Liebe Alle!
Mich würde mal interessieren, ob ihr das Verhalten meines Kindes "normal" findet oder ob ihr denkt, man könnte/sollte da mal genauer hinschauen.
Momentan sind wir am Überlegen, die Frühen Hilfen zu kontaktieren oder evtl. auf die Säuglingspsychosomatik für 0-3 Jahre nach Ottakring (Schlafstörungen) zu gehen.
Allerdings bin ich unsicher, inwiefern es "gerechtfertigt" ist bzw. auch zielführend.
Unser Sohn (absolutes Wunschkind) ist 19 Monate. Er war von Anfang an ein extrem schlechter Schläfer und auch tagsüber eher immer schnell unzufrieden. Die ersten Nächte nach der Geburt hat er fast durchgeschrien, ablegen konnten wir ihn nie, er wollte auch immer viel an die Brust. Ich habe ihn immer nach Bedarf gestillt und er hat bei mir/uns im Bett geschlafen. In Babygruppen war er immer sehr weinerlich und ist an der Brust gehangen, er hat sich stark darüber reguliert, da er (unserer Meinung nach) extrem reizoffen ist. Alles gut, ich weiß, im ersten Lebensjahr ist das durchaus normal.
Allerdings hat er, seit seiner Geburt, eigentlich noch nie mehr als 2 Stunden durchgeschlafen. Ich kann an einer Hand abzählen, dass er mal 3 Stunden geschlafen hat. Mittlerweile ist es so, dass er nachts stündlich wach wird. Auch seinem Mittagsschlaf von 2 Stunden schafft er nicht ohne Unterbrechung. Er will dann immer Milch, manchmal schläft er danach weiter (für eine weitere Stunde), manchmal findet er auch nicht mehr in den Schlaf, wälzt sich dann bis zu 2 Stunden herum, weint immer mal wieder, legt sich für einige Minuten hin usw. bis er irgendwann einschläft.
Untertags fordert er seine "Milch" auch extrem ein, er will teilweise bis zu 20 Minuten einfach nuckeln und chillen. Grundsätzlich stört es mich nicht, allerdings bringen uns die Nächte mittlerweile an unsere Grenzen. Ich hab, seit fast 2 Jahren, nicht länger als 2 Stunden am Stück geschlafen. Klar nimmt ihn auch mal mein Mann und ist mit ihm mehrere Stunden weg, ich kann untertags aber auch nicht immer auf Kommando schlafen und das geht wenn dann ja nur am Wochenende. Mein Mann schläft in einem anderen Zimmer, weil der Kleine sich auch komplett durchs Bett wälzt und ich meist irgendwann am Fußende lande. Außerdem bekommt er somit zumindest etwas Schlaf. Er würde ihn auch in der Nacht mal nehmen, allerdings fängt der Kleine sofort an zu Brüllen, wenn der Papa nachts ins Zimmer kommt. Er akzeptiert ihn seit Monaten nicht mehr. Auch tagsüber klebt er eigentlich immer an mir, Papa wird oft ignoriert. Dabei ist mein Mann echt viel zuhause, war im Papa Monat und zu seinem 1. Geburtstag 9 Wochen den ganzen Sommer zuhause. Zu seinem Mittagsschlaf lässt er sich gut in den Schlaf stillen, abends habe ich seit Monaten keinen Chance. Er schläft im KiWa ein, mein Mann geht mit ihm, dann steht er ca 45 Minuten im KiWa (extra mit RockIt-Kinderwagenschaukel) und dann wacht er weinend auf und ich stille ihn im Bett zum Weiterschlafen. Ich habe einmal versucht, dass er im Bett einschläft, es hat auch nach einer Stunde geklappt, war aber ein harter Kampf. Auch haben wir schon mal 1-2 Nächte nachts nicht gestillt und dann einige Nächte ein stillfreies Fenster eingehalten, habe ihm erklärt, dass die Milch schläft, er kann Wasser oder Hafermilch trinken, hab gesungen, geflüstert etc. Er hat es auch akzeptiert nach einiger Zeit, aber ist trotzdem gleich häufig aufgewacht und das Reden/Wasser geben/singen kostet mir noch mehr Kraft als einfach stillen. Um 4:30 Uhr ist die Nacht meist vorbei, er ist eigentlich noch müde, schafft es aber nicht mehr in den Schlaf. Er will dauernuckeln, ist dabei sehr unruhig, weint viel. Irgendwann will ich ihm die Brust einfach nicht mehr geben, weil mir alles wehtut und ich auch saumüde und überreizt bin, dann weint er einfach bis er dann wach ist. Auch dann fragt er weiterhin ständig nach Milch. Aber frühstücken tut er meist trotzdem nur ein paar Bissen, ganz egal, was es ist.
Mein Mann und ich sind schon sehr am Limit. Auch mein Mann wacht natürlich auf, wenn der Kleine weint, oft kommt er auch rüber um mich mental zu unterstützen, obwohl er eigentlich eh nichts machen kann. Es ist echt fordernd, zumal unser Sohn auch tagsüber sehr anstrengend ist. Er ist einfach ein "schwieriges" Temperament, er ist extrem schnell frustriert, braucht viel Co-Regulation und hat sehr starke Gefühle. Er ist oft extrem aufgeregt, weiß dann nicht wirklich wohin mit sich, überdreht schnell, selbst wenn nur eine Freundin mit Kind zu Besuch ist Damit würde ich zurecht kommen, aber diese Nächte sind einfach nur mehr zermürbend.
Wir habe Unterstützung von den Großeltern, er liebt sie auch, aber eben Mittagsschlaf dort geht nicht, weil er zu früh aufwacht, dann hält er wieder nicht bis abends durch usw. Ich gehe, zum Glück, erst im in einem Jahr wieder arbeiten, er soll am September in den KiGa gehen, aber wenn das so weiter geht, schafft er das nicht, weil er spätestens um 11 komplett kaputt ist und auch dort sicher nicht einschlafen wird. Selbst, wenn ihn eine Oma vor dem Mittagsschlaf mit dem Wagerl holt, muss er dort unbedingt seine 2 Stunden schlafen und kann nicht nach 45 wach sein, er braucht den Tagschlaf, weil er nachts so schlecht schläft.
Was sind eure Erfahrungen? Ist das noch "normal"? Müssten wir einfach ein paar Nächte hart bleiben und ihn nicht stillen? Soll ich einfach für einige Tage ausziehen und die Nächte meinem Mann überlassen? Das wollte ich eigentlich nie, ich wollte das wenn dann gerne mit meinem Kind gemeinsam durchstehen, bin momentan aber echt ratlos, ob das überhaupt die gewohnte Entlastung bringt.
Oder sollten wir das doch mal abklären?
Kommentare
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Was bei uns geholfen hat:
klare, strukturierte Tage ohne zu viele Reize. Viel "Toben" für Regalution von außen (Hüpfen, ein Decken einrollen, schwere Sachen schieben, einiges aus der SI). Wenn der Mittagsschlaf nur 45 min dauert, hab ich das akzeptiert (wobei 45 min schon lang waren/sind bei uns), ansonsten nochmal zusammenkuscheln anbieten.
Und bei uns hilft es tatsächlich, wenn ich zwischendurch für 2 Tage auf fortbildung bin und er sich mit dem Papa eingrooven muss (auch in der Nacht).
Er ist inzwischen 2 und von durchschlafen noch gut entfernt (mal besser mal schlechter) aber kann neben mir zumindest wieder einschlafen.
und es klingt so, als ob sich euer zwerglein viel über Saugen reguliert. Schnuller ist für euch keine Option? Grade bei so hohem saugbedürfnis sollte man halt überlegen (Ich selber bin auch kein Fan vom Schnuller per se, aber Hilfe ist er schon.)
Ansonsten fällt mir noch osteopathie/cranio (bitte bei einem/r physio) als mögliche Unterstützung ein.
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https://www.nanaya.at/babyschlafberatung
Klingt sehr fordernd!
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Was ich aus Erfahrung weiß, im Kiga können Kinder auch dann schlafen, wenn sie es nicht gewöhnt sind, bei anderen einzuschlafen.
Abstillen mit 2 Jahren hat bei uns tatsächlich eine Erleichterung gebracht. Ab da schlief sie durch, vorher ewiges Gewusel, Wachphasen, Aufstehzeit spätestens 5 Uhr. Frühaufsteherin blieb sie, die ersten 4 Lebensjahre brauchte ich nie einen Wecker 😂
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Danke für deine Antwort! Bei uns ist es leider egal, wie die Tage sind. Viel unterwegs, viel zuhause, viel Bewegung, viel ruhiges Spiel - es macht keinen Unterschied.
Schnuller hab ich schon oft probiert, nimmt er leider gar nicht. Er kaut nur drauf rum 🥲
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Danke! Ich glaub eh auch, dass das Stillen dazu beiträgt, aber er ist echt soooo vehement dabei, dass ich nie die Kraft hab, das Durchzuziehen.
Wenn er „nur“ früh aufstehen würde… er geht eh schon gegen 19:00 schlafen. Aber dazwischen schläft er halt grottig.
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Danke für den Tip!
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Ich find Isabella von @begleitet.wachsen auf IG recht kompetent was das Thema Schlaf und Wachzeiten angeht. Vielleicht stöberst mal in ihren Slides und es spricht dich an. Ich bin grad in der 38 SSW und sollten wir wieder ein Schlaf Thema haben, würde ich wahrscheinlich sie kontaktieren.
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Danke! Ich denk auch, dass wir wahrscheinlich erst fix sagen können, ob er wirklich schlecht schläft, wenn er abgestillt ist. Hast du gleich komplett abgestillt oder erst nur nachts? Ich hab Angst, dass er beides auf einmal nicht packt, weil er noch sooo viel trinkt tagsüber und ihn das richtig glücklich macht.
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Ich denke (leider) auch, dass der Knackpunkt das Stillen ist. Meine Kinder haben nach dem Abstillen wesentlich besser geschlafen (wobei es nie so schlimm, wie bei euch war 😌).
ICH würde zunächst wirklich schauen, dass du ihn zum Essen bringst (falls das ein Thema ist), tagsüber reduzieren und dann nachts komplett abstillen. Sei dir nur bewusst, dass du 100% klar sein musst, dass du abstillen möchtest. Solltest du Zweifel haben u dein Kind spürt das, wird es nicht klappen.
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Ich hab dann radikal abgestillt. Von heute auf morgen tags- sowie nachts. Anders wärs nicht gegangen. Es hätte sie zu sehr verwirrt. Und meine war auch so in den Busen vernarrt, es war das Schönste für sie. Auch jetzt mit fast 4 mag sie ihn immer noch so gerne berühren, was mich wahnsinnig macht, aber für sie war er die Welt.
Du findest meine Abstillgeschichte in den Stillthreads hier oder in meinen Kommentaren auf meinem Profil rund um Juli 2024.
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Er isst ganz ok. Könnte definitiv mehr sein, er hat zwar großes Interesse daran Dinge zu probieren, aber er isst nie viel davon. Wir nutzen tagsüber jede Gelegenheit, dass er isst. Nachts nuckelt er aber definitiv mehr, vielleicht kommt es einmal in den Morgenstunden vor, dass er aus Hunger trinkt. Deshalb wäre mein Ansatz eher - tagsüber viel Stillen, dass er ja genug hat und natürlich viel essen.
Dann sollte er mMn eigentlich gut über die Nacht kommen.
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Ich konnte also keinen der "Tips" umsetzen. Und war nur enttäuscht von dem Gequatsche.
Ich hatte FlaschenKinder. Besserung brachte nur die Zeit. Aber mit ca 2,5 wurde es besser. Die Kindergarten Zeit über war er nur noch 2x nachts wach. Hat dort entgegen aller Prognosen immer 1,5 Stunden geschlafen. Das Umfeld dort hilft den meisten sich anzupassen, zu regulieren und eben wie alle anderen einzuschlafen.
Es wird irgendwann besser. Versprochen.
Hab inzwischen Schulkinder.