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  • Hebammen-Chat: “Stillen, Schnuller, Fläschchen & Co” mit Hebamme Karin Müller

    LillyVanilly schrieb: »
    Ich schließe mich an!
    Ich hätte eine Frage bezüglich Flasche geben und Schnuller.
    Ich stille Voll, aber hätte auch gerne mal eine kurze Verschnaufpause da wir noch eine 2 jährige Tochter haben, und sie sehr darunter leidet dass Mama nicht mehr abends mit ihr ins Bett gehen kann. Abpumpen funktioniert gut aber unser Sohn (1 1/2 Monate) nimmt mir das Fläschchen absolut nicht.
    Kann ich in ab und zu an die Flasche gewöhnen?
    Und zum Thema Schnuller: Ich möchte ihm gern zum beruhigen einen Schnuller anbieten, da es mir wirklich oft zu viel wird wenn er ständig nur an meiner Brust liegt. Ich habe damit wirklich kein Problem wenn er die Brust braucht, aber ab und zu wäre ein Schnuller schon sehr fein, gerade wenn er eine kurze einschlafhilfe benötigt und eigentlich nur Nuckeln möchte. Er nimmt ihn mir aber nicht, habe den von MAM.
    Gibt es dazu Tipps?
    Vielen Dank 😊

    Liebe LillyVanilly,

    sorry, jetzt habe ich die Reihenfolge der Beiträge durcheinandergebracht und dich versehentlich nachgereiht...
    Ganz eine ähnliche Frage kam ja vorhin auch schon vor, aber da dein Sohn noch ein bisschen jünger ist als in dem anderen Beitrag, schreibe ich gern nochmal was dazu!
    Wie gesagt, ich bin ein großer Freund von Abpumpen und der Möglicheit, dass Kinder auch von anderen gefüttert werden können, und das Alter von 1,5 Monaten ist ein großartiger Zeitpunkt, damit zu beginnen. Versucht es immer wieder, anfangs vielleicht wirklich einmal täglich, und auch hier, lass es jemanden anderen versuchen, dein Sohn weiß genau, dass es bei dir ja die Brust gibt, warum sollte er da etwas anderes, das noch fremd ist, annehmen sollen :-) Geh vielleicht wirklich raus aus der Wohnung, es reicht ja eine Runde um den Häuserblock. Natürlich wird er es lernen, er lernt so viel Neues jeden Tag! Bleibt dran und lasst euch durch den anfänglichen Protest nicht abschrecken, liebevoll und klar.
    Beim Schnuller ist es ähnlich - Stillkinder bevorzugen in den allermeisten Fällen die Brust. MAM-Schnuller sind sehr gute Schnuller, du brauchst nicht beginnen, verschiedene Marken zu kaufen, daran liegt es in den allermeisten Fällen nicht. Es braucht meist ein bissl Geduld und Dranbleiben und dass ihr in eurer Haltung vermittelt, das ist uns wichtig und euch von anfänglichem Protest nicht verunsichern lasst! Ich kanns so nachvollziehen, was du schreibst - Stillen ist wunderbar, aber es kann einfach auch zu viel werden, vor allem wenn Kinder ein großes Saugbedürfnis haben.
    Ich bin sicher, wenn ihr dranbleibt, dass es bald klappen wird!
    Alles Gute für euch vier!
    LillyVanilly
  • Hebammen-Chat: “Stillen, Schnuller, Fläschchen & Co” mit Hebamme Karin Müller

    Liebe Johanna_Moritz,

    danke fürs Verlinken, ich habe mir gerade durchgelesen, was Irenaa im andren Chat geschrieben hat und schreibe gern etwas dazu!

    Liebe Irenaa,

    das klingt wirklich sehr anstrengend! Super, dass du dir schon professionelle Hilfe von einer Stillberaterin geholt hast. Aus der Ferne ist eine Einschätzung tatsächlich etwas schwierig, aber ich will gern versuchen, dir zusätzlich noch Unterstützung zu geben.
    Ich gehe davon aus, dass dir die Stillberaterin gute Tipps gegeben hat, dass die Wundheit gut abheilen kann. Hier gehts immer ganz viel um die Optimierung der Stillposition, gute Hygiene, Lanolin-Salbe zur Pflege, Entlastung der Brustwarzen zum Beispiel mit "Donuts" usw.
    Zu den schmerzenden Vorhöfen: Man ist in Studien draufgekommen, dass es viel viel seltener Soor auf den Brüsten gibt, als früher angenommen wurde, und da wären die Symptome auch wieder anders, also so rein aus der Ferne würde ich tippen, dass es wirklich kein Soor ist. Ich kann hier leider gar keine qualifizierte Ferndiagnose treffen, müsste ganz viel nachfragen und sehen: Hast du Stillhütchen verwendet, wie trinkt dein Kind jetzt, hast du in der Schwangerschaft Magnesium genommen und am Ende abgesetzt,... da kann so viel reinspielen, sorry! Aber eines ist klar: Schmerzen beim Stillen können Frauen wirklich an ihre Grenzen bringen - scheu dich nicht, dir inzwischen mit Schmerzmitteln zu helfen! Ibuprofen ist hier das Mittel der Wahl!
    Zu den geröteten warmen Stellen: Wenn die Ursache dafür wirklich ein Zuviel an Milch ist - hast du schon versucht, dass du zu jeder Stillmahlzeit nur eine Brust anbietest, ohne Seitenwechsel? Eventuell wenn von der Fülle der Brust aushaltbar sogar für zwei oder drei Stillmahlzeiten vorrangig eine Brust geben (sogenanntes "Blockstillen")? Auch Kühlen nach jedem Stillen oder Salbeitee können helfen, die Milchmenge etwas zu reduzieren.
    Und so früh nach der Geburt ist klar: lass dich ganz viel unterstützen von deinem Umfeld, schau, dass du noch viel ruhen kannst und mit guter, ausgewogener Ernährung versorgt wirst!
    Dir steht auch noch Nachbetreuung durch eine Hebamme zu (bis 8 Wochen nach der Geburt), das zahlt auch die Krankenkasse!
    Auch wenn ich da jetzt aus der Ferne keine Diagnose stellen konnte - ich hoffe, es ist etwas dabei, was dir weiterhilft! Alles Gute für Euch!
    Irenaa
  • Hebammen-Chat: “Stillen, Schnuller, Fläschchen & Co” mit Hebamme Karin Müller

    kathi0814 schrieb: »
    Ich frag da auch gleich, hatte in der ersten Stillzeit gerade die ersten 3 Monate extrem das Problem von zu viel Milch (sehr starker Milchspendereflex).
    Sehr viel liegend Stillend und nur Blockstillen hat das ganze dann beruhigt.

    Jetzt wurde mir für die 2. Stillzeit empfohlen eher früh einen Schnuller zu verwenden (Kind 1 hat den verweigert) um die Milchproduktion nicht zu viel zu fördern. Ist das ein üblicher Tipp oder eher ungewöhnlich ?


    Und 2. Frage ich würde beim 2. Kind gerne Versuchen die Flasche früher einzuführen weil Kind 1 das auch bis zum Schluss verweigert hat (bis er dann mit fast 2 Auf Kuhmilch gestoßen ist und die schmeckt ihm). gibt da Tips und Tricks wenn man daneben normal stillen möchte ?

    Liebe Kathi!

    Ja zu viel Milch und zu starker Milchspendereflex können die Stillzeit gerade in den ersten 2-3 Monaten sehr erschweren. Meist ist dafür aber keine konkrete Ursache zu finden. (Übermäßiges Pumpen könnte eine festzumachende Ursache sein.) Jedenfalls liegt das Problem nicht an "zu viel Saugen" des Kindes, sodass eine Schnullerverwendung hier keine Besserung der Symptomatik bringen wird. Im Einzelfall macht ein Schnuller aus anderem Grund Sinn, wenn nämlich das Kind ein sehr großes Saugbedürfnis hat, dass es endlich einmal woran saugen kann, ohne dass es gleich von Milch überschwemmt wird :-)
    Aus meiner Erfahrung kann es durchaus sein, dass auch beim zweiten Kind wieder viel Milch und starker Milchspendereflex auftreten. Die Maßnahmen, die helfen können, kennst du schon: Blockstillen, gegen die Schwerkraft stillen, Milchspendereflex vor dem Stillen mittels einer sanften Brustmassage auslösen und ein wenig Milch mit der Hand entleeren bzw beim Einsetzen des Milchspendereflexes das Baby kurz von der Brust nehmen und etwas Milch in einen Becher laufen lassen. Liegt nicht nur ein starker Milchspendereflex, sondern wirklich auch eine Überproduktion von Milch vor, kann auch Kühlen nach dem Stillen oder Salbei- oder Pfefferminztee helfen, die Milchbildung zu reduzieren.

    Zur zweiten Frage, ja, du kannst, sobald das Stillen sich eingespielt hat (üblicherweise nach 3-6 Wochen) gern sofort starten, eine Flasche einzuführen. Ich erlebe oft, dass Stillkinder diese zunächst verweigern, weil sie das "Original" bevorzugen :-) Wenn das Stillen einmal gut erlernt ist, verlernen Kinder es auch nicht mehr, wenn zB einmal täglich (oder wie oft es eben für euch hilfreich wäre) eine Flasche gegeben wird. Oft brauchts Geduld und wie ich es erlebe auch eine gewisse Klarheit und Überzeugung, dass es euch als Eltern wichtig ist, dass ihr euch nicht vom anfänglichen Protest des Kindes von eurem Plan abbringen lasst :-) Und meist hilft sehr gut, wenn es eine andere Person als die Mutter ist, die die Flasche anbietet, und die Mama selber am besten wirklich sogar aus der Wohnung geht - Kinder wissen ganz genau, ob die Brust gerade ohnehin verfügbar wäre oder eben nicht!

    Ich hoffe, du kannst mit meinen Inputs etwas anfangen, frag sonst gern noch nach!
    Alles Gute!
    MAM_Babyartikel
  • Hebammen-Chat: “Stillen, Schnuller, Fläschchen & Co” mit Hebamme Karin Müller

    Vogi schrieb: »
    Ich nutze die Möglichkeit auch gerne.
    Meine Frage wäre,... Das stillen bei meinem ersten Kind hat nicht so gut geklappt, mir wurde nun (in der SS meines 2. Kindes) geraten schon in der SS Kolostrum abzupumpen damit ich dann welches/mehr habe. Ist das wirklich hilfreich und wenn ja, ab wann soll ich damit starten?

    Liebe Vogi,

    da hole ich ein bisschen aus:
    Grundsätzlich produziert der Körper schon ab der 16./18. Schwangerschaftswoche Kolostrum. Gleichzeitig bremsen die Schwangerschaftshormone noch die Produktion größerer Milchmengen in der Schwangerschaft. Es ist deshalb für manche Frauen recht schwierig, in der Schwangerschaft schon Kolostrum zu gewinnen. Andererseits kann es sehr beruhigend wirken, schon einige Tropfen gesammelt zu haben. Ich kann aber durch Kolostrumgewinnung in der Schwangerschaft die Menge nach der Geburt nicht erhöhen.
    Empfohlen wird eine Kolostrumgewinnung an sich vor allem bei Schwangerschaftsdiabetes oder in Situationen, wo ich damit rechnen muss, dass es zu einer Trennung direkt nach der Geburt kommen könnte.
    Wenn du es trotzdem probieren möchtest, dann starte erst ab der 37. Schwangerschaftswoche, mache davor eine Brustmassage mit warmen Händen, machs dir dabei gemütlich, stimm dich auf dein Baby ein... Wahrscheinlich kommen maximal einzelne Tropfen, die fange am besten in ganz schmalen Spritzen auf, beschrifte sie mit Namen und Datum und bewahre sie im Tiefkühler auf. Nimm sie in einer Kühlbox zur Geburt mit, bei Bedarf können die Tropfen dann unter warmem Wasserbad ganz schnell aufgetaut werden.
    Lass dich beim Stillen nach der Geburt ganz gut unterstützen, und am besten organisiere dir noch eine (Kassen-)Hebamme für die Zeit nach der Entlassung, Hebammen leisten sehr gute Stillunterstützung nach der Geburt!
    Alles gute für dich!
    MAM_Babyartikel