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Warum Kind taufen lassen?
Meine Kinder sind getauft, genaugenommen wird die jüngste erst nächstes Wochenende getauft. Wir freuen uns schon sehr darauf.
Wie es schon erwähnt wurde, kann die Religion besonders für Kinder oft ein Halt gebender Fels sein, der neben gesellschaftlichen Normen die Grundlage für moralisches Verhalten bildet. In traurigen Momenten vermag sie vielleicht Trost durch Hoffnung zu spenden. Oder dazu zu bewegen in einer scheinbar aussichtslosen Situation (noch) nicht aufzugeben.
Wir sind beide Kirchenbeitrag zahlende Mitglieder der Kirche, wuchsen in in der Pfarrgemeinde aktiven Familien auf, inkl. sonn- und feiertäglichen ('Pflicht'-)Kirchbesuchen bis zur Firmung.
Wir hatten beide katholische Schullaufbahnen, sowohl im ländlichen als auch im urbanen Raum, waren beide Ministranten.
Ich habe viele Jahre ab meiner Jugend sehr mit der Institution gehadert und oft war ich kurz davor, der Kirche in Form meines Austrittes den Rücken zu kehren.
Als Mensch der postmodernen Gegenwart habe ich dann jedoch entschieden, mir zu erlauben, die Art, wie ich diese Religion leben und praktizieren möchte, für mich und meine Kinder in einem gewissen Rahmen individuell auszulegen.
Als Mitglied der Gemeinschaft nehme ich mir gleichzeitig das Recht heraus, diese durch meine Kritik 'von innen heraus' mitzugestalten und so vielleicht sogar gemeinsam mit anderen Menschen zu verändern.
Ich persönlich bin zB. keine Freundin der starken, tragenden Symbolik des Gekreuzigten. Einerseits empfinde ich die optische Allgegenwart und zweitens den Fokus, den die Kirche auf Jesus als Opfer setzt, problematisch.
Vom Frauenbild innerhalb der Kirche ganz zu schweigen.
Für mich ist auch das Beten, wie es in der röm.-kath. Kirche praktiziert wird, nicht die richtige "Meditationsform".
Regelmäßige Sonntags-Messbesuche sind nicht meins - ich gehe gewöhnlich auch nicht zu den hohen Feiertagen in die Kirche. Einladungen, etwa zu Taufe, Erstkommunion, Firmung oder Hochzeit, folge ich aber schon. Zu Beerdigungen von Personen mit einen gewissen Naheverhältnis gehe ich auch, genauso wenn Messen für nahe Verwandte gelesen werden...
Die Familienfeste zu kirchlichen Feiertagen habe ich auch mehr als die traditionellen Anteile der religiösen Hochfeste und - mit Ausnahme von Weihnachten und Ostern - eher weltlich erlebt.
Die 10 Gebote sind für mich als Basismoral eine Handlungsnorm für ein Leben in Frieden und auch wenn ich Atheistin wäre, abgesehen von den dann obsoleten ersten drei Geboten, eine erstrebenswerte Ethikgrundlage zum Zusammenleben mit allen Menschen, ungeachtet ihrer Religion.
Und den höchstpersönlichen Glauben kann einem eh keiner nehmen, egal wie dieser genau aussieht. Es ist anzunehmen, dass er bei sehr vielen Menschen innerhalb der Glaubensgemeinschaft nicht kongruent mit der kirchlichen 'Vorgabe' ist. -
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