Schwedischer Plustest:
Warum du diesen Kindersitztest unbedingt kennen solltest!

Der schwedische Plus Test gilt als eine der strengsten Sicherheitsprüfungen für Kindersitze weltweit. Doch was macht den freiwilligen Test so besonders und warum bestehen ihn ausschließlich Reboarder? Hier erfährst du, wie sich der schwedische Plus-Test von der gesetzlichen Zulassung unterscheidet und worauf du beim Kauf eines sicheren Kindersitzes achten solltest.

Schwedischer Plustest: Warum du diesen Kindersitztest unbedingt kennen
© Emily Uddman

Was ist der schwedische Plus-Test?

Der schwedische Plus-Test ist ein freiwilliges Prüfverfahren für Kindersitze und gilt als eines der strengsten Test-Siegel weltweit. Ziel ist es, die Sicherheit von Kindersitzen bei einem schweren Frontalaufprall genauer zu prüfen, als es die gesetzliche Zulassung vorsieht. Im Mittelpunkt steht dabei die Nackenbelastung im Kindersitz, da gerade Babys und Kleinkinder in diesem Bereich besonders verletzungsanfällig sind.

Durchgeführt wird die Prüfung vom schwedischen Verkehrsforschungsinstitut VTI (Statens väg- och transportforskningsinstitut). Teilnehmen können ausschließlich Kindersitze, die bereits die Anforderungen der europäischen Sicherheitsnorm i-Size / UN R129 erfüllen. Der VTI Plus-Test ersetzt diese Zulassung also nicht, sondern ergänzt sie um besonders strenge Sicherheitsanforderungen.

Besteht ein Modell die Prüfung, erhält es das offizielle Plus-Test-Siegel und wird in die Plus-Test Liste der geprüften Modelle aufgenommen. Zertifiziert werden ausschließlich rückwärtsgerichtete Kindersitze, da nur sie die strengen Grenzwerte für die Belastung von Kopf und Nacken einhalten können.

Falls du also bei der Auswahl eines Kindersitzes besonderen Wert auf die Sicherheit legst, liefert dir der schwedische Plus-Test für Reboarder eine wertvolle Orientierungshilfe.

Wir waren beim Crashtest vor Ort

Was ein schwerer Frontalaufprall für ein Kind bedeutet, bleibt beim Lesen von Testwerten und Sicherheitsnormen zunächst schwer vorstellbar. Unsere BabyForum.at-Redaktion war im Mai 2026 beim VTI in Linköping, Schweden, und konnte in der Testhalle einen Crashtest mit dem BeSafe Stretch² aus nächster Nähe verfolgen.

Vor Ort wurde deutlich, wie abrupt die Verzögerung erfolgt und welche hohen Kräfte dabei innerhalb kürzester Zeit auf Kindersitz und Dummy wirken. Gerade dieser unmittelbare Eindruck macht nachvollziehbar, warum der schwedische Plus-Test so hohe Anforderungen an den Schutz von Kopf und Halswirbelsäule stellt.

Nach dem Test durften wir den Kindersitz gemeinsam mit dem VTI-Team begutachten. Der BeSafe Stretch² blieb stabil und hatte den Aufprall augenscheinlich gut überstanden.

Warum gilt der schwedische Plustest als besonders streng?

Der schwedische Plus-Test geht über die Anforderungen der gesetzlichen Zulassung hinaus und simuliert einen besonders schweren Frontalaufprall mit dem Kindersitz. Während viele Crashtests verschiedenste Sicherheitsaspekte bewerten, konzentriert sich der Plus-Test gezielt auf das Verletzungsrisiko im Halswirbelbereich.

Das macht den schwedischen Plus-Test so anspruchsvoll

  • Höhere Aufprallgeschwindigkeit: Der Crashtest erfolgt mit 56 km/h statt etwa 50 km/h bei der gesetzlichen Zulassung.
  • Stärkere Verzögerung: Durch den kürzeren Bremsweg entstehen höhere Belastungen auf Kindersitz und Kind.
  • Messung der Halswirbelsäule: Sensoren in speziellen Crashtest-Dummys erfassen die Kräfte, die bei einem Frontalaufprall auf Kopf und Halswirbelsäule wirken.
  • Strenge Grenzwerte: Nur Modelle, die die festgelegten Grenzwerte einhalten, erhalten das Plus-Test-Siegel.

Diese besonders hohen Anforderungen sind der Grund, warum der schwedische Plus-Test von vielen Sicherheitsexperten als eines der strengsten Prüfverfahren für Kindersitze weltweit angesehen wird.

Warum bestehen nur Reboarder den schwedischen Plus-Test?

Der schwedische Plus-Test steht ausschließlich rückwärtsgerichteten Kindersitzen offen. Das liegt daran, dass Reboarder bei einem Frontalaufprall die auftretenden Kräfte großflächig über Rücken, Kopf und Nacken des Kindes verteilen. Dadurch wird die empfindliche Halswirbelsäule deutlich weniger belastet als in einem vorwärtsgerichteten Kindersitz.

Dass diese Sitzposition besonders sicher ist, bestätigen auch Unfallanalysen. Eine Langzeitstudie des schwedischen Versicherers Folksam verdeutlicht, dass nahezu die Hälfte der Kinder unter vier Jahren und mehr als ein Viertel der Vier- bis Sechsjährigen einen Unfall überleben könnten, wenn sie korrekt rückwärtsgerichtet gesichert wären.

Vorwärtsgerichtete Kindersitze können die strengen Grenzwerte des schwedischen Reboarder Tests in der Regel nicht einhalten und sind deshalb von der Zertifizierung ausgeschlossen. Das gilt auch für drehbare Kindersitze, wenn sie zusätzlich eine vorwärtsgerichtete Nutzung erlauben.

Tipp: Wer einen sicheren Kindersitz sucht, sollte darauf achten, dass es sich um einen reinen Reboarder handelt. Besonders empfehlenswert sind Plustest Kindersitze, die ein rückwärtsgerichtetes Fahrenbis 125 cm ermöglichen, da Kinder so möglichst lange von den Sicherheitsvorteilen profitieren.

Schwedischer Plustest: Warum du diesen Kindersitztest unbedingt kennen

Warum ist der schwedische Plus-Test für Eltern wichtig?

Die Auswahl an Kindersitzen ist gigantisch. Gerade wenn man sich als werdendes oder frischgebackenes Elternteil das erste mal mit der Thematik beschäftigt, so unterscheiden sich viele Modelle auf den ersten Blick kaum. Der schwedische Plus-Test kann dir dabei helfen, einen besonders sicheren Kindersitz zu finden. Denn das Siegel zeigt, dass ein Modell freiwillig eine der anspruchsvollsten Sicherheitsprüfungen für Kindersitze bestanden hat. Trotzdem sollte der Plus-Test nicht das einzige Entscheidungskriterium sein.

Ein guter Kindersitz erfüllt mehrere wichtige Anforderungen

  • Gesetzliche Zulassung: Achte darauf, dass der Kindersitz nach i-Size / UN R129 zugelassen ist.
  • Unabhängige Testergebnisse: Auch der ADAC- und der ÖAMTC Kindersitz-Test liefern wertvolle Informationen zur Sicherheit, Handhabung und Schadstoffbelastung.
  • Zusätzliche Sicherheit: Ein Plus-Test Reboarder zeigt, dass das Modell auch die besonders hohen Anforderungen des schwedischen Plus-Tests erfüllt.

Die beste Orientierung bietet die Kombination aus gesetzlicher Zulassung, guten Ergebnissen in unabhängigen Tests und einem Plus-Test-Siegel.

Wichtig: Achte darauf, dass der Kindersitz zu deinem Fahrzeug passt und dein Kind möglichst lange rückwärtsgerichtet mitfahren kann.

FAQ: Schwedischer Plus-Test

Ist der Plus-Test Pflicht?

Nein. Der schwedische Plus-Test ist eine freiwillige Sicherheitsprüfung. Damit ein Kindersitz in Europa verkauft werden darf, muss er die gesetzlichen Anforderungen nach i-Size / UN R129 oder der älteren Norm UN ECE R44 erfüllen. Der schwedische Plus-Test ist eine zusätzliche Auszeichnung für besonders hohe Sicherheit.

Was ist der Unterschied zwischen ÖAMTC-/ADAC-Test und Plus-Test?

ÖAMTC und ADAC prüfen Kindersitze umfassend auf Sicherheit und Alltagstauglichkeit. Der Plus-Test stellt dagegen besonders hohe Anforderungen an den Schutz von Kopf und Nacken bei einem schweren Frontalaufprall.

Wie erkenne ich einen Plus-Test Kindersitz?

Ein bestandener Kindersitz trägt das offizielle Plus-Test-Prüfsiegel. Außerdem weisen viele Hersteller in der Produktbeschreibung auf die Zertifizierung hin. Einen Überblick über zertifizierte Modelle bietet die aktuelle Plus-Test-Liste des schwedischen Prüfinstituts VTI.

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