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Babykekse sind echte Zuckerbomben

Süße kleine Knabbereien, vielleicht als lustiges Tiermotiv, sind bei den Kleinsten heiß begehrt. Kekse, die für Babys und Kleinkinder ausgelobt sind, suggerieren, dass es sich hierbei sogar um eine halbwegs „gesunde“ Nascherei handelt. Dass dem nicht so ist, beweist eine Überprüfung des Konsumentenmagazins ÖKO-Test. Alle getesteten Babykekse enthielten zu viel Zucker, zudem wurden weitere bedenkliche Inhaltsstoffe gefunden.

Kind hält einen Keks mit einem kritischen Blick in der Hand

5 x Ungenügend, 1 x Ausreichend

Die Bilanz der ÖKO-Test ExpertInnen ist erschreckend: Fünf von sechs Produkten bekommen ein Ungenügend in der Bewertung, nur ein Produkt wird mit Ausreichend benotet. Grund für das schlechte Abschneiden der Babykekse: alle Sorten enthalten zu viel Zucker. Der Keks des Herstellers Alete bringt 25 Gramm Zucker auf 100 Gramm mit, im Labor zeigte sich ein tatsächlicher Zuckergehalt von 26,4 Gramm pro 100 Gramm. Den vergleichsweise geringsten Anteil an Zucker hat der Bio-Babykeks Dinkel des Schweizer Herstellers Holle (14,3 Gramm auf 100 Gramm). Ein Babykeks ist somit kein Snack für zwischendurch, sondern eine Süßigkeit, die auch als solche gesehen und dem Kind nur in Maßen angeboten werden sollte. Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat den Testbericht von Öko-Test veröffentlicht und dazu folgendes erklärt: „Babys unter 1 Jahr sollten grundsätzlich keine zuckrigen Kekse essen. Diese sind völlig überflüssig und können sehr früh die Vorliebe für Süßes fördern und damit das Risiko für Karies erhöhen. Am besten ist es, wenn ein Kind erst möglichst spät Süßigkeiten bekommt!“

Es ist aber nicht nur der Zucker, der in diesem Ausmaß gar nicht erst in einem Lebensmittel für Babys vorkommen sollte. Im Labor wurden in fünf Produkten gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH/POSH) gefunden. Es handelt sich um Mineralöle, die als gesundheitsgefährdend eingestuft werden. Sie gelten als organschädigend, erbgutverändernd und möglicherweise krebserregend. Wie diese Inhaltsstoffe in den Keks gelangen, ist nicht eindeutig nachzuvollziehen. Sie können beim Herstellungsprozess oder von der Verpackung in das Produkt übergehen. Negativ getestet wurde zudem auf Palmöl (Fettschadstoffe), Aromen und weitere bedenkliche Stoffe.

Kritik am Verpackungstext

Unzufrieden zeigt sich ÖKO-Test zudem von den Produktbeschreibungen auf der Verpackung. Es wirkt, als würden Hersteller das empfohlene Verzehralter möglichst niedrig ansetzen. Vier der sechs Produkte dürften laut Verpackung ab dem sechsten oder achten Lebensmonat verzehrt werden. Das ist für die TesterInnen eindeutig zu früh. Werden Kinder im ersten Lebensjahr an diese Form der Süßigkeit gewöhnt, steigt nicht nur das Kariesrisiko, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder späterhin eine Vorliebe für Süßes entwickeln.

Süße Alternativen

Wer auf Industriezucker und Süßungsmittel verzichten möchte, der hat zahlreiche Alternativen. Für ein Baby im Beikostalter ist die Süße aus Früchten bereits ein Geschmackserlebnis. Ob Apfelmus, Pflaumenmus, frische Erdbeeren oder Birnenkompott – das alles ist für ein Kind schon ein gelungener Nachtisch. Müsliriegel, Babykekse, Fruchtschnitten und Energiebällchen kannst du mit ein paar einfachen Zutaten selbst zubereiten, für die Süße sorgen Trockenfrüchte oder Bananen/Äpfel. Kuchen, Muffins und kleine Snacks lassen sich ebenso zuckerfrei zubereiten. Zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr greifen manche Eltern vermehrt auf Zuckeralternativen wie Reissirup, Kokosblütenzucker, Agavendicksaft oder Birkenzucker zurück. Dabei ist zu beachten, dass es sich hierbei auch um bestimmte Formen von Fructose oder Glucose handelt. Süßkraft und die Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel sind jedoch anders als beim herkömmlichen Industriezucker.

Die Testergebnisse findest du im Detail kostenlos auf der Website der Arbeiterkammer Oberösterreich zum Download.

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