Meine Erfahrungen im Hanusch-Krankenhaus nach einer Fehlgeburt

Ich wollte meine Erfahrungen mit euch teilen, weil ich glaube, dass es mir helfen könnte, das Erlebte zu verarbeiten, und vielleicht hilft es auch anderen, die Ähnliches durchmachen.

Am Montag war ich das erste Mal im Hanusch-Krankenhaus, um die Fehlgeburt noch einmal bestätigen zu lassen und mich für eine Ausschabung vorzubereiten. Die Ärztin, die mich untersucht hat, hat zwei Dottersäcke gesehen, was mich in dem Moment komplett verunsichert hat.

Am Mittwoch sollte dann die Ausschabung stattfinden. Doch weil ich kein Notfall war, wurde ich an diesem Tag nicht operiert – der OP-Plan war voll. Man sagte mir, ich solle am nächsten Tag wiederkommen.

Donnerstag war dann alles vorbereitet, und ich musste den ganzen Tag nüchtern warten. Das war unglaublich anstrengend, sowohl körperlich als auch emotional. Ich saß bis 19:45 Uhr in dieser Ungewissheit. Die Ärzt:innen und das Pflegepersonal waren aber alle extrem lieb und einfühlsam, wofür ich sehr dankbar bin.

Das Schlimmste für mich war der Moment, als eine Zimmergenossin Besuch bekam – mit einem Baby. Es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich konnte es nicht mehr aushalten und habe nur noch geweint. Ich hatte ohnehin den ganzen Tag über viel geweint, aber dieser Moment hat alles verstärkt.

Das Personal hat meine Verzweiflung bemerkt, mich in ein Einzelzimmer verlegt und sogar eine Psychologin zu mir geschickt. Das war wirklich gut und hat mir in dieser extremen Belastungssituation geholfen.

Als die Ausschabung dann endlich vorbei war, durfte ich gestern Gott sei Dank noch nach Hause. Diese Erleichterung, endlich nach Hause zu können, war groß, aber ich fühle mich emotional immer noch erschöpft.

Gerne möchte ich auch von euch wissen: Wie waren eure Erfahrungen mit einer „nicht geplanten“ Ausschabung? Wie seid ihr mit den Emotionen und der Belastung umgegangen?

Kommentare

  • Ich kann dir keinen Erfahrungsaustausch von meiner Seite anbieten, aber ich wünsche dir viel Kraft für den Abschied von deinem Kleinen. Ich finde deinen Bericht sehr berührend und es tut mir leid, dass du im KH so lange warten musstest und ausgerechnet in dieser Situation mit dem Baby einer Besucherin konfrontiert wurdest.

    Mein Weg mit dem Verlust meiner zwei Neffen (Sternenkinder) umzugehen ist, dass ich manchmal zum Sternenkindergrab in unserem Ort gehe und dort an sie denke. Im Sommer habe ich zwei Steine bunt bemalt und für sie dort hingelegt. Mir persönlich tut es gut, wenn ich mir Zeit und Raum fürs Traurigsein nehme, in welcher Form auch immer.
    Ich wünsche dir (und deinem Mann) alles Gute und viel Kraft für die Verarbeitung dieses Schmerzes. 🙏
    avellaLavendel9876543
  • Vielen Dank für deine Worte.
    Ich muss noch herausfinden, wie ich am besten mit diesem Verlust umgehen kann. Weil es auch schon meine dritte Fehlgeburt war.

    Momentan finde ich alles unglaublich unfair und ungerecht. Ich werde dann oft dazu verleitet, zu denken, warum es uns verwehrt wird Kinder zu bekommen und anderen ist es egal, ob sie rauchen oder alkohol trinken während der Schwangerschaft und die in ein gesundes Kind bekommen. Ich bin emotional und psychisch grad a bisschen am Ende. Ich habe mir bereits Hilfe geholt durch eine Therapeutin, die sich auf solche Themen spezialisiert hat und habe Ende Dezember meinen ersten Termin.
  • Ich war nicht im Hanisch, sondern damals im AKH. Der Stationsflügel war nur für Frauen die Stillgeburt, Fehlgeburt... hatten.

    Psychologien war rund um die Uhr da.

    Ich war danach im Nanaya Rückbildungskurs für Frauen ohne Baby. Wir hatten alle Fehlgeburten oder der gleichen.

    Der Support unter uns Frauen war groß. Das hat auch viel geholfen

    https://www.nanaya.at/

    An alle Betroffene, fühlt euch gedrückt
    BirteF
  • Live aus dem Hanusch um 03:16 möchte auch ich einen Erfahrungsbericht verfassen, um vielleicht die eine oder die andere zu bewahren. Nachdem Misoprostol bei mir kaum funktioniert hat, musste ich eine Curretage machen. Mir wurde gesagt, dass ich um 8 in der Früh bei der Blutabnahme sein soll und davor noch frühstücken soll, weil ich dann gleich nachmittags die OP haben werde. Es hat dann relativ bald geheißen, dass sie auf der Station kein Bett für mich haben und sich der Termin evtl. nach hinten verschiebt. Wenn ich im Vorhinein gewusst hätte, dass ich erst um 22:00 drankomme, hätte ich wohl anders gegessen und getrunken - so war ich tatsächlich durchgängig nüchtern und mir war ganz schön schwindelig. Problem war auch, dass ich kein riesiger Fan von "Venenwerweilkathedern" bin, die mir gesagt haben, dass sie gar nicht wissen, ob ich heute oder morgen drankomme und ich mir keinen Katheder für eine OP am nächsten Tag stechen lassen wollte. Weil ich mich hier quasi gesperrt habe, war schon tagsüber die Stimmung echt ungut. Leider bin ich in ein Zimmer gekommen, in dem nur drei Ü80 Damen waren, die gewickelt werden mussten, geschnarcht haben und an die Decke gestarrt haben. Will nicht schlecht reden, aber in der Situation war das für mich die Hölle. Hab dann eine Umkleide mit Fenster gefunden, in der ich die Stunden abgesessen habe. Gegen 21:30 hats dann eben geheißen, dass ich doch heute operiert werde und mir der Katheder gelegt werden muss. Mein Anliegen war, dass er mir nicht in der Armbeuge gestochen wird, das war der Dame aber zuviel an Extrawünschen. Sie ist dann komplett genervt zur Ärztin gegangen und hat ihr gedeutet, dass ich nen Vogel hab. Nachdem ich das gesehen habe, war ich kurz davor die OP abzubrechen. Glücklicherweise konnte die Ärztin dann alles gut abfangen, die hat sich für die Kollegin entschuldigt und hat mir im Handumdrehen den Katheder gelegt - nicht in der Beuge. Von der OP hab ich zwar nichts mitbekommen, dennoch wurde mehr gemacht, als mir eingangs gesagt wurde. Davon, dass ich während OP mit Beatmungsschlauch beatmet werde und auch nach der OP noch einen Blasenkatheder haben werde, hat mir niemand was erzählt. Naja, seit Mitternacht bin ich wieder in meinem Zimmer, Schmerzen hab ich keine, aber alles ziept, zerrt und schnarcht und ich weine immer wieder, weil ich es in ein paar Stunden überstanden hab und einfach zuhause bin. Einer der schlimmsten Tage meines Lebens! Wenn ich mir die AKH Erfahrung durchlese, bereue ich meine Entscheidung stark.
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