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Winterzeit – Erkältungszeit: So unterstützt du das kindliche Immunsystem

Im Herbst und im Winter lauern sie überall: Keime, Viren und Bakterien. Nicht nur unser Immunsystem wird auf die Probe gestellt, sondern auch das der kleinen Erdenbürger. Für den Körper ist es unerlässlich, immer wieder mit unterschiedlichsten Erregern in Berührung zu kommen, nur so kann er eine starke Immunabwehr ausbilden. Aufeinanderfolgende Infekte sind für den Familienalltag jedoch eine echte Herausforderung. Die gute Nachricht: indem du das Immunsystem deines Kindes unterstützt, machst du den Viren das Leben etwas schwerer.

Die Immunabwehr im Babyalter

Sobald ein Baby das Licht der Welt erblickt, muss der Organismus mit zahlreichen neuen Umwelteinflüssen fertig werden. Außerhalb des Bauches ist nicht nur die Temperatur eine andere, auch Lärmpegel und Lichtverhältnisse sind ungewohnt. Das Immunsystem ist längst noch nicht ausgereift – in den ersten Monaten genießen Neugeborene den so genannten Nestschutz. Im letzten Schwangerschaftsdrittel erhalten ungeborene Babys Antikörper von ihrer Mutter. Diese Immunstoffe sollen den Nachwuchs so lange schützen, bis der Körper in der Lage ist, sich selbst gegen Viren und Keime zu verteidigen.

Wenn du dein Baby stillst, versorgst du es zusätzlich mit wichtigen Antikörpern. Das Tolle daran: die Abwehrstoffe sind in ihrer Zusammensetzung individuell und auf dein Baby abgestimmt. Machst du beispielsweise eine Erkältung oder einen Magen-Darm-Infekt durch, solltest du unbedingt wie gewohnt weiterstillen. Die Immunglobuline, die dein Körper gegen den Infekt bildet, werden nämlich an dein Kind weitergegeben.

Nach einigen Monaten nimmt der Nestschutz ab und du wirst bemerken, dass sich die ersten Infekte breit machen. Erhöhte Temperatur, Fieber, eine verstopfte Nase, vielleicht auch Durchfall oder Übelkeit – all das benötigt das Immunsystem, um sich für das Leben zu wappnen. Viel kannst du im ersten Lebensjahr ohnehin nicht tun, da sich der Großteil aller vorbeugenden Maßnahmen für Babys noch nicht empfiehlt.

Womit du Babys Immunsystem aber immer stärkst: ausreichend frische Luft. Achte darauf, dass du jeden Tag mit deinem Schatz spazieren gehst. Auch wenn es kühl und ungemütlich draußen ist. Ordentlich eingepackt im Kinderwagen kann der Winter den Babys nichts anhaben. Wenn du möchtest, trägst du dein Kind im Tragetuch unter einer großen Jacke, dann ist es durch deine Körperwärme automatisch vor Kälte und Wind geschützt. Bei euren Freiluft-Abenteuern sollten warme Söckchen/Schuhe und eine Haube für den Kopf nicht fehlen, da sich die Körpertemperatur deines Babys noch nicht alleine regulieren kann.

Krabbelgruppe und Kindergarten

Sobald dein Kind mit anderen Kindern in Berührung kommt, wird sein Organismus ordentlich beansprucht. Es gibt unzählige neue Eindrücke, die verarbeitet werden wollen. Unweigerlich gerät der Nachwuchs auch in Kontakt mit unbekannten Keimen und Erregern – mit denen muss sich das Immunsystem erst einmal auseinandersetzen. Das bedeutet: eine Erkrankungsphase folgt auf die nächste. Manchmal entsteht bei Eltern sogar der Eindruck, das eigene Kind sei unentwegt krank. Das ist zweifelsfrei eine anstrengende Zeit für alle Beteiligten, aber ein wichtiges Training für die kindliche Abwehr. Häufige Infekte sind sozusagen Entwicklungsschritte des Immunsystems. Der Körper muss hinsichtlich unterschiedlichster Erreger erst ein entsprechendes Gedächtnis ausbilden. Nur so kann er den Keim bei der nächsten Erkrankung erkennen und erfolgreich abwehren.

Ob und wie schnell sich dein Kind ansteckt, hängt zum einen von seiner Immunabwehr und zu anderen von den Erregern ab, die sich im Umlauf befinden. Magen-Darm-Viren sind in der Regel höchst ansteckend. Alle Erkrankungen, die über Tröpfcheninfektion (z.B. Infektionen der oberen Atemwege, Grippe) übertragen werden, verbreiten sich ebenfalls rasch. Menschenansammlungen, wie man sie in Kindergärten oder öffentlichen Verkehrsmitteln findet, sind nahezu prädestinierte Brutstätten für derartige Keime. Vor allem Kinder niesen und husten ohne sich dabei die Armbeuge vor den Mund zu halten, auch ist es bei kleinen Kindern schwierig eine lückenlose Hygiene (z.B. Händewaschen) zu gewährleisten. Zudem teilen sie gerne Trinkbecher, Besteck oder Kuscheltier mit dem Kindergartenfreund/der Kindergartenfreundin.

Ansteckungen im Kindergartenalter sind faktisch nicht zu vermeiden und das ist auch gut so. Immunologen gehen davon aus, dass das Immunsystem ständig „im Training“ bleiben sollte. Je mehr Infekte der Nachwuchs also durchmacht, desto stärker reift seine Immunabwehr.

Hinweis: bei banalen Infekten musst du nicht zwangsweise zum Kinderarzt/zur Kinderärztin. Echte Kinderkrankheiten und hoch infektiöse Erkrankungen erfordern allerdings immer eine medizinische Abklärung. Zum einen gilt es, die bestmögliche Behandlung für dein Kind zu finden, zum anderen kann dir dein Arzt/deine Ärztin Auskunft darüber geben, wann die Ansteckungsgefahr gebannt und eine Kindergartenbesuch wieder möglich ist.

Tipps für eine starke Immunabwehr

  • Auf ausgewogene saisonale Ernährung achten. Mit der richtigen Ernährung hast du in der kalten Jahreszeit schon viel gewonnen. Setze auf eine Mischung aus Gemüse, Obst, hochwertigen Kohlehydraten und eiweißhaltigen Lebensmitteln. Warme Suppen und Eintöpfe wärmen den Körper sozusagen von Innen, ebenso schwören viele Eltern auf ein gekochtes Frühstück aus der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin).
  • Ausreichend trinken ist ebenfalls wichtig. Gerade in der kühlen Jahreszeit lässt das natürliche Durstgefühl etwas nach. Biete deinem Kind immer wieder einen Schluck Wasser an. Auch ungesüßte Fruchtsäfte oder lauwarme Tees stillen den Durst. Wenn dein Kind möchte, kann es auch etwas Suppe aus einer Tasse trinken. Das finden viele Kinder ungemein spannend.
  • Ein ausgeglichener Lebensstil spielt außerdem eine Rolle. Stress, Schlafmangel und Hektik schwächen das Immunsystem. Ermögliche deinem Kind einen geregelten Tagesablauf mit festen Routinen und Ruhezeiten. Das wirkt sich positiv auf die körpereigene Abwehr aus.
  • Bewegung an der frischen Luft fördert die Gesundheit, das gilt gleichermaßen für jedes Alter. ExpertInnen empfehlen, 1-2 Stunden täglich nach draußen zu gehen, ob in den Park, auf den Spielplatz oder in den Wald. Auch bei Regenwetter oder Minusgraden kannst du dich mit deinen Kindern im Freien aufhalten. Entscheidend ist dabei nur die richtige Kleidung (wasserabweisend, atmungsaktiv) und robustes Schuhwerk.
  • Apropos Kleidung: du solltest dein Kind nicht zu warm, aber auch nicht zu kühl anziehen. Wenn Kinder viel in Bewegung sind, schwitzen sie schneller und frösteln anschließend auch wieder schneller. Kleidung nach dem Zwiebelprinzip ist daher gerade für den Nachwuchs ideal.
  • Nahrungsergänzungsmittel, Probiotika oder alternativmedizinische Präparate sind ebenfalls eine Möglichkeit, um das Immunsystem zu stärken. Du solltest dich diesbezüglich allerdings umfassend beraten lassen, z.B. von deinem Arzt oder deinem Apotheker.

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