Karrierewechsel als Mutter
Die Zeiten, in denen Frauen mit dem ersten Baby ihre Karriere an den Nagel hängen, sind längst vorbei. Zwar bleiben immer noch die meisten Mamas in den ersten Lebensmonaten und –jahren beim Nachwuchs, nach der Karenz arbeiten die meisten Mütter aber wieder. Allerdings gehen nur 50 % in die alte Position zurück. Ein Drittel verlässt sogar den bisherigen Arbeitgeber. Während die Rückkehr nach der Babypause für viele Frauen einen Rückschritt in der Karriere und im Verdienst bedeutet, wollen es manche Mamas noch einmal richtig wissen. Sie streben einen Karrierewechsel als Mutter an.
Gründe für einen Karrierewechsel als Mutter
Auch wenn Kind, Haushalt und der bisherigen Job schon eine herausfordernde Konstellation ist, wünschen sich manche Mütter eine berufliche Neuorientierung oder möchten die Karriereleiter erklimmen. Es gibt viele stichhaltige Gründe, warum ein Berufswechsel für Mütter erstrebenswert ist.
Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Viele Mütter suchen nach Berufen, die flexiblere Arbeitszeiten oder Home-Office-Möglichkeiten bieten. Ein neuer Beruf kann bessere Bedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schaffen.
Persönliche Erfüllung
Vielleicht hat die Mutterschaft neue Interessen und Leidenschaften bei dir geweckt? Ein Berufswechsel bietet dann die Chance, in einem Bereich zu arbeiten, der persönlicheren Neigungen und Werten entspricht.
Berufliche Unzufriedenheit
Möglicherweise liegt deine Motivation für einen Karrierewechsel als Mutter auch in der Unzufriedenheit im bisherigen Job. Wer nicht glücklich in seinem Beruf ist, der leidet darunter. Du wünschst dir deshalb einen Beruf, der dich mit mehr Sinn und Zufriedenheit erfüllt.
Bessere Karriereaussichten
Ein Berufswechsel kann bessere Aufstiegsmöglichkeiten und ein höheres Einkommen bieten. Durch den Erwerb neuer Qualifikationen und Fähigkeiten eröffnen sich oft bessere Karrierechancen.
Weiterbildung und Qualifikation
Viele Mütter nutzen die Elternkarenz, um sich weiterzubilden oder neue Qualifikationen zu erwerben. Dies kann der perfekte Zeitpunkt sein, um einen neuen Beruf zu ergreifen, der besser zu den aktuellen Lebensumständen passt.
Optionen für einen Karrierewechsel für Mütter
Ein Karrierewechsel kann viele Türen öffnen und neue Möglichkeiten bieten, besonders für Mütter, die nach mehr Flexibilität und Erfüllung suchen. Hier sind einige Optionen, die du in Betracht ziehen kannst:
- Bachelor- oder Masterstudium: Ein neuer akademischer Weg kann dir helfen, eine andere berufliche Richtung einzuschlagen.
- Fernstudium: Bietet Flexibilität, um Studium und Familie besser zu vereinbaren.
- Berufsausbildung: Erlerne einen neuen Beruf durch eine klassische Ausbildung.
- Umschulung: Ideal für Mütter, die in einen anderen Beruf wechseln möchten.
- Zertifikatskurse: Kurzfristige Qualifikationen in spezifischen Bereichen.
- Workshops und Seminare: Spezialisierung in bestimmten Fähigkeiten.
- Gründung eines eigenen Unternehmens: Wenn du unabhängig arbeiten möchtest, ist dies eine Möglichkeit für dich.
- Quereinstieg: Wechsel in einen neuen Beruf ohne formale Ausbildung, basierend auf Erfahrung und Soft Skills.
Diese Optionen bieten dir vielfältige Wege, um deine Karriere neu auszurichten und berufliche Erfüllung zu finden.
Herausforderungen beim Karrierewechsel als Mutter
Ein Karrierewechsel als Mutter bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich. Hier sind einige der häufigsten Hürden:
- Zeitmanagement und Stress: Die Doppelbelastung von Familie und Weiterbildung oder Jobwechsel kann stressig sein. Effektives Zeitmanagement und Prioritätensetzung sind essenziell.
- Finanzielle Unsicherheit: Ein Berufswechsel kann finanzielle Unsicherheiten mit sich bringen. Der bisherige Verdienst fällt erst einmal weg. Es bleibt neben Ausbildung und Familie nicht mehr viel Zeit für einen Job.
- Fehlendes Netzwerk: Häufig sind die Großeltern oder andere Familienangehörigen nicht in der Nähe, um bei der Kinderbetreuung oder im Haushalt helfen zu können.
- Zweifeln und Ängste: Ein Berufswechsel kann beängstigend sein und Selbstzweifel hervorrufen.
- Vereinbarkeit von Weiterbildung und Kinderbetreuung: Die Balance zwischen Weiterbildung und Kinderbetreuung kann schwierig sein.
Es ist wichtig, die Herausforderungen zu sehen und sich ihnen zu stellen. Je konkreter du dir bewusst machst, an welche Grenzen zu stoßen könntest, desto besser kannst du den Karrierewechsel und die damit verbundenen Hürden planen.
So federst du die Schwierigkeiten eines Berufswechsels als Mama sanfter ab
Ein Karrierewechsel als Mutter ist kein Spaziergang. Aber es gibt viele Möglichkeiten, ihn erfolgreich zu meistern und von den Vorteilen zu profitieren.
- Zeitmanagement und Stressbewältigung: Gutes Zeitmanagement ist essenziell, um die Doppelbelastung von Familie und Beruf zu bewältigen. Erstelle einen strukturierten Tagesplan und setze klare Prioritäten. Techniken zur Stressbewältigung wie Meditation oder Yoga können dir helfen, den täglichen Druck zu reduzieren.
- Finanzielle Überlegungen und Absicherung: Überprüfe staatliche Unterstützungen wie Bildungskarenz, Selbsterhalterstipendien und das Kinderbetreuungsgeld. Ein realistischer Finanzplan, der alle Eventualitäten abdeckt, ist ebenfalls hilfreich.
- Unterstützung durch Partner, Familie und Umfeld: Binde deinen Partner, deine Familie und dein Umfeld mehr in den Haushalt und die Kinderbetreuung ein. Eine faire Verteilung der Aufgaben kann den Stress reduzieren und dir mehr Zeit für den beruflichen Neustart geben. Kommunikation ist hier der Schlüssel: Besprecht gemeinsam, wie ihr die täglichen Pflichten besser aufteilen könnt.
- Umgang mit Zweifeln und Ängsten: Sprich offen über deine Ängste und Zweifel mit deinem Partner, Freunden oder einem Coach. Setze dir kleine, erreichbare Ziele, um dein Selbstvertrauen zu stärken und Fortschritte sichtbar zu machen.
Staatliche und andere Unterstützung für Mütter, die einen Karrierewechsel anstreben
Für Mütter in Österreich gibt es verschiedene Unterstützungsangebote, die den Übergang zu einem neuen Beruf erleichtern können. Hier sind einige wichtige Programme und Hilfen:
Bildungskarenz
- Was: Ermöglicht es Arbeitnehmern, sich bis zu einem Jahr für Bildungszwecke freistellen zu lassen.
- Förderung: Weiterbildungsgeld vom AMS (Arbeitsmarktservice).
Selbsterhalterstipendium
- Was: Stipendium für Personen, die zuvor mindestens vier Jahre erwerbstätig waren und ein Studium beginnen möchten.
- Förderung: Finanzielle Unterstützung für die Dauer des Studiums.
Weiterbildung und Umschulung
- AMS-Förderungen: Unterstützung durch Kurse, Schulungen und Qualifikationen.
- Wiedereinstiegsprogramme: Spezielle Programme zur beruflichen Reintegration nach der Karenzzeit.
Studienabschluss-Stipendium
- Was: Unterstützung für Studierende in der Abschlussphase des Studiums.
- Förderung: Zuschüsse für die Kinderbetreuungskosten und finanzielle Hilfe in der Abschlussphase.
Förderung durch Kinderbetreuungsgeld
- Was: Finanzielle Unterstützung für Eltern, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten.
- Bezugshöhe: einkommensabhängig
Familienbeihilfe
- Was: Unterstützung für Eltern zur Deckung der Unterhaltskosten für Kinder.
- Besonderheiten: Erhöhte Altersgrenze für den Bezug bei Studierenden mit Kind.
Sozial- und Kinderfonds der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH)
- Was: Finanzielle Unterstützung durch verschiedene Fonds.
- Förderung: Hilfe in sozialen Notlagen.
Tipp: Diese Unterstützungsmöglichkeiten bieten Müttern in Österreich wertvolle Hilfen, um einen Karrierewechsel erfolgreich zu gestalten und ihre beruflichen Ziele zu erreichen. Weitere Details und spezifische Voraussetzungen findest du auf den Webseiten der jeweiligen Förderprogramme und Beratungsstellen.
Was meint die BabyForum-Community dazu?
Im BabyForum wird leidenschaftlich über das Thema „Karrierewechsel als Mutter“ diskutiert.
Eines der größten Bedenken ist die Vereinbarkeit von Studium und Familie. Auch, ob der Karrierewechsel überhaupt sinnvoll ist, wird hinterfragt. So schreibt sabsie4517: “[...] Hier gibts ja einige Mamas, die im Gesundheitswesen tätig sind. Bekommt man das alles unter einen Hut? Würdet ihr einen sicheren Job mit vielen Freiheiten für einen Job aufgeben, für den ihr richtig brennt?”
Auch das Alter spielt bei dem Für und Wider eine Rolle. Manche Nutzerinnen wie Vivi09 haben auch direkt Tipps zur besseren Vereinbarkeit von Ausbildung und dem Familienleben: “meiner Meinung nach ist dein alter sicher kein Hindernis. Natürlich ist es nicht so leicht Studium, Job und Familie unter einen Hut zu bringen. Für das erste Jahr würde sich die Bildungskarenz anbieten. Informieren kannst du dich auch zum selbsterhalter Stipendium.”
Die gleiche Userin hat direkt noch einen weiteren Tipp parat. Denn es will gut geprüft sein, ob der Traumberuf auch wirklich das hält, was du dir vorstellst. Vivi09 meint dazu: “Prinzipiell ist der Lehrberuf super vereinbar mit der Familie. Schon allein wenn man an die Ferien denkt. Ich würds mir an deiner Stelle im Vorfeld gut überlegen, ob der Lehrberuf wirklich was für dich. Vielleicht kannst du in einer Schule schnuppern/hospitieren.” Bevor du dich auf ein langjähriges Studium einlässt, solltest du erst einmal versuchen ein Praktikum oder Ähnliches zu absolvieren. Erst in der Praxis lässt sich feststellen, ob der Beruf wirklich den eigenen Vorstellungen entspricht.
Falls es nicht möglich ist, zu hospitieren, kann man sich auch mit Menschen im jeweiligen Traumberuf unterhalten und sich die Vor- und Nachteile schildern lassen.
Auch der Aspekt der fehlenden Unterstützung wird oft erwähnt. Gerade, wenn der Partner viel arbeitet und keine Großeltern in der Nähe sind, kann es zu einer zu großen Belastung für die Mütter kommen. Es ist wichtig, diese Punkte bei der Entscheidung einfließen zu lassen. Die Diskussionen in der Community zeigen aber, dass ein Karrierewechsel als Mutter durchaus machbar ist. Allerdings sind sorgfältige Planung und die Nutzung aller verfügbaren Ressourcen und Unterstützungen erforderlich.
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