Als Tante unfreiwillig die Rolle eines zweiten Elternteils einnehmen?
Hallo liebe Community,
hier schreibt nun ausnahmsweise mal keine Mama, sondern die Tante. Ich habe folgendes Problem mit meiner Schwester:
Meine jüngere Schwester hatte schon lange einen großen Kinderwunsch, bevor sich ihr damaliger Partner dann nach 8 Jahren Beziehung von ihr getrennt hat. Damals war sie 31 Jahre alt und ist dann wirklich in Panik geraten, dass sie keinen Partner mehr findet. Soweit ist das ja alles verständlich und tat mir auch sehr leid. Allerdings hat sie sich dann dazu entschlossen, sich im Ausland eine Samenspende zu holen und hat mit keinem von uns (unseren Eltern und mir) auch nur ein Wort darüber gesprochen. Wir haben erst davon erfahren, als sie uns von ihrer Schwangerschaft mit Zwillingen berichtet hat. Wir haben uns natürlich für sie gefreut, dass ihr Kinderwunsch nun in Erfüllung geht, aber wir waren auch etwas entsetzt darüber, dass sie mit Niemandem gesprochen hat und irgendwie völlig naiv geplant mit Zwillingen alleinerziehend geworden ist. Nun ist leider genau die Situation eingetreten, die ich befürchtet hatte und sie ist komplett überfordert und schafft das natürlich nicht alles allein. Dazu kommt noch, dass sie nun (ebenfalls vorhersehbar) auch finanziell am Ende ist, da sie kein Kinderbetreuungsgeld mehr bekommt, aber keinen Kita-Platz findet und die Kleinen auch noch nicht so jung abgeben will und natürlich aufgrund der Samenspende auch keinen Unterhalt bekommt. Unsere Eltern und ich sind alle voll berufstätig und weitere Verwandte gibt es nur im Ausland. Seit kurz nach der Geburt der Kinder werde nun besonders ich (da unsere Eltern gesundheitlich angeschlagen sind und auch nur geringes Einkommen haben) immer stärker von ihr in Beschlag genommen und auch immer mehr finanziell mit eingebunden.
Direkt nach der Geburt bin ich erstmal bei ihr eingezogen und hatte mir eine Woche unbezahlten Sonderurlaub/Karenzierung genommen (Jahresurlaub war bereits geplant und konnte nicht mehr verschoben werden), um ihr am Anfang zu helfen. Auch danach bin ich noch 3 Wochen bei ihr wohnen geblieben, musste aber wieder normal arbeiten. Danach bin ich 2x die Woche vorbeigekommen und anfangs sah es auch so aus, als wenn das gut funktioniert. Dann ging es aber relativ schnell los (ca. 2,5 Monate nach Geburt), dass immer mehr Zusatzwünsche von ihr dazugekommen sind. Ob ich nicht mal ein ganzes Wochenende kommen könnte. Ob ich nicht am Dienstag bitte mal spontan bei der Arbeit frei nehmen könnte (kann ich nicht spontan), um sie mit den Kindern zum Kinderarzt zu fahren. Einen Führerschein hat sie auch nicht und der nächste Kinderarzt ohne Aufnahmestopp ist von ihr aus über 40 Minuten entfernt. Letztendlich hat sich das ganze so hochgeschaukelt, dass sich meine Schwester komplett auf mir ablehnt. Ich kriege mindestens 2x pro Woche Anrufe, dass ich unbedingt sofort alles fallen lassen und sie zum Kinderarzt fahren oder ihr mit den Kindern helfen muss, völlig egal, ob ich selbst Termine habe oder arbeite. Jedesmal mit der emotionalen Erpressung, dass die Kinder sonst ja drunter leiden, wenn ich nicht einspringe. Seitdem die Kinder älter sind, steht sie teilweise auch einfach völlig unangekündigt vor meiner Tür und drückt mir ihre Kinder aufs Auge, weil sie Ruhe braucht, fertig ist oder irgendwelche Termine hat. Mein Nein wird konsequent ignoriert und immer begründet mit "ach du hast doch heute eh nichts vor/kannst deine Termine doch verschieben/machst doch eh nur HomeOffice" usw. Es gab auch diverse Situationen, in denen sie gefordert hat, dass ich von der Arbeit verschwinde (was ich ein einziges Mal wegen eines angeblichen Notfalls gemacht und dafür eine Abmahnung bekommen habe) oder meinen gesamten Jahresurlaub dafür aufwenden soll, ihr zu helfen. Als ich eine Woche in Italien war, ist sie fast ausgerastet, wie ich so egoistisch sein und sie im Stich lassen könnte. Zusätzlich kam sie von Anfang an immer mal wieder mit kleineren Rechnungen an und hatte mich gebeten, ihr unter die Arme zu greifen, was ich auch immer gemacht hatte. Seitdem das Kinderbetreuungsgeld wegfällt, erwartet sie jetzt aber mehr oder weniger, dass ich ihre komplette Miete dauerhaft bezahle, weil ich ja eh so viel verdienen würde. Ich habe ihr gesagt, dass ich dazu nicht bereit bin, auch das wurde einfach ignoriert. Ich weiß auch selbst, dass ich mich schon viel früher viel konsequenter hätte durchsetzen müssen, aber leider hängen da wirklich die Kinder letztendlich als Leidtragende mit drin Und das Überschreiten der Grenzen wurde so schleichend immer mehr, dass es nicht den "einen großen Moment" gab, an dem geknallt hat, sondern es wurde immer von Woche zu Woche unauffällig wieder etwas mehr und mehr. Dazu muss ich sagen, dass meine Schwester leider schon immer ein Mensch war, der überhaupt keine Kritik annimmt, ihr eigenes Wohl immer an erster Stelle sieht und sich kaum in die Perspektive anderer Menschen hineinversetzen kann. Unsere Eltern sind da leider auch nicht sehr hilfreich, die sagen immer nur, als Schwester sollte ich doch helfen, berufen sich aber selbst dauerhaft auf ihre gesundheitlichen Probleme, um eben nicht/selten einzuspringen.
Bitte nicht falsch verstehen: ich liebe meine Nichten und meine Schwester und grundsätzlich bin ich auch gerne bereit, zu helfen. Aber das Ausmaß wird einfach so extrem, dass ich inzwischen fast schon wie eine zweite Mutter eingebunden bin, ohne dass ich in irgendeiner Form vorab mal gefragt wurde und ohne dass diverse Aussagen meinerseits, dass es mir zu viel wird, von ihr beachtet werden. Ich habe bereits eine Abmahnung wegen der Geschichte und ich bin nicht bereit, nun meinen Job zu verlieren und ohne jedes Mitspracherecht die Zweitmutter für meine Nichten zu werden. Helfen als Tante ja, helfen als weiteres Elternteil nein. So geht es nicht weiter, weder zeitlich noch finanziell. Ich bin auch langsam an dem Punkt angekommen, an dem ich über einen temporären Kontaktabbruch zu meiner Schwester nachdenke, da jedes Gespräch bisher nichts gebracht hat. Ich möchte aber den Kindern natürlich auch nicht schaden. Ich weiß natürlich, dass niemand hier zaubern und das Problem einfach lösen kann. Aber vielleicht hat ja hier jemand eine Idee, wie ich diese Situation am besten lösen kann, ohne den Kindern irgendwie zu schaden oder meine Schwester komplett abstürzen zu lassen, aber gleichzeitig auch meine Grenzen durchsetzen kann. Vielleicht war ja jemand auch in einer ähnlich überforderten Situation wie sie und kann mir sagen, was damals vielleicht als Entlastung geholfen hätte, ohne die andere Person komplett mit einzubeziehen. Vielen Dank!
hier schreibt nun ausnahmsweise mal keine Mama, sondern die Tante. Ich habe folgendes Problem mit meiner Schwester:
Meine jüngere Schwester hatte schon lange einen großen Kinderwunsch, bevor sich ihr damaliger Partner dann nach 8 Jahren Beziehung von ihr getrennt hat. Damals war sie 31 Jahre alt und ist dann wirklich in Panik geraten, dass sie keinen Partner mehr findet. Soweit ist das ja alles verständlich und tat mir auch sehr leid. Allerdings hat sie sich dann dazu entschlossen, sich im Ausland eine Samenspende zu holen und hat mit keinem von uns (unseren Eltern und mir) auch nur ein Wort darüber gesprochen. Wir haben erst davon erfahren, als sie uns von ihrer Schwangerschaft mit Zwillingen berichtet hat. Wir haben uns natürlich für sie gefreut, dass ihr Kinderwunsch nun in Erfüllung geht, aber wir waren auch etwas entsetzt darüber, dass sie mit Niemandem gesprochen hat und irgendwie völlig naiv geplant mit Zwillingen alleinerziehend geworden ist. Nun ist leider genau die Situation eingetreten, die ich befürchtet hatte und sie ist komplett überfordert und schafft das natürlich nicht alles allein. Dazu kommt noch, dass sie nun (ebenfalls vorhersehbar) auch finanziell am Ende ist, da sie kein Kinderbetreuungsgeld mehr bekommt, aber keinen Kita-Platz findet und die Kleinen auch noch nicht so jung abgeben will und natürlich aufgrund der Samenspende auch keinen Unterhalt bekommt. Unsere Eltern und ich sind alle voll berufstätig und weitere Verwandte gibt es nur im Ausland. Seit kurz nach der Geburt der Kinder werde nun besonders ich (da unsere Eltern gesundheitlich angeschlagen sind und auch nur geringes Einkommen haben) immer stärker von ihr in Beschlag genommen und auch immer mehr finanziell mit eingebunden.
Direkt nach der Geburt bin ich erstmal bei ihr eingezogen und hatte mir eine Woche unbezahlten Sonderurlaub/Karenzierung genommen (Jahresurlaub war bereits geplant und konnte nicht mehr verschoben werden), um ihr am Anfang zu helfen. Auch danach bin ich noch 3 Wochen bei ihr wohnen geblieben, musste aber wieder normal arbeiten. Danach bin ich 2x die Woche vorbeigekommen und anfangs sah es auch so aus, als wenn das gut funktioniert. Dann ging es aber relativ schnell los (ca. 2,5 Monate nach Geburt), dass immer mehr Zusatzwünsche von ihr dazugekommen sind. Ob ich nicht mal ein ganzes Wochenende kommen könnte. Ob ich nicht am Dienstag bitte mal spontan bei der Arbeit frei nehmen könnte (kann ich nicht spontan), um sie mit den Kindern zum Kinderarzt zu fahren. Einen Führerschein hat sie auch nicht und der nächste Kinderarzt ohne Aufnahmestopp ist von ihr aus über 40 Minuten entfernt. Letztendlich hat sich das ganze so hochgeschaukelt, dass sich meine Schwester komplett auf mir ablehnt. Ich kriege mindestens 2x pro Woche Anrufe, dass ich unbedingt sofort alles fallen lassen und sie zum Kinderarzt fahren oder ihr mit den Kindern helfen muss, völlig egal, ob ich selbst Termine habe oder arbeite. Jedesmal mit der emotionalen Erpressung, dass die Kinder sonst ja drunter leiden, wenn ich nicht einspringe. Seitdem die Kinder älter sind, steht sie teilweise auch einfach völlig unangekündigt vor meiner Tür und drückt mir ihre Kinder aufs Auge, weil sie Ruhe braucht, fertig ist oder irgendwelche Termine hat. Mein Nein wird konsequent ignoriert und immer begründet mit "ach du hast doch heute eh nichts vor/kannst deine Termine doch verschieben/machst doch eh nur HomeOffice" usw. Es gab auch diverse Situationen, in denen sie gefordert hat, dass ich von der Arbeit verschwinde (was ich ein einziges Mal wegen eines angeblichen Notfalls gemacht und dafür eine Abmahnung bekommen habe) oder meinen gesamten Jahresurlaub dafür aufwenden soll, ihr zu helfen. Als ich eine Woche in Italien war, ist sie fast ausgerastet, wie ich so egoistisch sein und sie im Stich lassen könnte. Zusätzlich kam sie von Anfang an immer mal wieder mit kleineren Rechnungen an und hatte mich gebeten, ihr unter die Arme zu greifen, was ich auch immer gemacht hatte. Seitdem das Kinderbetreuungsgeld wegfällt, erwartet sie jetzt aber mehr oder weniger, dass ich ihre komplette Miete dauerhaft bezahle, weil ich ja eh so viel verdienen würde. Ich habe ihr gesagt, dass ich dazu nicht bereit bin, auch das wurde einfach ignoriert. Ich weiß auch selbst, dass ich mich schon viel früher viel konsequenter hätte durchsetzen müssen, aber leider hängen da wirklich die Kinder letztendlich als Leidtragende mit drin Und das Überschreiten der Grenzen wurde so schleichend immer mehr, dass es nicht den "einen großen Moment" gab, an dem geknallt hat, sondern es wurde immer von Woche zu Woche unauffällig wieder etwas mehr und mehr. Dazu muss ich sagen, dass meine Schwester leider schon immer ein Mensch war, der überhaupt keine Kritik annimmt, ihr eigenes Wohl immer an erster Stelle sieht und sich kaum in die Perspektive anderer Menschen hineinversetzen kann. Unsere Eltern sind da leider auch nicht sehr hilfreich, die sagen immer nur, als Schwester sollte ich doch helfen, berufen sich aber selbst dauerhaft auf ihre gesundheitlichen Probleme, um eben nicht/selten einzuspringen.
Bitte nicht falsch verstehen: ich liebe meine Nichten und meine Schwester und grundsätzlich bin ich auch gerne bereit, zu helfen. Aber das Ausmaß wird einfach so extrem, dass ich inzwischen fast schon wie eine zweite Mutter eingebunden bin, ohne dass ich in irgendeiner Form vorab mal gefragt wurde und ohne dass diverse Aussagen meinerseits, dass es mir zu viel wird, von ihr beachtet werden. Ich habe bereits eine Abmahnung wegen der Geschichte und ich bin nicht bereit, nun meinen Job zu verlieren und ohne jedes Mitspracherecht die Zweitmutter für meine Nichten zu werden. Helfen als Tante ja, helfen als weiteres Elternteil nein. So geht es nicht weiter, weder zeitlich noch finanziell. Ich bin auch langsam an dem Punkt angekommen, an dem ich über einen temporären Kontaktabbruch zu meiner Schwester nachdenke, da jedes Gespräch bisher nichts gebracht hat. Ich möchte aber den Kindern natürlich auch nicht schaden. Ich weiß natürlich, dass niemand hier zaubern und das Problem einfach lösen kann. Aber vielleicht hat ja hier jemand eine Idee, wie ich diese Situation am besten lösen kann, ohne den Kindern irgendwie zu schaden oder meine Schwester komplett abstürzen zu lassen, aber gleichzeitig auch meine Grenzen durchsetzen kann. Vielleicht war ja jemand auch in einer ähnlich überforderten Situation wie sie und kann mir sagen, was damals vielleicht als Entlastung geholfen hätte, ohne die andere Person komplett mit einzubeziehen. Vielen Dank!
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Kommentare
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Vielleicht kann deiner Schwester jemand unter die Arme greifen, damit sie einen Betreuungsplatz für die Kinder bekommt? Vielleicht kommt ja eine Tagesmutter in Betracht für sie oder ihr findet doch einen Platz in einer Kleinkindgruppe.
Das würde deine Schwester und dich sicherlich entlasten. Meine Kinder haben mit 19 Monaten bzw. 15 Monaten in einer Kleinkindgruppe abgefangen und beide gehen wirklich gern in den Kindergarten und haben sehr viel gelernt und profitieren meiner Meinung nach davon.
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Ich hab „nur“ eine narzisstische Schwester (mit einem Kind) aber die Grenzüberschreitung kenn ich in gewisser Weise.
Mir hat im Endeffekt etwas geholfen, dass ich ganz klar sage, was für mich in Ordnung ist. Sie meinte zb mal, dass sie mich entlasten möchte als ich in der SS bettlägerig war und hat mir ihre Tochter (4) gebracht und sie fuhr weiter zu Ikea. Ja, ich war auch verwundert. Das hat aber den Ausschlag gegeben, dass ich nun klarer kommuniziere.
Ich sage zB, ihr könnt bis 18 Uhr kommen, ich richte zum Abendessen xy für alle. Da kam sie nämlich öfter spontan auf die Idee noch was andres zu kochen. Also ich 😅
Oder ich sag „Gemeinsamen Urlaub wird es nicht geben“.
Bei unserer Mutter zieht sie das voll durch, die sagt nie nein.
Ich kann und will aber nicht mehr und das ist mein, aber auch dein gutes Recht!!
Immer wieder deutlich machen, wo die Grenze ist. Dafür musst sie aber vorher mal für dich klar definieren.
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Finanziell würde ich bei großen Beträgen wenn dann nur das Geld offiziell mit Vertrag leihen. Und gleich dazu abmachen wie die Rückzahlung erfolgen soll. Wenn das für dich überhaupt in Ordnung ist.
Einen kompletten Kontaktabbruch würde ich in dem Fall nicht machen. Aber darauf achten die Grenzen mehr zu wahren. Hab vllt einfach in der Arbeitszeit nicht ab wenn sie anruft ( wenn ein medizinischer Notfall ist muss sie die Rettung rufen). Und lass dir kein schlechtes Gewissen einreden.
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Nachdem du deine Nichten liebst, würde ich einen Kontaktabbruch auch tunlichst vermeiden. Das macht es für alle schlimmer - vielleicht auch für dich, sicher aber für die Kinder und für deine Schwester. Da würde ich vorher alles andere ausschöpfen, denn im Nachhinein kann man nicht alles wiedergutmachen.
Wie alt sind denn die Kinder? Die Frühen Hilfen wären eine sehr gute Adresse, kommen aber nur bis zum 3. Geburtstag, glaube ich. Ihr könnt ja mal nachfragen, die vermitteln auch sehr gut weiter.
Deine Schwester braucht dringend ein größeres Netzwerk. Die Caritas Familienhilfe wurde hier schon erwähnt, da ist der Stundensatz je nach Einkommen sehr gering und die können wirklich eine große Entlastung sein und mehrmals pro Woche zum Helfen kommen. Informiert euch da auf jeden Fall, die geben auch telefonisch Auskunft.
Die Kinder werden mit der Zeit deutlich selbstständiger, man muss also keine Lösung für die nächsten 15 Jahre suchen, sondern eher eine für jetzt. Du kannst keinesfalls deinen Job riskieren und deine Grenzen wurden ja schon oft genug überschritten. Die Situation mit dem Kinderarzt wirkt z.B. schlecht gelöst. 40min mit dem Auto, ohne ein Auto zu haben - wie würde sie das ohne dich machen? Umziehen, nehme ich an. Man ist mit zwei Kindern durchaus öfters beim Kinderarzt, da spielt die Entfernung schon eine Rolle, vor allem mit krankem Kind. Hat deine Schwester Freunde oder Freundinnen, die man mit ins Boot holen könnte? Ich finde schon, dass man sich da auch "für die Kinder" einbringen kann. Viele Leute wollen sich auch ehrenamtlich engangieren und wissen nicht recht, wie. Ihr könntet auch einen Aufruf starten, wer bereit wäre, regelmäßig zur Unterstützung zu kommen. Da müsste deine Schwester dann natürlich schon sozial verträglich sein - wenn sie alle so behandelt wie dich, wird das nicht lange gut gehen. Aber einen Versuch wäre es vielleicht wert.
Es gibt auch z.B. Mutter-Kind-Kuren, für die man sich bewerben kann. Da hätte deine Schwester mal 3 Wochen Support und könnte sich auch mal ein wenig um sich kümmern (denn ihr geht es sicher fürchterlich, so wie das klingt) und du hättest auch mal einige Wochen zum Durchschnaufen.
Ich wünsche dir und euch auf jeden Fall, dass rasch eine Entlastung gefunden wird!
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Du musst Grenzen setzen und nicht mehr zu lassen dass sie diese überschreitet
Wenn du Fragen hast kannst du mir gerne per PN schreiben
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Meine Nichten sind jetzt 16 Monate alt, also wären die Frühen Hilfen vielleicht wirklich eine Option. Caritas habe ich mir nun auch mal so vorgemerkt. Kann ich dort in ihrem Namen auch anrufen (natürlich nach Absprache mit ihr und nicht über ihren Kopf hinweg)? Ich glaube, wenn sie das selbst organisieren soll, wird das eher nichts werden, also würde ich mich dann darum kümmern. Zum Thema sozial verträglich: sie kann grundsätzlich auch ein super lieber, herzensguter Mensch sein - wenn alles so läuft wie sie es möchte und sie nicht gestresst ist. Eventuell wäre da eine externe, ehrenamtliche Hilfe also auch eine Lösung. Es muss auch nicht zwangsweise ehrenamtlich sein. Grundsätzlich wäre ich auch bereit, da Geld dazuzugeben, sofern es sich im Rahmen hält (ihre komplette Miete ist einfach zu viel, auch mit offiziellem Leihvertrag. Damit bleibt für mich selbst kaum noch was. Kann ich 1-2 Monate mal machen, aber nicht dauerhaft; ich zahl ja auch meine eigene Miete noch und entgegen ihrer Behauptung bin ich nicht reich). Ich glaube das größere Problem ist hier, dass sie aktuell keine fremden Babysitter zulassen möchte, solange die Kinder noch nicht reden und ihr ggf. erzählen können, wenn da was nicht in Ordnung war. Den Punkt kann ich auch gut verstehen.
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Der Wiedereinstieg ist oft schwer vorstellbar und das "Kinder abgeben" ist oft eine große Überwindung, vorallem wenn man im nahen Umfeld keine Vorbilder hat und sieht, dass es den Kindern absolut nicht schadet. Ich kann mir sogar vorstellen, dass die Zwillinge sehr profitieren, wenn deine Schwester zuhause überfordert ist. Ihr wird es vielleicht auch gut tun, für ein paar Stunden am Tag nicht nur Mama zu sein...
Hat sie einen Arbeitgeber, wo sie in Elternteilzeit zurückkehren kann? Wie ist die Krippensituation in eurer Gemeinde?
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Der "Vorwurf" von mittellosen Verwandten, man wäre ja "so reich" ist unverschämt und leider keine Seltenheit. Er kommt von Leuten, die ihre Finanzen so schlecht im Griff haben, dass ihnen Erspartes von anderen schier unbegreiflich ist. Ein finanzielles Polster bzw Erspartes gehört am besten "sofort ausgegeben" und deshalb findet sie wahrscheinlich gar nicht viel dabei, sich von dir ihre Miete zahlen zu lassen. "Du hast genug Geld, du kannst das doch zahlen". - kommt leider gerne von Menschen, die den Sinn von Erspartem und finanziellen Polster grundlegend nicht verstehen.
Ich wünsche Dir viel Kraft beim Setzen deiner Grenzen. Die Hilfe, die man ihr finden muss, sollte jedenfalls kostenlos oder sehr günstig sein. Mit der hier auch vorgeschlagenen Tagesmutter wird ihr wohl aufgrund der Kosten nicht geholfen sein.
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Diese Situation ist sicherlich für alle sehr herausfordernd.
Ich kenne die Situation gut, denn ich habe meine Schwester mit Nichte immer unterstützt und vieles, was du schreibst kommt mir bekannt vor.
Meine Nichte ist jetzt 17 Jahre und meine Schwester dankt es mir noch heute, dass ich so für sie da war/bin, vor allem als ihre Tochter klein war.
Grundsätzlich gibt es immer Familienmitglieder, die ihr Leben besser im Griff haben, und welche, die es einfach nicht "auf die Reihe bekommen".
In meinem Fall kam bei meiner Schwester eine psychische Diagnose dazu (das gibt es auch in vielen Familien) und oft fällt das "Zusammenhelfen" auf eine Person, die ständig aushilft- und selber dabei kaum um Hilfe bitten kann- wenn es viel wird. 🥲
Wenn man selber seine "Unterstützungskapazitäten" erreicht hat, gibt es - wie schon genannt- offizielle Stellen, wo man sich Hilfe holen kann.
Manche Zeiten sind "intensiver", als andere und gerade wenn die Zwillinge noch so klein sind und noch keinen Betreuungsplatz haben- ist das eine ganz besonders intensive Zeit- aber mit Ablaufdatum, also es wird auch für dich definitiv wieder leichter werden..
*Ich bin aus der Sicht meiner Familie zwar keine Millionärin, aber die "die auf die Butterseite gefallen ist".
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Ich kann beide Seiten nachvollziehen.
Und finde auch, dass einerseits, du deine Grenzen deutlicher ziehen solltest und andererseits deiner Schwester irgendwie geholfen werden muss. Dafür kamen eh schon viele gute Tips.
Was mir zusätzlich noch einfällt...
Hat deine Schwester mal abklären lassen ob sie einen Nährstoffmangel hat?
Ich hatte eine Zeit lang Eisen und Vitamin D Mangel und war da überhaupt nicht belastbar, gereizt und hab vieles auf meinen Partner abgeschoben weil ich überfordert war. Als der Mangel behoben war ging vieles wieder leichter.
Könnte es eine Depression sein bei deiner Schwester? (Oder eine andere psychische Abweichung?)
Hat sie Kontakt zu anderen Mamas in der Nähe mit denen sie sich mal am Spielplatz treffen kann oder gemeinsam was unternehmen kann? Oder gemeinsam kochen etc. kann? Das kann auch schon ein bisschen helfen, da dann zumindest mehrere Erwachsene auf die Kinder schauen und die Kinder leichter beschäftigt sind und die Erwachsenen über ihre (oft ähnlichen) Probleme Austausch finden.
Es gibt auch finanzielle Hilfen speziell für Alleinerziehende die keinen Unterhalt bekommen. Da kenne ich mich aber zu wenig aus um konkrete Tipps zu geben. Habt ihr euch in dieser Richtung schon mal informiert?
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Das hört sich wirklich nach einer schwierigen Situation an. Für dich und deine Schwester.
Ich kann beide Seiten nachvollziehen.
Und finde auch, dass einerseits, du deine Grenzen deutlicher ziehen solltest und andererseits deiner Schwester irgendwie geholfen werden muss. Dafür kamen eh schon viele gute Tips.
Was mir zusätzlich noch einfällt...
Hat deine Schwester mal abklären lassen ob sie einen Nährstoffmangel hat?
Ich hatte eine Zeit lang Eisen und Vitamin D Mangel und war da überhaupt nicht belastbar, gereizt und hab vieles auf meinen Partner abgeschoben weil ich überfordert war. Als der Mangel behoben war ging vieles wieder leichter.
Könnte es eine Depression sein bei deiner Schwester? (Oder eine andere psychische Abweichung?)
Hat sie Kontakt zu anderen Mamas in der Nähe mit denen sie sich mal am Spielplatz treffen kann oder gemeinsam was unternehmen kann? Oder gemeinsam kochen etc. kann? Das kann auch schon ein bisschen helfen, da dann zumindest mehrere Erwachsene auf die Kinder schauen und die Kinder leichter beschäftigt sind und die Erwachsenen über ihre (oft ähnlichen) Probleme Austausch finden.
Es gibt auch finanzielle Hilfen für Alleinerziehende die keinen Unterhalt bekommen. Da kenne ich mich aber zu wenig aus um konkrete Tipps zu geben. Habt ihr
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Ich kann beide Seiten nachvollziehen.
Und finde auch, dass einerseits, du deine Grenzen deutlicher ziehen solltest und andererseits deiner Schwester irgendwie geholfen werden muss. Dafür kamen eh schon viele gute Tips.
Was mir zusätzlich noch einfällt...
Hat deine Schwester mal abklären lassen ob sie einen Nährstoffmangel hat?
Ich hatte eine Zeit lang Eisen und Vitamin D Mangel und war da überhaupt nicht belastbar, gereizt und hab vieles auf meinen Partner abgeschoben weil ich überfordert war. Als der Mangel behoben war ging vieles wieder leichter.
Könnte es eine Depression sein bei deiner Schwester? (Oder eine andere psychische Abweichung?)
Hat sie Kontakt zu anderen Mamas in der Nähe mit denen sie sich mal am Spielplatz treffen kann oder gemeinsam was unternehmen kann? Oder gemeinsam kochen etc. kann? Das kann auch schon ein bisschen helfen, da dann zumindest mehrere Erwachsene auf die Kinder schauen und die Kinder leichter beschäftigt sind und die Erwachsenen über ihre (oft ähnlichen) Probleme Austausch finden.
Es gibt auch finanzielle Hilfen für Alleinerziehende die keinen Unterhalt bekommen. Da kenne ich mich aber zu wenig aus um konkrete Tipps zu geben. Habt ihr euch in der Richtung schon informiert?
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@legovogel das ist tatsächlich mal eine Untersuchung wert. Also Depressionen würde ich eher nicht vermuten, aber ich kann natürlich auch nicht in ihren Kopf schauen und bin da auch überhaupt nicht qualifiziert, das zu beurteilen. Ich denke, grundsätzlich wäre ein Gespräch mit einer Psychologin vielleicht nicht schlecht, auch um für sie selbst vielleicht Techniken zu finden, wie sie mit Stress umgehen kann usw. Aber Vitamin-/Eisenmangel abklären lassen klingt auf jeden Fall sinnvoll! Sie hat auch Freundinnen mit Kindern, die sind dann allerdings alle schon älter und die 6-Jährigen haben dann auch eher nicht so Lust, mit ihren Kleinkindern zu spielen, also bleiben ihre Kinder dann bei Treffen trotzdem die ganze Zeit bei ihr. Ansonsten hat sie einige Bekannte über Spielplätze, Kindergruppen usw. kennen gelernt, das würde ich jetzt aber alles eher als oberflächliche Bekanntschaften bezeichnen.
@krümel05 @awa Ich denke auch, dass sie langfristig wieder wird arbeiten gehen müssen. Sie hat zum Glück einen unbefristeten Vertrag und Elternteilzeit wäre da auch möglich, nur Homeoffice leider gar nicht. Also im Falle von Kind krank etc. müsste sie sich dann wirklich den Tag auch komplett abmelden. Ich finde die Idee mit dem begleiteten Babysitter, der sie in ihrer Abwesenheit entlastet aber auch sehr gut, das würde ich ihr mal vorschlagen. Da würde ich mich dann auch bereit erklären, den zu bezahlen, solange sie nicht arbeitet (der Sitter wird dann ja auch keine 20h/Woche da sein), vielleicht macht es ihr das auch etwas "schmackhafter".