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PRE-Nahrung im Test: Mineralölrückstände als Hauptproblem

Für die neueste Ausgabe des Konsumentenmagazins Öko-Test wurden sechzehn Präparate künstlicher Säuglingsanfangsnahrung getestet. Eine Handvoll Produkte konnte im Test überzeugen, alle Präparate sind jedoch mit Mineralöl und Kunststoffbestandteilen belastet.

Sechs Produkte schneiden mit „Gut“ ab

Stillen ist der optimale Weg, um dein Baby im ersten Lebensjahr zu ernähren. Dennoch kann es vorkommen, dass du deinem Kind aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund von massiven Stillproblemen die Brust nur teilweise oder gar nicht geben kannst. In solchen Fällen ist die sogenannte PRE-Milch jene Alternative, die von Hebammen und Stillberaterinnen gleichermaßen empfohlen wird. Sie ist dünner als herkömmliche Folgemilch, weist ähnlich viel Eiweiß auf wie Muttermilch und enthält nur eine Zuckerart, nämlich Laktose (Milchzucker). Dadurch kommt sie der Muttermilch schon sehr nahe. Die ExpertInnen von Öko-Test haben sechzehn Säuglingsanfangsnahrungen unterschiedlichster Hersteller genau unter die Lupe genommen. Die Preisspanne bewegte sich zwischen 3,45 Euro und 14,99 Euro pro 500 Gramm. Ins Labor wanderten bekannte Marken wie Hipp, Humana und Aptamil, ebenso Eigenmarken großer Drogerieketten sowie Bio-Anfangsmilch. Bei der Lebensmittelüberprüfung wurde das Hauptaugenmerk auf Schadstoffe wie Mineralölrückstände, Rückstände aus Desinfektionsmitteln und potenziell krebserregende Fettschadstoffe gelegt. Zudem wurde getestet, ob der Milch relevante Stoffe wie essenzielle Fettsäuren zugesetzt wurden. Auch die Zubereitungs- und Warnhinweise wurden überprüft.

Das Fazit der TesterInnen: Sechs Präparate erhalten in der Bewertung ein „Gut“. Testsieger ist die Bio Anfangsmilch Pre von Dm. Vier Produkte wurden mit „Befriedigend“ benotet, eines mit „Ausreichend“, weitere drei Präparate erhielten ein „Mangelhaft“. Schlusslicht im Test war die Babydream Anfangsmilch Pre. Aufgrund stark erhöhter Mineralstoffwerte und erhöhter 3-MCPD-Ester und Glycidylester konnte für dieses Produkt nur ein „Ungenügend“ vergeben werden.

Schadstoffe in der Kritik

Unerwünschte Schadstoffbelastungen bilden die Hauptkritikpunkte von Öko-Test. Zwar haben sich die Hersteller in Bezug auf gefährliche Fettschadstoffe (3-MCPD-Ester und Glycidylester) im Vergleich zu 2015 um ein Vielfaches verbessert, dennoch sind Spuren in gewissen Präparaten enthalten. 3-MCPD-Ester und Glycidylester gelten als erbgutschädigend, gesundheitsgefährdend und potenziell krebserregend. Der Grenzwert für Glycidylester wurde von jedem Produkt unterschritten – die Werte bei einem Produkt waren allerdings bedenklich hoch, sodass Öko-Test sich für ein „Ungenügend“ entschieden hat. Problematisch wird es auch beim Thema Mineralöl- und Kunststoffbestandteile. Keines der getesteten Produkte ist frei von Rückständen. Aromatisierte Kohlenwasserstoffe (MOAH) gelten genauso wie gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH/POSH) als potenziell gesundheitsgefährdend, möglicherweise auch krebserregend. Man geht davon aus, dass die Lebensmittel im industriellen Produktionsprozess verunreinigt werden und die Schadstoffe so in die Anfangsmilch gelangen. Ebenso denkbar wäre es, dass lösliche Bestandteile der Verpackung ins Produkt übergehen.

Warum gewisse Hersteller auf den Zusatz von langkettigen und mehrfach gesättigten Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Arachidonsäure (AHA) verzichten, dafür findet man bei Öko-Test keine Erklärung. Vermutet wird eine EDiese wichtigen Nährstoffe beeinflussen die Entwicklung von Gehirn, Nervenzellen und Sehvermögen positiv. Ab 2020 sind Hersteller sogar gesetzlich verpflichtet, diese Zusatzstoffe beizumengen.

Muttermilch – Perfekt auf Babys abgestimmt

Wenn es dir möglich ist und du es möchtest, ist Stillen die optimale Art, dein Baby in den ersten Monaten und darüberhinaus zu ernähren. Muttermilch passt sich automatisch an die Bedürfnisse des Säuglings an. Von Natur aus sind alle Nährstoffe enthalten, die gerade benötigt werden. Der Hauptbestandteil von Muttermilch ist Wasser, aber dafür haben es die restlichen Inhaltsstoffe in sich: Vitamine, Proteine, Spurenelemente, Fette, Hormone, Enzyme und Hunderte Abwehrstoffe, die dein Baby in der ersten Zeit stärken, ihm den sogenannten Nestschutz ermöglichen. Die Zusammensetzung deiner Milch ist allerdings nicht immer gleich. Zu Beginn der Stillzeit, also nach der Geburt, produzieren die Milchdrüsen das Kolostrum. Es handelt sich hierbei um eine extra reichhaltige Vormilch. Ab dem dritten Tag nach der Geburt bekommt das Neugeborene die Übergangsmilch und etwa vierzehn Tage danach schießt die reife Muttermilch ein, deren Bestandteile sich nur mehr geringfügig ändern. Stillen ist vollkommen natürlich, aber dennoch ist es nicht selbstverständlich, dass es auf Anhieb klappt. Wir empfehlen dir daher, bereits vor der Geburt Kontakt mit einer Stillberaterin in deiner Nähe aufzunehmen. Bei Fragen und Problemen steht sie dir zur Seite und unterstützt dich in der gesamten Stillzeit (auch in der Beikostphase und beim Abstillen).

Die Testergebnisse im Detail: https://www.oekotest.de/kinder-familie/Babynahrung-im-Test-Die-besten-Pre-Milchpulver-fuer-Saeuglinge_111647_1.html

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