Mental Load - Eve Rodsky Fair Play

Hallo - hat jemand schon dieses Konzept ausprobiert und kann davon berichten?

Ich seh es nicht mehr ein, dass ich für alle in diesem Haus mitdenken muss und möchte keinen „helfenden“ Mann mehr, sondern einen, der selbst Verantwortung übernimmt 😁

Dazu haben wir uns ein bisschen in das Konzept eingelesen und ich find es klingt voll interessant. Vielleicht hat es ja schon wer ausprobiert, würd mich vooooll interessieren.

Hier zum Konzept:
Das Prinzip basiert auf einem spielerischen, aber glasklaren System, das Haushalt und Kindererziehung wie ein Unternehmen organisiert.
Hier ist die genaue Funktionsweise des Konzepts:
1. Das Grundprinzip: Das Kartendeck des Lebens
Eve Rodsky hat den gesamten Familien- und Haushaltsalltag in insgesamt 100 Karten (Aufgabenbereiche) unterteilt. Diese Karten decken alles ab: von „Müll rausbringen“ über „Kinderkleidung für die nächste Saison kaufen“ bis hin zu „Freundschaften pflegen“ und „Altersvorsorge“.
Das Ziel: Alle 100 Karten werden unter den Partnern aufgeteilt.
Die goldene Regel: Wer eine Karte hält, hält sie zu 100 %. Es gibt kein „Teilen“ einer einzelnen Karte.
2. Die CPE-Regel (Das Herzstück von Fair Play)
Jede Karte beinhaltet immer drei Phasen, das sogenannte CPE-Modell:
1. C – Conception (Konzeption/Planung): Das Erkennen des Bedarfs.
Beispiel: Zu sehen, dass das Kind neue Winterschuhe braucht, weil die alten zu klein sind, und zu recherchieren, welche Marken gut sind.
2. P – Planning (Organisation): Die Logistik dahinter.
Beispiel: Die Schuhgröße des Kindes messen, Preise vergleichen, das Budget checken und die Schuhe bestellen oder einen Termin im Laden planen.
3. E – Execution (Ausführung): Das eigentliche Tun.
Beispiel: Mit dem Kind zum Laden fahren, die Schuhe anprobieren, bezahlen und sie zu Hause in den Schrank stellen.
Der Clou bei Fair Play: Wenn dein Mann die Karte „Kinderschuhe“ hat, ist er für C, P und E verantwortlich. Du darfst und musst dich komplett ausklinken. Er darf dich nicht fragen: „Welche Größe hat sie eigentlich?“ oder „Wo bestellen wir das?“. Das herauszufinden, ist Teil seiner Karte.

Vorab definiert man in einem gemeinsamen Gespräch wer sich welcher Karte annimmt und bespricht was als erledigt gilt.

Klingt anfangs mühsam, aber könnte auf Dauer doch funktionieren oder was meint ihr? 😄

Kommentare

  • Klingt ja erstmal wie in einem schönen Märchenbuch und ja könnte Funktionieren… Ich glaub aber die Betonung liegt auf könnte 😅.

    Aaaaaaber ich denke mir wenn die Familiendynamik passt, der Partner das Konzept voll mitträgt und ihr beide dasselbe wollt und auch beide voll dahinter steht, dann kann es klappen.
  • Ich hab noch nie davon gehört, aber das klingt ja voll cool! Werd mich mal einlesen 🙈
  • Es ist wirklich voll spannend, momentan sind wir noch bei der Vorbereitung und Kärtchen schreiben, die wir dann verteilen wollen bzw. Zum Teil schon verteilt haben.

    Bringt schon nochma Diskussionspotential vor allem wenn man eine Karte abgibt, wo ein vergessen direkte Auswirkung auf einen selbst bzw die Kinder hätte. Da überlegen wir uns noch ein: was passiert in dem Fall zur Problemlösung.

    Die haben wir bisher: 35242210-7e2b-11f1-8631-7dba50b65e53.jpeg

    Werde euch auf dem laufenden halten 😊
    Wäre ja irgendwie cool wenn das funktionieren würde 😂
    time4teaLulu98
  • Sehr spannend. Für wie lange wird das dann aufgeteilt. Es gibt ja schon Sachen, die sich auch immer wieder verschieben, weil sich die Lebenssituation ändert. Oder sowas wie Essen organisieren und kochen jeden Tag in der Woche bei uns wer anderes übernimmt. Und so Aufgaben haben wir schon viele. Aber vielleicht macht es eh Sinn, wenn man klarere Aufgabenteilung hat.
  • Ich bin gespannt, was du berichtest!
    Mir kommt "Finanzen" sehr weit gegriffen vor. Auch "Einkauf" beinhaltet ja ganz viel: die alltäglichen Lebensmittel sind ja etwas Anderes als das Putzmittel oder die Gewürze nachkaufen, wenn sie aus sind. Und wer macht die Einkaufsliste? Meist der, der auch kocht ...
    100 Aufgaben sind auch richtig viel. Wie gesagt, ich bin gespannt, was du erzählst! Eine faire Aufteilung wäre natürlich grandios. :)
    VIelleicht willst du uns auch Bescheid sagen, wie ihr es handhabt, wenn einer doch etwas nicht erledigt (oder öfters)? Da wüsste ich nämlich gerade nicht, wie wir das machen würden.
  • Hallo , ich finde das Thema auch grad mega interessant. Und lies mich da grad rein. Das Konzept kannte ich noch nicht aber es klingt sehr spannend. Ich habe von Mental Load das erste mal gehört als ich das Buch Geboren & Geborgen gelesen habe. Da schreibt Laura Fröhlich über dieses Thema. Ich hab jetzt ihren Newsletter aboniert und eine Exeltabelle geschickt bekommen die muss ich aber zuerst noch ausdrucken. Hat jemand mit diesem Konzept erfahrung ?
  • Hi, finde es sehr cool das hier zu lesen!
    Das Buch von Eve Rodsky hab ich schon eine Weile zuhause, aber hab es noch nicht geschafft es systematisch mit Karten usw durchzuziehen. Das Ganze - v.a. die Anzahl der 100 Karten! - war allerdings auch so ein derartiger Augenöffner für mich, warum ich so gestresst bin, dass ich es einfach so ausführlich meinem Mann, ähm, sagen wir "erzählt" hab :D Er war ganz baff von meinen Aufzählungen was ich alles so tue - es war ihm wirklich nicht bewusst. Und wir arbeiten seither Schritt für Schritt daran dass die tasks klar und fair verteilt sind. Irgendwann demnächst hoffentlich auch mit Karten - werden auch unsere eigenen machen weil zB "Putzen" im Original glaube ich nur eine Karte ist, das wollen wir anders aufteilen.

    Am allermeisten hat mir das CPE geholfen. Denn mein Mann war immer fleißig an der execution beteiligt, aber die mental load steckt ja zu großen Teilen in C und P. Dadurch hab ich erst verstanden wie ich die ständige Nachfragerei nach Schuhgröße etc. abdrehen kann ;)

    Findest du lohnt sich der extra Aufwand mit den Karten? Ich habe überlegt, für uns wäre die symbolische Sichtbarmachung was wir eigentlich alles leisten wertvoll, und zudem hab ich überlegt auf jede Karte gemeinsam die Standards und evtl Tipps festzuhalten. ZB das Lieblings Schuhgeschäft. Damit der andere nicht bei Null anfangen muss, muss ja auch nicht sein...

    Ich bin super gespannt was du berichtest!
    Stefanie93
  • Jetzt fällt mir noch eine Frage ein. Ihr habt wir es klingt auch mehr als ein Kind - gilt zB "Kinderkleidung" dann für alle? Ich hab nämlich überlegt es pro Kind aufzuteilen (haben zufällig zwei das würd sich bei uns ausgehen hehe). Einfach weil es sich bei manchen Sachen gut ergeben würde. Aber dadurch wird’s halt noch komplizierter...
    Generell muss ich gestehen allein die Komplexität von den Karten ist bisher meine größte Hürde.
  • @_Annika_ das neue System soll schon längere Zeit gelten. Wenn eine Karte gar nicht zu einem passt, könnte man zB ja tauschen gegen eine andere.

    @puffin Danke für den Input! Tatsächlich haben wir Dinge, die wir (ich) beim DM besorgen natürlich noch nicht bedacht 🙃Und genau darum gehts, wie auch @time4tea schreibt, sichtbar machen, was wir alles planen und woran wir alles denken müssen. Mein Mann ist auch eher der ausführende Part (teilweise aber auch erst nach vielen Erinnerungen) und ich hab einfach gemerkt so geht’s nicht weiter.

    Einkaufen haben wir jetzt so geregelt: Sonntag schreiben wir als Familie einen Plan was die Woche gekocht wird und der, der die Karte besitzt schreibt die Zutaten zusammen, überlegt was die Kinder zum Frühstück/zwischendurch brauchen bzw. was von allen gerne gegessen wird, geht einkaufen, räumt den Einkauf aus.

    Kochen fällt da aber nicht drunter, weil wir das recht flexibel ausmachen, je nachdem wer wann wie lange unterwegs ist. Da das bei uns aber nie ein Streitthema war, müssen wir das auch nicht näher definieren.

    Anderes definieren wir dann genauer, wenn es früher schon zur Diskussion geführt hat.

    @time4tea Ich find die Karten schon super.
    Sich die Zeit nehmen das gemeinsam auszuarbeiten und dann auch nachlesen zu können, wenn man es nicht mehr im Kopf hat, was man besprochen hat.
    Wie oft ich meine Karten anschauen werde, weiß ich nicht. Momentan mache ich ja einen Großteil der Planung und Tlw Ausführung ohnehin, aber mein Mann meinte er wird sich die Karten schon anschauen, bis es Routine geworden ist.

    Für mich schwierig an dem Konzept ist:
    Was mache ich, wenn er seine Aufgaben nicht macht?
    Wenn er sagt (wie so oft gehört): oh da hab ich nicht dran gedacht, ah das hab ich vergessen,…

    Nach dem Konzept gehts ja darum dass er es dann auch ausbaden muss, deshalb versuchen wir uns schon bei manchen Themen ein was ist wenn zu überlegen.
    Aber im Endeffekt darf das Vertrauen auch wieder mehr wachsen dass er wieder mehr Verantwortung übernimmt. 🥰
  • bearbeitet 13. Juli, 22:38
    @time4tea Ja wir haben zwei Kinder, Bub und Mädchen - das macht die Gewand Geschichte noch komplizierter.
    In dem Fall hab ich die Karte komplett.

    Hätte er die Karte, würde er wahrscheinlich nach dem Sale zu hohen Preisen komplett neu kaufen. Würde auf keine Aktionen warten, geschweige denn gebrauchte Artikel kaufen. Und da ist mir unser Haushaltsbudget zu wichtig 😅Bei uns wäre demnach aufteilen auch schwierig, wenn die Vorgehensweise dann sooo anders wäre.
    Und ich möchte ihn auch nicht zwingen sich auf Vinted & Co umzuschauen, wenn ihn das komplett nervt.
    So übernehme ich die Karte, finds auch nicht so spaßig aber ich kenns ja schon, dafür hat er dann zB Gartenarbeit oder was ähnlich mühsames für sich 🤷🏻‍♀️
  • TinaXyxTinaXyx

    384

    bearbeitet 13. Juli, 23:38
    Ich hab mich auch schon viel mit Mental Load beschäftigt. Als Anregung: statt der Karten kann man auch eine der gängigen Mental Load Listen verwenden und die Tasks dort zuteilen. Da hat man schon eine schöne Übersicht über alle typischen Aufgaben und muss nicht selbst überlegen. Außerdem fällt ja nicht jede Aufgabe gleich oft an, das bilden diese Listen auch gut ab. Täglich kochen und einmal im Jahr Steuererklärung sind ja vielleicht je eine Karte aber nicht gleichwertig.

    Ich bin Mal mit meinem Mann eine dieser Mental Load Listen durchgegangen. Wir haben je eine für uns ausgefüllt, dann verglichen. War schon das erste Aha Erlebnis, dass nicht jeder den gleichen Eindruck hat wer was macht. Danach haben wir ein paar Sachen umverteilt. CPE oder wie auch immer man es nennen will, ist beim Umverteilen jedenfalls wichtig. Er hat jetzt zwei weitere Dinge komplett übernommen und ich merk, dass ich da inzwischen wirklich relativ gut abschalten kann und mich nicht mehr darum kümmern muss.
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