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ADAC: Aktuelle Autokindersitze im Test

Sie gehören einfach zur Grundausstattung: Kindersitze fürs Auto. Sobald der Nachwuchs der Babyschale entwachsen ist, steht der Wechsel auf einen größeren Autokindersitz ins Haus. Die Auswahl ist groß, für jede Altersgruppe/Gewichtsklasse gibt es eine Vielzahl an Modellen. Der ADAC hat in seinem Kindersitztest 2017 37 Sitze überprüft – wir fassen die wichtigsten Ergebnisse für euch zusammen.

Kindersitze ADAC Test 2017

Insgesamt 37 Kindersitze hat der ADAC gemeinsam mit Stiftung Warentest dieses Mal unter die Lupe genommen. Darunter befinden sich Sitze aller Preis- und Altersklassen. Die schöne Nachricht gleich vorweg: der Großteil aller Modelle ist durchaus empfehlenswert. 22 getestete Autokindersitze haben mit der Bewertung „Gut“ abgeschnitten. Neun mal wurde ein „Befriedigend“ vergeben, zwei Sitze erhielten die Note „Ausreichend“ und vier Sitze wurden als „Mangelhaft“ eingestuft. „Sehr Gut“ war übrigens keiner der Autokindersitze. Die ExpertInnen vom ADAC führten unterschiedliche Checks und Überprüfungen durch. Sicherheit, Bedienung und Ergonomie spielten dabei eine große Rolle. Auch die Schadstoffbelastung der Sitze war Thema.

Der teuerste Sitz im Test war der Takata Midi i-Size Plus + i-Size Base Plus mit einem UVP von 600 Euro, der günstigste getestete Autokindersitz kam auf 84 Euro (Osann I-Max SP). Um eine bessere Übersichtlichkeit zu ermöglichen, hat der ADAC die Sitze in unterschiedliche Kategorien aufgeteilt: Modelle bis ca. 1 Jahr, Modelle bis ca. 1,5 Jahre, Modelle bis ca. 4 Jahre, Modelle bis ca. 12 Jahre, Modelle ca. 1 bis 7 Jahre, Modelle von 1 Jahr bis 12 Jahre und Modelle von ca. 4 Jahren bis 12 Jahre. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass die Sitze in den Gruppen auch untereinander verglichen werden können, beispielsweise hinsichtlich Preis und Testergebnis.

Die Testsieger

Eltern haben heutzutage zwar die Qual der Wahl, viele Hersteller bemühen sich aber immerhin um hohe Produktsicherheit und einfach Handhabung. Die besten Ergebnisse erzielten folgende Autokindersitze, getrennt nach Alterskategorie:

  • Modelle bis ca. 1 Jahr: Stokke Izi Go Modular mit dem ADAC Urteil 1,8 bzw. Stokke Izi Go Modular + iZi Modular i-Size base mit dem Urteil 1,9.
  • Modelle bis ca. 1,5 Jahre: Cybex Aton 5 mit dem ADAC Urteil 1,6.
  • Modelle bis ca. 4 Jahre: Maxi-Cosi AxissFix Plus mit dem Urteil 2,3.
  • Modelle bis ca. 12 Jahre: in dieser Kategorie wurde nur ein Sitz getestet, der Graco Milestone (3,9). Der All-In-One-Sitz wurde als „ausreichend“ eingestuft.
  • Modelle ca. 1 bis 7 Jahre: auch hier gelangte nur ein Modell zur Überprüfung. Der Axkid Wolmax erhielt eine Note von 3,8.
  • Modelle von 1 Jahr bis 12 Jahre: gleich drei Autokindersitze erhielten mit 1,9 eine gute Bewertung – der Cybex Pallas M SL, der Cybex Pallas M-Fix SL und der Kiddy Guardianfix 3.
  • Modelle von ca. 4 Jahren bis 12 Jahre: Cybex Solution M SL und Cybex Solution M-Fix SL mit einer Gesamtnote von jeweils 1,7.

Schadstoffbelastung & Sicherheitsrisiko

Grund zum Nachbessern hat der Hersteller Joolz. Sowohl der Joolz iZi Go Modular (Note 5,5) als auch der Joolz iZi Go Modular mit iZi Modular i-Size base (Note 5,5) wurden als mangelhaft bewertet. Im Test konnte das Flammschutzmittel TCPP nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich um einen umstrittenen Schadstoff, der in Verdacht steht, krebsauslösend zu sein. Ebenfalls negativ, jedoch aufgrund von starken Mängeln bei der Sicherheit, schnitten der LCP Kids Saturn iFix und der Casualplay Multipolaris Fix ab. Der Beckengurt des LCP Kids Saturn iFix (Note 5,5) kann bei einem Aufprall laut ADAC zu „schweren inneren Verletzungen im Bauchraum“ führen. Beim Crashtest mit dem Casualplay Multipolaris Fix (Note 5,5) löste sich der Testdummy aus dem Sitz, auch das führte zu einer klaren Abwertung.

Tipps für den Kauf

Grundsätzlich empfiehlt es sich beim Kindersitzkauf, eine Beratung vor Ort in Anspruch zu nehmen. Autofahrerclubs als auch kleinere Händler sind in diesem Zusammenhang gute Anlaufstellen. Idealerweise fährt man mit dem eigenen Auto zur Beratung, dann kann man nämlich auch gleich ausprobieren, wie unterschiedliche Modelle ins Auto passen. Vor allem bei so genannten Reboarder-Kindersitzen ist die Montage manchmal etwas komplizierter als gewohnt.

Apropos Reboarder: laut ADAC sollten Kinder bis zum Alter von 2 Jahren rückwärts gerichtet im Auto transportiert werden. Der Umstieg auf die nächste Größe beziehungsweise die Vorwärts-Ausrichtung, darf erst dann erfolgen, wenn das Kind dem Sitz tatsächlich entwachsen ist bzw. die richtige Größe für den Blick in die Fahrtrichtung erreicht hat. Bei der Auswahl des passenden Modells sollten Eltern also sowohl auf das Gewicht des Kindes als auch auf die Körpergröße achten. Gebrauchte Kindersitze gelten als wenig empfehlenswert, da häufig nicht mehr nachvollzogen werden kann, ob die Sitze tatsächlich unfallfrei sind.

Die Testergebnisse im Detail findest du hier:
https://www.adac.de/infotestrat/adac-im-einsatz/motorwelt/kindersitztest_2017.aspx

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