[Expertenchat] Hypnobirthing & Co: "Vorbereitung auf die Geburt" mit Hebamme Martina Tauss

AdminaAdmina

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bearbeitet 24. Mai, 18:59 in Geburt
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Hallo zusammen,

in den ersten Wochen der Schwangerschaft geht es vor allem um eines: die Eingewöhnung in diesen neuen, aufregenden Lebensabschnitt. Doch sobald das 7., 8. oder sogar 9. Monat naht, rückt auch die Geburt selbst in den Vordergrund. Wie eine Geburt abläuft, kann niemand vorhersagen. Die richtige Vorbereitung kann jedoch dabei helfen, negative Gedanken und Angst vor Schmerzen zu überwinden und das Vertrauen in den eigenen Körper zu stärken.

Eine mögliche Methode zur mentalen Vorbereitung auf die Geburt ist das sogenannte Hypnobirthing. Hierbei wird mithilfe von Selbsthypnose ein Zustand trainiert, der den Kreislauf aus Angst, Stress und Schmerzen hemmt und so zu einer entspannteren Geburt beitragen kann. Dies kann auch durch die Anwendung von z.B. Atemübungen oder Akupunktur ergänzt werden.

In diesem Expertenchat dürfen wir euch die Hebamme und Hypnobirth-Trainerin Martina Tauss vorstellen, die eure Fragen rund um das Thema "Mentale Vorbereitung auf die Geburt" beantworten wird.

💕 Zu diesen Themen kannst du Martina beispielsweise fragen:

* Wann starte ich idealerweise?
* Wie erlerne und übe ich die Selbsthypnose?
* Wie gehe ich mit meiner Angst vor der Geburt um?
* Wie binde ich meine*n Partner*in ein?
* Wie bereite ich mich auf eine weitere Geburt vor?

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💡 Unsere Expertin:

Seit 2002 ist Martina Tauß Hebamme mit Herz. Sie hat bis jetzt ca. 1.000 Babies und Mamas bei ihren Geburten begleitet und gibt schon seit 18 Jahren Geburtsvorbereitungskurse. Als Hypnobirth Expertin, Hypnosecoach, Mentaltrainerin und Mama von drei Kindern bereitet sie mit Wissen, Erfahrung und ihrem eigenen Hypnobirth Konzept entspannt und optimal auf die Geburt vor. Mehr über Hebamme Martina erfährst du hier.


➡️ Übrigens: Du möchtest mehr zum Thema Hypnobirthing erfahren? Dann legen wir dir diesen Artikel auf Schwanger.at ans Herz.

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💡 Gut zu wissen: Dieser Expertenchat wird über einen längeren Zeitraum verfügbar sein, also stellt einfach jederzeit gerne all eure Fragen! Und, keine Sorge: alle Fragen werden beantwortet, wir bitten jedoch um euer Verständnis, dass die Antworten mitunter ein wenig Bearbeitungszeit benötigen können.

Liebe Grüße,
Admina

Kommentare

  • Hallo liebe werdende Mamas und Papas :)

    Oft werde ich gefragt: "Wann ist denn der beste Zeitpunkt, um mit Hypnobirth zu beginnen?" Und da kann ich nur sagen, je früher desto besser! Denn durch die
    Tiefenentspannung gönnt ihr euch und eurem Baby wunderbare Ruhe und Erholung.
    In unserem busy Leben brauchen wir das alle so sehr.

    Zusätzlich habt ihr dann noch genügend Zeit bis zur Geburt alles gut zu integrieren, um es dann wie von alleine umsetzen zu können. Erfahrungsgemäß beginnen die Frauen häufig um die 24. Schwangerschaftswoche herum. Manche auch um einiges früher, manche auch etwas später.

    Und auch für das spätere Leben zahlt es sich aus, diese wunderbare Welt der
    Tiefenentspannung kennengelernt zu haben.

    Viel Freude beim Entspannen und ich bin schon neugierig auf eure Fragen, Martina :)
  • anianomanianom

    1,274

    bearbeitet 27. Mai, 19:07
    Dann fange ich gerne mal hier an. ☺️
    Und zwar hatte ich vor Ort einen Hypnobirthing-Kurs, beginnend mit der 20. SSW. Ich habe natürlich auch das Buch dazu gelesen, die Übungen (die, die mir zugesagt haben) regelmäßig gemacht & zum Schluss den nicht ganz so dogmatischen Podcast „die friedliche Geburt“ gehört.

    Ich durfte eine wunderschöne Hausgeburt erleben und mein erstes Kind im Geburtspool zur Welt bringen. Die Eröffnungsphase war entspannt und sanft, ja wirklich friedvoll. Ich hatte keinerlei Schmerzen, nur starke Gefühle und Empfindungen. Meine Hebamme und mein Mann ließen mich in meiner Ruhe. Wo ich am Anfang noch das Bedürfnis hatte in den Wellen-Pausen zu sprechen, sie miteinzubeziehen, wirde dieses mit fortschreitender Geburt immer weniger und alles ganz still und leise um mich herum und in mir selbst.

    Plötzlich konnte ich jedoch den Druck der Fruchtblase einfach nicht mehr ertragen und bat die Hebamme darum, mir diese mechanisch zu öffnen. Da waren wir bei 7 cm Muttermundöffnung (auch um diese Untersuchung bat ich kurz davor, weil ich so überhaupt keinen Anhaltspunkt hatte bis zu diesem Zeitpunkt). Und dann war ich bzw. die Situation auf einen Schlag wie ausgewechselt. Ich wurde geradezu von den Presswellen ohne Pause überrollt, wusste nicht mehr, wo oben und unten ist, brüllte wie eine Löwin und schmiss mich von einem Eck ins andere (an dieser Stelle wären wohl Tücher/Seile von der Decke nützlich gewesen). Ja, ich spürte einen noch nie dagewesenen Schmerz und sehnte das Abflachen jeder Welle herbei, die mir eeewig schienen. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, es geschah einfach. Nur 40 Minuten später war unser Sohn geboren.

    Ich bin sehr stolz auf mich und dankbar dafür, diese eindrückliche Naturgewalt erlebt haben zu dürfen, Ich denke sehr, sehr gerne an die Geburt zurück. Trotzdem frage ich mich, was ich anders hätte machen können, damit ich diesen Frieden auch in die Austreibungsphase „mitnehmen“ hätte können. Bzw. inwiefern ich mich dann für eine etwaige weitere Geburt besser vorbereiten könnte.
    fanny85ChrissiU
  • bearbeitet 28. Mai, 18:34
    Liebe anianom,

    danke für das Teilen deiner Geburtsgeschichte :)

    Gleich zu Beginn meinen herzlichen Glückwunsch zu eurem Baby.
    Du hast das ganz toll und intuitiv richtig gemacht.

    Die Übergangsphase (kurz bevor sich der Muttermund auf seine kompletten 10 Zentimeter öffnet) und die letzte Geburtsphase (das Baby rutscht durch das Becken hinunter und wird dann geboren) sind sehr gefühlsintensiv. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kontraktionen in ihrer vollen Kraft und die Pausen zwischen den Wellen verkürzen sich.

    Solange die Fruchtblase noch erhalten ist, hat diese eine dämpfende Funktion für dich und dein Baby. Wenn diese offen ist - egal ob sie von alleine aufgeht oder die Hebamme dies unterstützt - fällt diese natürliche Dämpfung weg. Dadurch nimmt der Geburtsverlauf auf ganz natürliche Weise noch mehr an Fahrt auf und es wird intensiv(er). Der Fruchtwasserpolster vor dem Köpfchen des Babys fällt also weg und es kann nun voller Kraft nach unten schieben. Das bedeutet, dies ist für viele Frauen sehr intensiv.

    Bei dir kommt hinzu, dass diese finale Geburtsphase wirklich sehr, sehr schnell und zügig vorangegangen ist. In 40 Minuten haben sich quasi drei Zentimeter deines Muttermundes geöffnet und dein Baby ist den gesamten Weg durch das Becken tiefer gerutscht und du hast es geboren. Zum Vergleich kann ich aus meiner Hebammenerfahrung sagen, dass diese Phase, die bei dir 40 Minuten gedauert hat, bei erstgebärenden Frauen durchschnittlich um einiges länger dauert und so in etwa zwischen 2 bis 5 Stunden in Anspruch nehmen kann. Deswegen ist es ganz leicht erklärt, wieso du so überrollt warst. Es hat sich in dieser kurzen Zeit einfach so viel getan, wo andere Frauen um einiges länger Zeit dafür haben. Dadurch war es für dich so intensiv.

    Du hast instinktiv ganz richtig reagiert! Indem du deine Stimme so richtig hinaus gelassen hast und dich hin und her geworfen hast, konntest du dir in diesem Moment am besten helfen. Also super gemacht :) Wie du schon geschrieben hast, du kannst sehr stolz sein auf dich! Und du kannst dir wirklich sicher sein, dass du genau so gehandelt hast, wie es dich in dieser Phase am besten unterstützt hat und es dir möglich war.

    Meiner Meinung und meiner Einschätzung nach, hättest du nichts anders machen brauchen, sollen oder können. Es hat genau so gepasst. Das war die Kraft der Natur, die sich zum Schluss in so kurzer Zeit entfaltet hat. Für eine nächste Geburt würde ich mich einfach wieder so gut vorbereiten. Das Wissen, dass es zum Schluss hin so intensiv werden kann ist wichtig und alleine das ist oft schon hilfreich, es gut annehmen zu können.

    Vorbereitend kannst du eine Hypnose Einzeleinheit auf dich abgestimmt und unterstützend für die letzte Phase der Geburt machen.
    Der natürliche Vorteil bei einer zweiten Geburt ist auch, dass das Tieferrutschen des Babys sehr oft nicht mehr so intensiv wahrgenommen wird, wie beim ersten Baby.

    Ich hoffe, dir damit geholfen zu haben, liebe Grüße Martina :)

    ElWi1
  • Hallo Martina, ich habe schon etwas zum Thema Hypnobirthing gelesen und finde das mit der positiven Grundhaltung und Entspannung während der Geburt generell spannend.
    Kannst du Bücher oder Podcasts dazu empfehlen? Da ich viel zwischen Salzburg und Steiermark pendle bräuchte ich was für unterwegs ;)
  • Hallo Martina,
    schön das du hier deine Unterstützung anbietest :)

    Ich bin in der 18. SSW in meiner zweiten Schwangerschaft und möchte dieses Mal unbedingt Hypnobirthing anwenden.
    Dafür habe ich bereits einen tollen Coach bei mir in der Nähe gefunden bei der ich mich sehr gut aufgehoben fühle.

    Allerdings ist mein Mann sehr sehr skeptisch, Meditation und entsprechende Techniken sind allgemein nicht sein Ding.
    Wie gehst du das Thema an? Was kann ich tun, um ihm vorab die Skepsis zu nehmen?

    Aira
  • anianomanianom

    1,274

    bearbeitet 3. Juni, 07:44
    @ChrissiU Zwar nicht Martina, aber ein Tipp von mir, falls er gerne liest: „Ein neues Ich“ von Dr. Joe Dispenza.

    Im ersten Teil des Buches erklärt er faktenbasiert (! zusammengefasst aus Quantenphysik, Neurobiologie, Gehirnforschung und Genetik), was bei der Meditation im Gehirn/Körper eigentlich vor sich geht und wie mächtig folglich unsere Gedanken bzw. der Umgang mit diesen sind.

    Also… falls er das Thema derweil als „zu esoterisch“ abgestempelt hat. 🤓
    ChrissiU
  • @dani0922

    Liebe Dani,

    da habe ich ein paar super Empfehlungen 😊

    Mein Buchtipp Nummer 1 ist „Die friedliche Geburt“ von Kristin Graf – es ist relativ neu und überall im Buchhandel erhältlich. Kristin ist Hypnosecoachin und Mentaltrainerin im deutschsprachigen Raum und hat ihr fundiertes Wissen zu Papier gebracht. Sie hat auch einen gleichnamigen Podcast mit bereits sehr vielen Folgen. Meine Top-Empfehlung!

    Da ich Podcasts selber sehr liebe, kommt noch ein Tipp für dich und zwar der „Hebammensalon“ von den beiden Berliner Hebammen Kareen Dannhauer und Sissi Rasche. Da steckt ganz viel Wissen, Spaß und Herz drinnen.

    Auch ich versäume keine Folge 😉 viel Spaß beim Hören!
    dani0922
  • @anianom

    Danke für den wertvollen Buchtipp!

    @ChrissiU

    Ich kann das nur unterstreichen, denn Dr. Joe Dispenza ist absolut zu empfehlen. Alleine seine persönliche Geschichte – sein Weg von der Querschnittlähmung zum wieder gehen können – ist bemerkenswert und zeigt, was durch mentales Training, Tiefenentspannung und Co möglich ist! Ich habe schmunzeln müssen, denn aktuell liest auch mein Partner dieses Buch (zum Zweck der Weiterbildung). Also ein super fundierter Weg für Männer und alle Menschen sich auch auf wissenschaftlichem eine gute Meinung zu bilden.

    Ein weiterer Tipp von mir ist auch der Coach und Trainer Veit Lindau. Da kannst du gerne mal auf Social Media oder in seinem Podcast schmökern und deinem Partner dann gewisse Beiträge zuspielen. Oft hilft das gut, wenn ein Mann diese Dinge auch von einem Mann hört bzw. von einer nicht so esoterisch wirkenden Person.

    Dass Hypnose wirkt, ist ja wissenschaftlich eindeutig belegt. Durch diverse Showhypnosen haben viele leider einen falschen Eindruck – medizinische Hypnose ist ja etwas ganz anderes. Es gibt zum Beispiel Anästhesisten, die darin ausgebildet sind und ihre Patienten, während einer Operation quasi rein durch Hypnose in Narkose versetzen.

    Ich betone auch immer, dass es nicht ausschließlich um eine schmerzreduzierte Geburt geht, sondern noch um so einiges mehr. Stressreduktion in der Schwangerschaft, Verbindung zum Baby, Aufbau und Verankern von Vertrauen und Zuversicht, Üben von unterstützenden Atem Tools für die Geburt und so weiter.

    Frage deinen Coach, ob du deinen Partner zu einer Einheit mitnehmen kannst, dann kann er sich selbst von dieser absolut wohltuenden Wirkung überzeugen und es genießen. Das wirkt oft Wunder 😉
  • Hallo, auch ich würde gern meine geburtsgeschichte in groben Zügen teilen um etwas dazu zu lernen für die nächste Geburt.
    Ich war von Anfang an sehr für das hypnobirthing und habe das Buch gelesen, Übungen gemacht - alles auch gemeinsam mit meinem Mann.
    Ich war davon überzeugt ich werde das super hinbekommen.

    Die erste Nacht wehen führte schon zu einem kurzen Abstand von ~2 min. Morgens im kh schickten sie mich wieder heim. Ich hatte dann eine wehenpause bis zur nächsten Nacht und dann begann es - intensivste wehen im Abstand von 1 min. Ich konnte nicht selbstständig atmen, jegliche Übung aus dem hypnobirthing drang nicht zu mir durch, ich schrie nur ins Kissen. Unwissend, weil sich die wehen irgendwie nicht mit der Zeit verstärkten und engmaschiger wurden sind wir bereits nach 4h ins KH gefahren. Der Muttermund war jedoch erst 3 cm geöffnet. Mir wurde gesagt ich habe starke wehen, aber mein Kind rutscht nicht richtig runter, weshalb sich der Muttermund so langsam öffnet. Nach ~13/14 weiteren Stunden würde medizinisch interveniert und ich nach insgesamt 24h kam der Kleine auf die Welt.

    Es ging mir nur in einem einzigen Moment gut (die wehen waren mir weg zu atmen und ich konnte meine Übungen machen), das war unter der Dusche im kH - da es jedoch nur verfließt war konnte ich dort nicht lange hocken und eine Wanne war nicht frei.

    Ich Frage mich, was hier passiert ist, dass ich nicht auf meine Übungen reagieren konnte, ich habe diese wenn dann kaum wahr genommen und konnte sie im Kopf nicht verarbeiten. Das einzige was geholfen hatte war das Wasser und mein Mann der mich zum Atmen wehement angeleitet und begleitet hat. Auch ertrug ich ausschließlich vornüber gebeugt zu sein, durch die Interventionen und Geräte am Bauch durfte ich dann jedoch nur am Rücken gebähren, was die austreibungsphase noch deutlich verschlimmerte.

    Ich weiß nicht wie ich nun mit dem Thema der nächsten Geburt umgehen soll. Ich träume weiterhin von einer sanften hypnobirthing Geburt aber die Angst ist deutlich gewachsen und diese ist ja bekanntlich sehr hinderlich für hb. Wie kann ich üben, dass die Sachen auch in diesen intensiven Momenten zu mir durchdringen?
  • bearbeitet 28. Juni, 19:53
    @Selina1234 Hi,
    ich hoffe, es ist ok wenn ich hier antworte. Ich erkenne mich ein wenig, in deiner Geschichte wieder und möchte dir Mut machen.
    Ich hatte zwei wundervolle Hypnobirthing Geburten. Mein Mann und ich haben damals sogar einen Kurs besucht der über mehrere Tage, mit jeweils einigen Wochen Abstand ging und ich war felsenfest davon überzeugt, eine Schmerzfreie Geburt zu haben. Die Realität hat mich dann ziemlich eingeholt und es war leider nicht die schmerzfreie Geburt die ich mir so sehr gewünscht habe ABER es war dennoch eine wundervolle Geburt genau so wie ich sie mir vorgestellt habe: Interventionsfrei, natürlich und in meinem Tempo (hab in einem Geburtshaus entbunden).

    ich will nicht sagen, dass ich enttäuscht war, das keinesfalls, weil ich fest davon überzeugt war, dass die vielen Entspannungsübungen im Vorfeld und auch während der Geburt auch zu einem entspannten Kind beigetragen haben. Die Herztöne des Babys waren z.B. unter der Geburt immer super und auch nach der Geburt hat sie beim Apgar überall volle Punktzahl bekommen und ich bin fest davon überzeugt, dass das AUCH an Hypnobirthing gelegen hat. Nichts desto trotz hab ich mir natürlich in der Schwangerschaft mit Baby Nr. 2 so meine Gedanken gemacht.
    Ich bin dann wieder zu unserer Kursleiterin hin und hab bei ihr eine so genannte "Angstbefreiung" gemacht. Das ist eine geführte Hypnosesitzung die speziell darauf abzielt, dich von deinen Ängsten zu befreien. Für die zweite Geburt hab ich mehr sehr ähnlich vorbereitet wie für die erste. Mein Mann hat am Vorabend, bevor die Wellen losgingen sogar noch "die Ballohnfahrt" (eine spezielle Hypnose, die die Geburt in Gang bringen soll) gemacht und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das den Anstoß gegeben hat weil ich in dieser Nacht um 4 Uhr einen Blasensprung hatte.
    Was soll ich dir sagen: die zweite Geburt war ganz anders als die erste. Viel flotter, viel entspannter, viel angenehmer und im allgemeinen einfach besser zu verkraften.
    Ich hab die Erfahrung gemacht, dass mir alles von der ersten Geburt wieder eingefallen ist als die erste Welle kam. Du kennst das alles dann schon. Es ist nicht mehr das erste Mal und du kannst die Zeichen auch viel besser deuten. Z.B: beim ersten Kind wurde ich in der Austreibungsphase regelrecht überrollt von den Wellen und konnte nichts machen außer das, was mein Körper von selber tat. Ich ahnte ja nicht, dass das schon quasi das Ende dieser fiesen Wellen und der Beginn der Pressphase war. Beim zweiten Kind wusste ich genau, wie sich diese Phase bei mir anfühlt und ich wusste daher auch, dass es nur noch einige, wenige Wellen sind, die mich davon trennen mein Baby endlich im Arm halten zu können UND ich konnte VIEL besser mitarbeiten. Hab mehr meinem Körper gefolgt und mich davon leiten lassen. Also du erinnerst dich dann einfach an alles, was bei der ersten Geburt war (besser gesagt dein Körper erinnert sich daran - so hab ich es wahrgenommen) und kannst somit die Wellen einfach viel besser nehmen.

    Ich hab die zweite Geburt wirklich als größtenteils Schmerzfrei bzw. Schmerzarm empfunden und hab mich danach einfach phantastisch gefühlt.
    Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig Mut machen.

    Falls es dich interessiert, kannst du hier auch den Geburtsbericht nachlesen :
    https://www.karinkaiblinger.com/single-post/ein-geburtsbericht

    Alles Liebe.
  • @Selina1234

    Liebe Selina :)

    So, wie du es schilderst bzw. laut Aussage „das Baby rutscht nicht gut hinunter“, hat es wahrscheinlich nicht die optimale Startposition im Beckeneingang gehabt. Das ist immer wieder einmal so. Es passt auch zu dem Bild, dass du von Beginn an intensive Kontraktionen in sehr kurzen Abständen hattest, häufig sind diese auch eher kürzer (einiges unter einer Minute pro Kontraktion). Dies entsteht dadurch, wenn das Baby durch die suboptimale Ausgangsposition mit seinem Köpfchen nicht ideal Druck auf den Muttermund ausüben kann. So verlängert sich häufig der Geburtsverlauf, Frauen tun sich generell mit dem Veratmen schwer und gehen instinktiv in eine vorne übergebeugte Position. Durch diese erschwerten Bedingungen und den sehr knackigen Start, konntest du wahrscheinlich auch nicht gut in deine Übungen hineinfinden. Das lag nicht in deinem Einflussbereich – wie gesagt, manchmal ist das einfach so und die Voraussetzungen sind erschwert.

    Für eine weitere Geburt kannst du im Vorhinein ein paar Dinge berücksichtigen bzw. optimieren. Dies sind meine Vorschläge für dich:

    • Eine ostheopatische Begleitung ab der 30. Schwangerschaftswoche zum Optimieren der Muskulatur, der Gebärmutter und der Startposition des Babys.

    • Vermeide in den letzten vier Wochen vor der Geburt langes ‚schlampiges‘ Sitzen bzw. zu langes Chillen im Sitzen. Stattdessen solltest du seitlich liegen bzw. beim Sitzen eher aufrecht bzw. leicht nach vorne gebeugt sein. Gehe auch immer wieder für eine Zeit in den 4-Füßlerstand.

    • Spinning Babys kann dich und dein Baby in der richtigen Position wunderbar unterstützen! Siehe spinningbabies.com und diverse YouTube Videos.
    • Spüre auch in dich hinein, ob du deine erste Geburt mit einer Hebamme nachbesprechen bzw. mit einer TherapeutIn aufarbeiten möchtest. Das alleine ist oft schon sehr hilfreich! Dies kann auch wunderbar mit Hypnose begleitet werden.

    • Es gibt mittlerweile auch weiterentwickelte und spezialisierte Geburtshypnose Konzepte, die sehr umfangreich sind – zB. der Onlinekurs „Die friedliche Geburt“ oder individuelle Einzelcoachings auf dich abgestimmt bei TherapeutInnen oder bei Hebammen wie zB. bei mir.

    • Sag gleich zu Beginn, dass dir das warme Wasser so gutgetan hat! Falls keine Wanne frei sein sollte, seid kreativ und adaptiert die Dusche so gut es geht. Vielleicht passt ein Gymnastikball hinein und du kannst darauf sitzen und dir das Wasser über den Bauch und den Rücken rinnen lassen. Falls es sich nicht ausgeht, lass dir den Gebärhocker (meistens mit Holzbeinen) in zwei große Plastiksäcke (Müllsäcke) einpacken und stell ihn hinein. Vielleicht gibt es auch einen Plastiksessel oder ihr nehmt euch selbst einen Klappsessel/Klapphocker mit. Wenn du knieen möchtest, nimm ein paar Badetücher und lege sie unter – das ist auch für die Gebärwanne sehr hilfreich.

    • Zur Erleichterung kann auch ein TENS Gerät (transkutane elektrische Nerven Stimulation) sehr hilfreich sein! Mit dem darfst du aber nicht ins Wasser bzw. unter die Dusche

    Ich möchte dir sagen, du kannst auf jeden Fall sehr stolz auf dich sein! Das sage ich dir als Hebamme und das meine ich auch genau so :)
    Und ich kann dich auch beruhigen, denn eine gemeisterte erste Geburt ist eine so perfekte und gute Vorbereitung auf eine zweite Geburt. Da gehst du schon mal mit einem riesengroßen Vorteil und Pluspunkt an den Start!

    Von Herzen alles Liebe Martina
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