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Kinderkleidung – fair und bio aus Österreich

T-Shirt Illustration

Seit Jahren ist sie ganz groß im Kommen und dennoch immer muss sie sich mit vielen lästigen Vorurteilen herumschlagen: die Ökomode. Unförmig und farblos sei sie, kratzig und aufwendig in der Pflege, zu teuer und nicht kindgerecht. Von wegen. Ein Blick auf die Kollektionen heimischer Designer beweist mit unzähligen schicken, bunten und durchaus leistbaren Stücken das Gegenteil.

Was bedeutet eigentlich fair und bio?

Die Bezeichnungen fair und bio können auf jeden einzelnen Schritt in der Produktionskette bezogen werden. Vom Anbau des Rohmaterials bis zum fertigen Kleidungsstück. Wo wurde die Baumwolle angebaut? Wie wurde sie weiter verarbeitet und von wem? Wer hat genäht und war die Bezahlung angemessen? Welche Chemikalien wurden zur Weiterverarbeitung der Stoffe eingesetzt? Fragen wie diese treiben nicht nur den Verkäufern und Verkäuferinnen in Diskontketten den Schweiß auf die Stirn, sondern auch in Modegeschäften großer Marken. Und schließlich sind es ja genau sie, die ihre „Cotton-“, „Organic-“ oder „Ökolinie“ groß promoten. Um es den Verbrauchern einfacher zu machen, wurden verschiedene Gütesiegel eingeführt, aber leider gibt es noch immer kein international einheitliches Gütesiegel für faire Biokleidung. Folgende sind jedoch international anerkannt:

  • Fairtrade Certified Cotton: Das FAIRTRADE-Gütesiegel stellt sicher,Gütesiegel dass ein Produkt bestimmten festgelegten sozialen, ökonomischen und ökologischen Standards entspricht. Durch die Produktion muss die Umwelt geschützt, bessere Arbeitsbedingungen geschaffen und die Armut bekämpft werden. Mittlerweile ist dieses Siegel auf mehreren tausend Produkten in etwa 70 Ländern abgebildet.
  • GOTS (Global Organic Textile Standard): Dieses Zertifikat für kontrolliert biologische Textilien gewährt strenge Richtlinien für Anbau der Rohstoffe und Verarbeitung von Naturtextilien. Es wird nur verliehen wenn auch öko-soziale Standards eingehalten werden.
  • Oeko-Tex® Standard (Textiles Vertrauen): Um die Zertifizierung zu erhalten, muss das Produkt den Kriterien des umweltverträglichen Herstellungsprozesses entsprechen. Dazugehört der Ausschluss von umweltschädigenden Hilfsmitteln und Farbstoffen, die Einhaltung von Richtwerten für Abwasser- und Abluftreinigung, sparsamer Energieeinsatz,  Lärm- und Staubvermeidung, definierte Maßnahmen zur Sicherheit am Arbeitsplatz, Verzicht auf Kinderarbeit und Einführung grundlegender Elemente eines Umweltmanagements-Systems. Geprüft und zertifiziert werden Roh-, Zwischen- und Fertigprodukte entlang der textilen Kette.
  • BEST: Der BEST-Standard geht weit über die aktuelle Gesetzgebung der europäischen Union hinaus und legt strengere Kriterien fest. Die gesamte textile Produktionskette wird in ökologischer und sozialverantwortlicher Sicht abgebildet. Stoffe müssen zu 100% aus Naturfasern aus kontrolliert biologischem Anbau, bzw. aus kontrolliert biologischer Tierhaltung bestehen. Verpackungsmaterial darf kein PVC enthalten und alle Transportwege müssen dokumentiert werden.

Hier eine kleine Auswahl von österreichischen Labels, die wunderbar schicke faire Biokleidung für Kinder anbieten und auch auf den einen oder anderen Standard zurückgreifen:

Fee im Glück

Angefangen hat alles mit einer Nickihose, die die Steirerin Felicitas Kruse als Kind hatte. Vorsorglich von ihren Eltern für das erste Enkelkind aufgehoben, hatte auch Sohn Moritz große Freude daran. Aber ein ähnliches Kleidungsstück ließ sich partout nicht auffinden. Felicitas ergriff die Initiative und so gibt es seit 2008 die feinen Nickilatzhosen aus 100% Biobaumwolle für Kinder von 0 bis 6 Jahren. Genäht werden sie beim „Schneider ums Eck“, erhältlich sind sie mittlerweile in vielen Läden weltweit, aber auch in Felicitas Online-Shop. Dort findet man unter der Rubrik „Beste Reste“ auch tolle Schnäppchen.
www.feekruse.at

Pagabei

Die Kleidungsstücke von pagabei wachsen mit. Klingt unglaublich, möglich wird es durch zweireihige Verschlüsse und umschlagbare Ärmel- und Hosenbünde. Viele der Kleidungsstücke sind außerdem multifunktionell und das sportliche Design ermöglicht abwechslungsreiche Tragekombinationen. Tragekomfort steht an erster Stelle, aber darunter müssen Pepp und Individualität nicht leiden. Die Kollektion für Kinder von 0-6 ist in mehreren Wiener Läden erhältlich. Die verwendete Baumwolle stammt aus biologischem Anbau in der Türkei, genäht wird in Ungarn. Allergiker werden sich freuen: Druckknöpfe sind nickel- und chromfrei.
www.pagabei.at

Jooloomooloo

Kein Tippfehler, diese Marke heißt wirklich Jooloomooloo. Ausgesprochen: Tschulumulu. So heißt das Faserwesen, das ursprünglich daher kommt, wo Baumwolle blüht. Es ist auf allen Kleidungsstücken (Größe 62-116) des Labels abgebildet und seine Geschichte ist in einem Buch festgehalten, das – wie alle Verpackungsmaterialien von Jooloomooloo - aus Elefantendung hergestellt wird. Gewebt und verarbeitet werden die Stoffe in zertifizierten Betrieben Sri Lankas, verwendet wird biologische Baumwolle aus Indien. Kleidung, Buch und Kuscheltiere sind im Onlineshop, aber auch in mehreren Geschäften in Wien und Vöcklabruck erhältlich.
www.jooloomooloo.com

JoolooMooloo

Maedchenwald

Der Name trügt. Denn sowohl für Mädchen als auch für Buben von 0-4 Jahren findet man bei Maedchenwald schicke Bodies, Strampler, Shirts, Hosen, Kleider, Jacken, Accesoires, Schlafsäcke und Waschhandschuhe. Hinter dem Label, das bereits 2007 gegründet wurde, steckt die Illustratorin und Designerin Anna Bogner. Ihr ist es besonders wichtig, nach dem Grundsatz der Nachhaltigkeit zu arbeiten: Ausschließlich Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau wird verarbeitet, außerdem werden alle Kleidungsstücke in Österreich oder Ungarn angefertigt und in Fahrgemeinschaften transportiert. Erhältlich in verschiedenen Shops in Wien und Pellendorf.
www.maedchenwald.at

Kamaeleon

Die Kleidungsstücke von Kamaeleon sind aus recycelten Materialen gemacht. Wie zum Beispiel alten Herrenhemden, Tischdecken oder Bettwäsche. Gebrauchtstoffe sind besonders hautverträglich, da sie durch häufiges Waschen bereits frei von Chemikalien und Farbrückständen sind. Zudem wird durch das Recycling ja auch das Wachsen der Müllberge beigetragen. Nina Horaczek und Brigitte Wagner gründeten das Label 2010 und bezeichnen ihre schicken Unikate als „Spielzeug zum Anziehen“. Genäht wird von Frauen, für die sich der Einstieg ins Berufsleben schwierig gestaltet. Erhältlich auf verschiedenen Märkten, sowie bei Mein Design in Wien.
www.kamaeleon.at

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Schneeweiss.Rosarot

Ganz jung und frisch ist die Kollektion „Two Little“ von Luise Herdegg und Teresita Thielmann. Die Kleidungsstücke für Kinder von 1 bis 6 Jahren sollen mitwachsen und über einen längeren Zeitraum getragen werden. Deshalb sind die Schnitte zeitlos gehalten und alle Modelle sitzen luftig locker, sind in einem lässigen Oversize-Look gehalten. Alle Stücke werden in Österreich produziert und handbestickt. Dezente, aber frische Farben in Sternen, Streifen, Karos und Blümchen werden mit Neon und Pailletten aufgepeppt. Das Beste? Alles sind Einzelstücke. Bisher nur in Wien erhältlich, ein eigener Onlineshop ist noch in Arbeit.
www.schneeweissundrosarot.blogspot.com

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