Vegane Baby-Ernährung

Gleich mal vorweg: Nein, ich möchte mein Baby nicht vegan ernähren. Dennoch würde ich mich sehr über Input von euch freuen. Eine sehr liebe Freundin von mir ist seit Jahren vegan. Und sie möchte, wenn sie denn mal ein Kind hat, dieses von Baby an vegan ernähren. Ich kenne mich mit dem Thema zu wenig aus, aber bei meiner ersten Recherche bin ich drauf gestoßen, dass davon abzuraten ist. Stichwort Mangelernährung. Natürlich stoßen meine Bedenken bei ihr auf taube Ohren... Was sagt ihr dazu? Hat jemand von euch Erfahrung mit dem Thema oder kennt jemanden, der sein Baby vegan ernährt hat?

Kommentare

  • Ich kenne einige Mamas die ihre Kinder von Anfang an vegan ernähren. Das geht auf jeden Fall, jedoch muss die Ernährung genau geplant sein um alle Nährstoffe in ausreichender Menge aufzunehmen. Ohne Arzt/Ernährungsberatung würde ich es nicht machen
    weißröckchen
  • Das hängt natürlich davon ab, wie sich deine Freundin ernährt. Täglich Pommes oder nur Gemüse wäre auch vegan aber keinesfalls nährstoffreich. Kennt sie sich gut mit Lebensmitteln und dem was der Mensch an Nährstoffen benötigt aus, ist eine vegane Ernährung auch bei Kinder tatsächlich möglich.

    Ich bin selbst Vegetarierin, hin zu vegan, und habe auch vor mein Kind (momentan 2,5 Monate) so zu ernähren. Aber ohne muss bzw. kann ichs ja nicht überall verbieten/verhindern zB. Großeltern, Kiga etc. - da ist mir lieber ich weiß das Opa dem Kleinen ein Schnitzel geben hat als es wird immer heimlich gemacht.

    Und.. man wird immer irgendwo einen Experten finden der meint, es ist total ungesund oder es ist das beste für ein Kind. Wichtig: Blutwerte regelmäßig kontrolliere lassen und B12 suplementieren (ist das einzige Vitamin das man nur über tierische Produkte erhält).

    Dazu fällt mir noch ein.. Wie oft hört man das manche Kinder nur einige Gerichte essen möchten (und da gehört Gemüse oft nicht dazu) & da machen sich manche auch keine Gedanken darüber ob das jetzt sehr gesund ist oder nicht 😉
    pfefferkorn
  • Das geht schon - man muss sich halt intensiv mit dem Thema Ernährung auseinandersetzen, da die meisten gängigen Ernährungsempfehlungen Fleisch und Fisch beinhalten.
    Aber das tut deine Freundin hoffentlich e, wenn sie sich selbst schon so lange vegan ernährt... Das mit dem B12 ist unter Veganern ja ohnehin bekannt, ebenso, dass man Eisen aus pflanzlichen Quellen mit vitamin C kombinieren soll, damit es besser aufgenommen wird.
    Solange sie stillt, braucht es auch nicht unbedingt milchprodukte. Danach würd ich das schon überlegen, je nachdem wie alt das Kind dann ist.

    In manchen Kulturen ist vegane Ernährung ganz normal, zb aus religiösen Gründen. Die stillen dann vermutlich länger als es hier üblich ist 🤔.
  • Ich selber bin seit über 7 Jahren vegan, mein zweiter Sohn (jetzt 24 Mon) ist dementsprechend auch von Anfang an mit uns vegan. Er bekommt Vitamin B12 und D3 supplementiert und täglich Leinöl mit DHA zu seinem Porridge. Ich habe mich selber viel eingelesen und auch eine auf vegane Ernährung spezialisierte Ernährungsberaterin konsultiert. Ganz ehrlich? Ich glaube, dass sich kaum Omni-Eltern derart intensiv mit Babyernährung auseinandersetzt wie der Großteil der veganen Eltern, die ich kenne.

    Position of the Academy of Nutrition and Dietetics: Vegetarian Diets:
    It is the position of the Academy of Nutrition
    and Dietetics that appropriately planned
    vegetarian, including vegan, diets are
    healthful, nutritionally adequate, and may
    provide health benefits in the prevention
    and treatment of certain diseases. These
    diets are appropriate for all stages of the life
    cycle, including pregnancy, lactation, infancy,
    childhood, adolescence, older adulthood,
    and for athletes. Plant-based diets are more
    environmentally sustainable than diets rich
    in animal products because they use fewer
    natural resources and are associated with
    much less environmental damage.

    In Österreich und Deutschland gibt es tw. Vorbehalte, die ich aber ehrlich gesagt nicht wissenschaftlich begründet sehe. In Österreich gibt es auch immer noch "Expertinnen", die Vorbehalte gegenüber der Verwendung von Gebärdensprache in Erziehung und Unterricht gehörloser Kinder haben. Die begründen das auch "wissenschaftlich". Nur dass es mittlerweile eben nicht mehr state of the art wissenschaftlich ist (schon lang nicht mehr), sondern das genaue Gegenteil bewiesen und gut beforscht ist. (das Beispiel bringe ich, weil mein großer Sohn gehörlos ist und ich es deshalb sehr gut kenne).

    Mach Dir keine Sorgen, Wenn Deine Freundin sich unsicher ist, gibt es mittlerweile wirklich einige gut ausgebildete Expertinnen auf dem Gebiet veganer Ernährung, die Schwangere, Stillende und Eltern mit Kleinkindern gut beraten und begleiten können.
    weißröckchenperlmuttipfefferkorn
  • @Xeracyn ich interessiere mich auch für die Thematik, da ich selbst seit 7 Jahren Vegetarierin bin und jetzt ca. 1 Jahr fast vegan gelebt habe. Jetzt in der ss konsumiere ich ab und zu Milchprodukte, aber eher deswegen, weil es Studien gibt dass zu viel Soja in der Schwangerschaft schlecht fürs Kind sein kann. Studien sind sehr umstritten, da nur an Tieren getestet, trotzdem greif ich halt jetzt statt zu Soja joghurt zum normalen joghurt. Prinzipiell glaub ich auch dass man Kinder vegan ernähren kann, ich kenn kinder, die sich, obwohl nicht vegan oder vegetarisch, sehr einseitig ernähren, da sie sehr heikel sind. Auch ich habe seit ich Vegetarierin bin, nie Probleme mit eisenmangel. Hingegen kenn ich Fleischesser mit eisenmangel. Mein Blutbild war immer top. Trotzdem würd ich deiner Freundin raten, sich mit einem Ernährungsberater in Verbindung zu setzen. Ich glaub, ich werde mein Kind am anfang vegetarisch ernähren.
  • Ich danke euch allen für euren Input :) Gut zu wissen, dass es sehr wohl funktioniert. Ich persönlich kenne niemanden, der sich besser mir Ernährung auskennt als diese Freundin von mir :D Ich werd ihr auf jeden Fall nahelegen, trotzdem mit einem Ernährungsberater zu reden.
    Eva1980
  • @Xeracyn wobei ich da auch wieder genau schauen würde, welchen Experten sie dann fragt. Da gibt's sicher welche, die tierische Produkte als absolut unverzichtbar ansehen. Ich glaub die vegane Gesellschaft Österreich könnte da eine gute Anlaufstelle sein. Hab vor einiger Zeit mal einen Folder von denen durchgeblättert, wo es auch um das Thema ging und wo auch Eltern Interviewed wurden, die ihre Kinder vegan ernähren.
    weißröckchen
  • Hi :) Dass vegane Ernährung auch mangelfrei möglich ist wurde ja jetzt schon paar mal erwähnt. Wir essen überwiegend pflanzenbasiert und machen uns sehr genau Gedanken darüber wie viel wir von was brauchen bzw. Wie was abgedeckt wird. Kenne kaum omnivoren die sich damit so auseinandersetzen und nur weil man Fleisch ist, kann man Mängel nicht ausschließen.
    Du sagst ja selber du kennst niemanden der sich so gut mit Ernährung auskennt wie deine Freundin, denke dann musst du dir keine Sorgen machen.
    Bitte den nächsten Absatz nicht falsch verstehen.
    Ich finde nicht dass du das Recht hast dich da einzumischen.. es ist ihr Baby und ihre Verantwortung.. und wenn ich mir vorstelle dass mir jemand ungefragt Ratschläge zur Ernährung meines Babys geben würde, fände ich das ziemlich Übergriffig.
    Aber du kennst deine Freundin und eure Beziehung natürlich besser als ich und wirst hoffentlich einschätzen können wie weit du da gehen darfst :)
    Alles Liebe :)
  • Ich hab auch zwei vegan ernährte Kinder, die Große wird 3 und die Kleine ist 10 Monate.

    Grundsätzlich kann man sagen dass es mit etwas Planung gut funktioniert. Man muss wissen worauf man achten muss und B12(+D3) supplementieren.

    Dass Alternative B12 Quellen nicht zu empfehlen sind und man keine Reismilch zu trinken geben sollte (nicht zu verwechseln mit veganer Säuglingsnahrung die sehr wohl geeignet ist im Notfall), vorausgesetzt. Denn solche schwarzen Schafe sorgen dann für Negativschlagzeilen über vegane Kinderernährung.
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