Autonomiephase - Rette sich wer kann!

FuchsiliFuchsili

1,013

bearbeitet 21. Januar, 22:50 in Entwicklung & Erziehung
Hallo Leute!

Ich eröffne das hier mal, um mir ein wenig mein schlechtes Gewissen von der Seele zu schreiben.
Mein 3 jähriges Kind hat pünktlich zum 3. Geburtstag begonnen mich richtig an meine Grenzen zu treiben. Ist nicht so als wäre ich nicht darauf vorbereitet gewesen. Ich wusste natürlich, dass es bald zu einer Verhaltensänderung kommen wird, weil Alter und so...
Aaaaber heey... Ich wusste nicht, dass es mir so schwer fallen würde Ruhe zu bewahren und Geduld zu haben. Bis jetzt habe ich es wirklich geschafft immer sehr einfühlsam, sanft und geduldig mit ihm umzugehen (ist ja nicht sein erster Widerstand) und es fiel mir nie wirklich schwer. Er war/ist ja noch so klein und jeglichen Widerstand habe ich oft auf einer anderen Ebene betrachtet und versucht ihn in seiner Entwicklungsphase zu sehen und zu verstehen.
Aber seit er diese neuen Dinge tut, wie plötzlich auf der Straße stehen bleiben und nicht mehr gehen wollen oder einfach "nein" zu so gut wie ALLEM sagen, merke ich einfach wie verdammt schwer es mir fällt cool zu bleiben. Heute hatten wir fast einen Weltuntergang, weil ich nach dem Klo gehen mit ihm Hände waschen wollte. Früher konnte ich bei sowas viel besser die Fassung bewahren, aber heute wurde ich richtig sauer, weil er auch versucht hat wegzulaufen und mich auch davor schon verärgert hat wegen anderen "Neins". Ich hab ihn dann hochgehoben und zum Hände waschen gezwungen. Er hat voll geweint und rebelliert und ich habs durchgezogen. Ich bin echt nicht stolz drauf und hab wirklich ein schlechtes Gewissen... Er hört auch kaum. Er bleibt wo stehen und egal, wie oft ich ihn rufe er ignoriert es und zieht sein Ding durch bis ich komme und ihn wegtrage - er weint dabei natürlich.
Ich merke, dass sein Verhalten irgendwas heftig in mir auslöst, denn bis jetzt wäre ich nie auf die Idee gekommen ihn zu irgendwas zu zwingen, egal zu was und wir kämpfen schon seit seinem ersten Zahn mit dem Zähne putzen :D Ich hab nie versucht ihn zu zwingen, konnte mir kreative oder lustige Sachen einfallen lasse, um ihn doch dazu zu bewegen. Aber jetzt: Irgendwie schaff ich es nicht mehr. Ich werd sauer.
Ich weiß es ist normal. Ich weiß es geht vorbei. Ich weiß es gehört dazu.
Trotzdem ist es wirklich sehr herausfordernd und ich frage mich jeden Abend, warum ich es nicht schaffe "cool" zu bleiben, wie die erste Zeit als Mama.. Da hab ich es auch geschafft bei Widerstand nicht auszurasten. Hab es spielerisch gemacht oder sanft oder einfach ein paar Minuten später.
Woher kommt plötzlich diese neue Seite in mir als Mama, die auf einmal Autorität zeigen will und so (im Nachhinein betrachtet unnötig) streng oder sauer reagiert... Fühlt sich nicht gut an :(
ThessiBirteF

Kommentare

  • Was war denn bei dir als du 3 wurdest? Hat sich da etwas in deinem Leben verändert?
  • Trila_9193Trila_9193

    1,501

    bearbeitet 22. Januar, 05:26
    @Fuchsili ich kenne das!
    Meine Tochter wird auch bald 3 Jahre alt und lebt die Autonomiephase gerade so richtig.
    Ich hab zwar keinen Tipp, aber kann dir sagen, dass du nicht alleine bist!
    Auch ich stoße gerade täglich an meine Grenzen und bin oft nicht die Mama die ich sein möchte. 🫣

    Fuchsili
  • @Fuchsili So war es bei meinem Großen auch. Und am liebsten hat er sich nicht anziehen wollen, wenn wir einen Termin hatten. Da hätte ich echt in die Luft gehen können. Ich hab nur einen Rat, du musst nicht jeden Kampf ausfechten, überlege dir, was wirklich wichtig ist. Wenn ihr zB zu Hause seid und er will nicht Hände waschen, dann lass ihn, er bekommt halt erst was zu essen wenn er die Hände selbst gewaschen hat.
    Oder wenn du merkst, dass du sauer bist, einfach kurz weg gehen und ein paarmal tief Durchatmen.
    In der Situation jetzt, kann ich dich durchaus verstehen und du bist nicht alleine, die Trotzphase ist echt anstrengend.

    Meine Kinder haben einen großen Altersunterschied und als die Kleine auf die Welt gekommen ist, hat beim Großen die Pubertät angefangen. Da hab ich schon scherzhaft gesagt, dass es lustig werden wird mit einem Pubertier und einem Kind in der Trotzphase. Tja, jetzt ist die Kleine zweieinhalb Jahre alt und viel sturer als der Große damals und sie will alles alleine machen. Und ich bin so viel gelassener. Ja, manchmal kostet sie mich auch Nerven, natürlich wieder, wenn wir wohin wollen und sie ewig braucht, weil ich ihr nicht helfen darf, dabei haben wir schon extra früher angefangen uns fertig zu machen 🙈
    Aber, im Vergleich zum Großen damals ist das besser auszuhalten für mich.
    Der Große wollte auch nie Zähne putzen, das war ein täglicher Kampf, der mich an den Rand der Verzweiflung gebracht hat. Auch jetzt macht er es ungerne und ich muss ihn manchmal daran erinnern. Die Kleine putzt total gerne, natürlich aber nur selber 🤣 Da muss ich tricksen, damit ich nach putzen kann.
    Das Pubertier ist viel anstrengender 🤣
    Ich denke die Trotzphase ist nur dazu da, um uns auf die Pubertät vorzubereiten 🤣
    Nein, ich denke, je anstrengender die Trotzphase ist, desto selbstbewusster scheint das Kind zu sein. Ist doch eigentlich toll, besser als wenn es sich nichts zutraut und ängstlich ist.
    Und die Trotzphase ist eine Phase und geht auch irgendwann vorbei.

    Also mein Tipp, manche Dinge einfach sein lassen und nicht über alles diskutieren (hab ich mit dem Großen gemacht) und wenn die Wut hoch kocht, einfach aus der Situation gehen und durchatmen (geht halt auch nur zu Hause).
    oliFuchsili
  • Also ich habe mit meiner 2 1/2 jährigen Tochter schon das Gefühl mittendrinnen zu sein 😅

    Sie darf die Dinge alleine machen, die sie alleine machen möchte, sofern möglich. Oft möchte sie z.B. an der Kassa zahlen, wenn sie dann aber nicht her kommt zahle ich und erkläre ihr, dass Menschen warten. Wenn sie kommt, darf sie zahlen.

    Wenn sie sich nicht anziehen will und wir haben nichts vor ist es mir egal. Wenn ich in die Arbeit muss und dort einen Termin habe, dann wirds allerdings durchgezogen. Ich erkläre alles, aber lasse sie nicht ewig davonflitzen. Das gleiche beim Zähneputzen. Es wird mehrmals angekündigt, spielerisch versucht und dann durchgezogen. Nicht Zähneputzen ist bei mir keine Option (kurz putzen schon).

    Von daher habe ich keinen Tipp für dich, außer dass ich glaube durchgreifen und zwingen ist manchmal nicht zu vermeiden. Oft helfen meiner Tochter kurze klare Ansagen und weniger rumeiern auch.

    Wichtig ist denke ich, dass man nicht schimpft und schreit, wenn man die Ankündigung umsetzt, sondern wohlwollend bleibt.

    Aber ich höre mir demnächst einen Vortrag zur gewaltfreien Kommunikation an, vielleicht bekomme ich da guten Input.

    Fuchsili
  • @Fuchsili Oh mein Gott! Der Text könnte 1:1 von mir sein. 🥺
    Ich hab leider auch keinen Rat, ich geh halt zur Therapeutin 🤭

    Ich kenn mich so auch nicht, ich schreie teilweise auch richtig, und sie schreit dann auch. Es ist ein Teufelskreis.
    Meine Therapeutin hat mir den Tipp gegeben, bevor man zu schreien anfängt, sich am Boden legen und kurz erklären, dass man jetzt eine Pause braucht und sich das Kind ja dazu legen kann. Ja, ich weiß, das geht nur daheim in der richtigen Umgebung.

    Was ich gar nicht verstehe, sind so Situationen wie einmal beim Einkaufen hatte sie ein Quetschie grad vor der Kassa und ich hab ihr vorher gesagt, dass wir das rüberziehen müssen, sie muss das der Kassierin geben bzw herzeigen. Das hat har nicht funktioniert! Je länger ihr die Kassierin Zeit gegeben hat und sie die anderen Sachen vorher drüber gezogen hat, umso störrischer ist mein Kind geworden, bis ich es ihr wegnehmen musste. Dann wollte sie es eh nicht mehr! 🤦‍♀️

    Oder wenn was gefährlich ist: mein Partner und ein Freund tragen ein schweres Kastl über die Stiegen rauf und ich sag zu ihr sie soll unten bleiben, das ist gefährlich. Ich hab ihnen den Weg eingewiesen und war nur 2 m weg von ihr. Stellt sie sich zu mir und ich sag ihr immer wieder das ist gefährlich und sie soll zurück gehen (sie hatten keinen Platz zum manövrieren), aber da stellt sie auf stur und bleibt einfach stehen.

    Ich verzweifle auch regelmäßig! 🙈
    Fuchsili
  • Ich hab keinen Tipp, wir sind noch nicht so weit.

    aber ich zitiere Mal eine Kinderärztin: Parenting is hard. But nly for good parents.
    FuchsiliFefiMarle
  • Mohnblume88 schrieb: »
    Was war denn bei dir als du 3 wurdest? Hat sich da etwas in deinem Leben verändert?

    Keine Ahnung. Hab an diese Altersphase so gut wie keine Erinnerung...

    danke @Trila_9193 irgendwie tut es gut zu wissen, dass es nicht nur mir so geht.

    das ist ja das komische @mamileinchen85 . Früher konnte ich immer durchatmen und hab es geschafft die dinge nicht zu ernst zu nehmen. irgendwie ist es neu, dass auch ich mir so schwer tu. aber heute war ein besserer tag, denn ich habe mir gesern abend fest vorgenommen heute geduldiger und achtsamer mit mir zu sein.

    oh, bin gespannt wie der vortrag sein wird @awa
    ich versuche es wirklich, also das wohlwollende und schreien ist nicht so mein problem, das dauert schon lange bis es so weit ist. bei mir ist es eher so, dass ich dann körperlich werde und das möchte ich eigentlich nicht. ich mein selbstverständlich nicht hauen oder irgendwas, aber zb diese hände waschen situation. ich mag es überhaupt nicht, wenn ich dann hingreifen muss und ihn nehme und zwinge etwas zu tun. wie zb wenn er sich irgendwo absichtlich dagegen stellt, um mir den weg zu versperren (ich räume zb geschirrspüler aus, er greift 10x zum besteck und es sind viele scharfe messer drin, bei jedem mal tu ich seine hand weg und sag nein und er hört nicht auf bis ich ihn dann nehme und woanders abestelle. währenddessen schreit, weint und tobt er dann.rennt zwei sekunden drauf wieder hin.... zum haare raufen! Er darf wirklich immer wieder mal helfen und mittun, aber manchmal geht es halt nicht!)


    hach @TamaraN ich musste schmunzeln, denn ich glaube es ist nicht mein erster post bei dem du antwortest, dass er von dir sein könnte! haha ich denke unsere kinder sind echt vom gleichen schlag :D
    dieses nicht hören wollen treibt mich an manchen tagen echt in den wahnsinn, weil es auch so unlogisch ist irgendwie. abgesehen davon, dass es in der trotzphase normal ist ergibt es für mich nämlich sonst überhaupt keinen sinn worüber wir teilweise unsere kämpfe austragen!
    unserer darf jetzt neuerdings ab und zu mal was naschen. wir versuchen es wirklich in balance zu halten. aber seit er gewisse dinge kennt zb gummizeug, hörbuchgeschichten, apfelsaft (verdünnt) fordert er sie STÄNDIG ein. wir versuchen wirklich es nicht zu interessant zu machen und ab und zu zu geben und gleichzeitig nicht zu häufig, damit es seiner gesundheit nicht schadet, aber bitte... dieser spagat ist doch kaum möglich. es ist soo verdammt anstrengend sich jeden tag diesem starken willen zu stellen, den er hat.. Ein nein reicht nicht. egal, wie nett, einfühlsam, klar, ernst, böse oder bestimmt... es prallt an ihm ab und ich bekomme ein "aber ich wiiiiiilllll" kombiniert mit heulen, stampfen, sachen rumwerfen oder sonst was...


    wie ist das bei euch? habt ihr die suchtmittelchen auch schon im game? also zucker, toniebox oder kurze kleine videos? unserer darf selten mal ein 2 minütiges video von disney songs schauen (zb hakuna matata oder probiers mal mit gemütlichkeit). und seitdem er das mal durfte ist er richtig picken geblieben darauf.. da sieht man wie süchtig dieses zeug macht! wir schränken es aber wirklich extrem ein und lassen uns da nicht abbringen. ab und zu und dann alle gemeinsam als genuss ist für uns okay und dann ist schluss, aber wenn er könnte würde er sich das den ganzen tag reinziehen.

  • annamaus schrieb: »
    Ich hab keinen Tipp, wir sind noch nicht so weit.

    aber ich zitiere Mal eine Kinderärztin: Parenting is hard. But nly for good parents.

    danke, dass du dieses zitat teilst. hat mich echt zum lächeln gebracht <3
  • Mohnblume88Mohnblume88

    5,562

    bearbeitet 23. Januar, 06:48
    Fuchsili schrieb: »
    Mohnblume88 schrieb: »
    Was war denn bei dir als du 3 wurdest? Hat sich da etwas in deinem Leben verändert?

    Keine Ahnung. Hab an diese Altersphase so gut wie keine Erinnerung...

    Ich frag deshalb, weil ich als meine erste Tochter ca. 2 Jahren war, komplett am Ende war mit meiner Geduld und meinen Nerven. Hab es drauf geschoben, dass wir am Hausbauen waren, Corona sowieso (2021), Arbeit startete wieder usw.

    Aber in einem Therapiegespräch fand ich raus, dass als ich selber 2 Jahre war, meine Schwester zur Welt kam und ich schlagartig abgemeldet war. Da baute sich ein großes Defizit auf, das bis zu dem Zeitpunkt nachwirkte.
    Das gleiche hatten wir nochmal mit 4 Jahren. Ich war so entkräftet und wusste nicht mehr weiter.
    Wieder eine Therapiesitzung ausgemacht und schon in den ersten Minuten wurde mir klar, wo in mir eine Leere herrschte und weshalb ich meiner Tochter da nicht mit Verständnis und Geduld begegnen konnte.
    Ich hab wirklich eine tolle Therapeutin, sie half mir innerhalb einer Stunde mein Defizit von damals aufzufüllen. Mein LG war jedes Mal überrascht, dass das wirklich nachhaltig funktionierte.

    Inneres Kind Arbeit nennt sich das🙏 ich weiß, das klingt ein bissl schräg, aber mir hat das tatsächlich geholfen.
    Marle
  • Das klingt überhaupt nicht schräg. Ich halte sehr viel von innerer Kind Arbeit und habe da früher auch schon bissl was gemacht.. Meine Kindheit war kein Spaziergang.. An dieses Alter erinnere ich mich wirklich kaum.
    bist du aus wien @Mohnblume88 ?
  • Mohnblume88Mohnblume88

    5,562

    bearbeitet 23. Januar, 08:28
    @Fuchsili Bin aus OÖ.
    Und ich erinnere mich auch nicht. Aus 18 Jahre Kindheit weiß ich vielleicht 10 Ereignisse. Gruselig ist das. Da sieht man mal, was verdrängt wurde.
    Mir fällt es alleine gar nicht so leicht dahinter zu kommen, was die Ursachen für mein aktuelles Verhalten ist. Aber meine Therapeutin stellt so gezielt Fragen, dass ich mir dann denk, da hätt ich selber auch drauf kommen können 😅


    Beispiel: Als meine Tochter 4 war, war ich morgens immer sehr ungeduldig und hatte ihre Trödelei so satt. Ewiges Anziehen, Wettlauf wer schneller ist, Zeit lassen beim Frühstück usw. Trotz Frühaufsteherin waren wir oft erst gegen 8:15 im Kiga. Ich war so genervt, hab morgens schon mit ihr geschrien. Hab mit Freundinnen drüber gesprochen und hab immer versucht beim Ablauf was zu verändern.
    Dann sitz ich einmal bei der Therapeutin und sie sagt „Was ich da raushöre, ist, dass zwei 4jährige um ihre Zeit kämpfen.“ …. „Was hätten Sie mit 4 gebraucht?“
    Ich wusste natürlich keine Antwort so ad hoc. Aber ich ließ mich auf eine Reise in mein Innerstes ein und da überkamen mich Tränen…da sagte ich „So gern hätt ich jemanden gehabt, der mich an die Hand nimmt und sagt -komm, gehen wir in den Garten und schauen was da alles wächst-.“
    Ich habe geweint, geweint, geweint und bin in Gedanken immer wieder mit mir als Kind an der Hand in den Garten gegangen, haben Karotten raus gezogen, Schnittlauch abgeschnitten, Erdbeeren gegessen.
    Das war alles. Danach war ich so erfüllt von Liebe, dass mich mein Kind nicht mehr aus der Ruhe bringen konnte. Kein Kampf mehr um Zeit.

    Man muss natürlich nicht wegen jedem Problem so einen Eiertanz aufführen. Ich hab nur gemerkt, dass meine defizitäre Kindheit mich so nachhaltig negativ geprägt hat, dass ich aktiv werden musste. Sonst hätt ich meinem Kind iwann eine Watsche gegeben, das hab ich schon gemerkt.
    yasrieFuchsiliBirteFLeni91Lynni87oliandrea_86Marle
  • Ach schade, sonst hätte ich nämlich nach dem Namen der Therapeutin gefragt. Ich wohne allerdings in Wien. Ich bin auch schon länger in Therapie, aber muss sagen es ist wirklich schwierig die richtige Person zu finden und die Guten sind sehr schnell voll. und ein kleines Vermögen kostet es auch noch...

    Klingt einleuchtend, was du da erzählst. Wie schön, dass du durch die Therapie soviel über dich lernen konntest. Ja, ich finde es auch extrem gruselig, weil ich wirklich nur noch sehr wenig weiß, aber ja ich vertraue darauf, dass unser Unterbewusstsein schon weiß warum es das tut.
    Als ich damals das erste Mal in Therapie war, ich glaube das war 2019 oder so, hab ich gefühlt auch mal ein Monat durchgeheult, weil ich bis dahin nie in mich hineingeschaut habe und es war schon wirklich sehr intensiv. Hat mein Leben verändert.
  • Meine Therapeutin kostete mich auch ein halbes Vermögen 🫣😂
    Ich hab 2015 damit gestartet, Gründe waren aber andere, ich sag mal sie waren triftig. Nach 5 Jahren war ich geheilt. Danach wurde ich schwanger und hab sie für einzelne Fragen zum Muttersein immer wieder mal kontaktiert. Das ist natürlich sehr praktisch - sie kennt meine Geschichte, sie kennt meine Themen, es brauchte oft nur 1 Satz von ihr und wir waren schon mittendrin.
    Finds direkt ein bissl schade, dass ich schon länger nicht mehr bei ihr war. Hab mal überlegt ihr mitzuteilen, dass wir noch ein Baby bekommen haben - etwas, dass dank ihr möglich wurde.
    Fuchsili
  • Ich schließe mich an.. meine wird im Mai 3 Jahre und ich bin tag täglich fast am durchdrehen...
  • awa passiert das dann alles mit Geschrei oder lässt sie sich dann anziehen und akzeptiert es? Ich find es immer so schwierig wenn mir jemand sagt "ich sags so oder so oft und dann mach ich es" aber bei uns ist es täglich ein Weltuntergang und ich habe dabei schon das gefühl als würd es ein Machtkampf sein...
  • Meine Maus ist ers zwei geworden und sie kanns schon so richtig 🙈 gestern hatte sie einen wutanfall von sicher 5-10 minuten nur weil ich beim **** video anruf aufgelegt habe und nicht sie.
    Normal will sie das immer machen. Also hab ich sie 3x gfragt. Sie hat immer wieder nein gesagt. Und ald ichs dann gemacht hab wars aus und vorbei.
    Sie hat so einen roten kopf bekommen vor lauter schreien... Wahnsinn! Also mir graut schon davor wenn ich dran denke was da noch alles kommt 🙈😅
    Fuchsili
  • so schön @Mohnblume88 ! Offensichtlich hast du da wirklich eine großartige, kompetente Person gefunden. Ich freue mich für dich, dass sie dir so gut zur Seite stehen konnte <3
    Mohnblume88
  • Magda95 schrieb: »
    awa passiert das dann alles mit Geschrei oder lässt sie sich dann anziehen und akzeptiert es? Ich find es immer so schwierig wenn mir jemand sagt "ich sags so oder so oft und dann mach ich es" aber bei uns ist es täglich ein Weltuntergang und ich habe dabei schon das gefühl als würd es ein Machtkampf sein...

    und ich glaube das ist der Punkt. Dieser "Machtkampf". Den will ich eigentlich nicht! Ich habe mir die letzten Tage soviel Gedanken zu dem Thema gemacht und ich denke, dass die Kinder in diesem Alter einfach auf der Suche nach Grenzen, Orientierung und Klarheit sind. Es wirkt wie ein Machtkampf, aber ich glaube sie suchen eher nach klaren Ansagen (unbewusst) weil die ja auch Halt geben. Die handeln ja nicht zum Spaß so. Abgesehen davon, dass sie selber kaum begreifen können, was das für Emotionen sind bzw sich nicht regulieren können.
    Ach keine Ahnung.. Es ist echt nicht einfach!! und das ist noch nichtmal die Pubertät... hilfeeee :D
  • Carina2722 schrieb: »
    Meine Maus ist ers zwei geworden und sie kanns schon so richtig 🙈 gestern hatte sie einen wutanfall von sicher 5-10 minuten nur weil ich beim **** video anruf aufgelegt habe und nicht sie.
    Normal will sie das immer machen. Also hab ich sie 3x gfragt. Sie hat immer wieder nein gesagt. Und ald ichs dann gemacht hab wars aus und vorbei.
    Sie hat so einen roten kopf bekommen vor lauter schreien... Wahnsinn! Also mir graut schon davor wenn ich dran denke was da noch alles kommt 🙈😅

    ohja das kenn ich auch! zuerst 5 mal nein sagen und wenn man es dann macht einen nervenzusammenbruch kriegen.. wir haben das öfter beim essen. "Magst du das noch?"
    Nein - sicher?
    Nein! - ganz sicher?
    Nein!

    Okay.. räume es weg. 2 Minuten später: Wo ist mein essen aaaahhh
  • @Fuchsili
    Beim Geschirrspüler einschalten ists auch immer so... Nervenzusammenbruch wenn ichs mache. Aber es hilft manchmal wenn ich dann sage "ok, dann mach ich es" - plötzlich is sie dann ganz schnell da! 🤣

    Letztens hab ich eine freundin gefragt wann diese Phase endet... wir haben dann festgestellt dass sie sicher nahtlos in die Pubertät übergeht 🤣🙈
    Fuchsili
  • Wenn du jetzt beim Thema Grenzen ankommst, hilft vielleicht das Buch von Nora Imlau „Meine Grenze ist dein Halt“.
    Ich kenne das auch, dass einen so banale Dinge irgendwie total anticken können. Fühle dann auch die Wut so hochsteigen. Ich glaube, das ist leider schon ein Zeichen, dass man schon länger in der Überforderung drin ist. Was ja irgendwie klar ist als Eltern heutzutage. 😮‍💨
  • @Magda95 mal so, mal so. Wobei es nicht oft vorkommt, dass sie es garnicht akzeptiert oder es mir dann im Nachhinein noch vorhält.
    Manchmal, wenn sie sehr müde ist oder Zahnschmerzen hat.

    @Carina2722 das Thema mit dem roten **** Button kennen wir... Ich erkläre es dann und tröste. Wenns beim Papa passiert, rufen wir manchmal nochmal an.

    @Fuchsli ich denke auch, dass klare Grenzen wichtig sind. Halt nicht aus Prinzip, sondern dann wenn es Gründe gibt, die man erklären kann.

    Und traurig und wütend sein, ist dann ja vollkommen ok. Wir besprechen das dann auch. -> "Ich verstehe, dass du jetzt traurig bist", oder "du darfst wütend sein und das sagen, aber ich mag nicht gehauen werden", usw...

    Ich möchte vermeiden, dass sich normale Grenzen/Konsequenzen für sie nach Strafe anfühlen. Daher ist es mir wichtig trotz Grenzen in Kontakt und wohlwollend zu bleiben -> mal sehen wie ich das schaffe, wenn es ärger wird.

    In meiner Kindheit ging Grenzsetzung eigentlich immer mit Abwertung und Liebesentzug einher. Verständnis für das was ich will gab es nicht und eigene Interessen wurden mit der Brechstange durchgesetzt.
    BirteFFuchsili
  • Ich will halt nicht meine "macht" immer einsetzen müssen, damit sie kooperiert oder mitmacht. Das zerreißt mir das Herz aber oft geht's dann einfach nicht anders.
    letztens haben wir 4x die Schuhe wieder ausgezogen nur weil ich hinten angehalten habe, damit sie reinschlupfen kann... Und anders hat sie es nicht geschafft... Das ist so ein Zwiespalt. Einerseits bin ich froh wenn sie selber macht, weil ich das von meinem Sohn garnicht kenne, aber andererseits wenn sie sich dann garnicht helfen lässt...
    ende der geschichte war, ich hab sie dann geschnappt und ohne Jacke und Schuhe ins auto gesetzt, natürlich begleitet von geheule bis wir angekommen sind...
    Fuchsili
  • @awa ja das mit dem papa hatten wir gerade erst vor 2 tagen. Sie sagt sie mag auflegen und er hat das nicht gehört und legt vor ihr auf. Sie war völlig fertig und wir haben ihn nochmal angerufen und ich hab ihn nur gefragt "wie kannst du nur einfach auflegen..." 🤣
  • Ja, das kenne ich auch. Meine Kleine will auch immer alles alleine machen und ich darf nicht helfen und sie ist dann oft grantig, wenn ich doch helfe oder sie merkt, dass sie es alleine doch nicht kann.
    Sie sieht aber auch meistens schnell ein, dass sie eben Hilfe braucht.
    Ich kaufe ihr zB nur Schuhe mit Klettverschluss, damit sie die alleine anziehen kann. Mit Turnschuhen und Sandalen klappt das super. Winterstiefel halt nicht, zu Winterbeginn war das auch oft Thema, jetzt weiß sie aber, dass sie beim Reinschlüpfen Hilfe braucht. Sie macht die Schuhe aber selber auf und zu.
    Also ich achte da beim Kauf schon darauf, dass ich Sachen kaufe, die sie dann auch alleine schafft. Strumpfhosen schafft sie zumindest halbwegs ohne Hilfe. Aber ich freue mich schon, wenn der Winter und die Anzieherei wieder vorbei sind.
    Sie hilft auch total gerne im Haushalt, Geschirrspüler ausräumen, Waschmaschine ein und ausräumen. Wobei beim Geschirrspüler nehme ich nur den Besteckkorb zuerst raus, damit sie kein Messer erwischt, der Rest geht dann ganz gut. Man braucht halt viel Geduld, alleine ginge es schon schneller.
    Aber nachdem ich beim Großen um jeden Handgriff bitten muss, ist es mir lieber, ich lasse sie helfen.
    Der Große ist so unselbständig, da merke ich jetzt, dass ich ihm viel zu sehr geholfen habe, als er kleiner war, deshalb bin ich eigentlich ganz froh darüber, dass die Kleine alles selber machen will.
    Fuchsili
  • BirteF schrieb: »
    Wenn du jetzt beim Thema Grenzen ankommst, hilft vielleicht das Buch von Nora Imlau „Meine Grenze ist dein Halt“.
    Ich kenne das auch, dass einen so banale Dinge irgendwie total anticken können. Fühle dann auch die Wut so hochsteigen. Ich glaube, das ist leider schon ein Zeichen, dass man schon länger in der Überforderung drin ist. Was ja irgendwie klar ist als Eltern heutzutage. 😮‍💨

    Danke für den Tipp, das hab ich bereits gelesen :)
  • Ich geb dir absolut recht @awa und ich bemühe mich wirklich täglich dem gerecht zu werden, aber ich muss ehrlich sein: es fühlt sich nicht immer authentisch an. es gibt einfach momente, da kann ich einfach nicht mehr wohlwollend sein. ich bin wirklich nicht jemand, der schnell mal schreit, aber es gibt einfach grenzen meiner geduld. heute zb ich habe gekocht und der teller steht am tisch. er sagt er will nicht essen, okay. er will stattdessen eine semmel. ich sage ihm nein, es gibt jetzt keine semmel - ich habe gekocht und hier ist das essen. er geht richtung tisch und fetzt den teller vor lauter zorn einfach über den tisch. er ist zwar nicht runtergefallen, aber durch die wucht wurde auch das glas verschüttet und für mich ist alleine schon diese geste/aktion ein absolutes No-Go! früher hat er sowas nie gemacht, das ist alles neu, aber für mich absolut nicht tolerierbar.
    ich habe sehr klar und auch mit einer lauteren stimme deutlich gemacht, dass er sowas nie wieder machen soll und das nicht in ordnung ist. da bleibt mir kein nerv für "ich weiß du wolltest xy, das verstehe ich, dass dich das ärgert und trotzdem will ich aber, dass..." auch wenn ich das gut finde und teilweise gut anwenden kann, aber in manchen situationen geht es einfach nicht und mir ist dann auch wichtig, dass er checkt: hier ist die grenze.
    wenn er mich zb haut, weil ich zu etwas nein sage oder was weggenommen habe verlasse ich auch manchmal den raum. das soll kein liebesentzug sein, sondern eine konsequenz für sein verhalten = wenn du mir weh tust, entferne ich mich von dir und das kommuniziere ich ihm auch: wenn du dich so benimmst, dann muss ich leider aufstehen.
    keine ahnung, wie es richtig geht, keine ahnung was gut oder schlecht ist... jedes mal hab ich das gefühl es war vielleicht zu wenig oder zuviel. es ist echt so schwierig...
  • Magda95 schrieb: »
    Ich will halt nicht meine "macht" immer einsetzen müssen, damit sie kooperiert oder mitmacht. Das zerreißt mir das Herz aber oft geht's dann einfach nicht anders.
    letztens haben wir 4x die Schuhe wieder ausgezogen nur weil ich hinten angehalten habe, damit sie reinschlupfen kann... Und anders hat sie es nicht geschafft... Das ist so ein Zwiespalt. Einerseits bin ich froh wenn sie selber macht, weil ich das von meinem Sohn garnicht kenne, aber andererseits wenn sie sich dann garnicht helfen lässt...
    ende der geschichte war, ich hab sie dann geschnappt und ohne Jacke und Schuhe ins auto gesetzt, natürlich begleitet von geheule bis wir angekommen sind...

    Ich bin auch eine, die das machtverhältnis kritisch sieht und würde bei meinem auch 4x die schuhe wieder ausziehen, aber mittlerweile bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob das der richtige weg ist.
    meine sorge ist manchmal, dass es zu "schwammig" ist und mein sohn dann das gefühl hat alles ist verhandelbar und für alles ist ewig zeit und geduld.. das ist aber in der realität oft nicht so.. ich plane unsere morgenroutine extra früh, damit wir nie in stress kommen und es zuviel druck gibt. trotzdem ist es morgens immer von tausend Neins begleitet und ich muss so verdammt viel geduld haben, damit es nicht eskaliert... es wirkt fast so als würde er das tempo vorgeben bzw den ablauf und ich denke das ist nicht gut. ich glaube schon, dass das ein 3 jähriger gerne würde, aber in wahrheit überfordert es ihn dann doch und er braucht eine orientierung. glaub ich zumindest..
  • @Fuchsili also ich hoffe ich werde nicht gesteinigt, aber ich finde eine laute Reaktion auf Teller werden und den Raum verlassen beim Hauen bei einem dreijährigen nicht tragisch. Ich glaube, wenn man da immer mit Verständnis reagiert, erzieht man keinen gesellschaftsfähigen Menschen.

    Beide Reaktionen sind authentisch und nicht drüber!

    Ich finde es gibt ja zwischen laut/wütend und anbrüllen/ausschimpfen einen Unterschied. Wut ist ein legitimes Gefühl, auch bei Eltern. Und Wut ist eben nicht leise.

    Nicht OK wäre extrem anbrüllen, so dass das Kind Angst bekommt und mit leeren Bauch ins Bett schicken
    Fuchsili
  • @Fuchsili Was wäre so schlimm gewesen wenn er statt dem Gekochtem eine Semmel isst?
    Bei uns gibt’s immer eine schnelle Alternative, wenn das Essen mal für die Kleine nicht passt. Hätt vlt noch Butter und Gurke zB dazu angeboten.

    Ich finds auch nicht ok wenn Teller geworfen werden und würd das auch sagen und erklären. Würd aber schon besprechen woher die heftige Reaktion kommt.

    Fuchsili
  • Unsere ist 3 und sehr selten ein Wutzwerg. Wenn doch sag ich mir im stillen „aushalten und begleiten“ vor.
    Ich hab gemerkt dass in der Phase der Wut bei uns kein Zureden und Einreden hilft. Da kommt einfach nix an. Wir warten dann einfach und besprechen es nach. Oft auch erst Abend im Bett. Da haben sich die Wogen geglättet und jeder ist ein wenig aus der akuten Stresssituation draußen.

    Wir hatten auch schon Wutanfälle beim Spar. Da sag ich halt recht bestimmt, dass sie zB was nicht kriegt und warum ich das so bestimme. Meistens ist ok - selten wird getrotzt. Aber da gibts keine Diskussionen im Geschäft weil es das ganze noch schlimmer macht. Dann brüllt sie halt kurz. Ich probier immer ruhig zu bleiben, nett, aber bestimmt ihr gegenüber.

    Ich halt Wut zB recht gut aus und bin geduldig bis es vorbei ist. Ich musste dieses „aushalten“ aber erst lernen.

    Beim Großen hab ich mir da immer schwer getan, permanent auf ihn eingeredet, hab’s nicht ausgehalten dass er brüllt. Und die ewigen Beruhigungsversuche und Diskussionen haben die Wut oft noch verstärkt bis es teilweise eskaliert ist. Und diesmal bemüh ich mich echt anders zu reagieren und die Wut auch mal zu auszuhalten. Da sein, begleiten und warten bis der Sturm vorüber ist.

    Für unsere sind einfach Erklärungen wichtig. Erklärungen die für sie auch schlüssig sind. Das macht MAN nicht geht bei ihr gar nicht. Da fehlt ihr dann das warum.

    Fuchsili
  • @KFP hast du Tips wie du das „aushalten“ gelernt hast. Bei uns dauerts noch bis zur Autonomiephase aber ich hab auch jtzt schon gemerkt, dass ich es mir an stressigen Tagen bzw wenn ich schlecht geschlafen habe sehr schwer fällt immer ruhig zu bleiben
  • @awa seh ich auch so. anbrüllen oder verängstigen würde mir das herz brechen. würde ich nie wollen. mir ist halt wichtig, dass er lernt, welches verhalten nicht geduldet wird.
  • FuchsiliFuchsili

    1,013

    bearbeitet 08:58 Uhr
    KFP schrieb: »
    @Fuchsili Was wäre so schlimm gewesen wenn er statt dem Gekochtem eine Semmel isst?
    Bei uns gibt’s immer eine schnelle Alternative, wenn das Essen mal für die Kleine nicht passt. Hätt vlt noch Butter und Gurke zB dazu angeboten.

    Ich finds auch nicht ok wenn Teller geworfen werden und würd das auch sagen und erklären. Würd aber schon besprechen woher die heftige Reaktion kommt.

    ich hätte den vormittag eigentlich für mich gehabt (frei), aber er hat sich am frühstückstisch von mir fürs mittagessen fleisch und reis gewünscht. ich bin den ganzen vormittag dazu genutzt einzukaufen uns für die familie essen zu kochen und die wohnung zamzuräumen.
    natürlich kann er das mit 3 nicht verstehen und schon gar nicht am frühstückstisch wissen, dass er das gewünschte essen nachher doch nicht will. trotzdem. ich hab wirklich wenig zeit für mich und wenn ich dann den ganzen vm in der küche stehe gibts keine semmel. am nachmittag als jause gerne.
    er wird nie zum essen gezwungen oder sonstiges, bekommt meistens was ihm schmeckt, darf naschen usw... also wir sind schon sehr entgegenkommend, aber hier ist einfach meine grenze, da ärgere ich mich einfach und darf das auch.
    ich bin außerdem der meinung, dass er lernen sollte, dass es nicht immer das gibt, was er gerade will und das fordert er gerade extrem. bei dingen, die verhandelbar und vertretbar sind soll er seinen willen haben, aber ich will dabei nicht vergessen, dass er auch lernen darf. es gibt tage da hat er mir gesagt er will eine banane, knapp danach eine brezel, kurz danach einen apfel. ich bin allem nachgegangen und habs ihm gebracht, aufgeschnitten etc. am ende stand alles uberührt am tisch. seitdem hab ich ein genaueres auge auf dieses verhalten. da gehts mir zum einen um wertschätzung für die person, die was herrichtet und zum anderen um lebensmittelverschwendung/wertschätzung.

    nachtrag: es hat mich allerdings verärgert, dass er den teller geschossen hat. dass er die semmel statt dem gekochten wollte war mehr so mein innerer ärger.
  • @Fuchsili bei dem Beispiel von dir mit dem Essen und der Semmel - da hat sich sicher einiges aufgestaut. Du hast deine freie Zeit geopfert, das ist doppeltes Opfer (nicht nur nichts für dich getan, sondern zusätzlich was für die anderen u damit steigt das Bedürfnis nach Freizeit nochmal an). Dann folgt fehlende Wertschätzung und dann erst kommt der Teller. Wer weiß was noch war - hattest du ausreichend getrunken, gegessen, geschlafen, Klo besucht?
    Ich raste da auch schon mal aus und finde das nicht schlimm. Hinterher sag ich meistens, dass die Art wie ich es gesagt/geschrien hab nicht ok war und ich aus Gründen ausgezuckt bin, der Inhalt jedoch so stimmt. Wir sind alle nur Menschen und es kann nunmal sein, dass sich da was aufstaut und man keine Gelegenheit hat, eine Pause einzufordern. Das geht ohne Kinder viel leichter.



    Ich erinnere mich grad wieder an die Autonomiephase meiner Tochter 🫣 bin gespannt wie die nächste wird 😅
    Ich finde, es gibt wechselnde Phasen, wo man sich bisschen anpassen kann, um Eskalation zu vermeiden.

    ZB Treffen ausmachen: es gab Phasen, da brauchte sie die Info am Vortag wie der nächste Tag ausschaut und wenn sich was geändert hat, dann war das ok. Dann gabs Zeiten, da war eine Änderung sofort ein Wutanfall und so hab ich Treffen mit anderen Kindern erst kurz vorher mitgeteilt, wenn es fix war.

    Entscheidungen: ein Kind strebt mMn ab Beginn der Autonomiephase immer nach Autonomie. Auch wir Erwachsene. Wir wollen auch nicht, dass über unseren Kopf hinweg entschieden wird. Das Kind muss also manchmal das Gefühl haben, selbst entschieden zu haben.
    ZB Händewaschen - da hab ich angefangen zu sagen „So, haben wir alles erledigt, was wir vorm Essen machen?“ Dann konnte sie selber drauf kommen.
    Mein LG sagt automatisch „So, Händewaschen!“ - auch zu mir! Und sogar mein inneres trotziges Kind springt an mit „Sicher nicht! Du sagst mir gar nix!“


    Bzgl. Aushalten: kennt jemand die Herrenstraße in Linz? Fußgängerzone. Ich und ein wütiges 3jähriges Kind mit Rad unterwegs. Niemand hat was gesagt, aber ich hab mich ziemlich geschämt. Nach 30 Minuten wars vorbei. Zuhause erzählt sie dem Papa wie schön der Ausflug war und ich denk mir nur „WTF, das war der Horror!!“
    Habs meiner Therapeutin erzählt und sie sagte „Das Kind hat 30 Minuten ihren Ärger kund getan und war danach wieder ruhig und zufrieden? Das ist doch eine solide Leistung für eine 3jährige. Überlegen Sie mal wie lang Sie schon Ihren Ärger herum schleppen - Tage, Monate, teilweise Jahre!“
    Diese Erkenntnis war so wichtig und ab diesem Tag konnte ich ihre Wut verstehen und aushalten (natürlich im passenden Umfeld, nicht in der Kirche oder so 😂). Ich hab mir das so vorgestellt, dass sie wie von einer Seifenblase umgeben ist und da drin alles stattfindet. Es hat nichts mit mir zu tun.

    Leni91
  • Ich lese hier mal mit auch wenn ich hoffentlich mit 19 Monaten noch etwas Zeit habe bis es wirklich schlimm wird. Derzeit vergisst er nach ein paar Minuten und Ablenkung wieder was er wollte. Funktioniert bisher im Supermarkt ganz gut das er Sachen bis zur Kasse wieder vergessen hat wenn er sie nicht mehr sieht.
  • KFPKFP

    2,291

    @Fuchsili ich kann das gut verstehen - mich nervt es auch wenn ich mich bemühe mit kochen und dann nicht mal gekostet wird …
    Ich biete auch max eine Alternative an, wo ich weiß das sie es nicht mag. Wenn das auch verweigert wird, denk ich mir sie hat einfach keinen Hunger.

    Ich erinnere mich halt immer daran, dass solche Wutanfälle nicht direkt gegen mich gehen, sondern die Situation halt grad zu viel für das Kind ist. Zudem ist in dem Alter die Fähigkeit für Perspektivenwechsel und Mitgefühl einfach noch kaum da.

    Ich denk mir das Teller schmeißen war einfach ein Moment der Hilflosigkeit und nicht Absicht dir was zu Fleiß zu tun oder was kaputt zu machen.

    Und ja, ich denk auch, Wut rauslassen ist auch gut … ich glaub für uns Eltern ist das oft schwieriger auszuhalten als für die Kids.
    Und was andere in so Situationen blöd reden oder schauen, ist mir tatsächlich komplett egal.
    Ich versuche die Wut zu begleiten und oft geht’s mir Ruhe schneller vorbei als Grant meinerseits.

    Dennoch find ich dass mit dem Kind - nach dem Anfall - besprochen werden soll was nicht ok war und warum. Und auch Möglichkeiten geboten werden wie man die Mut rauskriegt.
  • KFPKFP

    2,291

    @Leni91 ich hab wirklich viele Erziehungsratgeber gelesen - obwohl ich find das Wort Erziehung schon so furchtbar - Beziehung find ich viel treffender.
    Das hat mir geholfen mein Kind besser zu verstehen und zu lernen dass es manchmal nicht anders kann.

    Ich hab selber Probleme wenn ich nicht selbstbestimmt bin und drum versteh ich auch so Kids, die halt oft wirklich viel machen müssen weil wir es so wollen.

    Drum geb ich recht viel Freiraum - hab aber auch sehr konkrete Regeln. Ich bemüh mich auch sehr, dass sich mein Kind auf mich verlassen kann und bleibe bei meinem Wort.
    Da überleg ich mir lieber vorher genau, ob ich was erlaube oder eben nicht und dann ist es auch so. Drum gibts bei uns kaum Diskussionen und ganz viel Routine, die meinem Kind Sicherheit gibt.

    Wenn dann doch mal einen Anfall gibt, durchatem, abwarten und immer Trost anbieten. Da braucht es auch oft nur Körpersprache und gar keine Worte.

    Mohnblume88BirteFLeni91
  • awaawa

    2,248

    @KFP bleibst du immer ruhig?

    Ich bin nämlich schon auch der Meinung, dass man nicht immer ruhig bleiben muss, weil Kinder nicht nur Regulation, sondern auch echte emotionale Resonanz brauchen.
    Authentisch grantig zu sein (ohne Schreien oder Verletzen) zeigt dem Kind, dass auch das Gegenüber Gefühle/Grenzen hat und Handlungen Wirkung haben.

    Mich würde es wahnsinnig machen, wenn ich von meinem Partner keine Resonanz bekomme und er immer total ruhig bleibt.

    Manche Situationen machen mich nicht grantig. Z.B. wenn meine Tochter in einem Geschäft spielt, ich will gehen, kündige es an, gebe ihr Zeit, aber irgendwann wird gegangen. Wenn sie sich dann am Boden wirft, kann ich das z.B. gut begleiten und Verständnis zeigen.

    Bei der Tellerwerfsituation wäre meine Reaktion aber wohl kein Verständnisvolles: "Du bist traurig, weil du keine Semmel bekommst, das verstehe ich" 😅 Da wäre ich grantig und es wäre eine Grenze überschritten. Natürlich kann und soll man im Anschluss über die Ursache reden, davor gäbe es aber ein bestimmtes "Stop, so nicht!" von mir.
    Leni91
  • KFPKFP

    2,291

    @awa … in einem Wutanfall bin ich tatsächlich ruhig!
    Es gibt aber natürlich Verhalten dass ich nicht dulde und das auch bestimmt sage und meinen Ärger kundtue. Da bin ich auch recht klar, was die Kommunikation über meine eigenen Gefühle ist. Ich sag auch dass mich xy stört und ärgert. Und auch was ich erwarte und nicht möchte.
    Aber ich schrei zB wirklich nicht - aber das würd mein Kind nicht aushalten, da sie sehr sensibel ist was laut angeht.

    Was wir auch machen: vorm schlafen gehen erzählen wir jeder was heute gut war und was blöd war. Da bin ich echt oft erstaunt was da erzählt wird und was sie belastet hat. Ich erzähl dann aber auch was für mich schön war und was mich geärgert hat. Ist ein Ritual dass uns allen hilft uns gegenseitig zu verstehen.

    Wir boxen auch mal in Kissen oder machen wie ein Löwe … das endet dann meist lustig und der Grant geht ganz allein weg.
    awaLeni91
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