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Kindersitz-Test Frühjahr 2018: ÖAMTC zeigt sich zufrieden

Der österreichische Automobil-, Motorrad- und Touringclub (ÖAMTC) hat die Ergebnisse seines aktuellen Kindersitz-Tests veröffentlicht – das Fazit der Tester ist für Eltern durchaus erfreulich: von 22 getesteten Sitzen erhielten 17 Modelle die Note „Gut“.

Test-Sujet mit allen getesteten Kindersitzen nebeneinander

Die Ergebnisse des Tests

In Zusammenarbeit mit renommierten Partnern hat der ÖAMTC 22 Kindersitzmodelle überprüft. Die Sitze wurden hinsichtlich Ergonomie, Sicherheit und Bedienung untersucht, auch eine mögliche Belastung mit Schadstoffen war Thema. Für den Test wählte man die Modelle aus unterschiedlichen Gewichts-sowie Preisklassen. Die Preisspanne reichte dabei von 119,90 Euro (Joie Traver) bis 649,90 Euro (Maxi-Cosi Axissfix Air). Ein „Sehr Gut“ konnte nicht vergeben werden, dafür wurden 17 der getestete Modelle mit „Gut“ beurteilt. Darunter findet man beispielsweise den Sirona S i-Size von Cybex, den Monza Nova Evo von Recaro oder aber auch Babyschalen wie den Rock von Maxi-Cosi. Für drei Sitze haben die TestexpertInnen des ÖAMTC ein „Befriedigend“ vergeben. Es handelt sich um den Every Stage FX von Joie, den Viaggio 1-2-3 Via von Peg Pérego sowie das Modell Youniverse Fix von Chicco. Mit einem „Genügend“ muss sich der Chicco Cosmos zufrieden geben, am schlechtesten schneidet der Ultimax i-Size des Herstellers Concord ab. Er kann weder bei Montage in- noch gegen die Fahrtrichtung überzeugen. Im Crashtest bricht laut ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl die Sitzschale, auch rückwärtsgerichtet weist der Sitz grobe Mängel auf. Im Test löst sich die Sitzschale von der Basis, dadurch ist kein ausreichender Schutz mehr gegeben. Auch der Schadstoffgehalt des Sitzes ist als bedenklich einzustufen.

Große Qualitätsunterschiede gibt es laut ÖAMTC nicht: „Jeder dieser Kindersitze kann ohne Bedenken gekauft werden – sucht man nach Schwächen, wird man am häufigsten im Bereich Ergonomie fündig. Speziell der Platzbedarf im Auto ist mitunter relativ hoch.“, so der ÖAMTC in einer Aussendung. Kritik übt der ÖAMTC am steigenden Preisniveau der Kindersitze. Kerbl stellt fest, dass es tendenziell schwierig ist, einen Gruppe 1 Sitz unter 400 Euro zu finden. Preise um die 600 Euro seien mittlerweile schon die Regel.

Kindersitz mit Airbag

Zum ersten Mal wurde im Rahmen des Checks der Axissfix Air von Maxi Cosi getestet. Es handelt sich um einen Kindersitz der i-Size Klasse 61-105cm, der mit integrierten Airbags ausgestattet ist. In den Schulterpolstern der Gurte sind jeweils links und rechts zwei Airbags eingearbeitet, die sich bei einem Aufprall öffnen. Für das Auslösen der Airbags ist ein Sensor im Sitz verantwortlich. Theorie und Praxis stimmen hier scheinbar überein: sofern der Sitz richtig mittels Isofix im Auto befestigt ist, aktiviert sich das System bei einem Aufprall innerhalb von Sekunden. Der ÖAMTC gibt an, dass sich „die auf Nacken und Kopf einwirkenden Kräfte je nach Dummygröße um 15 bis 50 % reduzieren“. Der Assisfix bekommt demnach ein „Gut“, er ist mit 649,90 Euro aber auch das teuerste Modell im Test.

Wissenswertes zu i-Size

Vielleicht hast du den Begriff „i-Size“ schon einmal gelesen. Darunter versteht man eine neue Norm für Kindersitze, die von der EU beschlossen wurde. Sie ist Teil der ECE R129 Verordnung und soll dafür sorgen, dass Kinder im Auto noch sicherer transportiert werden. „i-Size“ unterscheidet sich von der bisherigen Klassifizierung in einigen Punkten, die Einteilung nach Gewichtsklassen fällt überhaupt weg. Ob ein Sitz geeignet ist oder nicht, wird bei „i-Size“ nach der Körpergröße des Kindes beurteilt, z.B. iSize 100-150 cm. In der Fachsprache nennt man das Längenklassifizierung. Außerdem müssen i-Size Sitze einen Seitenaufpralltest bestehen und Isofix unterstützen. Die neue Norm sieht auch vor, dass Kinder bis zum 15. Lebensmonat rückwärtsgerichtet also gegen die Fahrtrichtung befördert werden. Die alte Klassifizierung nach Gruppen/Gewicht behält weiterhin ihre Bedeutung. Autofahrerclubs empfehlen jedoch, sich bei Neuanschaffung eines Kindersitzes bereits nach i-Size zu richten.

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