Ich spiele schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken, ein Manuskript nicht nur für mich und für meine Lieben liegen zu lassen, sondern es auch jemandem zu zeigen, der mal ehrlich draufschaut. Mir geht es freilich nicht um Perfektion oder Verlagstauglichkeit auf Knopfdruck, sondern viel eher um die Frage: Trägt der Text, bleibt man als Leser dran, ergibt das Ganze Sinn?
Wobei es meines Erachtens noch nicht komplett und zeigbar ist. Ich schreibe nun mal anders, fragmentierter, primär abends vor dem Schlafengehen, manchmal sehr konzentriert, und viel zu oft mit halbem Kopf. Genau deshalb bin ich unsicher, ob das, was sich für mich bereits einigermaßen stimmig anfühlt, auch für andere funktioniert.
Mich würde daher interessieren, ob hier jemand Erfahrungen damit hat, sich eine Einschätzung zu holen, ob ein Manuskript ‚was draufhat‘. Und wenn ja: Wie habt ihr das gemacht, was hat euch wirklich weitergebracht – und was eher verwirrt? Und ebenfalls ganz wichtig: Ab welchem Punkt habt ihr euch getraut, jemand Fremden draufschauen zu lassen?
Kommentare
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Ich würd empfehlen zu schauen was für Plattformen es derzeit gibt uns sich ggf. mit anderen AutorInnen auszutauschen.
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass es nichts bringt Freunden oder Bekannnten das geschriebene zu zeigen, da kommen so gut wie nie ernstgemeinte Ratschläge, manchmal nicht mal echtes Interesse. Aus Angst Gefühle zu verletzen.
Es gibt auch immer wieder wo Schreibkurse oder so ähnliches wo man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann. Würd es in die Richtung versuchen.
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Eine weitere Möglichkeit ist, einzelne Kapitel oder Auszüge in Literaturforen zu veröffentlichen. Dort bekommt man in der Regel reichlich Rückmeldungen. Der Ton ist dort meist deutlich direkter, und es wird eher schonungslos kritisiert. Auch hier ist es wichtig, die einzelnen Anmerkungen sorgfältig zu prüfen und abzuwägen.
Zusätzlich kann man online gezielt nach Beta-Lesern suchen. Gerade in sozialen Medien gibt es viele Menschen, die das sehr gerne übernehmen. Alternativ könnte man auch einen erfahrenen Autor bitten, einen Blick auf das Manuskript zu werfen.
Ebenso lohnt es sich, nach Lesetreffs oder Buchclubs Ausschau zu halten. Dort finden sich oft Interessierte, die bereit sind, ein Buch probeweise zu lesen.
Manche Verlage, etwa der Novum Verlag, bieten zudem kostenlose Manuskriptbewertungen an, bei denen man ebenfalls eine Einschätzung zur Qualität erhält.
Eine weitere Option ist die Teilnahme an Schreibwettbewerben, sofern Genre und Thema passen.
Nicht zuletzt kann man auch direkt einen Lektor beauftragen – dessen Unterstützung wird man früher oder später ohnehin benötigen.
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OK danke du scheinst dich ebenfalls gut mit dem Ganzen auszukennen… und ja, das ist genau der Punkt, an dem ich ehrlich gesagt innerlich immer ein bisschen stocke. Freunde und Familie können natürlich lesen, aber sie lesen selten so, wie es fremde Leser tun würden – sie kennen mich zu git, und würden Lücken automatisch füllen. Auch wenn’s vermutlich manchmal zwickt geht es in Literaturforen oder offene Runden ehrlicher zu. Was ich aber spannend finde: Woran merke ich dann für mich selbst, dass mich die Kritik weiterführt und nicht nur lauter wird? Ich nehme mal an, dass du aus Erfahrung sprichst, also gab es bei dir Rückmeldungen, die erst wehgetan haben und später genau richtig waren? Und wie ergeht es dir damit, wenn Einschätzungen völlig auseinandergehen?