Schwarmwissen gesucht- Patchwork Chaos / Teenager Wahnsinn

sunha13sunha13

2,091

bearbeitet 30. Juli, 09:09 in Entwicklung & Erziehung
Hallo ihr lieben,

Ich bin langsam am Rande der Verzweiflung und merke es belastet mich mehr und mehr. Deswegen würde ich gerne hier meine Gedanken aufschreiben und vielleicht kann mir jemand helfen im Bezug darauf wie ich diese Gedanken oder Ängste ablegen kann.

Hier zu meinem „Problem“
Ich habe letztes Jahr meinen Partner geheiratet. Wir hatten Jahre lang eine on off Beziehung und ich habe in dieser Zeit nie seinen Sohn kennengelernt (aus Gründen der Kindesmutter). Ende 2023 war es dann soweit und wir haben uns endgültig füreinander entschieden und somit durfte ich dann auch seinen Sohn kennenlernen. Sein Sohn ist heute 14 Jahre alt (bez. wird es im August). Nun ist es so dass sein Sohn von einer Narzisstin groß gezogen wurde, er hat viele Dinge erlebt die kein Kind erleben sollte in so jungen Jahren (Mutter wurde vom neuen Partner geschlagen, der neue Partner hat einfach Dinge von ihm genommen,..)

Mein Sohn ist gut behütet bei mir alleine groß geworden. Ich war von Beginn an alleinerziehend und habe das, wie ich finde, immer super gemeistert. Er ist wohl erzogen, ein aufgeschlossenes fröhliches Kind. Er leider leider an ADHS aber auch das haben wir soweit gut im Griff. Er ist leider sehr leicht zu manipulieren weil er immer möchte das es anderen gut geht und macht deswegen quasi alles was man von ihm will. Dh er übergeht sehr häufig seine eigenen Grenzen. Er ist 9 Jahre alt.

So und nun zu meinem Thema: der Sohn meines Mannes ist jedes Wochenende bei uns. Jetzt in den Ferien ist er die ganze Zeit hier, da ich wir noch ein Baby bekommen haben im März und ich somit zuhause bin.

Nun wird leider immer deutlicher was für einen Menschen diese Kindesmutter heran geschaffen hat. Und für mich löst das extrem viele Ängste aus.
Kurz zum Verhalten des Teenagers: er ist extrem anti sozial, jeder andere Mensch ist schlecht und nur er kann alles besser und ist der beste. Alles andere ist schlecht, wenn er Fehler macht gesteht er sich diese nicht ein sondern sucht die Schuld bei den anderen. Er kann sich nicht entschuldigen (weil er ja quasi keine Fehler macht). Er ist empathielos und zeigt kein Mitgefühl für andere. Er fühlt sich sehr schnell angegriffen und reagiert dann mit Wut. Alles muss nach seinem Willen gehen und er muss alles bestimmen und kontrollieren.
Mein Sohn war immer das komplette Gegenteil von all dem. Total sozial, immer höflich, sehr lieb und nett und auch bei Spielen mit anderen immer total auf das gegenüber eingegangen.

Nun nach den letzten Wochen und Monaten zeigt sich aber dass das Verhalten von dem Teenager auf meinen Sohn Auswirkungen hat. Zb: er grüßt nicht mehr (macht der Große auch nie, bzw nur wenn man ihn darauf anspricht) wertschätzt nicht was er bekommt, wird anti sozial und beginnt andere zu beleidigen weil sie schlechter sind, wird aufbrausender bei Kleinigkeiten. Wenn der große was sagt macht er das sofort, also zb sagt der hol den Ball und er holt ihn sofort obwohl er vielleicht gerade was anderes macht. Obwohl dieser weder nett fragt noch höflich ist (nicht immer, er hat auch gute Momente)

Ich habe schon mehrfach auf meinen Sohn eingeredet und ihm gesagt dass er das nicht alles machen muss sondern nein sagen kann. Mein Sohn sagt dann aber das der große ihn schlägt und nicht mehr mit ihm spielt (er hat ihn noch nie ernsthaft geschlagen, sondern eher wie Jungs halt eben sind)

Letztens erst war eine Situation: die beiden durften noch draußen ein bisschen Fahrrad fahren und scheinbar sind ihnen andere Kinder begegnet, früher hätte mein Sohn sich sofort mit denen angefreundet. Heute sagt er die haben uns beschimpft und wir sie zurück und dann sind wir weggefahren. Da weis ich zu 100% das der große die wahrscheinlich als schlecht abgetan hat und er darauf hin sie zum schimpfen begonnen hat.

Ich kann mit meinem Mann nicht so klar darüber sprechen weil er natürlich sein Kind schützt. Wenn sein Sohn mal wieder einen pubertären Anfall hat dann sieht mein Mann aber all diese Dinge wie ich.
Ich zweifle aber mittlerweile an meiner Entscheidung ihn geheiratet zu haben und „den Teufel“ quasi in unser Haus gelassen zu haben.

Ich weiß langsam wirklich nicht mehr weiter um wieder unseren Alltag genießen zu können und die Sorgen um meinen Sohn verschwinden zu lassen. Ich hab einfach Angst das jemand wie er meinen Sohn komplett verhunzt und ihm so die Chance nimmt er selbst zu sein. In den Momenten wo ich alleine mit meinem Sohn bin, ist er ganz der alte und das Kind das ich bisher groß gezogen habe)

Danke fürs lesen von meinem ewig langen Text, ich musste es mal von der Seele schreiben aber vielleicht weis ja jemand an wen ich mich wenden kann um hier raus zu kommen.
Eine Therapie für den großen haben wir schon öfters überlegt aber denken nicht das er das annimmt (weil Teenager und er redet ja schon so mit kaum wem)

Vielleicht mach ich mir auch unnötig Sorgen aber natürlich jetzt in den Ferien wo er soviel hier ist färbt einfach noch mehr ab.
Mein Sohn und ich wir hatten wirklich ein tolles Leben zu zweit, absolut frei und ungezwungen sind wir durchs Leben spaziert.
Natürlich hat der große meinem Sohn auch das ein oder andere gute mit auf den Weg gegeben, wie zb wehr dich wenn jemand nicht nett ist. Oder dass das Leben eben nicht immer so einfach ist wenn die Mama nicht immer da ist. Also es ist nicht alles schlecht was bisher vorgefallen ist aber meine Sorgen überwiegen. Natürlich versuche ich so gut es geht auf den großen einzugehen und ihn zu zeigen dass man auch mit Freundlichkeit, Höflichkeit,.. im Leben weiter kommt. Und zeige auch immer wieder auf dass ich nur soweit gekommen bin weil ich eben höflich bin, mich an Abmachungen halte,.. aber gefühlt nimmt er das alles nicht wahr weil er ja quasi das Leben schon durchgespielt hat und super schlau ist. Laut meinem Mann ist das 1:1 wie die Mutter die auch immer schon so gelebt habt und alle in ihrem Umfeld nur schlecht gemacht hat und sie sei die beste (hat aber erst jetzt mit 38 das erste Mal im Leben einen Job weil sie davor das Leben als Arbeitslose inkl Alimenten genossen hat) hat keine Freunde und Freundschaften und keine Familie die ihr an der Seite steht.
Die Familie meines Mannes lehnt den Großen auch mehr und mehr ab, natürlich nicht so spürbar aber man merkt schon: so richtig erfreut das er da ist ist auch keiner (wie gesagt wundert mich oft nicht weil er einfach unerzogen ist)

Ich hoffe das klingt nicht zu böse oder hart aber ich ziehe es vor meine Kinder anders groß zu ziehen und ihnen ein anderes Leben, eben eines das leicht und unbeschwert ist, näher zu bringen. Dass das nicht immer geht ist klar aber solange ich kann möchte ich ihnen das mit auf den Weg geben


Vielleicht hat jemand andere Patchwork Szenarien erlebt oder kann aus Erfahrung mit dem Leben mit einem Teenie berichten denn natürlich kommt auch viel von der Pubertät.

Kommentare

  • Hallo!
    Oje, das klingt gerade sehr angespannt bei euch. Erfahrungen mit Patchwork oder mit Teenies Ala Kind/stiefkind hab ich selbst keine, aber ein paar Gedanken dazu:

    1. Muss der Teenager dem ganzen Sommer bei euch sein? Schon klar, du bist in Karenz, aber habt ihr das angeboten, oder wurde er euch aufgedrângt? Wie war die Betreuung in den Ferien bisher geregelt? Wenn's für diesen Sommer so ausgemacht wurde, würd ich an deiner Stelle den August noch durchdrücken, aber für kommende Ferien anders planen.

    2. Ich würde aufpassen, dass du nicht alles, was bei deinem Sohn momentan nicht optimal läufst auf den Einfluss seines Stiefbruders zurückführst. Er kommt in die vorpubertät oder ist schon drinnen und da kann sich auch das Verhalten von ansich gut erzogenen Kindern ändern. Außerdem ist er auch noch großer Bruder geworden. Für ihn hat sich die letzten 3 Jahre und insbesondere im letzten halben Jahr sehr viel verändert. Er wurde quasi vom behüteten Einzelkind zum Sandwich-kind. Umso wichtiger wären für euch als Familie auch Zeiten, wo der Teenie nicht bei euch ist.

    3. Da du wegen der Situation deine Ehe in Frage stellst, geht da kaum ein Weg daran vorbei, dass du deinen Mann von deinem Ängsten und Sorgen berichtest. Sei sparsam mit Schuldzuweisungen und mach seinen Sohn nicht schlecht, du würdest auch nicht wollen, dass er so über deinen Sohn spricht. Aber das ganze belastet offensichtlich eure Beziehung.
  • @wölfin danke dir. Ich hab mir die Gedanken die ich so hab alle mal aufgeschrieben und versucht es so zu verpacken das sich keiner direkt angegriffen fühlt. Was natürlich schwer ist. Und klar man muss auch bedenken dass auch mein Sohn größer wird und eben nicht mehr der kleine süße liebe Bub ist sondern auch heranwächst zu einem Buben der mehr und mehr lernen muss dass das Leben nicht immer nur einfach läuft sondern man manchmal auch einfach was dafür tun muss. Ich glaub mein Mann und ich wir müssen einfach Wege für uns als Paar finden damit wir viel gestärkter mit solchen Situationen umgehen können und ich mehr das Gefühl das auch meine Stimme zählt und der Teenie immer noch ein Teenie ist und kein Erwachsener.

    Danke dir auf jeden Fall das du dir die Zeit genommen hast meinen Roman zu lesen und zu antworten 😍
    wölfin
  • Ich bin weder Betroffene von Stiefkindern, noch von Patchwork, aber leider habe ich ein narzisstisches Familienmitglied.

    So wie du das beschreibst, erlebe ich das auch sehr ähnlich. Und wenn immer alle sagen „Narzissmus“ ist eine Diagnose, die kann man nicht eben selber so bestimmen - ein Narzisst geht halt nicht zum Arzt deswegen, der sieht sich ja selber als den Nabel der Welt.

    Da es erblich bedingt sein kann, ist es recht wahrscheinlich, dass dein Stiefsohn auch narzisstische Züge hat, was er offensichtlich ja hat. Was ich mich frage - bitte nicht anklagend verstehen, sondern, weil ich selber „betroffen“ bin: hat dein Mann jemals versucht das Kind allein groß zu ziehen? Also, dass er drum kämpft, dass er von der Mutter weg kommt?
    Das Thema beschäftigt mich nämlich gerade - also wie lange darf man zusehen, wie ein Kind so behandelt wird. Eine gute Freundin riet mir das JA zu informieren, aber ehrlich gesagt, ich finde Narzissten sind meistens auch sehr schlau und sie bewegen sich oft im „erlaubten“ Graubereich. Ist bei psychischer Gewalt generell oft nicht so eindeutig erkennbar/nachweisbar.

    Ich verstehe deinen Wunsch nach Schutz und find ihn gerechtfertigt. Wie man das in einer Familie löst, ist wirklich eine schwierige Frage.
    Da dein Mann vermutlich selber mal unter dem Narzissmus seiner Exfreundin gelitten hat, wird er hoffentlich auch verstehen, dass du deinen Sohn schützen willst.
    Grundsätzlich denke ich, dass man die Zeit beschränken sollte. Wie das aussehen kann, wisst nur ihr.
    Ich hoffe jedenfalls, ihr findet eine Lösung.
  • @Mohnblume88 danke auch dir fürs lesen und Feedback geben.

    Ja mein Mann hat das oft überlegt aber leider, eben weil sie ist wie sie ist, hat ihm immer wieder gedroht das er ihn dann gar nicht mehr sieht. Und leider ist es in Österreich sehr schwer der Mutter das Kind zu entziehen. Wir haben unzählige Beweise die zeigen wie das Kind vernachlässigt wird und drunter leidet. Aber er hat sich nie getraut weil er Angst hat ihn dann ganz zu verlieren. Jetzt wo er 14 wird hat er selber ein Mitspracherecht und die Chancen wären besser. Aber auch da, wenn er sagt zb meine Mama haut mich ich will weg. Kann das ganz schnell so ausgelegt werden das der Vater das dem Kind einredet,….:

    Also als Mann hast du hier wirklich kein einfaches spiel. Und sie weis wie man das Spiel spielt weil sie das auch bei ihrem zweiten Kind mit dem anderen Kindesvater so veranstaltet.

    Wir werden sehen was die Zeit bringt und wie wir aus der schweren Lage kommen und wieder einen Weg gemeinsam als Familie finden
  • sara2709sara2709

    6,401

    bearbeitet 4. August, 23:23
    Aso also hat er bei euch ein stief und ein halbgeschwister und daheim noch ein halb??

    Ich will ihn jetzt nicht in schutz nehmen aber kann es vl sein das er grad nicht weiß woner hinghört?? Also wenn du sagst daheim gehts ihm ich sag mal semi und bei euch ist er ja nur länger während der ferien.
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