Kleinkind-Autismus

bearbeitet 6. Mai, 10:40 in Entwicklung & Erziehung
Guten Tag liebe Eltern ☺ ,

ich habe hier auf etwas Rat beziehungsweise Rueckenstaerkung gehofft.. mal sehen ☺

Es geht darum dass mein drei jaehriges Kind Autismus hat. Dies wurde mir vor einer Woche vom Kinderpsychologen bestaetigt. Als Alleinerziehende ist es ohnehin schon schwer, da kam noch diese besondere Entwicklungsstoerung dazu. Aufjedenfall habe ich in letzter Zeit riesen Probleme, wenn ich mit meinem Kind auf dem Spielplatz bin.. Ich werde schraeg angeglotzt und Koepfe werden geschuettelt, weil ich der Meinung nach, meinem Kind keine Erziehung beibringen kann.. Ich muss solche Aussagen leider immer wieder ignorieren, da mein Kleiner sehr wild ist und ich ihn die ganze zeit im fokus habe, weil er anderen Kindern manchmal zu nah kommt..beispielsweise setzt er sich neben einem anderen Kind und schaut es verwundert an.. das gefaellt natuerlich nicht anderen Eltern. Ab und zu kam es auch vor, dass er mit den Spielsachen im Sandkisten anderer spielen wollte, daraufhin hat ein Elternteil es ihm aus der Hand gerissen und mein Kleiner ist hingefallen aus Angst... ich weiss ueberhaupt nicht wie ich in solchen Faellen nicht explodieren soll bzw. Weiss ich nicht wie ich mich adaequat verhalten soll.. Immer muss ich erklaeren, dass mein Kleiner ein Autist isr und dann antworten die meisten " ach aha" ," Ja das merkt man "... Daraufhin verlasse ich sofort immer den Spielplatz, weil ich den Traenen nahe komme..

Ich hoffe mir kann jemand helfen. Ich weiss leider nie was ich zu sowas bzw. Zu solchen Leuten sagen soll..

Kommentare

  • bearbeitet 22. April, 13:00
    @Summervints also das dazusetzen und mit anderem Spielzeug spielen macht mein Sohn auch und ich finde es eine Frechheit wenn ein anderer Erwachsener deinem Kind etwas aus der Hand reißt - da würd ich mal fragen ob die irgendeine Erziehung genossen haben

    Denk dir nix, Leute werden immer reden und wenns über meine komische Frisur oder sonst was ist. Einfach drüberstehen, vlt extra doof zurückglotzen (ich mein so richtig übertrieben doof), du musst dich nicht rechtfertigen für irgendwas

    Habt ihr vlt Spielplätze in der Nähe, wo nicht so viele Kinder sind?
    Kann dir leider sonst nicht großartog viele Tipps geben, außer, dass du das bestimmt för dich und deinen Sohn genau richtig machst
  • Hallo.
    Weißt du denn im welche Art von Autismus es sich handelt? Da ist das Spektrum ja sehr weit gestreut.
    Zweite Frage, woher kommst du denn? Je nach dem kann ich dir vielleicht sagen, wo du Hilfe bekommen kannst.

    Auch wir bewegen uns mit einem unserer Kinder am Rande von ASS und Asperger. Wir waren bei einer Expertin und sie konnte die Diagnose weder bestätigen noch verneinen. Wir wurschteln also ohne Diagnose einfach selbst wieder. 🤷

    Ganz prinzipiell; Autismus ist ja keine schlimme Diagnose. Man hat einfach nur ein etwas spezielles Kind und muss das Handling lernen. Nachdem ihr eine Diagnose habt, dürftet ihr ja auch schon eine Vorgeschichte haben. Du weißt ja schon, dass dein Kind speziell reagiert, vielleicht weißt du sogar schon worauf es gut anspricht. Mit hat es sehr geholfen eine Art Tagebuch zu führen. Da habe ich kurz notiert, wie der Tag so war, was bei besonderen Anfällen geholfen hat und was nicht. Gemeinsam mit unserer Psychologin habe ich dann eine Art Handbuch erarbeitet. Anhand von dem ist seit Jahren unser Leben gestaltet.

    Vergiss die anderen Eltern am Spielplatz. Ob du jetzt ein normales Kind hast oder ein autistisches, du kannst es ohnehin nicht richtig machen. Ich denke, das ist eher etwas in deiner Wahrnehmung. Da musst du dir einen dickeren Pelz zulegen. Eltern die Probleme damit haben, wenn ein anderes Kind nahe kommt, sind ohnehin komisch. Freue dich, dein Kind zeigt Interesse an anderen Kindern. Meiner flüchtet. Das ist auch nicht besser. 😂
    Normalerweise wird am Spielplatz, wenn Spielsachen herum liegen, immer nur allen Dingen gespielt, nur zurück geben muss man sie am Ende. Mir kommt vor, du wohnst in einer komischen Gegend.

    In den Situationen brauchst du auch nicht erklären, dass dein Kind Autist ist. Das klingt eher nach Eltern Problemen. Einmal davon abgesehen, dass die meisten Leute mit dem Begriff "Autismus" nicht besonders viel anfangen können. Da kommen dann maximal irgendwelche Assoziationen wie Sheldon Cooper oder Forest Gump. Das hat meistens aber mit der Realität wenig zu tun.

    Bei dem was du schilderst, sehe ich eher weniger Probleme dein Kind betreffend als vielmehr welche die du selbst hast. Für dich ist die Diagnose neu, du kennst dich vielleicht selbst noch nicht so gut aus und hast momentan kein besonders dickes Fell. Suche dir jemanden zum Reden, vielleicht findest du sogar eine Selbsthilfegruppe von Eltern autistischer Kinder in deiner Nähe.
    tweety85Lisi87Vajumelly210SunshineGirlMaggie
  • Für mich klingt das absolut nach normalen Spielplatz Verhalten und selbst wenn nicht - du brauchst dich doch vor niemanden rechtfertigen und das geht auch niemanden etwas an! Ich würde mir auch Gleichgesinnte suchen, damit es dir besser geht und ansonsten sollen die am Spielplatz schön brav bleiben die anderen Eltern, mah sowas ärgert mich...
    Brain
  • Für mich klingt das mit dem Spielzeug auch vollkommen normal.
    Darf ich mal rein aus Interesse fragen wie man so etwas bei einem Dreijährigen diagnostizieren kann?
    Bei meinem Sohn wurde mal eine Wahrnehmungsstörung vermutet, da war er 4. Bei dem Gutachten ist so ein Blödsinn rausgekommen 🤦🏼‍♀️🤦🏼‍♀️. Ich hab mich nachdem ich den Test gesehen hab andauernd gefragt wie es überhaupt funktionieren soll, dass mein Sohn das alles mitmacht. Dafür hatte er damals noch eine viel zu geringe Aufmerksamkeitsspanne. (Es hat ihm trotzdem Spaß gemacht) nach dem Ergebnis war ich komplett fertig, obwohl nichts konkretes rausgekommen ist, aber er war bei ein paar Punkten „unter dem Durchschnitt“.
    Im Jänner haben wir den Test wiederholt, weil er im Herbst eingeschult werden soll. Jetzt ist er bei den meisten punkten im Durchschnitt, bei wenigen unter und über den Durschnitt und ich frag mich bis heute ob das überhaupt irgendetwas aussagt.
    Nicht dass du jetzt glaubst ich will sagen die Diagnose stimmt nicht, ich würde nur gern wissen wie man das feststellt?
  • @Jodie mir wurde gesagt in dem Alter sind eindeutige Fälle sehr leicht zu diagnostizieren. Fälle wie bei uns, wo wir am Spektrum dran sind dafür mehr oder weniger überhaupt nicht.
    Bei uns Bestand der Test aus mehreren Teilen. Die ganze Testung ging etwas über ein Monat und kostete einiges an Geld.
    Zuerst hatten wir ein Erstgespräch. Da wurde im Prinzip das ganze bisherige Leben geschildert. Dann gab es jede Menge Fragebögen (Soziales Verhalten, Alltag, psychische Ticks und sonstiges) die wir Eltern seperat ausfüllen mussten. Danach gab es einige Sitzungen mit dem Kind aber nach Möglichkeit ohne Eltern. Keine Ahnung was da alles getestet wird. Aber unter anderem wird in frühen Kindergarten Alter das Spielverhalten beobachtet. Macht das Kind Rollenspiele, mit was für Spielsachen spielt es, kann man es für andere Dinge begeistern oder ist es auf was spezielles fixiert (autistische Kinder stehen zum Beispiel oft auf sich drehende Dinge und beobachten dass ewig). Mit was für Dingen will das Kind spielen, wie verhält es sich im Raum. Für die nächste Sitzung können Veränderungen vorgenommen werden. Zum Beispiel in dem Möbel verstellt sind. Viele können das überhaupt nicht leiden.
    Wie gesagt, in dem Alter ist die Diagnose bei sehr eindeutigen Fällen einfach. Bei Grenzfällen quasi nicht machbar. Wir warten daher, ob sich die Problematiken vielleicht einfach auswachsen. Falls ja ist es gut. Nächstes Jahr beginnt das letzte Kindergarten Jahr. Sollten da Probleme auftreten, können wir erneut kommen. Dann sind bereits andere Tests möglich. Wie die aussehen weiß ich aber nicht.
  • @123Emma Aha okay, hört sich ähnlich an wie die Tests die wir auch in der psychologischen Praxis gemacht haben.

    Bei mir waren die beiden Sitzungen mit meinem Sohn auch ohne Eltern, ich wusste nur deswegen was gemacht wurde, weil alles ziemlich genau im Befund stand. Aber wie gesagt, als ich letztes Jahr die Fragebögen ausgefüllt habe, hab ich sie komplett anders ausgefüllt als dieses Jahr. Deswegen frage ich mich wie sinnvoll das ganze so bald überhaupt ist. Aber zumindest habe ich aufgrund des Gutachtens mit der Schule vereinbart, dass er ein Vorschuljahr machen kann, damit er sich sprachlich noch etwas entwickelt. Hat aber alles nichts mehr mit der Wahrnehmungsstörung zu tun wegen der wir anfangs die Tests gemacht haben.
  • Ich würde die Fragen jetzt bestimmt auch anders ausfüllen wie vor einem Jahr. Ist halt eine Moment Aufnahme. 🤷
  • melly210melly210

    2,133

    bearbeitet 22. April, 17:31
    Hallo :) Mein Kind ist zwar kein Autist, hat aber Wahrnehmungsstörungen und eine motorische Dyspraxie. Beides ist auch bei Autisten häufig, eine gemeinsame Ursache wird nach aktuellem Forschungsstand vermutet. Daher decken sich manche Probleme auch.

    Generell klingt es auch für mich so, als müsstest du dich erstmal an die Diagnose gewöhnen. Aus eigener Erfahrung kann ich dir da nur sagen: gib dir Zeit, such dir wen zum reden und verlange nicht von dir daß dir das eh nichts ausmacht und du sofort super damit zurecht kommst.

    Und: dein Kind ist jetzt nicht anders als vor der Diagnose. Nur weil man ein Etikett für etwas hat, ändert es nichts am Inhalt. Autisten sind sehr, sehr verschieden. Am besten fährst du vorerst wenn du dich an das hältst was auch bisher gut für euch funktioniert hat. Macht ihr Therapien ? Seit ihr an ein ZEF (Zentrum für Entwicklungsförderung) angebunden ?

    Ergotherapie kann ich zb sehr empfehlen, das hat bei uns wirklich große Verbesserungen in Puncto Wahrnehmung gebracht. Damit meine ich das ganze Überreizen und über und unterempfindlich sein. Und die Ergotherapeutin ist auch eine gute Ansprechperson für solche Dinge die du bezüglich Spielplatz erzählt hast. Am ZEF bieten sie auch noch andere Dinge wie Frühförderung und psychologische Beratungen an.

    Übrigens: wir haben meinen Kleinen auf Teufel komm raus gefördert, während der Therapien und auch sonst. Und das hat sich gottseidank ausgezahlt. Er hat sich toll entwickelt, die Ergotherapeutin des Kindergartens die ihn jetzt im Vorschuljahr nochmal beobachtet hat war ganz baff. Er wird als Regelkind in die Schule gehen können. Ggf macht er noch ein Vorschuljahr wegen der Feinmotorik, das erfahren wir im Mai.

    Glaub an dich und an dein Kind, er wird wird viel mehr schaffen als du jetzt glaubst, wirst sehen !
    basiatweety85
  • @Summervints erstmal Respekt, dass du bei anderen Muttern am Spielplatz so gelassen bleiben kannst. Ich könnte es nicht.

    Autisten sind meiner Meinung nach sehr begabte und intelligente Kinder. Heutzutage wird es sogar immer weniger als Behinderung angesehen.

    Mein Sohn spielt auch mit Spielsachen von anderen. So what? Das ist doch ok, wenn ein anderes Kind zu uns kommt und mit den Spielsachen von meinem Sohn spielt.

    Mein Sohn ist auch extrem wild und laut. Aber es ist halt so. Das ist sein Charakter und du kannst nichts daran ändern oder richtig beeinflussen. Noch nie hat mir deshalb eine Mami etwas Negatives gesagt. Und WEHE, dann lernens mich von der anderen freundlichen Seite kennen. Ich weiss nicht wo du wohnst oder wo du herkommst. Aber in einer eher städtischen Umgebung werden Kinder mit besonderen Bedürfnissen eher akzeptiert als in einer ländlichen Umgebung.

    Aber: vergiss die anderen Eltern, einem anderen Kind etwas aus der Hand zu reissen, ist unter jedem Niveau. Das ist respektlos. Du musst dich nicht rechtfertigen. Kannst du vl auch andere Mütter zb über Internet mit Kindern, die Autismus haben, treffen bzw austauschen?
    Mir hilft es sehr, wenn ich Gleichgesinnte treffe.
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