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Do it yourself im Kinderzimmer

DIY in Buchstaben

Eltern oder Kinder haben oft ganz eigene Vorstellungen davon, wie die Möbel in Kinderzimmer oder ihr Spielzeug aussehen sollen. Doch nicht immer decken sich diese Wünsche mit den Produkten, die im Spielzeuggeschäft oder Möbelhaus erhältlich sind. Kein Problem für kreative Eltern – Einrichtung und Spielsachen werden einfach selbst gebaut und gebastelt. DIY-Fähigkeiten muss man aber auch ein wenig erlernen. Wie einfach das gehen kann, zeigen zahlreiche Webseiten und Magazine, von denen wir hier einige vorstellen möchten.

DIY – Mach es selbst!

Wer einmal im Internet nach Bauanleitungen für Spielzeug, Möbel oder andere Alltagsgegenstände gesucht hat, ist vermutlich auch auf die Abkürzung DIY gestoßen. Diese steht für „do it yourself und bedeutet nichts Anderes als „mach es selbst“.

Hinter dem Kürzel DIY steckt aber nicht nur ein Heimwerkermotto, sondern gleich eine ganze Bewegung, die bereits in den 1950er Jahren in England entstanden ist und sich bald auf das europäische Festland ausgebreitet hat. Im Mittelpunkt stand der Glaube an sich selbst und daran, durch eigene Kraft (auch als handwerklicher Laie) Veränderungen herbeizuführen. In den folgenden Jahren waren Eigeninitiative, Selbstorganisation und -improvisation in Bezug auf Hobby, Handwerken und Kultur prägende Schlagworte für die DIY-Anhänger. Zugleich stellte man sich damit gegen passiven Konsum, Autorität und Vorgaben aus Industrie und Massenmedien.

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Heute geht es beim Selbermachen auch darum, eigene Kreativität auszuleben oder Dinge einfach nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, um sie von der Stangenware im Geschäft zu unterscheiden. Letztlich ist etwas Selbstgebautes oder -gebasteltes auch immer ein Unikat und damit besonders wertvoll.

Ideen, Bauanleitungen und Gleichgesinnte

Weltweit gibt es verschiedene Zeitschriften und Communities rund um das Selberbauen bzw. die eigene Herstellung unterschiedlicher Dinge, oft mit eigenen Rubriken für Kindersachen. Das wohl größte DIY- und DIWO- („do it with others“) Magazin ist das englischsprachige MakeZine. Seit 2005 erscheint es vier Mal pro Jahr in den USA. Die Inhalte des Magazins werden auch ins Internet gestellt, sind allerdings bis auf wenige Einzelseiten nur für zahlende Nutzer zugänglich. Per Online-Bestellung kann man das Magazin allerdings auch in Österreich beziehen: Die Kosten für das Jahresabo inkl. Online-Zugang liegen bei 49,95 Dollar oder umgerechnet ca. 36,90 Euro. Das Online-Abo ohne Heft kostet 9,99 Dollar. Im MakeZine finden sich immer wieder Anleitungen zur Herstellung verschiedener Kinderartikel, wie Knetmasse, Schaukelpferde, Wetterstationen oder sogar solarbetriebener Matchboxautos.

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Wie wäre es mit einem trendigen Kleidchen oder einer süßen Babymütze für den Nachwuchs, beides gefertigt aus einem T-Shirt für Erwachsene? Auf dem ebenfalls englischsprachigen DIY-Portal Instructables gibt es eine eigene Kinder-Kategorie, in der sich tolle Bauanleitungen für allerlei Spielzeug, Kindermöbel, Kleidung und sogar Kochrezepte finden. Hier haben wir unter anderem die Bastelanleitung für ein Puppentheater in einem alten Röhrenfernseher, ein Bücherregal in Form eines Doppeldecker-Flugzeugs und zahlreiche Ideen für die nächste Faschingssaison gefunden – beispielsweise Yedi-Ritter-Kostüme aus Star Wars oder eine Legostein-Verkleidung. Alle Anleitungen stammen von anderen Nutzern, die zugleich Fotos und Schritt-für-Schritt-Erklärungen mitliefern. Praktisch: Man muss sich nicht registrierten, um die verschiedenen Anleitungen zu lesen. Nur wer diese selbst hochladen will, benötigt einen persönlichen Login.

Im deutschsprachigen Raum gibt es unter anderem das Kölner Magazin „Do-it“ der DIY-Academy. Es erscheint ebenfalls vier Mal jährlich und kann nur im Rahmen einer Club-Mitgliedschaft bezogen werden. Online gibt es zusätzlich aktuelle Tipps, derzeit etwa zu bunten Osterbasteleien. Verschiedene Kindermöbel zum Selberbauen finden sich auch unter heimwerker.de. DIY-Eltern erhalten hier unter anderem kostenlose Anleitungen und Schnittmuster für Kinderbetten oder -schränke.

Karton falten, statt Holz sägen

Wer erst langsam in das DIY-Universum einsteigen und nicht gleich ein ganzes Kinderbett selbst zimmern möchte, dem empfehlen wir die Bauanleitungen von Foldschool. Das Konzept ist einfach: Ein paar Platten Wellkarton kaufen, Schnittmuster aus dem Internet herunterladen, ausschneiden, auf den Karton übertragen, ebenfalls ausschneiden, falten und zusammenkleben. Fertig ist ein Hocker, Stuhl oder Schaukelpferd für Kinder. Die fertigen Möbelstücke können von den Kindern bemalt werden, sind stabil, leicht zu tragen und können nach Wochen oder Jahren der Nutzung im Altpapiercontainer entsorgt werden.

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Die Idee dazu hatte der schweizer Architekt und Designer Nicola Enrico Stäubli. Sein Ziel ist es, durch einen intelligenten Herstellungsprozess (mach es selber) ein leistbares Design-Produkt anzubieten, zugleich Produkt und Verbraucher in eine persönliche Beziehung zu bringen und damit einen Gegentrend zur Konsumgesellschaft zu setzen. Die Tatsache, dass er seine Idee im Internet kostenlos zur Verfügung stellt, finden wir besonders gut.

Alles was man für die Kartonmöbel benötigt, ist jede Menge Karton, ein gewöhnlicher Drucker, Leim, Kugelschreiber, Nadel, Schneidemesser, Schneideunterlage, Sprühkleber (Klebestift reicht auch), Abklebeband, Schneidehilfe (etwa ein langes Lineal) und einige Stunden Zeit – der Erfinder gibt je nach Möbeltyp eine Basteldauer von 3,5 bis 5,5 Stunden an. Es wird empfohlen, nicht gleich mit einem Möbel, sondern mit dem verkleinerten Demonstrationsbeispiel zu beginnen, um sich mit der Falttechnik vertraut zu machen.

Webtipps:
http://www.makezine.com
http://www.instructables.com/kids
http://www.craftzine.com
http://www.diy-academy.eu
http://www.heimwerker.de
http://www.foldschool.com

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