progesteron: 1,11 ng/ml
    Testosteron: 0,38 ng/ml
    Bioverf. Testosteron: 0,16 ng/ml
    Androstendion: 1,99 ng/ml
    SHBG : 33,1 nmol/L
    DHEA-S : 2,90 ug/ml
    Prolaktin: 10,5 ng/ml
    Progesteron: 0,10 ng/ml

    Ich danke Ihnen im Voraus für Ihre Zeit!
    Liebe Grüße
  • Hallo Herr Dr. Pavlik,

    ich bin aktuell in der 38. Woche mit meinem ICSI-Wunder schwanger (1. Versuch). Leider konnten vom 1. Versuch keine EZ kryokonserviert werden. Da wir aus heutiger Sicht relativ rasch an unserem 2. Kind basteln möchten, ist meine Frage, wann sie denn raten würden, frühestens wieder mit einer Hormonbehandlung zu starten? Wir sind realistisch und gehen nicht davon aus, dass wir nochmal solches Glück haben werden und möchten daher nicht zu viel Zeit verstreichen lassen. Aktuell wäre unser Plan im Mai/Juni 2022 mit einem Versuch zu starten. Ist das zu Früh?

    Vielen Dank im Voraus!
  • Viennagirl87 schrieb: »
    Hallo Herr Dr. Pavlik,

    ich bin aktuell in der 38. Woche mit meinem ICSI-Wunder schwanger (1. Versuch). Leider konnten vom 1. Versuch keine EZ kryokonserviert werden. Da wir aus heutiger Sicht relativ rasch an unserem 2. Kind basteln möchten, ist meine Frage, wann sie denn raten würden, frühestens wieder mit einer Hormonbehandlung zu starten? Wir sind realistisch und gehen nicht davon aus, dass wir nochmal solches Glück haben werden und möchten daher nicht zu viel Zeit verstreichen lassen. Aktuell wäre unser Plan im Mai/Juni 2022 mit einem Versuch zu starten. Ist das zu Früh?

    Vielen Dank im Voraus!

    Das interessiert mich auch ❤️
    Babymädchen ist 8 Wochen alt, nichts kryokonserviert.
    Weiteres Kind eventuell erwünscht.
    Immerhin Dauer ja vieles auch über etwas (etwaige Untersuchungen wie erneuetes Spermiogramm, etwaige Untersuchung in der immunoligischen Tagesklinik).
    ....
  • yasrie schrieb: »
    Sehr geehrter Herr Dr Pavlik,
    nach 2,5 Jahren Kinderwunsch und der 3. Frauenärztin wurde bei einer Bauchspiegelung leichte Endometriose und ein nicht ganz durchlässiger Eileiter diagnostiziert. Somit entschieden wir uns Anfang 2021 für eine Kinderwunschbehandlung.
    In insgesamt 3 Versuchen habe ich 59 Eier produziert und nur einen Transfer am 3. Tag und einen Blastozysten-Transfer am 5. Tag gehabt (es blieben nie Eizellen für eine Kryo übrig). Auch wenn es keinen "Namen" für mein Problem gibt, ist es offensichtlich dass ich Probleme mit meinen Eizellen habe. Die wenigsten sind reif und dann bleiben sie in der Entwicklung stehen.
    Die Ärzte in der Klinik können uns laut deren Meinung nicht mehr recht helfen. Meine Frage daher, kennen Sie ähnliche Fälle wie den meinigen und wenn ja, gibt es etwas, das schlussendlich geholfen hat?

    Vielen Dank für Ihre Meinung!

    Sehr geehrte Frau Yasrie,
    Es tut mir leid, dass Ihre Behandlungen bis dato noch nicht zum Ziel geführt haben.

    Zudem ist es für mich schwierig Ihnen eine konkrete Antwort zu geben. Wir sehen immer wieder Patientinnen, die ein ähnliches Schicksal erleiden müssen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Neben eine – wie bei Ihnen angedeutete – verminderte Eizellqualität, kann auch eine verminderte Samenqualität oder Probleme im Rahmen der Stimulations-Behandlung für ein derartiges Ergebnis verantwortlich sein.

    Dem entsprechend können die Lösungen sehr unterschiedlich ausfallen. Ohne genaue Details zu Ihrer Behandlung ist somit schwierig ihnen eine Empfehlung auszusprechen.

    Viele Grüße

    Dr. Roman Pavlik
  • Sternchen82 schrieb: »
    Hallo Herr Dr. Pavlik,

    bei mir wurden leicht erhöhte Killerzellen bei der Biopsie der Gebärmutterschleimhaut festgestellt. Die Untersuchung wurde am falschen Zyklustag gemacht. Genau am Tag des Eisprungs. Ist es korrekt, dass die Killerzellen dann hoch gerechnet werden müssen?

    Mein Befund der immunologischen Tagesklinik war in Ordnung. Mir wurde für die erhöhten Killerzellen igVena vorgeschlagen. Warum gibt man in diesem Fall igVena und nicht Intralipid? Von den Kosten her ist das ein enormer Unterschied 🤔

    Ich werde in 2 Monaten leider schon 40. Mein AMH Wert im April war 1,60 und jetzt nach 2 ICSI leider nur noch 0,50 🥺 ich war sehr schockiert wie schnell der Wert sinkt. Gibt es hier überhaupt noch eine realistische Chance es mit noch einer ICSI zu versuchen?

    Vielen Dank für Ihre Antwort!

    Liebe Grüße

    Hallo Sternchen82,

    Unter gewissen Umständen (z.B. bei einer Neigung zu wiederholten Aborten oder nach mehrfachen Embryonen-Transfer von guter Qualität im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung) kann eine Biopsie der Gebärmutterschleimhaut aus diagnostischen und therapeutischen Gründen sinnvoll sein.

    Bei manchen Frauen kann ein „überaktives” Immunsystem der Grund dafür sein. Eine Untersuchung hierfür ist die Bestimmung von natürlichen Killerzellen in der Gebärmutterschleimhaut. Für ein repräsentatives Ergebnis, welches das potentielle Zeitfenster der Einnistung des Embryos umfasst, wird die Entnahme zwischen den 19.-22. Zyklustag bzw. 5-8 Tage nach dem Eisprung empfohlen. Da sich die Anzahl der natürlichen Killerzellen im Rahmen des Zyklus ändern kann, sollte der oben genannte Zeitraum eingehalten werden, um eine vernünftige Aussage treffen zu können.

    Zur Therapie: Natürlich wäre es möglich auch eine Intralipd-Therapie anzubieten. Es gibt Hinweise, dass Lipidlösungen die natürlichen Killerzellen unterdrücken können. Ebenso gibt es erste internationale Studien, welche eine gute Lebendgeburtenrate nach Intralipidgabe bei Frauen mit einer entsprechenden Vorgeschichte aufweisen.
    Die Entscheidung – Intralipid vs. IgVena – hängt von ihrem behandelnden Arzt ab. Aufgrund der Behandlungskosten und potentiellen Nebenwirkungen tendiere ich persönlich eher zum Intralipid. Jedoch haben beide Behandlungsformen derzeit noch nicht abschließend und in jeder Hinsicht überzeugend ihre Wirksamkeit unter Beweis gestellt.

    Das Anti-Müllerhormon (AMH) kann durchaus schwanken. Nicht selten sehen wir in zwei zeitlich kurz aufeinander folgende Messungen deutliche Unterschiede in den Messergebnissen. Dies ist nicht immer auf eine verminderte Eierstocks-Reserve zurückzuführen. Ich würde ihnen Raten den Befund nochmals mit Ihrem Arzt zu besprechen, ihn ggf. nochmals zu wiederholen und v.a. den Wert im Kontext eines Ultraschallbefundes (Stichwort: Anzahl der messbaren Follikel) zu bewerten.

    Viele Grüße

    Dr. Roman Pavlik
  • little_star schrieb: »
    Sehr geehrter Herr Dr Pavlik!

    Ich leide unter PCO und nehme Gesdine, Metformin und Duphaston.
    Nach dem Clomifen bei mir keine Wirkung gezeigt hat, wurde mir Letrozol und Estrofem verschrieben, aber wirken diese 2 Präparate nicht „gegen“ einander, da Letrozol als Aromatasehemmer die Umwandlung von Testosteron und Androstendion in Östrogen verhindern soll?

    Könnte bei den folgenden Werten eventuell auch late onsite AGS vorliegen neben PCO? Mein Blutbefund wurde am 5.ZT erstellt:
    17- Hydroxy Progesteron: 1,11 ng/ml
    Testosteron: 0,38 ng/ml
    Bioverf. Testosteron: 0,16 ng/ml
    Androstendion: 1,99 ng/ml
    SHBG : 33,1 nmol/L
    DHEA-S : 2,90 ug/ml
    Prolaktin: 10,5 ng/ml
    Progesteron: 0,10 ng/ml

    Ich danke Ihnen im Voraus für Ihre Zeit!
    Liebe Grüße

    Hallo little_star75,

    In der Tat hemmt der Aromatasehemmer Letrozol die Synthese von Östrogenen. Damit erzeugt - im Gegensatz zu Clomifen – Letrozol einen „echten“ Östrogenmangel. Dieser Östrogenmangel führt zu einer eine Gegenregulation (vermehret Ausschüttung von dem Follikel stimulierenden Hormons FSH) in der Hypophyse (ein Teil des Gehirns) auslöst. Eine zusätzliche Gabe von Östrogen würde diesen Effekt wieder abschwächen bzw. aufheben. Das FSH ist jedoch notwendig, um eine Eizellreifung beim PCOS herbeizuführen. Somit könnte das zusätzlich verordnetet Estrofem hier die Wirkung von Letrozol vermindern.

    Das nicht-klassische („late-onset“) Adrenogenitalen Syndrom (AGS) wird überwiegend durch einen „milden“ Gendefekt im 21-Hydroxylase-Gen verursacht. Dies äußert sich bei erwachsenen Frauen u.a. mit einer vermehrten körperlichen Behaarung, Zyklusstörungen, tiefer Stimmlage und Akne.

    Diagnostisch ist häufig das 17-OH-Progesteron leicht im Blut (> 2ng/ml) erhöht. Erst nach einem -Stimulationstest mit ACTH kommt es zu einem typischen, sehr deutlichen Anstieg
    von 17-OH-Progesteron. Die endgültige Diagnose erfolgt dann mittels einer genetischen Analyse.

    Ihr vorliegendes Blutergebnis deutet eher nicht auf eine AGS hin. Jedoch kann ein „normaler“ 17-OH-Progesteron-Werte ein late onset-AGS nicht ausschließen. Wenn bei Ihnen die oben genannten klinischen Zeichen eine Rolle spielen, empfehle ich Ihnen diese mit ihrem behandelnden Arzt nochmals zu besprechen, um mögliche weitere diagnostische Schritte in Erwägung zu ziehen.

    Viele Grüße

    Dr. Roman Pavlik
  • bearbeitet 2. 12. 2021, 12:30
    Hallo Hr. Dr. Pavlik!

    Im Dez. 2018 habe ich die Pille abgesetzt, da es länger nicht geklappt hatte, wurde im Mai 2019 eine Eileiterdurchgängigkeitsprüfung (Hycosi) in einer Kiwu Klinik gemacht. Der Befund lautete beide Eileiter verzögert durchlässig. Mir wurde dann erklärt, dass sich vermutlich ein Schleim in den Eileitern abgelegt hatte und eventuell konnte dieser jetzt ausgespült worden sein. Was soll ich sagen, in dem Zyklus wurde ich dann auch direkt schwanger und unsere Maus ist mittlerweile 10 Monate alt. Wir verhüten weiterhin nicht, da wir ein gerne bald ein zweites Kind möchten und hatten irgendwie die Hoffnung, dass es diesmal ohne Behandlung funktionieren könnte. Meine Periode habe ich seit gut 6-7 Monaten wieder regelmäßig (alle 28-30 Tage). Leider bis dato ohne erneute Schwangerschaft und schön langsam sind wir am überlegen ob ich vielleicht wieder nur mittels einer Eileiterdurchgängigkeitsprüfung schwanger werden könnte.

    Wie sind diesbezüglich Ihre Erfahrungen? Kann sich dieser Schleim wieder abgelegt haben und macht eine erneute Prüfung sind? Bzw hatten Sie schon solche Erfahrungen mit Patienten?

    Glg.
  • Sehr geehrter Herr Dr. Pavlik,

    mein Mann und ich versuchen jetzt seit rd. 2 Jahren schwanger zu werden.
    Nachdem es die ersten Monate nicht geklappt hat, bin ich zur Gynäkologin, die dann eine riesige Zyste am linken Eierstock diagnostiziert hat.
    Die Einschätzung war, dass die Zyste operativ entfernt werden muss. Sie ist dann aber glücklicherweise noch vorm OP-Termin von selbst geplatzt.

    Nach ein paar Monaten Pause haben wir es weiter versucht. Weiterhin ohne Erfolg.
    Der Hormonstatus hat dann den Verdacht bestätigt - leider PCOS.
    Zur Info: ich bin nicht übergewichtig - BMI von 19,5. Auch ist mein Testo-Wert ist nicht erhöht, lediglich das Anti-Müller Hormon und das Verhältnis zwischen LH und FSH stimmen nicht.

    Das Spermiogramm meines Mannes ist soweit iO (Morphologie nicht optimal, aber Menge und Geschwindigkeit stark überdurchschnittlich).

    Nach drei Versuchen mit Clomifen und drei Versuchen mit Puregon (inkl. Spritze zur ES Auslösung, Arefam und GV nach Plan) hat es leider immer noch nicht geklappt.

    Follikel hatte ich jedes Mal einen und auch die Gebärmutterschleimhaut war schön aufgebaut.

    Nächster Schritt wäre laut Ärztin wohl IVF. Ich bin allerdings am überlegen, vorab noch eine Überprüfung der Eileiter-Durchlässigkeit (mit Bauspiegelung) machen zu lassen. Insbesondere auch da ich seit der Zyste vor knapp 1,5 Jahren immer noch leichte Schmerzen am linken Eierstock habe. Auch ist der linke Eierstock im US kaum zu sehen, da er sich infolgedessen oberhalb der Gebärmutter positioniert hat.

    Was ist Ihre Einschätzung - ist eine Bauchspiegelung sinnvoll?

    Besten Dank und liebe Grüße
    Katharina (28 J.)
  • Blümchen94 schrieb: »
    Hallo Hr. Dr. Pavlik!

    Im Dez. 2018 habe ich die Pille abgesetzt, da es länger nicht geklappt hatte, wurde im Mai 2019 eine Eileiterdurchgängigkeitsprüfung (Hycosi) in einer Kiwu Klinik gemacht. Der Befund lautete beide Eileiter verzögert durchlässig. Mir wurde dann erklärt, dass sich vermutlich ein Schleim in den Eileitern abgelegt hatte und eventuell konnte dieser jetzt ausgespült worden sein. Was soll ich sagen, in dem Zyklus wurde ich dann auch direkt schwanger und unsere Maus ist mittlerweile 10 Monate alt. Wir verhüten weiterhin nicht, da wir ein gerne bald ein zweites Kind möchten und hatten irgendwie die Hoffnung, dass es diesmal ohne Behandlung funktionieren könnte. Meine Periode habe ich seit gut 6-7 Monaten wieder regelmäßig (alle 28-30 Tage). Leider bis dato ohne erneute Schwangerschaft und schön langsam sind wir am überlegen ob ich vielleicht wieder nur mittels einer Eileiterdurchgängigkeitsprüfung schwanger werden könnte.

    Wie sind diesbezüglich Ihre Erfahrungen? Kann sich dieser Schleim wieder abgelegt haben und macht eine erneute Prüfung sind? Bzw hatten Sie schon solche Erfahrungen mit Patienten?

    Glg.

    Hallo Blümchen94,

    Vielen Dank für diese Frage, die in der Tat viele Frauen beschäftigt.

    Die Eileiterspülung mittel Kontrastmittel wurde ursprünglich in der Kinderwunschbehandlung als diagnostischer Test zur Beurteilung der Eileiterdurchgängigkeit eingeführt. Zur Darstellung der Eileiterdurchgängigkeit werden im deutschsprachigen Raum vorwiegend die Hysterosalpingo-Kontrastsonographie (HyCoSy), die Hysterosalpingo-Schaumsonographie (HyFoSy) und die Laparoskopie mit Farbstofftest eingesetzt. Bei all diesen Verfahren wird ein Kontrastmittel in die Gebärmutter verabreicht, welches dann über die Eileiter in den Bauchraum gelangt. Schon seit mehreren Jahren wird diskutiert, ob diese Spülung der Eileiter auch eine therapeutische Wirkung besitzt. Neben ein mechanisches Ablösen von Ablagerungen oder Schleimpfropfen könnten auch immunologische Effekte auf die Gebärmutterschleimhaut für einen therapeutischen Effekt sprechen.

    Obwohl der genaue Wirkungsmechanismus nicht genau geklärt konnten mehrere Studien zeigen, dass eine Eileiterspülung auch einen gewissen positiven Effekt auf die Eileiterdurchgängigket aufweist.

    In ihrem Fall wäre es zu überlegen, eine erneute Untersuchung durchzuführen. Sollte sich jedoch nach der Überprüfung der Eileiter keine Schwangerschaft einstellten (3-6 Monate), würde ich eine weiter Behandlung in einem Kinderwunschzentrum empfehlen.

    Viele Grüße

    Dr. Roman Pavlik
  • Kathi93 schrieb: »
    Sehr geehrter Herr Dr. Pavlik,

    mein Mann und ich versuchen jetzt seit rd. 2 Jahren schwanger zu werden.
    Nachdem es die ersten Monate nicht geklappt hat, bin ich zur Gynäkologin, die dann eine riesige Zyste am linken Eierstock diagnostiziert hat.
    Die Einschätzung war, dass die Zyste operativ entfernt werden muss. Sie ist dann aber glücklicherweise noch vorm OP-Termin von selbst geplatzt.

    Nach ein paar Monaten Pause haben wir es weiter versucht. Weiterhin ohne Erfolg.
    Der Hormonstatus hat dann den Verdacht bestätigt - leider PCOS.
    Zur Info: ich bin nicht übergewichtig - BMI von 19,5. Auch ist mein Testo-Wert ist nicht erhöht, lediglich das Anti-Müller Hormon und das Verhältnis zwischen LH und FSH stimmen nicht.

    Das Spermiogramm meines Mannes ist soweit iO (Morphologie nicht optimal, aber Menge und Geschwindigkeit stark überdurchschnittlich).

    Nach drei Versuchen mit Clomifen und drei Versuchen mit Puregon (inkl. Spritze zur ES Auslösung, Arefam und GV nach Plan) hat es leider immer noch nicht geklappt.

    Follikel hatte ich jedes Mal einen und auch die Gebärmutterschleimhaut war schön aufgebaut.

    Nächster Schritt wäre laut Ärztin wohl IVF. Ich bin allerdings am überlegen, vorab noch eine Überprüfung der Eileiter-Durchlässigkeit (mit Bauspiegelung) machen zu lassen. Insbesondere auch da ich seit der Zyste vor knapp 1,5 Jahren immer noch leichte Schmerzen am linken Eierstock habe. Auch ist der linke Eierstock im US kaum zu sehen, da er sich infolgedessen oberhalb der Gebärmutter positioniert hat.

    Was ist Ihre Einschätzung - ist eine Bauchspiegelung sinnvoll?

    Besten Dank und liebe Grüße
    Katharina (28 J.)

    Hallo Kathi93,

    In Ihrem Fall gibt es gute Argumente für beide Vorgehensweisen –einerseits direkt mit einer IVF Behandlung fortzufahren oder anderseits zunächst eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchzuführen.

    Zu einer Kinderwunschabklärung sollte die Durchgängigkeitsprüfung der Eileiter nicht fehlen (außer es sprechen andere klare Gründe gegen diese Diagnostik). Zudem berichten Sie über Schmerzen im Zusammenhang mit der damaligen Zyste im Bereich des Eierstocks. Diese Schmerzen als auch die „neue Positionierung“ des Eierstocks im Ultraschall könnten auf Verwachsungen hindeuten, welche wiederum operative (Bauchspiegelung) behandelt werden könnten.

    Jedoch ist so ein Eingriff auch mit Risiken verbunden, die einem bewusst sein müssen. Möchte man dieses Risiko nicht eingehen, wäre es durchaus vertretbar direkt mit einer IVF Behandlung zu beginnen. Hierfür spricht auch, dass sie schon über 2 Jahre versuchen gezielt schwanger zu werden.

    Falls die Schmerzen im Vordergrund stehen sollten, würde ich persönlich eher zu operativen Bauchspiegelung neigen. Hierdurch wäre es möglich nicht nur die Durchgängigkeit der Eilert zu prüfen, sondern möglicherweise auch die Ursache der Schmerzen zu beseitigen.

    Ich wünsche ihnen viel Erfolg auf dem Weg zum eigenen Kind.

    Viele Grüße

    Dr. Roman Pavik
  • Guten Abend Herr Dr. Pavik,

    ich wollte Sie gerne um Ihre Meinung bitten.

    Wir sind jetzt seit August 2020 am Basteln. Ich war noch nie schwanger.
    Bei mir wurde schon eine eileiterspülung per bauchspiegelung gemacht (wegen früherer Blinddarm op) alles in Ordnung - auch bei meinem Freund.

    Unser Hinderniss sind hierbei anscheinend nur meine hormone. Mein zyklus ist in Ordnung ich habe monatlich meinen eisprung mit passender gebärmutterschleimhaut war diesen zyklus bei 8mm nach spontanen eisprung. Laut Ärzte sehr gut für diesen ZT gewesen.

    Ich habe einen niedrigen progesteronwert und zu hohe testosteronwerte.
    Gegen testosteron nehme ich gesdine die werte haben sich auch schon verbessert.
    Sonst nehme ich noch vitamin D omega 3 und Frauenmantel plus (mönchspfeffer usw.)

    Ich habe leider öfter eine schmierblutung wegen des progesteronmangels. Mein östrogen ist auch nicht gerade gut..
    Zusätzlich seit diesen eisprung wieder arefam 2 kapseln vor schlafen gehen..

    Wir haben schon einen clomifenzyklus hinter uns auch schon 4 mal den ES mittels Spritze ausgelöst. Leider nichts gebracht. Im Januar möchte meine Ärzte wieder mit clomifen + auslösen und arefam versuchen..

    Haben Sie noch einen Vorschlag was wir versuchen können?

    Ich bin noch nicht in einer Klinik aber mein hauptarzt hat viel Erfahrung auf dem Gebiet kinderwunsch und ich fühle mich auch sehr wohl bei ihm...

    Ich wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
  • Guten Morgen Herr Dr. Pavik,

    mein Mann und ich versuchen seit knapp 1 1/2 Jahren schwanger zu werden.

    Bei mir wurde leichtes PCO festgestellt und jetzt auch noch eine Schilddrüsenunterfunktion. Ich nehme seit 3 Monaten Euthyrox 50mg.
    Die Spermien meines Mannes wurden auch untersucht & es ist alles in bester Ordnung.

    Meine Periode kommt regelmässig, jedoch scheint der Eisprung auszubleiben! Die Ovu Tests schlagen fast nie an.

    Mein FA meinte ich soll weiter „probieren“ aber nach 1 1/2 habe ich langsam das positive denken aufgehört.

    Weiters leide ich an sehr starkem Haarausfall & unreiner Haut.

    Ich habe das Gefühl mir wird nicht richtig geholfen und wir sind mir dem Problem allein. Ich solle erneut Ovu Tests machen & fleissig sein. Wobei wie erwähnt die Test nie anschlagen.

    Gibt es etwas was Sie empfehlen können?
    Haben Sie Erfahrung mit Clavella?

    Lieben Dank im Voraus!

    Lisa
  • Sehr geehrter Herr Dr. Pavlik,

    ich habe Fragen Rund um zu niedrige Progesteron-Werte in der zweiten Zyklushälfte und Umgang hiermit im Kryo-Zyklus.

    Kurz zum Hintergrund:
    Ich versuche seit knapp 2 Jahren schwanger zu werden und bin seit einem Jahr in einer Kinderwunschklinik in Behandlung. Im Sommer 2020 wurde Prädiabetes diagnostiziert, ich nehme seitdem einmal täglich Metformin 500 und der HOMA-Index liegt inzwischen bei 1,4-1,6. Außerdem nehme ich L-Thyroxin 50, einmal täglich, der TSH-Wert ist seitdem in der Regel bei rund 1,3. Ansonsten war das DHEA-Sulfat leicht erhöht (289), was als unbedenklich angesehen wurde, auch alle anderen Werte wurden von der Kinderwunschklink als normal eingestuft, das Spermiogramm meines Partners sei auch in Ordnung. Seit ca. 2 Jahren habe ich allerdings unregelmäßige Zyklen und die zweite Zyklushälfte ist oft nur 9-12 Tage lang, weshalb ich von einer Gelkörperschwäche ausgehe. Einen Eisprung habe ich laut Ovulationstest (und der in der Klinik gemonitorten Zyklen) allerdings in so gut wie jedem Zyklus.

    Bisher haben wir 2 IUIs versucht sowie einen Kryotransfer mit einer Blastozyste (aus eingefrorenen Eizellen), sowie einen „Frischversuch“ mit einer IVF. Zwischen diesen beiden Versuchen bin ich bei einem „Heimversuch“ schwanger geworden, allerdings war die Schwangerschaft nicht intakt und ich hatte nach ca. 10 Tagen eine Fehlgeburt.

    Beim Kryotransfer und im IVF Zyklus habe ich ab dem Eisprung 3 Mal täglich Utrogest 200 vaginal eingenommen. Trotzdem habe ich in beiden Zyklen (wie auch sonst häufig) am 24. Zyklustag angefangen zu bluten und wurde nicht schwanger. Laut behandelndem Arzt hatte sich die Schleimhaut jeweils gut aufgebaut und am Tag des Transfers war der Progesteronwert auch noch in Ordnung, am Tag 24 aber dann zu niedrig.

    Nun zu meinen Fragen:
    Ich habe noch kryokonservierte Embryonen, allerdings frage ich mich, ob es sinnvoll ist, sie einsetzen zu lassen, wenn das Progesteron nach dem Transfer so schnell absinkt.
    • Sollte ich zunächst versuchen, die Gelbköperschwäche zu behandeln und erst dann wieder einen Kryoversuch starten und falls ja, wie könnte dies gelingen?
    • Oder gibt es jenseits von Utrogest andere Behandlungsmöglichkeiten, um zu verhindern, dass das Progesteron im Kryozyklus nicht zu schnell abfällt?
    • Von Mönchspfeffer im Kryozyklus wurde mir vom behandelnden Arzt abgeraten. Sehen Sie dies auch so?

    Vielen Dank und Beste Grüße
    Lynne O.
  • Darf ich kurz mitmischen ? @Lynne
    Ich bekam direkt nach Transfer und dann die ersten 12 ssw zusätzlich zu Utrogest/Arefam Proluton Depot gespritzt. 2x die Woche in den Muskel. (Beim Hausarzt, mit Rezept von der Klinik)

    Das letzte Mal ist 4 Jahre alt, das erste mal 7 Jahre. 😊

    Ich bin unsicher ob es das Präperat noch gibt, aber ähnliches bestimmt. Progesteron wird praktisch "in Reseve" als Depot gespritzt, bis es der Körper selbst ausreichend produziert.
    Vielleicht fragst du mal in Deiner Klinik danach.

    Viel Glück
    Lynne
  • Vielen Dank @Nasty ! Das ist schon mal neu für mich, dass es solch eine Möglichkeit gibt. :-)
  • @Lynne dad heißt mittlerweile Progedex, kannst du selbst subcutan, also unter die Haut, spritzen... habe auch ein Progesteronproblem (bei BT trotz Unterstützung und im stimulierten Zyklus kaum mal 10, immer Schmierblutungen wenigecTage nach Transfer) Bin mittlerweile mit dem "Geschwisterprojekt" schwanger (mit 900mg Arefam/Utrogestan und 1 Spritze Progedex seit Transfer)...
    NastyLynne
  • Vielen Dank @Fefi für diese Infos!
  • Hallo alle,

    Vielen Dank für eure Fragen. Dr. Pavlik wird die offenen noch beantworten und danach beenden wir den Expertenchat an dieser Stelle.

    Ich fand es sehr spannend und hoffe der Expertenchat war auch für euch interessant und für einige hilfreich.

    Beste Grüße
    Admin
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