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Eisen während Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft und Stillzeit leistet dein Körper jeden Tag Höchstleistungen. Damit dein Baby optimal versorgt wird und du gesund bleibst, benötigst du ausreichend Eisen. Gehen die Eisenspeicher zur Neige, kann sich ein Eisenmangel entwickeln. Das Problem ist, dass dieser oftmals lange unbemerkt bleibt.

In diesem Beitrag erfährst du, warum Eisen in der Schwangerschaft besonders wichtig ist, wie du einem Mangel vorbeugst und wann eine Behandlung sinnvoll ist.

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Warum steigt der Eisenbedarf in der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft steigt dein Eisenbedarf deutlich an: Der Hauptgrund dafür ist, dass dein Körper mehr Blut bildet. Dein Blutvolumen nimmt um etwa 40 bis 50 Prozent zu, um dein Baby über die Plazenta mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Für die Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin benötigt dein Körper Eisen.

Gleichzeitig braucht dein Baby Eisen für seine Entwicklung. Das Spurenelement unterstützt neben der Blutbildung auch das Wachstum von Gehirn und Organen. Außerdem legt dein Baby bereits im Mutterleib eigene Eisenspeicher an, die ihm in den ersten Lebensmonaten nach der Geburt zugutekommen.

Auch die Plazenta benötigt Eisen, um ihre Versorgungsfunktion zu erfüllen. Da dein Körper all diese zusätzlichen Aufgaben gleichzeitig bewältigen muss, steigt der Eisenbedarf während der Schwangerschaft an.

Wie hoch ist der tägliche Eisenbedarf?

Nun stellt sich die Frage, wie viel Eisen Schwangere pro Tag für eine optimale Versorgung brauchen. Laut dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gelten folgende Empfehlungen für die tägliche Eisenzufuhr:

  • Frauen ab 19 Jahren: 15 mg
  • Schwangere: 30 mg
  • Stillende: 20 mg

Der Bedarf in der Schwangerschaft ist damit etwa doppelt so hoch wie bei nicht schwangeren Frauen. Bitte beachte, dass der Körper Eisen nur begrenzt aufnehmen kann. Selbst bei einer ausgewogenen Ernährung mit etwa 15 bis 20 mg Eisen pro Tag werden im Darm meist nur etwa 1 bis 3 mg tatsächlich resorbiert1. Mit fortschreitender Schwangerschaft steigt der tägliche Eisenbedarf weiter an, sodass die körpereigenen Eisenspeicher nach und nach aufgebraucht werden können.

Dein Eisenstatus wird daher im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge regelmäßig kontrolliert - wird ein Eisenmangel erkannt, lässt er sich im Normalfall gut behandeln.

Welche Aufgaben hat Eisen im Körper?

Eisen gehört zu den lebenswichtigen Spurenelementen und ist an zahlreichen Prozessen im Körper beteiligt. Während der Schwangerschaft übernimmt es besonders wichtige Aufgaben:

Dafür brauchst du Eisen in der Schwangerschaft

  • Sauerstofftransport: Eisen ist Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Dieser bindet Sauerstoff in der Lunge und transportiert ihn über das Blut zu den Organen und zum Baby.
  • Blutbildung: Eisen wird für die Bildung roter Blutkörperchen benötigt. Während der Schwangerschaft produziert dein Körper deutlich mehr davon, um den erhöhten Bedarf zu decken.
  • Zellteilung und Wachstum: Das Spurenelement unterstützt die Zellteilung und ist damit wichtig für das Wachstum und die Entwicklung deines Babys.
  • Immunsystem: Eisen trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei und unterstützt die körpereigenen Abwehrkräfte.
  • Energiestoffwechsel: Eisen hilft dabei, Energie aus der Nahrung zu gewinnen. Ist die Versorgung unzureichend, können Müdigkeit und Erschöpfung die Folge sein.

Ein Eisenmangel kann sich massiv auf das Wohlbefinden der Mutter und die Entwicklung des Kindes auswirken. Deshalb ist eine ausreichende Eisenversorgung während der Schwangerschaft und Stillzeit von großer Bedeutung.

Woran erkennt man einen Eisenmangel in der Schwangerschaft?

Ein Eisenmangel entwickelt sich in den meisten Fällen schleichend und verursacht anfangs oft überhaupt keine Beschwerden. Erst wenn die Eisenspeicher zunehmend geleert sind oder sich bereits eine Eisenmangelanämie entwickelt hat, treten die typischen Symptome auf.

Dazu gehören unter anderem:

  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Konzentrationsprobleme
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung
  • Blasse Haut oder Schleimhäute
  • Manche Schwangere berichten außerdem über Herzklopfen oder das Restless Legs Syndrom.

Viele dieser Beschwerden sind jedoch unspezifisch und können auch zu einer normalen Schwangerschaft gehören. Allein anhand der Symptome lässt sich deshalb nicht feststellen, ob tatsächlich ein Eisenmangel vorliegt. Aus diesem Grund werden im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge regelmäßig Blutuntersuchungen durchgeführt.

Wie wird der Eisenwert getestet?

Dabei wird zunächst der Hämoglobinwert (Hb) bestimmt. Er zeigt an, ob bereits eine Blutarmut vorliegt. Von einer Anämie spricht man in der Schwangerschaft bei einem Hb-Wert unter 11 g/dl im ersten und dritten Schwangerschaftsdrittel beziehungsweise unter 10,5 g/dl im zweiten Schwangerschaftsdrittel.

Zusätzlich kann der Ferritinwert bestimmt werden. Er gibt Auskunft darüber, wie gut die Eisenspeicher des Körpers gefüllt sind. Ein Ferritinwert von über 50 µg/l gilt als gut gefüllter Eisenspeicher in der Schwangerschaft, während Werte unter 30 µg/l auf geringe Eisenreserven hinweisen und Werte unter 15 µg/l als entleerte Eisenspeicher gelten.

Schwangere: Wer hat ein erhöhtes Risiko für Eisenmangel?

Grundsätzlich kann jede Schwangere einen Eisenmangel entwickeln. Bei einigen Frauen ist das Risiko jedoch erhöht. Dazu gehören unter anderem Schwangere mit einer Mehrlingsschwangerschaft, da mehrere Babys gleichzeitig mit Eisen versorgt werden müssen. Auch ein kurzer Abstand zwischen zwei Schwangerschaften kann dazu führen, dass sich die Eisenspeicher des Körpers noch nicht vollständig erholt haben.

Ein weiteres Risiko besteht bei einer vegetarischen oder veganen Ernährung. Zwar enthalten auch pflanzliche Lebensmittel Eisen, dieses kann vom Körper jedoch schlechter aufgenommen werden als Eisen aus tierischen Lebensmitteln. Zudem haben Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft unter einer starken Menstruation oder einem Eisenmangel gelitten haben, häufig geringere Eisenspeicher und entwickeln daher eher einen Mangel.

Wichtig: Wenn einer oder mehrere dieser Risikofaktoren auf dich zutreffen, bedeutet das nicht automatisch, dass du einen Eisenmangel hast. Sprich das Thema jedoch bei deiner Vorsorgeuntersuchung an. So können deine Blutwerte bei Bedarf genauer kontrolliert und ein möglicher Eisenmangel frühzeitig erkannt werden.

Welche Lebensmittel enthalten viel Eisen?

Eine ausgewogene Ernährung trägt dazu bei, deinen täglichen Eisenbedarf möglichst gut zu decken. Besonders eisenreiche Lebensmittel sind:

  • Rindfleisch, Geflügel und Fisch
  • Hülsenfrüchte wie Linsen oder Kichererbsen
  • Haferflocken und Hirse
  • Kürbiskerne und Sesam
  • Grünes Blattgemüse wie Spinat oder Mangold

Eisen aus tierischen Lebensmitteln kann dein Körper besser aufnehmen als pflanzliches Eisen. Kombiniere eisenreiche Mahlzeiten deshalb möglichst mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln wie Paprika, Brokkoli, Beeren oder Zitrusfrüchten. Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme und hilft deinem Körper, das Spurenelement besser zu verwerten.

Kaffee, Schwarztee und Grüntee können die Eisenaufnahme hingegen hemmen. Auch größere Mengen Calcium, beispielsweise aus Milchprodukten oder Nahrungsergänzungsmitteln, können die Aufnahme beeinträchtigen. Deshalb empfiehlt es sich, zwischen eisenreichen Mahlzeiten oder Eisenpräparaten und diesen Lebensmitteln etwa ein bis zwei Stunden Abstand zu lassen.

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Wann sind Eisenpräparate sinnvoll?

Nicht jede Schwangere benötigt automatisch ein Eisenpräparat. Ob eine zusätzliche Eisenzufuhr notwendig ist, hängt von deinen Blutwerten und der Empfehlung deiner Frauenärztin, deines Frauenarztes oder deiner Hebamme ab.

Wird ein Eisenmangel festgestellt, reicht eine eisenreiche Ernährung allein häufig nicht aus, um die Eisenspeicher wieder aufzufüllen. In diesem Fall können Eisenpräparate sinnvoll sein. Sie sind unter anderem als Eisen-Kapseln, Tabletten, Tropfen oder Saft erhältlich.

Welche Darreichungsform für dich am besten geeignet ist, richtet sich nach dem Ausmaß des Eisenmangels und deiner individuellen Verträglichkeit. Bei einem ausgeprägten Eisenmangel kann in manchen Fällen auch eine Eiseninfusion notwendig sein.

Mehrere Frauen in unserer Babyforum-Community berichten, dass ihnen eine Eiseninfusion bei einem ausgeprägten Eisenmangel schnell geholfen hat. Andere konnten ihre Eisenwerte aber mit hochwertigen Eisenpräparaten und einer angepassten Ernährung verbessern.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen bei der Einnahme von Eisen gehören Übelkeit, Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall oder ein dunkler Stuhl. Treten solche Beschwerden auf, solltest du das Präparat nicht eigenständig absetzen, sondern Rücksprache mit deinem medizinischen Betreuungsteam halten. Häufig hilft bereits ein anderes Präparat oder eine angepasste Dosierung.

Wichtig: Nimm Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft nicht vorsorglich auf eigene Faust ein. Denn eine Überdosierung kann Risiken für dich und dein Baby bergen. Eine Supplementierung sollte deswegen immer auf Grundlage deiner Blutwerte und in Absprache mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme erfolgen.

Eisen in der Stillzeit

Auch nach der Geburt spielt eine ausreichende Eisenversorgung eine wichtige Rolle. Zwar sinkt der tägliche Eisenbedarf im Vergleich zur Schwangerschaft wieder, stillende Frauen benötigen mit 20 mg Eisen pro Tag jedoch weiterhin mehr als Frauen, die weder schwanger sind noch stillen.

Hinzu kommt, dass sich die Eisenspeicher nach der Geburt oftmals erst wieder erholen müssen. Vor allem nach einem größeren Blutverlust während der Entbindung oder wenn bereits in der Schwangerschaft ein Eisenmangel bestand, können die Reserven weiterhin vermindert sein.

Um die Eisenspeicher wieder aufzufüllen, ist eine ausgewogene, eisenreiche Ernährung besonders wichtig. Wurde ein Eisenmangel festgestellt, können auch in der Stillzeit Eisenpräparate sinnvoll sein. Welche Behandlung notwendig ist, richtet sich nach den Blutwerten und sollte mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgestimmt werden. Ein bestehender Eisenmangel ist aber normalerweise kein Grund, das Stillen zu unterbrechen.

FAQ: Eisen in der Schwangerschaft und Stillzeit

Wie viel Eisen braucht man in der Schwangerschaft?

Laut dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz liegt die empfohlene tägliche Eisenzufuhr für Schwangere bei 30 mg. Stillende Frauen benötigen 20 mg, Frauen ab 19 Jahren 15 mg.

Welche Lebensmittel enthalten besonders viel Eisen?

Zu den besten Eisenquellen gehören Rindfleisch, Geflügel, Fisch, Hülsenfrüchte, Haferflocken, Hirse, Kürbiskerne, Sesam und grünes Blattgemüse wie Spinat oder Mangold.

Was verbessert die Eisenaufnahme?

Vitamin C verbessert die Aufnahme von Eisen. Kombiniere eisenreiche Mahlzeiten deshalb möglichst mit Paprika, Brokkoli, Beeren oder Zitrusfrüchten.

 

1 Pia Ruisinger und Franz Kainer: „Eisenmangelanämie in Schwangerschaft und Wochenbett“, in: Die Hebamme, Jg. 30, 2017, S. 20–26, DOI: 10.1055/s-0042-119317, online unter: https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0042-119317.pdf (abgerufen am 17.07.2026).