Gefühle in der 2. Schwangerschaft

bearbeitet 4. April, 22:10 in Schwangerschaft
Ich bin derzeit Ende 16. SSW mit meiner Tochter, mein Sohn ist 15 Monate. Beide Kinder waren absolute Wunschkinder! Beim 1. mal im 3. ÜZ und beim 2. Mal hab ich 2 Wochen nachdem wir aufgehört haben zu verhüten positiv getestet (was mich ein wenig überrumpelt hat...).

Meine erste SS war total unbeschwert und voller Vorfreude. Die ersten 12 Wochen war mir zwar Dauerübel aber danach war ich fit wie ein Turnschuh, sportlich sehr aktiv, hab gut geschlafen und mich einfach glücklich und zufrieden gefühlt. Die letzten 4 Wochen waren dann wieder anstrengend, aber das ist glaube ich normal.

Nun war es wieder so, das 1. Trimester war furchtbar. Nun ist es besser. Allerdings ist es mental anders.

Ich habe ständig ein schlechtes Gewissen, weil ich das Gefühl habe, ich genieße diese Schwangerschaft nicht. Aufgrund von Corona kann ich nicht mal sagen ich geh 1x die Woche zum Yoga um mir bewusst Zeit zu nehmen. Oft ist es so dass ich fast vergesse, dass ich schwanger bin.

Mein Sohn ist derzeit in einer sehr anhänglichen und anstrengenden Phase. Ich bin um 19 Uhr, wenn er schläft, komplett am Ende und schlafe oft auf der Couch ein. Und das obwohl er durchschläft und ich mittags auch oft 1 Stunde mit ihm mitschlafe.

Mein Bauch ist schon riesig und ich spüre gelegentlich bereits den Ischias. Trotzdem habe ich bisher kaum zugenommen (in der 1. SS bereits 5 Kilo zu der Zeit, startgewicht war fast gleich).

Nachts werde ich mehrmals wach weil ich aufs WC muss. Zusätzlich zerbreche ich mir den Kopf wie es wohl für meinen Sohn wird, entthront zu werden und habe fast ein schlechtes Gewissen weil ich ihm das ‚antue‘.
Auch das aktuelle Weltgeschehen sorgt mich sehr.

Kurzum: diese Schwangerschaft ist voller Sorge und Selbstzweifel. Und ich könnte heulen, denn 1. wird das meine letzte sein und 2. hab ich alles was ich mir gewünscht habe einfach so bekommen und hab das Gefühl ich verhalte mich undankbar. Es gibt in meinem Leben keinerlei Sorgen, weder finanziell noch meine Ehe noch sonst etwas. Mein Mann sagt ich setze mich grundlos unter Druck, und unterstützt mich immer wo er kann. Trotzdem liege ich nachts wach und habe Angst, dass ich meinem Sohn mit dem Geschwisterchen schaden könnte.

Dabei freue ich mich wahnsinnig auf meine Tochter und das Leben mit 2 Kindern. Seit einer Woche spüre ich das Flattern im Bauch und freue mich jedes Mal. Aber trotzdem weine ich viel wegen aller möglichen Sorgen.

Ging es jemandem ähnlich?

Kommentare

  • Mir geht es ähnlich. Bei meiner ersten Schwangerschaft hab ich mir 0 Sorgen gemacht, ich hatte immer vertrauen dass alles okay wird.

    Dieses mal sorge ich mich andauernd. Ständig, wegen kleineren und größeren Dingen. Ich glaube aber, dass das viel mit Corona zu tun hat. Alleine deswegen weil ich jetzt viel mehr Zeit habe nachzudenken.
  • Mohnblume88Mohnblume88

    2,111

    bearbeitet 5. April, 07:03
    Ich habe nur 1 Kind, war aber in der SS bei meiner Therapeutin, 3 oder 4 Mal.
    Das hat mir sehr geholfen, einfach um die aufkommenden Gefühle zu besprechen.
    Mein Thema war die Veränderung. Alle Gefühle dürfen sein. Ausleben, nicht verdrängen. Veränderung heißt Abschied von etwas Vertrautem und Schönem - Trauer ist erlaubt! Veränderung heißt Begrüßen von etwas Neuem und Unbekanntem - alle Gefühle sind erlaubt!

    💛
    mydreamcametrueweißröckchen
  • Hallo,
    Zunächst möchte ich dir sagen, dass diese Gefühle total normal sind. Ich glaube, jede Mama die wieder schwanger ist, macht sich Gedanken darüber wie die älteren Geschwister auf das Baby reagieren und wie das alles funktionieren wird. Es wird eine Umstellung - keine Frage.
    Der Große wird es nicht immer super finden, eine Schwester zu haben und die ersten paar Monate werden hart, bis ihr euren neuen gemeinsamen Weg gefunden habt. Noch dazu ist dein Großer ja immernoch sehr klein. Das ist, meiner Ansicht nach, Segen und Fluch zugleich da er sicher nicht viel bedürftigen ist (physisch als auch emotional) aber dafür halt noch nicht so viel eigenen Willen an den Tag legt.
    Jedes Kind verarbeitet die Enttrohnung anders. Wichtig ist, dass die Gefühle des Kindes OK sind und sein dürfen. Er darf es blöd finden, dass er jetzt nicht mehr der einzige ist.

    In Bezug auf die Schwangerschaft kann ich dir sagen, dass ich auch oft vergessen habe, dass ich schwanger bin beim zweiten Kind. Da wusste ich oft Nichtmal so genau in welcher Woche ich mich gerade befinde. Ich kann dir nur raten: mach zu Hause 2x die Woche Yoga (hilft auch gegen Rückenschmerzen!) um dich mehr auf dich und dein Baby zu konzentrieren. Es gibt super Videos für Schwangerschaftsyoga auf YouTube. Am Abend könntest du dir im Bett vor dem Schlafen gehen Affirmationen anhören, die mit Geburt und Schwangerschaft zu tun haben. So kannst du dich diese paar Minuten am Tag ganz bewusst auf dein Baby fokussieren.

    Du musst kein schlechtes Gewissen haben. Dein Baby spürt so und so, das es gewollt und geliebt ist!
    mydreamcametruemonkeyking
  • Meine zwei Mäuse sind 18 Monate auseinander und mir ging es in der zweiten ss ähnlich wie dir. Die Schwangerschaft ist so schnell vergangen und ich hattest Gefühl das ich sie gar nicht richtig mit bekommen habe. Ich habe mir auch sehr viele Gedanken u Sorgen gemacht. Aber ich glaube das es ganz normal ist. Auch körperlich war ich im Gegensatz zur ersten Schwangerschaft nicht mehr so fit. Ich habe auch oft ein schlechtes Gewissen meiner großen gegen über gehabt und dann mal wieder dem Baby im Bauch, weil ich einfach anders auf die sd geschaut habe als bei der ersten. Auch wenn es leicht gesagt ist, aber versuch dir nicht so viel Sorgen zu machen. Ich wünsche dir alles Gute
    mydreamcametrue
  • @mydreamcametrueIch emfpinde ähnlich wie du!
    Ich bin derzeit in der 37. SSW, mein Sohn ist knapp 2 1/2 und irgendwie lief alles anders, als ich es mir vorgestellt hab.
    Meine erste Schwangerschaft war wie im Bilderbuch. Bis auf eine Woche Übelkeit hatte ich absolut keine Probleme. Ich hatte einen voerst unbemerkten hohen Blasenriss in der 40. SSW, als ich problemlos 15km spaziert bin. Ich war also top fit! Abgesehen von meinen vielen Sorgen, ob mit dem Baby alles in Ordnung ist, wars wirklich ein Spaziergang. Ich war aber SO ungeduldig, dass ich die Zeit der Schwangerschaft nicht so recht genießen konnte und habe mir das fest für die 2. vorgenommen. Aber davon ist keine Spur. Ich hab so oft auf die Schwangerschaft vergessen, hatte dafür aber auch viel mehr Beschwerden (starke Müdigkeit und Ziehen im Bauch am Beginn der SS, höllische Rückenschmerzen im 2. Trimester und SS-Diabetes im 3. Trimester) Alles in allem wirklich mühsam. Daneben mein Sohn in der Trotzphase, Corona, die ständigen Lockdowns, die Maske und die einsamen Arzttermine.. so hab ich mir meine ebenfalls letzte Schwangerschaft wirklich nicht vorgestellt.
    Ich bin froh, wenn die Schwangerschaft bald zu Ende ist und dieses Gefühl macht mich total traurig, weil ich sie ja eigentlich so gern genießen wollte.
    Jedenfalls.. du siehst, du bist nicht allein mit solchen Gefühlen!

    Ich hoffe, du kannst der zweiten Hälfte der Schwangerschaft mehr Gedanken und positive Gefühle widmen, so wie du es dir vorgestellt hast 😊🍀
    mydreamcametrue
  • Vielen Dank für eure Rückmeldungen 🥰

    @Cornelia2003 die einsamen Arzttermine machen mich auch traurig 😢

    Ich fühle mich schon viel leichter, mit dem Wissen nicht allein zu sein. Eine Schwangerschaft während einer Pandemie ist wohl auch einfach eine Ausnahmesituation...

    Allen von euch die noch schwanger sind wünsche ich eine schöne restliche Zeit und dann ein umso schöneres Wochenbett!
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