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Kindersicherheit im Auto: Die Testergebnisse von ADAC und Stiftung Warentest

Seit vielen Jahren nehmen der deutsche Autofahrerclub ADAC und die Verbaucherorganisation Stiftung Warentest regelmäßig aktuelle Kindersitzmodelle unter die Lupe. Im Frühjahr und im Herbst werden bestimmte Modelle hinsichtlich Sicherheit, Ergonomie, Handhabung und Schadstoffbelastung überprüft. Die Ergebnisse für das Frühjahr 2019 sind durchaus positiv, von 31 getesteten Sitzen bekommen 27 eine gute bis ausreichende Bewertung.

ÖAMTC-Kindersitztest Mai 2019 ©

Chicco Oasys i-Size Bebecare als großer Verlierer

Leider gibt es auch dieses Mal wieder ein eindeutiges Schlusslicht. Der Oasys i-Size Bebecare von Chicco  bekommt im Test die Note 5,5 und damit ein „Mangelhaft“. Grund dafür ist ein erheblicher Sicherheitsmangel, der Stiftung Warentest und den ADAC bereits im April 2019 veranlasste, eine Produktwarnung auszusprechen. Im Crashtest löste sich nämlich der H-Gurt komplett aus seiner Halterung, der Dummy wurde dadurch aus dem Sitz geschleudert. Die TesterInnen haben daraufhin empfohlen, den Sitz keinesfalls mehr zu kaufen und betroffene  Modelle an den Hersteller zu retournieren. Chicco selbst reagiert mit einem kostenfreien Austausch der fehlerhaften Komponente. Die betroffene Charge wird nicht mehr produziert und ausgeliefert, Restbestände sind bei Händlern vermutlich noch vorhanden.  

Ebenfalls ein Thema in jedem Kinderprodukt-Test: die Schadstoffbelastung. Auch dieses Mal wurden die TesterInnen wieder fündig. Im „Maxi-Cosi TobiFix“ wurde das Flammschutzmittel TCPP gefunden. Es handelt sich hierbei um einen chemischen Schadstoff, der als potentiell gesundheitsgefährdend gilt. Beim getesteten Autokindersitz des Herstellers Maxi-Cosi überschreitet der TCPP-Gehalt im Textilbezug jegliche Grenzwerte. Daher spricht Stiftung Warentest eine Abwertung aus, der Sitz erhält die Gesamtnote 4,6.

Die aktuellen Trends bei Autokindersitzen

Als Testfazit fassen die ExpertInnen einige aktuelle Entwicklungen am Markt zusammen. Sie stellen fest, dass Autokindersitze in den letzten Jahren teurer geworden sind, Modelle unter 200 Euro sind eine Seltenheit. Immer mehr Eltern entscheiden sich zudem für sogenannte mitwachsende Sitze. Das bedeutet, dass sie von Geburt an bis zum vierten Lebensjahr einen Kindersitz nutzen können. Der Sitz wird entsprechend dem kindlichen Wachstum auf die Bedürfnisse angepasst. Solche Sitze sind in der Anschaffung zumeist relativ teuer, auch müssen sich Eltern über Jahre an einen Hersteller „binden“.

Ein weiterer Trend sind integrierte Alarmsysteme, die ein Signal geben, wenn sich das Kind (noch) im Kindersitz befindet. Der Sitz verbindet sich via Bluetooth mit einer Smartphone-App und benachrichtigt den Elternteil, falls er sich vom Auto entfernt und das Kind nicht aus dem Sitz nimmt. In Italien sind solche Warnsysteme ab Ende 2019 für alle Sitze Pflicht. Damit soll verhindert werden, dass Kinder im heißen Auto zurückbleiben. Im Test konnten die derzeit angebotenen Systeme jedoch nur bedingt überzeugen. Hersteller setzen zudem auch vermehrt auf Kombi-Produkte, bei denen Sitz und Isofix-Basis getrennt sind. Die Basis kann im Laufe der Jahre mit unterschiedlichen Kindersitzen verwendet werden. Außerdem beliebt: Drehbare oder umsteckbare Babyschalen (Stichwort: Reboarder).

Worauf du beim Kauf achten solltest

Ein guter Autokindersitz ist eine Investition, die sich jedenfalls lohnt und wohl überlegt werden sollte. Nicht jeder Sitz passt zu jedem Kind oder jedem Auto, die Anforderungen an einen „guten Sitz“ ändern sich auch im Laufe der Zeit. Stiftung Warentest und der ADAC geben folgende Tipps für den Kauf:

  • Modelle, die in der engeren Auswahl liegen, unbedingt beim Fachhändler oder bei einem Autofahrerclub ausprobieren. Der Sitz sollte im Auto probeweise montiert werden, auch dein Kind darf einmal „probesitzen“.
  • Die Standfläche also Auflagefläche für den Sitz muss groß genug sein, Kopfstützen werden zumeist abmontiert. Der Sitz sollte stabil und standsicher im Auto befestigt werden können.
  • Wenn du eine Babyschale montieren möchtest, achte darauf, dass die Gurtlänge des Fahrzeuggurtes ausreichend ist.
  • Manche Sitze, z.B. jene mit einer „semi-universellen“ Zulassung, passen nicht in gewisse Autos. Jenen Sitzen liegt zumeist eine Typenliste bei, die alle Fahrzeuge umfasst, die sich für die Verwendung eignen.

Die aktuellen Testergebnisse zum Kindersitztest 2019, sowohl ältere Ergebnisse findest du unter https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/tests/kindersicherheit/kindersitztest/

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