Wenn die Nerven blank liegen...

Hallo, ich weiß nicht ob es dieses Thema schon gab, aber wie verhaltet ihr euch wenn ihr in eine Situation gerät in der die Nerven blank liegen und die Kinder gerade anwesend sind?

Leider habe ich das Problem dass ich in letzter Zeit öfter kurz vorm Nervenzusammenbruch stehe und dann platzt es einfach aus mir raus. Ich schreie alles (zum Glück außer die Kinder) an.

Aber sie bekommen es halt mit. Ich will ja nicht so sein, ich mag auch nicht Leute die schreien. Aber ich kann mir echt nicht helfen.

Heute ist es wieder passiert. Die Kinder haben sich um ein Zelt gestritten. Weil das eine es aufgebaut hat, das andere es aber selber aufbauen wollte und damit ich es ihnen Recht mache wollte ich es nochmal zusammenbauen damit es X noch einmal selber aufbaut. Aber das blöde Zelt ließ sich nicht mehr zusammenfalten. Die Kleine hat zeitgleich gekotzt und ich hab dann vor Wut geschrien und das Zelt in die Ecke geworfen. Dabei ist mir ein lautes „Schei* Zelt“ rausgerutscht.

Ich weiß, es ist alles andere als vorbildlich. Ich hab auch jedesmal so ein schlechtes Gewissen.

Vielleicht habt ihr Tipps wie ich solche Situationen ohne laut zu schreien bewältigen kann?

Bei mir gehts leider richtig schnell dass ich von 0 auf 100 gehe.

Ich versuche echt daran zu arbeiten, es ist nur sehr schwierig.

Kommentare

  • Ich kenne dass ich bin auch so. Werfe auch gern mal Sachen irgendwohin und werde laut.
    Wenn man merkt es kippt gleich am besten raus gehen. Sagt man leichter, weil man es oft übersieht. Tief ein und ausatmen und von 10 runter zählen. Im Buch "wild child" waren ein paar Tipps drinnen, hab leider schon wieder viele vergessen.
  • Ich würde den Kindern erklären, dass Du Dich gerade über das Zelt geärgert hast, damit sie wissen warum Du schreist. Ich denke aber, dass es einfach menschlich ist, dass einem auch mal die Hutschnur reißt.
  • bearbeitet 27. 06. 2021, 21:24
    Hast du derzeit besonderen Stress oder außergewöhnliche Belastungen? Dinge die dich beschäftigen?

    Wenn man so schnell ‚auszuckt‘ liegt es ja meist nicht an der Sache selbst sondern an der Summe der Belastung die man derzeit aushält.

    Ich bin immer anfällig für sowas wenn ich nicht gut auf mich achte. Daher versuche ich mir immer Inseln zu schaffen: in Ruhe einen Café trinken, einen Abend die Woche mit Hörbuch in die Wanne legen, hin und wieder bitte ich meinen Mann mich ausschlafen zu lassen, mit Freundinnen Essen gehen, im unschwangeren Zustand ist es Sport bzw. wandern mit der Familie in der Natur. Dinge die mich stärken.

    Anfangs fiel es mir sehr schwer und ich hatte ein schlechtes Gewissen, fühlte mich egoistisch. Aber, es spricht nichts dagegen den Partner gelegentlich um sowas zu bitten, und umgekehrt gebe ich ihm auch Freiraum und verschaffe ihm Zeit für sich.

    Daher: sei achtsam mit dir und versuche dir gelegentlich Zeit für dich frei zu schaufeln. Das wäre mein Tipp.

    Im akuten Fall helfen mir immer 3 tiefe Atemzüge.
    Mohnblume88
  • @mydreamcametrue ich bin in letzter Zeit öfter alleine mit meinen Kindern. Mein Mann hat sehr viel zu tun. In den Lockdowns war er mehr zu Hause, aber jetzt ist er wieder viel weg. Zusätzlich habe ich ein Medikament zu nehmen was sehr auf die Hormone geht.

    Ich hab einen einzigen Abend in der Woche „frei“ und da erledige ich meistens die Einkäufe. Freitags ist unser Familientag. So richtig entspannen kann ich eigentlich nie wirklich.
  • bearbeitet 28. 06. 2021, 08:20
    @mirrorglaze könntest du den freien Abend auch für dich nutzen und das einkaufen macht ihr alle zusammen an Familientag? Immerhin ist einkaufen nicht frei haben sondern auch eine Erledigung für die Familie. Das trauen sich Frauen oft nicht so konkret ansprechen, aber eine Erledigung ohne Kinder ist keine Freizeit.
    ParamedicGirlKaffeelöffel
  • saaisaai

    1,587

    bearbeitet 28. 06. 2021, 08:59
    Deine beschriebene Situation find ich ehrlich gesagt voll ok und authentisch. Im Nachhinein erklären dass man das eigentlich nicht sagt aber du dich halt sehr über das Zelt geärgert hast.
    Mir hilft, insbesondere wenn ich mich über die Kinder ärgere, ganz tief zu atmen. Extra laut und extra intensiv damit es ja jeder merkt. Das bringt uns alle aus der Situation raus. Dann sag ich was wie: ich ärger mich grad voll. Ich weiß nicht was ich tun soll. Ich muss mich jetzt beruhigen. Etc.
    Und schon ist man weg aus der Impulshandlung. Statt atmen geht auch ein blöder pfeifton oder sonst was dämliches :D
  • @mydreamcametrue wenn ich Dienstags (was übrigens mein freier Tag ist) einkaufen gehe, passiert das ohne Kinder. Ich kann da eh meistens entspannen. Kommt aber drauf an wie viel Zeit ich zur Verfügung habe. Wenn mein Mann spät von der Arbeit kommt, ist es natürlich stressig weil die Geschäfte (v.a. Lebensmittel) um 19:30 schließen.
    Den Familientag für Einkäufe opfern würde ich nur ungern. Da geht so viel wertvolle Zeit verloren. Außerdem hassen es meine Kinder einzukaufen.



    Vielen Dank an alle für die Tipps. Ich hoffe ich kann ein paar davon umsetzen.
  • @mirrorglaze

    Wut darf sein, du bist nicht alleine. Wir sind alle keine Supermoms und wollen es nicht werden, du brauchst auch deine Auszeit.

    Wenn ich Haushalt erledigen höre ich Podcasts von Leandra Vogt. Kann ich dir wärmstens empfehlen. Höre es auch im Auto:

    https://magazin.starkemuetter.com/tag/podcast/
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