Wochengeld Sonderfall

bearbeitet 28. 12. 2020, 04:50 in Karenz & Rechtliches
Hallo ihr Lieben,

ich habe eine etwas seltsame Frage, aber vielleicht hatte jemand ähnliche Erfahrung gemacht und kann mir was empfehlen.

Ich bin seit Anfang des Jahres (2020) arbeitslos und beim AMS gemeldet. Absolut blöde Geschichte: wollte nur mal eine kurze Pause nach 9 Jahren machen, aber meine Pläne wurden durch Coronavirus komplett zerstört. Jetzt bin ich schwanger (was mich riesig freut :)), erwarte mein Kind im Juni 2021 und beziehe seit ein paar Monaten Notstandhilfe. Ich habe meine eigene Ausgaben in dem Jahr natürlich dementsprechend reduziert - kein Problem, im nächsten Jahr wird es aber etwas schwierig, da man fürs Kind viele Sachen besorgen muss und alles kostet Geld. Meine Einkünfte werden aber noch kleiner.

Was mich unglaublich frustriert ist folgendes:
- ich habe 9 Jahre ohne Unterbrechung gearbeitet und immer sehr gut verdient, aber da ich genau in diesem Jahr nicht gearbeitet habe (und keiner wird mich jetzt anstellen), kann ich das einkommensabhängige Modell nicht nehmen.
- Meine Notstandhilfe wird genau 2,5 Monate vor dem Mutterschutz wesentlich reduziert und soweit ich verstehe wird nur letzter Bezug als Grundlage fürs Wochengeld bei NH genommen. D.h. sogar mein Wochengeld wird viel weniger als es sonst sein könnte.

Daher wäre meine Frage - kann man es irgendwie bei ÖGK begründen, dass es eine besondere Situation ist, sodass sie damit mein vorheriges Einkommen bzw die Höhe der Arbeitslosengeldes oder ähnliches mindestens bei der Berechnung des Wochengeldes berücksichtigen?
Kann ich sonst irgendwas tun um meine finanzielle Situation zu verbessern?

Liebe Grüße und Vielen Dank im Voraus!!


Kami_123

Kommentare

  • bearbeitet 28. 12. 2020, 08:58
    Es tut mir sehr leid für dich, aber ich bin mir zu 100% sicher, dass da nix zu machen ist. Sonst würde ja jeder ‚raunzen‘ kommen, es gibt viele Sonderfälle und deshalb gibt es eben diese Regelungen.

    Ich persönlich finde es auch blöd, dass man eaKBG nur 1 Jahr bekommt bzw falls man 2 mal hintereinander 2 Jahre in Karenz ist kein zweites Mal. Finde es auch unfair, dass ich - die jahrelang fleißig war und wirklich sehr gut verdient hat - dann in der 2. Karenz gleich viel bekommen würde wie jemand der jahrelang nur daheim war. Aber so ist es nunmal.

    Ich glaube mal gelesen zu haben, dass es irgendwelche Zuschüsse gibt. Am besten bei der AK informieren. Ansonsten kann doch dein Frauenarzt vielleicht früher in Mutterschutz schreiben? Dann würde diese letzte Reduktion entfallen.

    Tut mir leid für dich, wünsche dir alles gute!
    MalibuReyhanialittlelo
  • Ich glaube wenn du nicht in einem aufrechten Dienstverhältnis bist, dann gibt es auch kein Wochengeld? Oder irre ich mich da?
  • Danke @mydreamcametrue 😊 es ist echt blöd ...
    es tut mir auch Leid, dass es bei dir auch KBG so unfair berechnet wurde :(
    und Danke für den Tipp bzgl vorzeitiger Mutterschutz-irgendwie weiß ich nicht wie ich meine Ärztin darüber rechtzeitig fragen kann 😩
  • @littlelo der Fall von @mydreamcametrue ist leider sehr oft und ich persönlich ärgere mich auch darüber. Hat mich zwar nicht betroffen und ich verstehe auch die Beweggründe, warum das so geregelt ist, aber ärgerlich ist es trotzdem.
    littlelo
  • bearbeitet 28. 12. 2020, 11:38
    BeLa schrieb: »
    Ich glaube wenn du nicht in einem aufrechten Dienstverhältnis bist, dann gibt es auch kein Wochengeld? Oder irre ich mich da?

    Wenn man vom AMS Leistungen bezieht dann sind 180% davon das Wochengeld- zumindest wird es in meiner Bildungskarenz so sein.
    littlelo schrieb: »
    Danke @mydreamcametrue 😊 es ist echt blöd ...
    es tut mir auch Leid, dass es bei dir auch KBG so unfair berechnet wurde :(
    und Danke für den Tipp bzgl vorzeitiger Mutterschutz-irgendwie weiß ich nicht wie ich meine Ärztin darüber rechtzeitig fragen kann 😩

    Muss dir nicht leid tun, ich hab das ‚Schlupfloch‘ der Bildungskarenz gewählt, so bekomme ich im 2. Jahr noch gutes Geld, danach ein hohes Wochengeld und für die 22 Monate danach ist auch gesorgt. Ich finde es vom Prinzip her unfair. Habe durch die Deckelung des eaKBG auch Einbußen... aber man muss dankbar sein, in anderen Ländern gibts überhaupt keine Leistungen. Nur frag ich mich oft wie Alleinerziehende mit der Pauschale über die Runden kommen...

    Hast du ein gutes Verhältnis zur Ärztin? Dann würd ich’s grad heraus sagen. Sonst könntest du rumdrucksen und sagen, dass dich das AMS weiter auf Jobsuche schickt und du das mit Frühkarenz stoppen könntest.

    littlelo
  • @mydreamcametrue SMART! Ich merke es mir für die Zukunft 😁
    Ja, meine Ärztin ist super nett!! Ich glaube, ich versuche es mit ihr zu besprechen 🤞🤞🤞
  • littlelo schrieb: »
    @mydreamcametrue SMART! Ich merke es mir für die Zukunft 😁
    Ja, meine Ärztin ist super nett!! Ich glaube, ich versuche es mit ihr zu besprechen 🤞🤞🤞

    Naja, jetzt muss ich erst mal bis Juni schwanger werden damit das so aufgeht 😅

    Genau, versuche es! Meine Ärztin hat mir die Frühkarenz sogar angeboten (hatte ein leicht erhöhtes Präeklampsie Risiko, aber keine Symptome und hab einfach Blutverdünner genommen) - ich hab abgelehnt weil ich arbeiten wollte, aber meist sind die Ärzte eh zuvorkommend.
    littlelo
  • @mydreamcametrue hehe, ich drücke dir die Daumen o:) <3<br>
  • Wenn dich deine Ärztin ohne medizinische Indikation in frühzeitigen Mutterschutz schickt, macht sie sich strafbar. Und ich weiß aus einigen persönlichen Erzählungen, dass da eben seit der Änderung sehr hantig kontrolliert wird und es kaum ein FA noch macht, sofern man keinen gelisteten Grund hat.
    Ist wirklich mega blöd für dich, aber ich fürchte, da kann man nichts machen.
    Ich weiss nur, dass sie wegen Corona für alle die, die in Kurzarbeit sind, das vorherige Einkommen heranziehen, für die, die wegen Corona (mitunter) arbeitslos sind, gibt es diesbzgl. leider noch nichts.
    littlelomelly210suse
  • @MamaLama
    Danke dir für den Hinweis! Wie meinst du wird es kontrolliert? Weil ich jetzt hier gelesen habe, dass die Fachärztinnen seit ein paar Jahren die Freistellungen ausstellen dürfen https://www.infofueraerzte.at/index.php/2018/01/vorzeitiger-mutterschutz-regelung/
    D.h. diese werden dann direkt an ÖGK abgegeben, oder?
  • MamaLamaMamaLama

    1,454

    bearbeitet 28. 12. 2020, 17:28
    Ja, so ist es. Es gibt eine Liste mit Gründen für den vorzeitigen Mutterschutz, bei dem das Leben von Mutter und Kind sozusagen in Gefahr sind. Sei es Zwillinge, späte Fehlgeburten, präklampsie, Plazenta Praevia usw. Dann kann die FÄ das ausstellen. Für alle andern gesundheitlichen Gründe muss man direkt zum Amtsarzt, der dann entscheidet.
    Es ist wohl in den letzten Jahren viel missbrauch geschehen diesbezüglich, da ja das Wochengeld meist deutlich höher ist das als KBG.

    Eine Freistellung ist wieder was anderes - da muss dich dein AG bezahlen, obwohl du nicht arbeiten darfst.
    Ich würde mich eher beim AMS erkundigen, ob die Notstandshilfe wirklich reduziert wird, bevor ich meine Ärztin bitte, zu lügen...

    Denn weniger oder kein Wochengeld sind ärgerlich, aber halt keine gesundheitliche Bedrohung. Sorry.

    Auf der ams Seite steht: Wegen gesetzlicher Änderungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus (Covid19) wird die Notstandshilfe in der Zeit vom 16.3.2020 bis 31.12.2020 in der Höhe des Arbeitslosengeldes ausbezahlt. https://www.ams.at/arbeitsuchende/arbeitslos-was-tun/geld-vom-ams/notstandshilfe

    Kann gut sein, dass da nochmal was in die Richtung kommt.
    littlelo
  • @littlelo bei mir wäre das auch so gewesen. Ich habe mich dann einfach für 2 Monate vom AMS abgemeldet, so daß mir noch ein paar Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld stehengeblieben sind, und paar Tage vom Mutterschutz wieder an. Natürlich verliert man aber dann für die 2 Monate die Notstamdshikfe, rechne die durch ob sich das für dich auszahlt.
    littlelo
  • @MamaLama
    Danke dir!
    Ich verstehe voll, was du meinst. Soweit hat mich AMS informiert, dass diese Anpassung nur bis Ende des Jahres geben wird-ich kann nur hoffen, dass sie es doch Mal verlängern.
    Ehrlich gesagt, hätte ich solche Schritte überhaupt nicht überlegt, wenn es eine Möglichkeit gäbe, es mit ÖGK irgendwie zu besprechen. Das System ist für jemanden, wer fleißig gearbeitet hat irgendwie etwas enttäuschend: Jetzt zählt alles, was ich in den Jahren davor machte, nicht mehr, nur weil ich in den 6 Monaten vor dem Mutterschutz nicht angestellt war:( ich habe vor kurzem fast eine Stelle bekommen, aber sie haben dann wegen Schwangerschaft das Angebot zurückgezogen (natürlich mit einer anderen offiziellen Begründung) und ich kann einfach nichts dafür. Ich war dann bereit einen niedrigeren Gehalt zu akzeptieren, nur sodass ich eine finanzielle Stabilität im nächsten Jahr hätte... und jetzt muss ich mit dem Kind auf 1/3 meines normalen Einkommens leben, wobei ich so viele Sachen für ein Baby kaufen muss. Es ist nicht nur ärgerlich-es ist auch sehr stressig 😢
  • Ich verstehe dich auch vollkommen.. das spiel geht ja auch andersrum, jahrelang nix tun und dann paar Monate reinhackeln... Kenn ich leider auch genug.
    Wünsch dir alles Gute und dass du ne gute Lösung findest.
    littlelo
  • @melly210 Danke für den Tipp! Hast du dann komplett abgemeldet? Ich habe irgendwie Angst, dass sie es dann irgendwie neu berechnen bei der Wiederanmeldung und es noch schlimmer wird :( Warst du dann auch diese 2 Monate nicht versichert oder bei deinem Partner mitversichert? Ich habe überlegt einfach zu melden, dass ich für 2 Monate ausreise - da pausieren sie normalerweise die Zahlungen und verschieben diese, nur habe ich von den Bescheiden bemerkt, dass sie anscheinend den Tagessatz in solchen Fällen nicht mitziehen.
  • @MamaLama Vielen lieben Dank für deine Wünsche und Unterstützung! Dir auch alles Gute <3
  • @littlelo ich habe mich komplett abgemeldet und bei meinem Partner mitversichert.
    littlelo
  • littlelo schrieb: »
    Hallo ihr Lieben,

    ich habe eine etwas seltsame Frage, aber vielleicht hatte jemand ähnliche Erfahrung gemacht und kann mir was empfehlen.

    Ich bin seit Anfang des Jahres (2020) arbeitslos und beim AMS gemeldet. Absolut blöde Geschichte: wollte nur mal eine kurze Pause nach 9 Jahren machen, aber meine Pläne wurden durch Coronavirus komplett zerstört. Jetzt bin ich schwanger (was mich riesig freut :)), erwarte mein Kind im Juni 2021 und beziehe seit ein paar Monaten Notstandhilfe. Ich habe meine eigene Ausgaben in dem Jahr natürlich dementsprechend reduziert - kein Problem, im nächsten Jahr wird es aber etwas schwierig, da man fürs Kind viele Sachen besorgen muss und alles kostet Geld. Meine Einkünfte werden aber noch kleiner.

    Was mich unglaublich frustriert ist folgendes:
    - ich habe 9 Jahre ohne Unterbrechung gearbeitet und immer sehr gut verdient, aber da ich genau in diesem Jahr nicht gearbeitet habe (und keiner wird mich jetzt anstellen), kann ich das einkommensabhängige Modell nicht nehmen.
    - Meine Notstandhilfe wird genau 2,5 Monate vor dem Mutterschutz wesentlich reduziert und soweit ich verstehe wird nur letzter Bezug als Grundlage fürs Wochengeld bei NH genommen. D.h. sogar mein Wochengeld wird viel weniger als es sonst sein könnte.

    Daher wäre meine Frage - kann man es irgendwie bei ÖGK begründen, dass es eine besondere Situation ist, sodass sie damit mein vorheriges Einkommen bzw die Höhe der Arbeitslosengeldes oder ähnliches mindestens bei der Berechnung des Wochengeldes berücksichtigen?
    Kann ich sonst irgendwas tun um meine finanzielle Situation zu verbessern?

    Liebe Grüße und Vielen Dank im Voraus!!


    Wie hast du es geschafft so lange ams zu sein ?
  • Hi @littelo
    Wenn man 2021 ein Kind bekommt und das eKBG nimmt, kann man als Berechnungsgrundlagen zw 2019 und 2020 auswählen, das wurde gesetzlich angepasst, da viele Schwangere 2020 (oft unfreiwillig) auf Kurzarbeit umgestellt oder sogar arbeitslos wurden.

    " ... kann für Geburten im kommenden Jahr auch der Einkommenssteuerbescheid oder der Einkommensnachweis aus dem Jahr 2019 vorgelegt werden, falls das für die Eltern günstiger ist, teilte Familienministerin Christine Aschbacher (ÖVP) am Mittwoch in einer Aussendung mit." hier ist ein Artikel dazu: https://www.diepresse.com/5899236/kinderbetreuungsgeld-keine-einbussen-durch-coronakrise

    Vielleicht hilft dir das weiter? Ich weiß allerdings nicht, ob sich das nur aufs eKBG bezieht oder auch aufs Wochengeld.

    GLG und alles Gute für dich!
  • @wintermom_33 da das eakbg vom Wochengeld berechnet wird, bezieht es sich auch aufs Wochengeld. Einkommen->Wochengeld-> kbg.
    wintermom_33
  • @dadamaus sorry, habe einige Zeit hier nicht reingeschaut. Also dadurch, dass ich viele Jahre ohne Unterbrechung gearbeitet habe, hatte ich ca 7 Monate Anspruch auf Arbeitslosengeld und nachher auf Notstandhilfe.

    @wintermom_33 Danke dir! dachte ich auch, aber ich habe es nachgefragt - sie meinten, wenn ich eine oder andere Voraussetzung fürs einkommensabhängige KBG nicht erfülle, wird diese Regelung für mich sowieso nicht anwendbar :( Und eine der Voraussetzungen ist "in den 182 Kalendertagen vor der Geburt des Kindes eine in Österreich kranken- und pensionsversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit tatsächlich und ununterbrochen ausgeübt werden. In diesen 182 Kalendertagen darf zudem neben der Erwerbstätigkeit auch keine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Weiterbildungsgeld etc.) bezogen werden."
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